Die Luna-Chroniken, Band 1: Wie Monde so silbern

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Luna-Chroniken, Band 1: Wie Monde so silbern' von Marissa Meyer
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die Prinz Kai unbedingt heiraten will?
Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie in dem großen Ball, auf dem Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh …

Format:Kindle Edition
Seiten:398
Verlag: Carlsen
EAN:

Rezensionen zu "Die Luna-Chroniken, Band 1: Wie Monde so silbern"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 04. Mär 2015 

    Märchen trifft Science Fiction

    Das Buch ist eine moderne Neuinterpretation des Märchens "Aschenputtel", auch bekannt als "Cinderella" - aber wer jetzt singende Disney-Prinzesschen vor seinem inneren Auge sieht, sollte diesen Gedanken ganz schnell wieder aus seinem Kopf verbannen!

    Denn Cinder ist eine taffe, entschlossene Heldin, die so gar nicht in die bekannten Märchenklischees passen will. Als Kind hat sie furchtbare Verletzungen überlebt, und seitdem ist sie ein Cyborg und damit in ihrer Welt so ziemlich der letzte Abschaum. Aber sie ist auch die beste Mechanikerin des Königreichs und eine intelligente, mutige junge Frau, die sich so einfach nicht unterkriegen lässt. Mir hat sie richtig gut gefallen, eine Heldin ganz nach meinem Geschmack!

    Auch die anderen Charaktere fand ich wunderbar geschrieben, allen voran natürlich Prinz Kai, der eines Tages an Cinders Stand auf dem Markt auftaucht, um einen Androiden bei ihr reparieren zu lassen. Er kam mir einerseits sehr jung und fast schon naiv vor, etwas unbeholfen und tapsig wie ein Welpe - ich fand richtig rührend, wie er um Cinders Aufmerksamkeit wirbt! Andererseits merkt man aber auch, dass aus ihm einmal ein großartiger König werden wird, und dass er mutig und selbstlos sein kann. An ihm gefiel mir besonders, dass er sich im Laufe des Buches deutlich weiterentwickelt.

    Die Romantik hält sich in diesem Buch eher zart und unaufdringlich im Hintergrund, aber ich fand sie sehr schön geschrieben.

    Den Schreibstil fand ich auch sonst wunderbar aussagekräftig, mit vielen bunten Details, so dass man sich das wimmelnde Leben in New Beijing problemlos bildlich vorstellen kann. Die Autorin baut immer wieder eine dichte, lebendige Atmosphäre auf, in die man richtig eintauchen kann. Auch eine Prise Humor fehlt nicht, so dass ich beim Lesen oft schmunzeln musste.

    Spannung erzeugt Marissa Meyer mühelos, so dass ich das Buch zwischendurch kaum weglegen konnte! Da schlug mal wieder dieser Fluch zu, den jeder begeisterte Vielleser kennt: der "Nur noch ein Kapitel!"-Fluch, der dazu führt, dass man morgens, wenn der Wecker klingelt, noch völlig verschlafen und benommen ist...

    Aber der allergrößte Pluspunkt des Buches ist seine ungeheure Originalität. "Wie Monde so silbern" ist nicht nur einfach "Aschenputtel mit Cyborgs", sondern etwas ganz Eigenes, Kreatives, bisher gänzlich Unbekanntes - und dennoch kann man die Grundessenz des Märchens noch zwischen den Zeilen spüren.

    Fazit:
    Märchen trifft Science Fiction - was für eine Mischung! Das Ergebnis ist in meinen Augen wahrscheinlich die einfallsreichste Märchenneuerzählung, die ich je gelesen habe, mit starken Charakteren, die Marissa Meyer mit einem wunderbaren Schreibstil gekonnt zum Leben erweckt.

