Die Laune eines Augenblicks: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Laune eines Augenblicks: Roman' von Andrea De Carlo
NAN
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Manche Menschen müssen erst auf den Kopf fallen, um wieder klar denken zu können. Luca zumindest sieht seine Welt nach einem Sturz vom Pferd plötzlich mit neuen Augen: "Ich stand auf der welligen Wiese, zerschlagen und von Übelkeit zermürbt und wusste ohne den leisesten Zweifel, dass mein Leben keineswegs so war, wie ich es wollte." Äußerlich hat Luca nur ein paar Prellungen und blaue Flecken abbekommen, innerlich ist seine Welt in Stücke zerbrochen.

Wie es der Zufall so will, liest ihn just in diesem haltlosen Moment eine Frau vom Straßengraben auf, die so ganz anders ist als Lucas durchorganisierte, effektive Freundin Anna. Alberta ist für Luca der Anstoß, Anna zu verlassen und sich auf die Suche nach dem Glück zu machen: Danach, "so zu sein, wie man möchte, mit wem man möchte und wo man möchte". Bei Albertas Schwester Maria Chiara scheint er am Ziel seiner Träume zu sein.

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Laune eines Augenblicks, der neue Roman des italienischen Kultautoren Andrea De Carlo, erreicht nicht die erzählerische Stärke seiner Vorgänger wie Creamtrain oder Zwei von zwei. Während De Carlo die Frauen Alberta und Maria Chiara spannend inszeniert, ihre Geheimnisse nur zögernd und nie ganz lüftet, wälzt er das Innenleben des etwas larmoyanten Luca so detailliert aus, dass die Grenze zur Langeweile mitunter überschritten wird. Glücklicherweise finden sich daneben immer wieder sprachliche Perlen und elegante Bilder, die den Leser wieder mit dem Selbstfindungsroman versöhnen werden. Männer in der Midlifecrisis scheinen eben zu Nabelschau und Redseligkeit zu neigen. --Beate Strobel

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:265
Verlag: Piper
EAN:9783492042727