Die Marschallin: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Marschallin: Roman' von Zora del Buono
3.75
3.8 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Marschallin: Roman"

Zora del Buono hat von ihrer Großmutter nicht nur den Vornamen geerbt, sondern auch ein Familienverhängnis, denn die alte Zora war in einen Raubmord verwickelt. Diese Geschichte und ihre Folgen bis heute erzählt dieser große Familienroman. Die Slowenin Zora lernt ihren späteren Ehemann, den Radiologieprofessor Pietro Del Buono, am Ende des Ersten Weltkriegs kennen. Sie folgt ihm nach Bari in Süditalien, wo sie, beide überzeugte Kommunisten, ein großbürgerliches und doch politisch engagiertes Leben im Widerstand gegen den Faschismus Mussolinis führen. Zora ist herrisch, eindrucksvoll, temperamentvoll und begabt, eine Bewunderin Josip Broz Titos, dem sie Waffen zu liefern versucht und dem ihr Mann das Leben rettet. Sie will mehr sein, als sie kann, und drückt doch allen in ihrer Umgebung ihren Stempel auf. Ihr Leben und das Leben ihrer Familie, ihrer Kinder und Enkelkinder, vollziehen sich in einer Zeit der Kriege und der Gewalt, erbitterter territorialer und ideologischer Kämpfe, die unsere Welt bis heute prägen. In einem grandiosen Schlussmonolog erzählt die alte Zora Del Buono ihre Geschichte zu Ende, eine Geschichte der Liebe, der Kämpfe, des Hasses und des Verrats. «Die Marschallin» ist ein farbiger, lebenspraller Roman über eine unvergessliche Frau und ein tragisches Familienschicksal.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:382
Verlag:
EAN:9783406754821

Rezensionen zu "Die Marschallin: Roman"

