Die Mauersegler

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Mauersegler' von Fernando Aramburu
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Inhaltsangabe zu "Die Mauersegler"

Der spanische Bestsellerautor Fernando Aramburu legt einen großen humanistischen Roman über einen Mann namens Toni vor. Toni ist ein Antiheld, der das Leben nicht liebt. Nur seinen Hund. Er fasst einen Entschluss: Er will allem ein Ende setzen. In genau 365 Tagen. Am 31. Juli beginnt das letzte Jahr, und dieser Roman hat 365 Kapitel, eins für jeden Tag. Die ersten Monate sind für Toni geprägt von Erinnerungen an seine Familie in der wechselhaften spanischen Geschichte, Beobachtungen seiner Landsleute und Erlebnissen, die ihn in seiner Weltsicht bestärken. Doch dann kommt es zu einer unerwarteten Begegnung mit einer Frau, deren Hund auch Toni heißt. Ein Zeichen! Und mit einem Mal gerät Tonis Plan ins Wanken.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:832
EAN:9783498003036

Rezensionen zu "Die Mauersegler"

  1. Bilanz eines Lebens

    „Das ist die Frist, die ich mir gesetzt habe, um meine Angelegenheiten zu regeln und herauszufinden, warum ich nicht mehr weiterleben will. Ich hoffe, dass mein Entschluss unwiderruflich ist. Im Moment ist er das.“ (Zitat Seite 11)

    Inhalt
    Toni, vierundfünfzig Jahre alt, finanziell unabhängig, Philosophieprofessor an einem Gymnasium in Madrid, beschließt am 31. Juli 2018 sich in genau einem Jahr, in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August 2019, das Leben zu nehmen. Warum genau ein Jahr, weiß er selbst nicht so genau, aber es ist das absolute Limit. Nur sein bester und auch einziger Freund weiß von seinem Vorsatz. Toni will dieses ihm noch verbleibende Jahr genau dokumentieren und schreibt täglich seine Erinnerungen an Kindheit und Familie, seine Gedanken, Beobachtungen und Ereignisse des jeweiligen Tages nieder. Sein immer gleicher Tagesablauf wird empfindlich gestört, als er eines Tages überraschend bei seiner Hunderunde mit seiner Hündin Pepa im Park den Hund Toni trifft und die Besitzerin des Hundes, Águeda, die Frau, die er vor siebenundzwanzig Jahren verlassen hatte. Obwohl er sofort seine gewohnten Wege meidet, begegnet ihm Águeda immer wieder. Beobachtet sie ihn etwa?

    Themen und Genre
    In diesem Roman geht es um Erinnerungen, die Hoffnungen und Enttäuschungen, um die Freude am Leben und den Verlust der Lebensfreude, um Familie, Beziehungen, Freundschaft und das Älterwerden.

    Charaktere
    Alle Figuren dieses Romans haben eines gemeinsam, sie sind aus unterschiedlichen Gründen Außenseiter der Gesellschaft. Meiner Meinung nach sind sie zu klischeehaft dargestellt. Die attraktive, schöne Frau, fordernd, kalt, untreu, und als Gegensatz die unattraktive, ungepflegte, übergewichtige Frau, die sich einfühlsam um ihre Mitmenschen kümmert. Die Hauptfigur Toni wäre gerne ein Mauersegler, frei und immer hoch in den Lüften unterwegs, übersieht jedoch, dass Mauersegler nie allein fliegen, sondern immer in Gruppen, wo sie sich mit diesen typischen Sirr-Rufen verständigen. Toni dagegen wurde mit den Jahren zum Einzelgänger ohne Lebensfreude und sieht alle seine Mitmenschen sehr kritisch, manche Mitglieder seiner Familie hasst er sogar.

    Handlung und Schreibstil
    Die Geschichte beginnt am 1. August, dauert 365 Tage und jedes Kapitel entspricht einem Tag. Mit jedem Monatsbeginn trägt die Überschrift zusätzlich den Namen des entsprechenden Monats und beginnt wie ein Kalender wieder mit der 1. Die Handlung selbst verläuft nur im Ablauf der aktuellen Tage chronologisch, denn es geht auch um Erinnerungen an die Vergangenheit, an einzelne Ereignisse, an die er sich plötzlich wieder erinnert und die er dann nochmals überdenkt und niederschreibt. Es sind einige gute, aber viele negative Erlebnisse, Situationen und Lebensabschnitte, die Toni als Ich-Erzähler mit uns teilt. Heute wie damals wird oft und heftig über die politische Situation in Spanien diskutiert, er schreibt auch darüber, aber eher als Zuhörer und Beobachter seiner Mitmenschen. Sehr gelungen sind die Schilderungen des Alltagslebens in Madrid, des Viertels, in dem Toni nun wohnt, mit seinen Lokalen, Geschäften und Parks.

    Fazit
    Meine neugierigen Erwartungen an diesen neuen Roman des bekannten Autors wurden nicht erfüllt. Im Text auf der Buchrückseite wird Toni als Antiheld eingestuft, für mich wurde er mit der Anzahl der Seiten des Buches auf Grund seiner überheblichen Selbsteinschätzung eher zum „Anti-Menschen“, was meine Begeisterung an diesem Roman etwas getrübt hat.

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  1. Empfehlenswert

    Tonis ist Philosophielehrer an einem Gymnasium in Madrid und lebt er nach einer Trennung mit seinem Hund Pepa alleine. Sein Leben ist nicht so, wie er sich das einmal vorgestellt hat, also fasst er einen Entschluss: Er will seinem Leben ein Ende setzen, in genau 365 Tagen. Zunächst erinnert er sich an vergangene Zeiten. Doch dann begegnet er einer Frau, die einen Hund mit dem Namen Toni hat. Toni beginnt zu zweifeln, ob sein Plan Sinn macht.
    Fernando Aramburu erzählt die Geschichte in einer klaren, oft direkten Sprache. Dabei gelingt es ihm aber durchaus auch gefühlvoll zu werden. Die Geschichte ist mal traurig, mal humorvoll und hat mich angesprochen. Jeder hat in jungen Jahren seine Träume und Vorstellung vom Leben. Doch das Leben verhält sich oft anders und so fragt man sich dann eines Tages, ob man eigentlich glücklich und zufrieden ist.
    In 365 Kapiteln, welche die verbleibende Zeit von Toni darstellen, erzählt der Autor von Toni, von seinem bisherigen Leben und den Abzweigungen im Leben, die ihn bis zu diesem Punkt gebracht haben.
    Toni hat eigentlich keinen Grund, seinem Leben ein Ende zu setzen. Er ist nicht deprimiert, ihm geht es nicht schlecht. Nun gut, es ist vielleicht nicht alles so gelaufen, wie er sich das vorgestellt hat. Doch Unzufriedenheit sollte einen dazu bringen, Ziele neu zu definieren und die Weichen umzustellen.
    Es ist ein großartiger Roman, der mir wirklich gut gefallen hat. Er ist unterhaltsam und tiefgründig zugleich.

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