Die Insel der besonderen Kinder: Roman

Rezensionen zu "Die Insel der besonderen Kinder: Roman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 18. Feb 2019 

    Coerlvolk, Syndrigasts, Ymbrynes, Hollowgasts(Hollows) und Wigth

    Bei diesem Buch von Ransom Riggs haben wir es mit einem sehr interessanten Fantasykonstrukt mit einem deutlichen Suchtpotenzial zu tun. Die Sprache ist einfach gehalten, aber die Geschichte hat es in sich, hebt sich deutlich vom Fantasyeinerlei ab. Mir hat das Lesen viel Spaß bereitet und ich kann dieses Buch wirklich empfehlen und werde gleich mit Teil 2(Die Stadt der besonderen Kinder) weitermachen.

    Kommen wir zum äußeren Erscheinungsbild des Buches, welches mir als einfach wunderschön erscheint. Die immer wieder zu erblickenden Fotos in Schwarzweiß-Optik sind eine wunderbare Idee und untermalen das Geschriebene in einer perfekten Art und Weise. Der geschmackvolle Druck auf dem Vorsatz und zu den verschiedenen Kapiteln erinnert an antiquarische Bücher. Ebenso wie die Gestaltung der Geschichte etwas an ältere Bücher erinnern lässt. Insgesamt haben wir hier ein bewundernswertes Buch in den Händen, welches mir schon in der Gestaltung sehr gefallen hat und in dieser deutlich aus der Masse heraussticht und für Bibliophile fast ein Muss ist.

    Nun zur Geschichte: Jacob Portman hat eine besondere und tiefe Beziehung zu seinem Großvater, in der Kindheit von Jacob spinnt er mit seinem Großvater mysteriöse Geschichten. Jahre später, als Jacob 15 Jahre alt ist, stirbt sein Großvater unter eigenartigen Umständen in den Armen von Jacob, nachdem der Großvater vorher versucht hat, seine Familie vor etwas Ungeheurem warnen, aber niemand, auch Jacob nicht, glaubt ihm. Nun macht sich Jacob Vorwürfe, auch er hat etwas Eigenwilliges gesehen, aber auch ihm wird nicht geglaubt. Jacob begibt sich auf die Suche, auf die Suche nach Hinweisen und schlussendlich auf eine Reise, eine Reise zu der Insel der besonderen Kinder. Und er muss subtil vorgehen, vorsichtig sein, niemand darf wissen, was er eigentlich sucht. Und vieles von dem Mysteriösen aus und um die Geschichten seines Großvaters wird Wirklichkeit.

    Wunderbar erzählt ist dieses Buch und deswegen meine Empfehlung: Unbedingt Lesen!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 28. Feb 2015 

    Vom Foto zum Buch...

    Manche Großeltern lesen ihren Enkeln Märchen vor. Was Jacob von seinem Opa hörte, war etwas ganz anderes: Abraham erzählte ihm von einer Insel, auf der abenteuerlustige Kinder mit besonderen Fähigkeiten leben, und von Monstern, die auf der Suche nach ihnen sind …
    Erst Jahre später, als sein Großvater unter mysteriösen Umständen stirbt, erinnert Jacob sich wieder an die Schauergeschichten und entdeckt Hinweise darauf, dass es die Insel wirklich gibt. Er macht sich auf die Suche nach ihr und findet sich in einer Welt wieder, in der die Zeit stillsteht und er die ungewöhnlichsten Freundschaften schließt, die man sich vorstellen kann. Doch auch die Ungeheuer sind höchst real – und sie sind ihm gefolgt …

    Gerade als ich mich an den Gedanken zu gewöhnen begann, dass dieses Leben keine großen Abenteuer für mich bereithalten würde, geschah etwas Seltsames. Es war das erste einer Reihe von Ereignissen, und es versetzte mir einen furchtbaren Schock. So wie alles, was einen für immer verändert, teilte es mein Leben in zwei Hälften: vorher und nachher. Und wie bei so vielen der außergewöhnlichen Dinge, die sich noch ereignen würden, war mein Großvater, Abraham Portman, darin verwickelt.

    Jacob ist ein ganz normaler 16Jähriger, Sohn gutsituierter Eltern, die wenig Zeit für ihn haben, ihm jedoch ein angenehmes Leben ermöglichen. Ein enges Band verband ihn immer schon mit seinem Großvater, der ihm als kleinem Kind ganz außergewöhnliche Geschichten erzählte. Von einer Insel, auf der er während des Zweiten Weltkrieges für einige Zeit gelebt hat, von besonderen Kindern, von Monstern. Doch ähnlich wie bei den Geschichten vom Weihnachtsmann schwand Jacobs Glaube an die Schilderungen seines Großvaters mit zunehmendem Alter, bis dieser aufhörte sie zu erzählen.

    Während Jacob seinen Großvater immer als stark und zuversichtlich erlebt hat, mehren sich in letzter Zeit Verwirrtheit und Angstzustände. Seine Eltern deuten dies als Anzeichen zunehmender Demenz, und Jacob hat Sorge, dass sie seinen Großvater in ein Altersheim stecken wollen.
    Eines Tages fährt Jacob wie so oft in letzter Zeit zum Haus seines Großvaters, um ihn nach einem panikartigen Anruf wieder einmal zu beruhigen. Doch er findet ihn im Garten. Tot. Ermordet unter mysteriösen Umständen. Und in den Sträuchern neben dem Toten meint Jacob, eine Gestalt zu erkennen. Eine Gestalt, die ihm das Blut in den Adern gefrieren lässt...

    Finde den Vogel. In der Schleife. Auf der anderen Seite vom Grab des alten Mannes. 3. Septmeber 1940.