  1. Packender und lehrreicher Zeit- und Familienroman

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Aug 2020 

    „Vergiss nicht, du trägst ihren Namen, hatte Tante Mila gewarnt. Man solle Geheimnisse dort belassen, wo sie hingehörten: im Reich des Schweigens.“
    Zum Glück des Lesers hat die Autorin Zora del Buono den Ratschlag ihrer Tante nicht beherzigt, sondern hat aus dem Leben ihrer Großmutter einen packenden und lehrreichen Zeit- und Familienroman gemacht.
    Geboren ist diese zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Zora Ostan, Tochter eines Fuhrunternehmers, in Bovec, einem kleinen Dorf im Nordwesten Sloweniens. Damals gehörte das Gebiet noch zum Habsburgerreich.
    Im Alter von acht Jahren ist die kleine Zora plötzlich die einzige Frau im Haus, denn die Mutter hat eines Tages die Familie verlassen. Nach fünf Monaten kehrt sie wieder zu Ehemann und den drei Kindern zurück, „ mit dem Kind eines Fremden im Bauch.“
    Während des Ersten Weltkriegs müssen alle Dorfbewohner ihre Häuser verlassen. Die Familie Ostan trifft das nicht so schlimm, können sie doch in das neu erworbene Haus in Ljubljana ziehen. Zwei Jahre bleiben alle weg; als sie zurückkommen, ist beinahe alles zerstört.
    Kurz danach lernt Zora ihren zukünftigen Mann kennen, Pietro Del Buono, ein rothaariger Sizilianer, der mit seinen 23 Jahren der jüngste Arzt Italiens ist. Pietro führt sein Studium der Radiologie in Berlin fort, danach heiraten die beiden und ziehen nach Bari. Dort gründet Pietro, mittlerweile Professor für Radiologie, eine Klinik. Zora lässt sich nach eigenen Entwürfen ein prachtvolles Haus bauen. Das Paar bekommt drei Söhne, aber die Mutterrolle liegt Zora nicht sonderlich. Viel lieber führt sie politische Diskussionen mit den Gästen, die sie empfangen. Trotz des großbürgerlichen Hintergrunds sind Zora und ihr Mann überzeugte Kommunisten. Sie verehren Antonio Gramsci, den „ italienischen Karl Marx“ und engagieren sich im Widerstand gegen Mussolini und dem Faschismus im Land.
    Aber der große Held für Zora ist Josip Broz, genannt Tito. Sie versucht mit Waffenlieferungen ihn und seine Partisanen im Kampf zu unterstützen.
    Zora ist eine starke und eigenwillige, nicht immer sympathische Frau. Sie ist unberechenbar und herrschsüchtig, aber auch großzügig. Ihr Schwiegervater mochte Zora; sie erinnerte ihn an seine verstorbene Frau. „ Zora jammerte nie. Sie packte an. Sie schien eine Spur heller zu leuchten als die Menschen um sie herum, es war ein ständiges inneres Glühen, ..., als ob sie darauf brennen würde, etwas ganz Großes zu tun.“
    Ihre Söhne und ihre Schwiegertöchter hatten unter ihrem strengen Regiment zu leiden. „Wenn Zora etwas sagte, galt das. Zora war das Gesetz.“
    Zora sah auch keine Diskrepanz zwischen dem großbürgerlichen Leben, das sie führte, mit wechselndem Dienstpersonal und rauschenden Festen und ihrer politischen Überzeugung. „ Kommunismus bedeutete für sie: Aristokratie für alle.“
    Neben Zora, dieser schillernden Hauptfigur, beschreibt die Autorin aber noch zahlreiche Personen aus dem Umfeld, die nicht weniger interessant sind. Zum einen die slowenischen Eltern und die vier Brüder. Einer davon ist homosexuell und muss ständig fürchten, dass sein Geheimnis an die Öffentlichkeit dringt. Dann der Jüngste, Nino, entwickelt sich vom Hallodri zu einem Mann im Dienste Mussolinis.
    Der Schwiegervater Giuseppe del Buono war zeitweilig Bürgermeister auf der Verbannungsinsel Ustica, wo Gramsci 44 Tage inhaftiert war.
    Noch viele Figuren macht die Autorin lebendig. Um den Überblick zu bewahren, ist das Personenverzeichnis vorne im Buch sehr hilfreich.
    Zora del Buono erzählt ihre Geschichte zwar weitestgehend chronologisch, aber episodenhaft und aus unterschiedlichen Perspektiven. Zwischen einem Prolog und einem Epilog finden sich 17 Kapitel, die die Jahre 1919 bis 1949 umspannen.
    Das 18. und längste Kapitel gehört der Ich- Erzählerin Zora und führt ins Jahr 1980. Sie ist mittlerweile zurückgekehrt nach Slowenien und lebt schwer zuckerkrank in einem Seniorenheim. Ihr Mann Pietro ist in Bari geblieben, hochgradig dement. Zora blickt verbittert und desillusioniert auf ihr Leben zurück. „ Man behauptet, Weisheit trete ein und erweitere dein Denken. Was eintritt, ist aber nur die Gewissheit, dass die Fehler, die du begangen hast, sich nicht wiedergutmachen lassen. In jüngeren Jahren kannst du dir einreden, du könntest irgendwann, später, im Laufe der Zeit, eigentlich jederzeit, die Dinge wieder geraderücken. Im Alter weißt du: Das war eine Illusion. Gar nichts lässt sich geraderücken.“
    Die Autorin schreibt meist nüchtern und klar, doch die vielen Dialoge machen die Erzählung lebendig. Das Buch ist trotz der Materialfülle gut lesbar. Man erfährt so vieles, wovon man noch nichts gehört hat.
    „ Die Marschallin“ ist nicht nur das spannende Portrait einer faszinierenden Frau, nicht nur eine opulente Familiengeschichte, sondern auch die Geschichte einer vergangenen Epoche. Für Leser mit einem Interesse an historischen und politischen Themen eine unbedingte Empfehlung.
    Noch ein Tipp: Auf der Seite des C.H. Beck Verlags finden sich noch ein paar Photos aus dem Privatbesitz der Autorin, die ihre Großmutter , deren Ehemann, das Haus in Bari und den Sohn Manfredi mit seiner kleinen Tochter Zora zeigen.