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 28. Okt 2014 

    Solider Einstieg in die Luna-Chroniken

    Klappentext:

    Cinder lebt bei ihrer Stiefmutter und ihren zwei Stiefschwestern, arbeitet als Mechanikerin und versucht gegen alle Widerstände, sich nicht unterkriegen zu lassen. Als eines Tages in unauffälliger Kleidung niemand anderes als Prinz Kai an ihrem Marktstand auftaucht, wirft das unzählige Fragen auf: Warum braucht der Prinz ihre Hilfe? Und was hat es mit dem plötzlichen Besuch der Königin von Luna auf sich, die Prinz Kai unbedingt heiraten will? Die Ereignisse überschlagen sich, bis sie in dem großen Ball, auf dem Cinder sich einschmuggelt, ihren Höhepunkt finden. Und diesmal wird Cinder mehr verlieren als nur ihren Schuh …

    Inhalt:

    Die junge Cinder lebt und arbeitet als Mechanikerin in Neu-Peking, einer nach dem vierten Weltkrieg neu errichtet Stadt. Eines Tages kommt ein unauffällig gekleideter Junge in ihre Werkstadt.–Es ist Prinz Kai! Was möchte er ausgerechnet von ihr, einer einfachen Mechanikerin?
    Doch plötzlich muss sich Cinder über ganz andere Dinge den Kopf zerbrechen, denn eine Tragödie erschüttert das ganze Land. Die blaue Pest, auch Letumose genannt, bricht erneut aus und es gibt kein Heilmittel gegen die Krankheit, die schon so viele Menschen das Leben gekostet hat und noch viele weitere kosten wird. Auch Kaiser Rikan, Kais Vater, hat sich mit der Blauen Pest infiziert und befindet sich bereits im dritten Letumose-Stadium.
    Die Forschungen nach einem Heilmittel laufen auf Hochtouren und aus diesem Grund werden immer wieder Cyborgs zu Forschungszwecken einberufen. Keines der Versuchskaninchen ist je zurückgekehrt. Cinder bekommt es mit der Angst zu tun, denn auch sie ist ein Cyborg.–Mensch und Maschine in einem Körper vereint. Sie könnte die nächste sein, die einberufen wird.
    Zu allem Überfluss verliert Cinder auch noch die einzige Person in der Familie, die ihr wichtig ist und immer zu ihr gehalten hat. Von Wut und Trauer gesteuert, wird Cinder von ihrer Stiefmutter Adri als Testobjekt der Letumoseforschung gemeldet; und was sie dort erfährt, hätte sie nie auch nur ansatzweise für möglich gehalten...

    Meine Meinung:

    Nachdem ich so viele positive Rezensionen auf anderen Blogs gelesen habe, dachte ich mir, ich müsse dieses Buch auch unbedingt einmal lesen. Mainstream sozusagen. ☺Und so habe ich es mir gekauft.

    Konnte mich sehr schnell in die Geschichte des Buches hineinversetzten, auch wenn ich etwas Zeit gebraucht habe um zu verstehen, was Cinder überhaupt ist. Nach ein paar Kapiteln hatte ich es dann aber auch verstanden und das Lesen hat noch mehr Spaß gemacht!

    Den Schreibstil Meyers mochte ich wirklich sehr. Sie schreibt so, dass man als Leser flüssig und schnell weiterlesen kann und auch weiterlesen will. Sie vermittelt die Gefühle der Figuren sehr gut an den Leser. Die Atmosphäre, wie auch die Charaktere wirken sehr authentisch.
    Das Buch war meiner Meinung nach total fesselnd und ich konnte es nicht weglegen. Man hatte ständig den Drang zu erfahren was noch passiert. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch in 3 Tagen gelesen (was mir schon sehr viel erscheint, wenn man beachtet, wie ich das hier bis jetzt alles lobe ☺).

    Cinder ist eigentlich ein ganz normales Mädchen...Na ja...eigentlich! Denn sie ist ein Cyborg, also ein Mensch mit maschinellen Teilen. Diese Behandlung wird beispielsweise nach schweren Unfällen durchgeführt, wenn Körperteile komplett oder irreversibel beschädigt wurden. Cinder jedoch tut sich, wie viele anderen auch, sehr schwer mit ihrem Cyborg–Dasein, da sie von den 'normalen' Menschen nicht wertgeschätzt werden. So wird auch Cinder von ihrer Stiefmutter, die eigentlich nur ihr Vormund ist, behandelt. Nichtsdestotrotz ist Cinder sehr selbstbewusst, was sie immer wieder zeigt, wenn sie Adri die Stirn bietet. Sie schmiedet Pläne, wie sie für immer von ihrer Stiefmutter abhauen kann; alles fügt sich und es scheint perfekt, doch plötzlich häufen sich die Schicksalsschläge, die auch Cinder prägen werden, und durch welche sie ihren Plan noch einmal überdenken muss...

