Die Fünfzehnjährigen

Rezensionen zu "Die Fünfzehnjährigen"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 11. Mär 2019 

    Der Titel klingt vielleicht

    Der Titel klingt vielleicht nach leichter Unterhaltungsliteratur, aber ein bisschen mehr steckt schon dahinter.

    Klappentext
    Als ihre Mutter stirbt und der Vater immer öfter in den Pub geht, verlässt die träumerische Caithleen zusammen mit ihrer unverfrorenen Freundin Baba das irische Heimatdorf. Doch das Leben im katholischen Internat erweist sich als äußerst trostlos. Die Mädchen suchen den Eklat und finden sich schließlich in Dublin wieder. Cait verstrickt sich in die Beziehung zu einem älteren, undurchsichtigen Mann, und auch Babs Glück ist flüchtig.

    Die Fünfzehnjährigen war das Debüt der Schriftstellerin Edna O'Brien und spielt im Irland der fünfziger Jahre. Caithleens Mutter stirbt und ihr Vater trinkt immer mehr. So kommt sie mit ihrer Freundin Baba (die die Bezeichnung Freundin eigentlich nicht verdient, so gemein, wie sie sich Caithleen gegenüber oft verhält) in ein katholisches Internat. Laut dem Klappentext suchen die Mädchen den Eklat, um von dort wegzukommen, doch eigentlich ist Baba die treibende Kraft.
    So kommen die beiden jungen Frauen nach Dublin, wo sie ihr Glück versuchen wollen. Caithleen findet Arbeit und schwärmt für einen verheirateten Mann. Baba findet zwar ihr Glück, aber ob das von Dauer ist?
    Caithleen ist hier die Icherzählerin. Sie erzählt zwar, wie sich den herrschenden Zwängen widersetzen, aber ihre Sprache ist sehr unbefangen, sodass man von der harten Realität, in der sie lebt, kaum etwas mitbekommt. Irgendwie hätte die Geschichte gut und gerne auch heute passieren können. Ganz anders wie bei "Die Asche meiner Mutter" von Frank MacCourt, der ja wirklich von Not und Elend schrieb. Sorry, bei irischen Geschichten denke ich immer an ihn und versuche zu vergleichen.

    Mal schaun, wie sich die Geschichte weiter entwickelt. Es folgen ja noch zwei Teile:
    Die Mädchen mit den grünen Augen
    Mädchen im Eheglück

    Was für ein Erstlingswerk. Diese Trilogie machte in Irland ein solchen Aufsehen, dass sie verboten und die Exemplare verbrannt wurden.