  1. Ein interessantes, anspruchsvolles und unterhaltsames Werk!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Jul 2020 

    Ein Roman startet 1919 in dem Dorf Bovec, das heute zu Slowenien gehört, das damals, nach dem Krieg, aber Italien zugeschrieben wurde.
    (Vor dem Krieg gehörte es zu Österreich.)

    „Die Marschallin“ beginnt mit Paukenschlägen:
    Da wird vom Hass auf die Mutter geredet und davon, dass diese eine Verräterin sei.
    Da wird davon erzählt, dass die Mutter ihre Kinder verlässt und fünf Monate später schwanger zurückkehrt.
    Da wird der gerade mal wenige Monate zurückliegende 1. Weltkrieg, insbesondere der italienisch-österreichische Bergkrieg, erwähnt.
    Da wird auf die beschwerliche 2wöchige Flucht vor den Italienern zu Beginn des Krieges zurückgeblickt.
    Da wird davon erzählt, dass Kinder beim Spielen Munition finden und schwer verletzt werden.

    Dieses erste Kapitel ist, wie sich jetzt vermutlich jeder vorstellen kann, ein fulminanter und dramatischer Einstieg.
    Aber es endet versöhnlich, denn Zora, die 21jährige Lastwagenfahrerin, die verantwortlich ist für den Abtransport von Kriegsschrott zur Deponie, lernt in einem Krankenhaus, in das sie ein verletztes Kind bringt, ihren zukünftigen Mann Pietro, einen 23jährigen rothaarigen Sizilianer, kennen, der dort als Arzt arbeitet.

    Im weiteren Verlauf erleben wir Pietro in Berlin. Er arbeitet gerade in der Charité und spezialisiert sich in Radiologie. Wir lernen drei Kommilitonen kennen und begleiten sie und Pietro durch ihren Alltag.

    Pietro plant, in Kürze in Süditalien eine radiologische Abteilung zu eröffnen.
    Aber nicht nur das.
    Zora hat ihm den Kopf verdreht.
    Sie sind inzwischen verlobt und planen, bald zu heiraten.

    In Neapel gründen sie eine Familie und jetzt, Mitte der 1920er Jahre, haben sich Mussolini und die Faschisten schon einen gravierenden Einfluss verschafft.

    Dann lernen wir Pietros Vater Giuseppe kennen, der noch immer auf der Insel Ustica, die Heimat von Pietros Familie, lebt.
    Giuseppe ist dort inzwischen Bürgermeister. Auf die Insel werden Regimegegner, politische Gefangene und Kriminelle abgeschoben bzw. verbannt und auch Giuseppe, der seine anpackende, aufmerksame, diskussionsfreudige und selbstbewusste Schwiegertochter Zora bewundert, wird von den Faschisten argwöhnisch beobachtet.

    Dann schwenkt die Kamera wieder zurück zu den kommunistisch gesinnten Eheleuten Pietro und Zora.
    Sie leben nun mit ihren inzwischen drei Söhnen in der Hafenstadt Bari.
    Dort haben sie sich einen noblen Palazzo bauen lassen, in dem Wohnung und Privatklinik untergebracht sind und den die in viele Richtungen interessierte und begabte Zora selbst entworfen hat.

    Auch Pietros Vater Giuseppe, inzwischen ein imposanter und von Frauen umschwärmter Witwer, lebt seit seiner Flucht von Ustica in Bari.

    Als Leser taucht man ein in die Welt der Protagonisten, in der Faschismus und Nationalsozialismus eine immer größere Rolle spielen.
    Der zweite Weltkrieg naht...

    Über Jahrzehnte hinweg erlebt man politische Geschehnisse und Entwicklungen und Veränderungen der Protagonisten.
    Am besten lernt man dabei Zora kennen, die, schon immer allseits interessiert, engagiert und anpackend, immer politischer und kämpferischer wird, wohingegen sie mit ihrer weiblichen oder mütterlich-warmherzigen Seite mehr und mehr „auf Kriegsfuss“ steht.
    Sie ist eine Frau auf Zack, die gern das Ruder in die Hand nimmt.
    Ihr Mann Pietro wiederum engagiert sich mehr und mehr für die Medizin. Auf dem Gebiet der Radiologie ist der Arzt zur Koryphäe avanciert und er steigt immer tiefer in die Forschung ein.