    Verwirrt ist Jacob nach dem Tod seines Großvaters, voller Ängste und Zweifel. Auch der Psychiater kann ihm nicht wirklich helfen, doch er unterstützt ihn in seiner Idee, nach der Insel zu suchen, auf der sein Großvater während des Zweiten Weltkrieges gelebt hat.
    Seine Eltern sind anfangs nicht begeistert von der Idee, doch endlich begleitet ihn sein Vater auf diese Insel. Und dort macht Jacob schließlich eine Entdeckung, die er sich in keiner Weise hat vorstellen können...

    Was für ein Buch! Ransom Riggs gelingt es, eine fantastische Geschichte vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges spielen zu lassen, die das Grauen jener Zeit in eine originielle Schauergeschichte übersetzt.
    Der fließende und packende Schreibstil lässt den Leser aus der Ich-Perspektive von Jacob an der Entwicklung der Geschichte teilhaben. Nicht zu fantastisch oder zu gruselig, sondern immer auch in der Realität verankert, spielt der Roman nichtsdestotrotz mit Möglichkeiten. Spannend und fasziniert zu verfolgen, angenehm zu lesen - und mit verstärktem Gruselfaktor durch die zahlreichen eingebundenen Fotos, die der Erzählung mehr Authentizität verleihen, als es die Geschichte alleine könnte.

    Nach der Inspiration zu seinem Buch befragt, antwortete Riggs:
    Die Insel der besonderen Kinder ist mein erstes Buch; mein Hobby, alte Fotos zu sammeln, hat mich dazu inspiriert. Ich habe immer wieder alte, gruslig aussehende Kinderfotos gefunden. Das habe ich meinem Verleger von "Quirk Books" erzählt, mit dem ich das Sachbuch The Sherlock Holmes Handbook gemacht habe, und erwähnt, dass man daraus ein tolles Halloween-Buch oder ähnliches gestalten könnte – vielleicht begleitet von Gedichten von Edward Gorey. Er sagte: “Warum machst Du daraus keinen Roman?” Ich war von der Idee sofort begeistert. So entstand die Idee für diesen Roman also durch die Fotos – und natürlich durch viele tausend andere meiner zahlreichen Interessensgebiete, wie zum Beispiel abgeschiedene Inseln und Sümpfe, verlassene Häuser und die unterschwelligen Merkwürdigkeiten des Ortes in Florida, wo ich aufgewachsen bin.

    Somit kam Riggs also vom Foto zum Buch. Wenn man Riggs Glauben schenken darf, sind diese Fotos nicht verfälscht, sondern stammen von Sammlern originaler skurriler alter Bilder. In jedem Fall steigern diese Fotos den Gruselfaktor erheblich, denn man hat beim Betrachten plötzlich das Gefühl, es könnte wahr sein, was man da liest...

    Ein Jugendbuch mit überwiegend sympathischen Charakteren, fantastisch-gruselig, mit einer originellen Idee und einer gelungenen Umsetzung, einfach ein Lesespaß. Und in diesem Fall glücklicherweise der erste Band einer Reihe, deren Fortsetzung gerade erst erschienen ist.

    Empfehlenswert!

    © Parden

    Die Reihe um die 'besonderen Kinder' umfasst bisher folgende Bände:

    1. Die Insel der besonderen Kinder
    2. Die Stadt der besonderen Kinder

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Feb 2015 

    Gruselig, atmosphärisch, umwerfend originell

    "Die Insel der besonderen Kinder" ist ohne Zweifel eines der originellsten Bücher, die ich je gelesen habe! Alleine schon deswegen, weil der Autor seine absonderliche, prickelnd-gruselige Geschichte rund um authentische alte Fotographien webt. Jedes der außergewöhnlichen Fotos kommt in der Geschichte vor, und die abgebildeten Menschen werden zu ihren Helden - oder Schurken.

    Fotos und Geschichte gehen meiner Meinung nach eine ganz wunderbare Symbiose ein, denn das eine wäre ohne das andere nicht halb so wirkungsvoll. Womit ich nicht sagen will, dass die Geschichte an sich nicht lohnend ist - denn das ist sie! Sie bietet sogar ein wahres Feuerwerk an grandiosen, originellen Ideen, und ich war schon nach wenigen Seiten mittendrin und wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

    Ich will gar nicht so viel über das Buch verraten, denn ich glaube, am besten liest man es völlig unvoreingenommen und lässt sich von den vielen unerwarteten Wendungen überraschen. Deswegen nur so viel:

    Es ist spannend. Es ist unglaublich spannend, und mit jedem Kapitel lernt man mehr über die ganz besondere Welt, die der Autor erschaffen hat und offensichtlich mit viel Liebe zum Detail durchdacht hat.

    Die Charaktere sind allesamt ungewöhnlich, außergewöhnlich und komplex. Eben in der Tat "besonders"! Besonders Jacob, der uns die Geschichte erzählt, war mir sehr sympathisch, und ich wusste seinen trockenen Humor sehr zu schätzen. Er ist mutig, clever und entschlossen, und doch glaubhaft und lebensecht.

    Auch der Schreibstil hat mich richtig begeistert, denn er ist intelligent, bildgewaltig, evokativ, poetisch, märchenhaft... Er entfaltet, ganz ohne billige Effekthascherei, eine richtige Sogwirkung, der ich mich nicht entziehen konnte und auch nicht entziehen wollte.

    Fazit:
    Das Buch enthält eine Vielzahl an authentischen Vintage-Fotographien, die die merkwürdigsten Dinge zeigen - der Autor erzählt eine ebenso merkwürdige Geschichte, in der all dieses Fotographien vorkommen. Und das fand ich großartig, denn es ist schwindelerregend originell und auch noch wunderbar geschrieben.