Die Farbe von Milch: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Farbe von Milch: Roman' von Nell Leyshon
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:208
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453422544

Rezensionen zu "Die Farbe von Milch: Roman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 11. Feb 2019 

    Mein Name ist Mary

    Es sitzt eine junge Frau an einem Fenster und schreibt. Ist es ein Brief, ein Tagebuch? Man merkt wie schwer es ihr fällt, Worte zu finden. Erst seit kurzem kann sie lesen und schreiben. Man spürt, dass eine große Last auf ihr liegt. Die Schreiberin ist die fünfzehnjährige Mary. Wir schreiben das Jahre 1831. Mary berichtet von ihrem Leben, vom Aufwachsen auf einem kleinen Hof, von der schweren Arbeit, vom strengen, zornig brutalen Vater. Vom Großvater, der seine Beine nicht mehr gebrauchen kann, und für den sie ein großes Herz hat. Von den Schwestern, der Kuh, die sie in bitterer Kälte melken muss. Sie hat ein von Geburt an krummes Bein und ein loses Mundwerk. Eines Tages bringt sie der Vater zum Pfarrhaus, wo sie sich von nun an um die Kranke Frau des Pfarrers kümmern soll. Doch als diese verstirbt, nimmt ihr Leben eine neue dramatische Wendung.
    Es sind wirklich oft die schmalen Bücher, die eine so radikale Wirkung erzeugen. Wie dieses Buch. Die Farbe von Milch ist das Zeugnis eines kurzen harten Lebens. Mary ist als Frau völlig entrechtet, der Willkür zunächst des Vaters, dann des Pfarrers ausgesetzt. Es geht sehr tief ins Herz. Mary die keine Schule besuchen konnte, verfügt über so wahrhaftige Lebensweisheit. Sie nimmt sich kein Blatt vor den Mund, was sie sieht und fühlt, das spricht sie aus. Für ein bisschen Bildung muss das Mädchen einen sehr sehr hohen Preis zahlen.
    Die Farbe von Milch ist ein Buch, das mich so bald nicht loslassen wird. Ein ungemein eindrucksvolles Werk, das Nell Leyshon vorgelegt hat.