    Prinz Kai, der Thronfolger, ist der Sohn des Kaisers. Sein Leben müsste doch eigentlich toll sein oder? So als Thronfolger...Doch auch sein Leben ist momentan alles andere als perfekt. Seine Lehrandoridin ist kaputt.–Eine Androidin mit wichtigen (!) Informationen. Das größere Übel ist jedoch sein Vater, der ebenfalls an Letumose erkrankt und sich bereits sich im drittem Stadium der tödlichen Krankheit befindet. Wie es der Zufall (na ja...ok. Kai ist absichtlich zur besten Mechanikerin der Stadt gegangen) so will treffen sich Cinder und Kai. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Cinder wehrt sich gegen ihre Gefühle...

    Königin Levana ist die Königin Lunas. Sie ist, da sie auf Luna lebt, eine Lunarierin. Alle Lunarier besitzen die Fähigkeit die elektromagnetischen Wellen im Gehirn zu verändern und anderen Menschen so ihren Willen aufdrängen und ihr Aussehen verändern können. Auch die eitle, egoistische und hinterhältige Levana trifft im Laufe der Geschichte auf der Erde ein und hat gewiss keine guten Absichten...

    Alles in allem mochte ich die Charaktere sehr gerne. Ich konnte mich gut in diese hineinversetzen und ihre Entscheidungen nachvollziehen.
    Das Buch wurde zum Großteil aus Cinders Sicht geschrieben, wobei wir manche Kapitel auch aus Kais, andere wiederum aus Dr. Erlands (wer diesen Doktor näher kennenlernen will, muss das Buch wohl lesen ☺) Perspektive erfahren.

    Wenn man das Buch unter dem Aspekt der Aschenputtel-Geschichte betrachtet, so werden einem viele Parallelen auffallen. Beispielsweise die böse Stiefmutter, die böse Stiefschwester, der Prinz, und vieles mehr...Das also hat die Autorin gut hinbekommen.

    Ein wesentlicher Aspekt am Ende des Buches hat mir jedoch den Wind aus den Segel genommen, wie man so schön sagt. Und warum?–Weil ebendieser Aspekt sehr entscheidend war und meiner Meinung nach schon früh erkennbar. Schade. Wenn das anders gewesen wäre, so hätte das Buch die volle 'Punktzahl' von mir erhalten.

    Zitate:

    »Er [Prinz Kai] war der Traum aller Mädchen im Land. Er war so weit außerhalb ihrer Reichweite, lebte in einer so anderen Welt, dass sie in der Sekunde, in der sich die Tür zwischen ihnen schloss, aufgehört haben sollte, an ihn zu denken. Also jetzt. Und sie sollte nie wieder an ihn denken, außer vielleicht als an ihren Kunden – und ihren Prinzen.
    Aber die Erinnerung an seine Hand auf ihrer Haut ließ sich nicht unterdrücken.«
    Seite 127/128

    »Asche und Tod, das Blut, das ist rot.«
    Seite 262 [Auszug eines Kinderliedes]

    Cover:

    Ich finde das Cover wunderschön! Gleich auf den ersten Blick erkennt man, dass das Buch etwas mit Aschenputtel zu tun hat, was man an der Schuhen, die auf dem Umschlag abgebildet sind, erkennt. Was dem ganzen noch das i-Tüpfelchen verleiht sind die Schuhe, die ich eben bereits angesprochen habe; denn diese sind nicht weiß, wie sie auf der Abbildung hier erscheinen, sonder silbern.

    Fazit:

    Meyers Schreibstil, die unterschiedlichen, glaubwürdigen Charaktere und eine mitreißende Handlung fesselten mich Seite für Seite an das Buch. Wäre nicht ein wesentlicher Aspekt gegen Ende der Geschichte so offensichtlich gewesen, hätte Wie Monde so silbern glatte 5 Herzen bekommen. So bekommt es dann doch 'nur' gute 4 von 5 Herzen. Wer also eine neue, spannende Adaption der Cinderella–Geschichte erleben möchte, für den ist dieses Buch genau das richtige!