Die Leute von Privilege Hill: Erzählungen

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Leute von Privilege Hill: Erzählungen' von Jane Gardam
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Erzählungen
Gebundenes Buch
Dass Jane Gardam hinreißende Romane schreibt, ist bekannt. Nun ist ein weiterer Schatz zu heben: Gardams Erzählungen, für die sie berühmt ist und mit Alice Munro und Katherine Mansfield verglichen wird. Hetty, die Familienmutter, die bei der Begegnung mit ihrem ehemaligen Liebhaber in einen somnambulen Zustand gerät. Annie, die Schriftstellerin, die sich gegen Neugier und Gier entscheidet und ein Geheimnis dem Meer übergibt. Der verstummte chinesische Junge, der in England einen vom Himmel gestürzten Schwan rettet und plötzlich zur Sprache zurückfindet. Sie alle berühren uns und entwickeln ein Eigenleben, das über die Geschichten hinausgeht - in jeder dieser Erzählungen steckt die Verheißung eines Romans.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:352
Verlag: Hanser Berlin
EAN:9783446256811

Rezensionen zu "Die Leute von Privilege Hill: Erzählungen"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 20. Feb 2018 

    Jede Geschichte ein Juwel

    Nachdem Jane Gardam mit ihren Romane um Old Filth auch bei uns bekannt wurde, gibt es nun auch einen Band mit Erzählungen.
    Hat sie schon mit den Romanen gezeigt, wie dicht und prägnant sie erzählen kann, wird dies in den Kurzgeschichten noch deutlicher. Es gelingt ihr mit einem Nebensatz aus einer Figur einen Menschen zu machen und mit einigen Worten eine Landschaft oder Atmosphäre lebendig zu werden.
    Ich finde alle Erzählungen die in diesem Band gesammelt sind, sehr gut, aber einige sind geradezu exzellent. Vor allem hat mir die Geschichte um Hetty gefallen, die in den Ferien ihrer alten großen Liebe wiederbegegnet, oder auch die Geschichte des verstummten chinesischen Jungen, der einen Schwan rettet und zum ersten Mal spricht. Oder die feinen alten Damen, die ihres verstorbenen Kindermädchens gedenken, aber nicht einmal 75 Shilling aufbringen wollen, um eine Annonce zu schalten. Selten ist Überheblichkeit und englischer Standesdünkel eleganter und schwärzer in Szene gesetzt worden. Alle Geschichten sind von einer leisen Melancholie durchzogen und gleichzeitig gewürzt durch den feinen Spott, auf den sich Gardam so gut versteht.
    Auch dieses Buch wurde von der Schriftstellerin Isabell Bogdan ins Deutsche übersetzt und wie ich finde, wieder sehr gelungen.