    Es gibt in dem Roman vieles zum Staunen:
    Ich habe bis dato z. B. noch nie von Automaten gehört, die Briefpapier auswarfen und ich war ziemlich baff, zu lesen, dass in Süditalien schreiende Säuglinge mit gezuckertem und angewärmten Rotweischorle beruhigt wurden.

    Ich erfuhr viel Neues, z. B. dass es unter Mussolini eine Junggesellensteuer und einen Tag der Treue („Oro per la Patria“ = „Gold für’s Vaterland“) gab. Verrückt und interessant!
    Dass Homosexuelle auf die Insel San Domino verbannt wurden, „damit sie keine Unruhe stiften und arglose junge Männer verführen konnten“ (S. 154) war mir bis zur Lektüre dieses Werks auch nicht bekannt.

    Es gibt neben allem Ernsthaften auch einiges zum Schmunzeln.
    Was mir besonders gefällt, sind die Einschübe in Klammern: Gedanken, Kommentare, Erklärungen, konkretisierende Bemerkungen... ernsthaft, ironisch, sarkastisch oder witzig.

    Um „die Marschallin“ zu mögen, sollte man sich grundsätzlich für Politik und Geschichte interessieren und kein Problem damit haben, zu recherchieren.

    Der Roman ist eine interessante, unterhaltsame Lektüre, die den Horizont erweitert.

    Er ist kein leichter Lesestoff für zwischendurch oder vor dem Schlafen, sondern anspruchsvolle, interessante und unterhaltsame Literatur für Stunden, in denen man fit genug ist, um sich zu konzentrieren und in denen man Lust hat, über den Tellerrand zu schauen.

    Für mich war es ein Highlight!

  1. Geschichte im Zeitraffer

    bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 18. Jul 2020 

    Bovec 1919, ein kleiner Ort in Slowenien, ein Ort, der auch einen deutschen und einen italienischen Namen trägt. Die Welt ist im Wandel. Die Wunden, die der erste Weltkrieg dem Ort und seinen Bewohnern zugefügt hat, sind lange noch nicht verheilt. Die junge Zora Ostan trifft dort auf den jungen Arzt und Sanitätsoffizier Pietro del Buono. Die beiden werden ein Paar, heiraten, ziehen nach Bari, die Heimatstadt Pietros. Während Pietro als Professor der Radiologie Erfolg hat, zieht Zora drei Söhne auf. In der Ära Mussolino treten sie in den Widerstand gegen Duce. Die del Buonos sind überzeugte Kommunisten, Zora glühende Verehrerin von Josip Broz, besser bekannt als Marschall Tito.

