Die Gefahr im Kopf: Todgeweihte schreiben anders

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Gefahr im Kopf: Todgeweihte schreiben anders' von Jan Bergrath
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Gefahr im Kopf: Todgeweihte schreiben anders"

Diskussionen zu "Die Gefahr im Kopf: Todgeweihte schreiben anders"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:235
EAN:9783941200968

Rezensionen zu "Die Gefahr im Kopf: Todgeweihte schreiben anders"

  1. Wie eine schwere Erkrankung das Leben umkrempelt

    Der Journalist Jan Bergrath fotografiert in einem Gewerbegebiet zwei osteuropäische LKW Fahrer die sich betrunken eine heftige Schlägerei liefern. Plötzlich kann er seinen rechten Arm kaum noch bewegen. In der Onkologie der Uniklinik Köln stellen die Ärzte fest das Bergrath an Lymphdrüsenkrebs erkrankt ist. Es wird eine langfristige Chemotherapie in die Wege geleitet aber trotzdem recherchiert er über das Sozialdumping an LKW Fahrern aus den Drittstaaten weiter.

    Der Schreibstil ist leicht, bildhaft und zügig zu lesen. Die Protagonisten sind authentisch dargestellt und die Spannung erhöht sich während des lesens.

    Fazit: Dieser autofiktionaler Roman fängt im Frühjahr an. Die Story wird aus der Sichtweise von Jan Bergrath erzählt und spielt sich in Köln ab. Die medizinische Fachausdrücke sind sehr detailliert beschrieben sowie die Chemotherapien mit all ihren Nebenwirkungen und Fortschritten. Mich persönlich beeindruckte auch der medizinische Ablauf den der Autor in aller Ausführlichkeit beschreibt. Allerdings könnte der Leser, so wie ich, manchmal dann doch mit den verschiedenen Fachausdrücken etwas überfordert sein. Natürlich ist der Roman in seinem ganzen Ablauf dramatisch aber der Autor hat dennoch eine gewisse leichte Atmosphäre geschaffen. Die Story könnte ich zeitweise sogar als Krimi bezeichnen denn Jan Bergraths Recherchen über osteuropäische LKW Fahrer und deren widersprechenden europäischen Schutzvorschriften sind spannend zu lesen. Wobei dieser Teil des Buches und die Erkrankung sich meiner Ansicht nach in Waage halten. So wurden es für mich zwei Handlungsstränge zu lesen. Der Leser wird auf die beschwerliche Reise der Genesung des krebskranken Journalisten mitgenommen. Er lässt sich nicht unterkriegen und nimmt den Kampf gegen seine Krankheit auf. Die Devise in diesem Buch lautet: Sich nicht hängen und sich nicht unterkriegen lassen und immer das positive aus den medizinischen Behandlungen ziehen - aber dies ist einfacher gesagt als getan. Ich muss gestehen dass sich die Story zwischenzeitlich für mich persönlich dann doch das eine und andere mal etwas hinzog. Andererseits konnte ich mich gut in Jan Bergrath hineinversetzen. Dieser Roman hat mich gut unterhalten und war an sehr vielen Stellen sehr interessant zu lesen. Wer sich für Lymphdrüsenkrebs und seinem Verlauf, Untersuchungen und Therapien interessiert dem kann ich diesen autofiktionalen Roman empfehlen. Dieser komplexe Roman hat mich überzeugt und vergebe daher gerne vier Sterne.