Die Falle: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Falle: Roman' von Melanie Raabe
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Sie stellt ihm eine Falle. Aber ist er wirklich ein Mörder?


Die bekannte Romanautorin Linda Conrads, 38, ist ihren Fans und der Presse ein Rätsel. Seit gut elf Jahren hat sie keinen Fuß mehr über die Schwelle ihrer Villa am Starnberger See gesetzt. Trotz ihrer Probleme ist Linda höchst erfolgreich. Dass sie darüber hinaus eine schreckliche Erinnerung aus der Vergangenheit quält, wissen nur wenige. Vor vielen Jahren hat Linda ihre jüngere Schwester Anna in einem Blutbad vorgefunden – und den Mörder flüchten sehen. Das Gesicht des Mörders verfolgt sie bis in ihre Träume. Deshalb ist es ein ungeheurer Schock für sie, als sie genau dieses Gesicht eines Tages über ihren Fernseher flimmern sieht. Grund genug für Linda, einen perfiden Plan zu schmieden - sie wird den vermeintlichen Mörder in eine Falle locken. Doch was ist damals in der Tatnacht tatsächlich passiert?


Format:Kindle Edition
Seiten:352
Verlag: btb Verlag
EAN:

Rezensionen zu "Die Falle: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Dez 2016 

    Das ist meine Welt

    Sie kann von ihren Büchern leben, die bekannte Autorin Linda Conrads. Doch ihre Welt ist eine ganz andere als man es vermuten würde. Lindas Schwester Anna wurde vor etwa zwölf Jahren umgebracht und der Mörder wurde nie gefunden. Nach dem Verbrechen hat sich Linda immer mehr zurückgezogen, seit Jahren hat sie das Haus nicht mehr verlassen. Zwar hat sie sich in ihrem Leben eingerichtet, doch sie spürt die Enge ihrer Welt. Zufällig sieht sie während einer Fernsehsendung das Gesicht, das sie seit Jahren verfolgt, das Gesicht des Mörders. Kann das wirklich sein? Wie lässt sich die Wahrheit herausfinden?

    Schon bei der ursprünglichen Mordermittlung hatte Linda das Gefühl, dass die eine Polizistin ihr nicht glaubte. Dass die Beamten nicht intensiv genug ermittelten. Kann sie sich also nun der Polizei mit ihrem Verdacht anvertrauen? Dem Kommissar, von dem sie nie wieder etwas gehört hat? Sie muss Beweise finden, sie muss eine fertige Lösung präsentieren. Sorgfältig schmiedet Linda einen Plan, wie sie den vermeintlichen Täter in die Falle locken will. Sie beginnt einen neuen Roman zu schreiben und dafür recherchiert sie intensiv. Recherchen, die sich nicht nur zum Erzählen von Geschichten nutzen lassen.

    Lange wurde über dieses Buch gesprochen und nach Lesen des Klappentextes war ich eigentlich zu dem Schluss gekommen, dass die Ausgangssituation nichts für mich ist. Nach einer ausgesprochen ansprechenden Vorstellung ihres neuen Buches durch Melanie Raabe, reifte der feste Entschluss, sich doch mit ihren Büchern zu befassen. Als mir nun im Jokers-Laden ein Exemplar von der „Falle“ vor die Augen kam, war es genau die Gelegenheit, auf die ich gewartet hatte.

    Nachdem die Einführung und die Erläuterung der Ausgangssituation mich noch nicht völlig überzeugten, geriet ich bei der Beschreibung einer Konfrontationstherapie das erste Mal außer Atem. Die Schilderung war so eindringlich, dass das Kopfkino anging und ein leichte Gänsehaut auf meinen Armen sichtbar wurde. Je länger ich las und in die Geschichte eintauchte, desto mehr war ich angetan von der Art der Schilderung. Geschickt spielt die Autorin mit der Phantasie der Leser, sie erzeugt Unsicherheit und Rätselraten. Ich selbst war lange unschlüssig, was in der Mordnacht tatsächlich geschehen sein könnte. Misstrauen wird gesät, Gedanken kommen auf, die ich ich selbst für unmöglich gehalten hätte. Ein toller und ausgesprochen packender Roman, in dem zwei Hauptpersonen sich nichts schenken. Psychospiele, die einen immer im Zweifel lassen, was wirklich ist und was Phantasie.
    4,5 Sterne