    „Vergiss nicht, du trägst ihren Namen“ – So beginnt der Roman „Die Marschallin“, den Zora del Buono über das Leben ihrer Großmutter geschrieben hat. Geschichte schreiben meistens die Gewinner, oder in diesem die Fall die Nachkommen. So mag es sein, dass die Beschreibung der Zora del Buono (der Protagonistin) nicht besonders positiv gefärbt ist, von den Geschichten die von deren ungeliebten Schwiegertöchter kolportiert wurden. Zora war eine schwierige Frau in schwierigen Zeiten. Eine Frau mit vielen Eigenschaften, temperamentvoll, herrisch, kategorisch, ichbezogen. Sie führte ein eisernes Regiment in ihrem großbürgerlichen Haushalt. Wie sie ihren bourgeoisen Lebensstil mit ihrer kommunistischen Agitation vereinbaren konnte, ist selbst ihren Kindern ein Rätsel.
    „Meine Mutter sagt immer, sie könne ohne Dienstmädchen leben. Aber das stimmt überhaupt nicht. Wen würde sie sonst herumkommandieren? Sie liebt es, Leute zu kommandieren.“
    Es ist eine sehr männliche Welt, in der Zora bestehen muss. Ein Ehemann, ein Schwiegervater, vier Brüder, drei Söhne. Ein Stück weit kann ich verstehen, dass Zora sich auf ihre Weise behaupten will.
    „Wäre sie ein Mann gewesen, sie wäre Major geworden, eher noch Marschall, vielleicht sogar Staatspräsident.“
    Zora del Buono (die Autorin) umreißt in ihrem biografischen Roman episodenhaft eine Zeitspanne von 1919 bis 1980, von der Ende des ersten Weltkrieges, den grausamen Nachwirkungen der Karfreitschlacht am Isonzo über den Aufstieg und Fall Mussolinis bis zum Tod des jugoslawischen Diktators Tito. Mehr als ein halbes Jahrhundert (süd)europäische Zeitgeschichte. Sämtliche Ereignisse sausen wie im Zeitraffer vorbei. Die letzten 30 Jahre werden in einem Prolog zusammengefasst. Obwohl die Geschichte linear erzählt wird bleiben oft jahrelange Lücken. Personen erscheinen aus dem Nirgendwo und gehen wieder ab. Das Namensverzeichnis am Anfang ist überlesensnotwendig, um dem Geflecht an Personal folgen zu können. So aber entsteht weder Sympathie oder gar eine Bindung zu der eigenwilligen Protagonistin.
    Zora del Buono, die Gute, die rote, die heilige Zora. Zora der Fels. Diese Frau ließ sich nicht greifen, die Geschichte konnte mich nicht ergreifen.

  1. Eine eigenwillige Frau

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 17. Jul 2020 

    "Die Marschallin" von Zora del Buono ist leider wieder ein Buch, welches mich nicht so recht berühren konnte. Das finde ich nicht wirklich toll! Hatte ich mir hier doch sehr viel mehr versprochen, mich richtig darauf gefreut, denn recht starke und eigenwillige weibliche Charaktere faszinieren mich eigentlich. Leider erzeugt die Autorin Zora del Buono so gar keine Faszination bei mir. Durch ein recht episodenhaftes und distanziertes Beschreiben der Familie del Buono erreicht die Autorin bei mir keine Nähe zu den Charakteren und kaum ein empathisches Empfinden. Die Charaktere rauschen recht unscharf und irgendwie diffus und meistens auch etwas negativ an mir vorbei. Die recht eigenwillige Figur Zora del Buono wirkt trotz ihres recht hohen Bildungsgrades manchmal doch recht naiv und teilweise auch recht überheblich und auch grob. Aber gut, man sollte sich manchen politischen Entscheidungen und Sichten vielleicht etwas differenzierter annähern, dann fällt man vielleicht nicht ganz so auf die Nase. Aber differenziertes Denken hilft nicht nur in der Politik. Manchmal wirkt Zora del Buono fast schon etwas persönlichkeitsgestört. Das alles macht sie natürlich nicht zu einem gefeierten Charakter in meinen Augen. Und wirklich keiner des vorhandenen Personals schafft es in irgendeiner Weise zu mir durchzudringen, mich zu berühren und mich zu beeindrucken. Was mich verwundert. Sehr verwundert. Interessant ist der Aspekt, dass die Autorin und die Hauptfigur denselben Namen tragen, anscheinend war diese Zora del Buono eigenwillig und grob, aber auch nachhallend, zumindest in ihrer Familie. Das einzige Positive an diesem Buch waren in meinen Augen die geschilderten historischen Begebenheiten, von 1919 bis 1980 beschreibt Zora del Buono in ihrem Buch "Die Marschallin" Geschehnisse aus Slowenien, Italien und dem restlichen Jugoslawien. Die Thematik knüpft an bisher von mir gelesene Bücher perfekt an, kommt doch die Komintern wieder vor und auch die Beziehungen zwischen Jugoslawiens Tito und Russlands Stalin werden beleuchtet. Historisch ist dieses Buch wirklich interessant, aber das Personal des Buches hat mich leider nicht packen und auch nicht überzeugen können. Da ist viel Luft nach oben! Schade!