Die Frau, die zu sehr liebte: Roman nach einer wahren Geschichte

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Frau, die zu sehr liebte: Roman nach einer wahren Geschichte' von Hera Lind
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Frau, die zu sehr liebte: Roman nach einer wahren Geschichte"

Wenn Liebe blind macht, sind die Folgen lebenslänglich

Wie vom Blitz getroffen verliebt sich die dreifache Mutter und Arztfrau Linda in den äußerst charmanten Bankdirektor Frank. Nach heißen Liebesnächten und einem gemeinsamen Urlaub trifft sie den waghalsigen Entschluss, ihrem bisher eintönigen Leben noch einmal den entscheidenden Kick zu verleihen. Sie gibt alles auf, verliert Freunde, Familie und ihre finanzielle Sicherheit. Aber sie glaubt an die große Liebe. Doch was als perfektes Glück mit Patchworkfamilie im neuen Haus beginnt, wird mehr und mehr zu einem Albtraum, aus dem es kein Zurück mehr gibt ...

Autor:
Format:Kindle Edition
Seiten:400
Verlag: Diana Verlag
EAN:

Rezensionen zu "Die Frau, die zu sehr liebte: Roman nach einer wahren Geschichte"

  1. Das Leben schreibt die unglaublichsten Geschichten

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Nov 2018 

    Worum es geht
    Nach 20 Ehejahren verliebt sich die Arztgattin und dreifache Mutter Linda Albrecht mit Mitte vierzig Hals über Kopf in den charmanten Bankdirektor Frank Hellwein. Noch einmal möchte sie sich umworben und geliebt fühlen, nicht nur gebraucht wie in ihrer Ehe mit Jochen.
    Allen Ratschlägen zum Trotz verlässt Linda ihren Ehemann und gründet mit ihrer großen Liebe die perfekte Patchworkfamilie. Anfangs trägt Frank seine Linda auf Händen, und bietet ihr neben ihrem Leben als Familienmanagerin jeden erdenklichen Luxus. Er verwöhnt sie mit aufregenden Reisen, teurem Schmuck und chicer Kleidung.
    Doch bald beginnt die perfekte Fassade zu bröckeln. Frank gerät wegen Kleinigkeiten außer sich, und verlässt daraufhin oft fluchtartig das Haus. Es dauert lange, ehe Linda sich eingesteht, dass sie nicht die einzige Frau in Franks Leben ist. Dennoch verzeiht sie ihm immer wieder, gibt ihm schließlich sogar das Jawort, und gründet mit ihm eine gemeinsame Firma.
    Mit dieser Entscheidung gerät Laura in einen Albtraum, aus dem es kein Erwachen mehr gibt.

    Wie es mir gefallen hat
    Mit diesem Buch hat Hera Lind einen äußerst fesselnden Roman vorgelegt, der mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat.
    Sinn- und Lebenskrisen mit Mitte vierzig sind ja durchaus keine Seltenheit, weshalb ich Lindas Sehnsucht nach einem aufregenden Liebesabenteuer durchaus verstehen konnte. Charakterlich finde ich sie sehr gut dargestellt, als einst ungeliebtes Kind, als funktionierende Ehefrau und fürsorgliche Mutter, die schließlich blind vor Liebe komplett den Boden unter den Füßen verliert. Treu steht sie an seiner Seite, egal, was Frank ihr abverlangt, um die perfekte Familienidylle unter allen Umständen zu bewahren.
    Frank hingegen ist eine recht undurchsichtige Persönlichkeit. Seine freundliche und unkomplizierte Art weicht immer öfter grundlosen Wutausbrüchen, die Linda und die Kinder verständnislos zurücklassen. Natürlich könnte man ihr Naivität und Blauäugigkeit vorwerfen, ebenso verständlich ist aber auch ihr Bestreben, jeden Kratzer an der perfekten Fassade sofort wieder auszubügeln. Schließlich hat Linda mit der Trennung von Jochen viel riskiert, Familien und Freundschaften zerstört. Der triste Alltag darf nicht auch hier - wie in jeder x-beliebigen Beziehung - einfach die Oberhand gewinnen.
    Der charmante Frank findet seine Bestätigung nicht nur als erfolgreicher Banker, er ist auch sportlich sehr ehrgeizig, braucht gesellschaftliche Anerkennung und die Bewunderung des weiblichen Geschlechts. Und auch die Frau an seiner Seite muss in allen Belangen mit ihm mithalten können.
    Hera Lind hat dieses verzweifelte Bemühen ihrer Protagonistin sehr glaubwürdig beschrieben, das Verleugnen, die Selbstvorwürfe und das Eingestehen ihres Scheiterns.
    Wüsste ich nicht, dass der Roman auf einer wahren Begebenheit beruht, hätte ich das Ende als irreal bezeichnet, und die Fantasie der Autorin als allzu blühend abgetan.
    Anscheinend ist es aber doch das Leben selbst, das die unglaublichsten Geschichten schreibt. Letzten Endes gibt es auch nicht auf alle Fragen eine befriedigende Antwort, wie ich es mir bei Romanen immer wünsche.
    Der Autorin gebührt für ihr Buch meiner Meinung nach höchstes Lob. Dass sie mit viel Engagement und großem Einfühlungsvermögen geschrieben hat, ist aus jeder Zeile spürbar. Der Stil hat mir gut gefallen, er ist flüssig und so leicht lesbar, dass man sich von der Lektüre kaum trennen kann.
    Für diese interessante, spannend erzählte Geschichte gibt es von mir für alle LiebhaberInnen dieses Genres eine unbedingte Leseempfehlung und die volle Punktezahl.