Die Ewigkeit ist ein guter Ort

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Ewigkeit ist ein guter Ort' von Tamar Noort
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2 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die Ewigkeit ist ein guter Ort"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:304
EAN:9783463000343

Rezensionen zu "Die Ewigkeit ist ein guter Ort"

  1. Sinnkrise

    Elke hat Theologie studiert. Sie kommt aus einem religiösen Elternhaus - ihr Vater ist Pastor einer kleinen Gemeinde. Er hofft, dass sie schon bald seine Kirche übernehmen wird, er sich zur Ruhe setzen kann. Doch Elke kann sich noch nicht entscheiden. Sie schiebt eine Zu- bzw. Absage vor sich her mit dem Argument noch etwas Zeit zu benötigen. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit als Seelsorgerin in einem Alten- und Pflegeheim bedeutet ihr viel. Doch eines Tages entfällt ihr ausgerechnet am Sterbebett einer alten Frau der viele tausendmal gesprochene Text des Vaterunsers. Undeutlich vor sich hinnuschelnd rettet sie sich aus dieser unangenehmen Situation. Panik erfasst sie, als sie erkennt, dass ihre Vergesslichkeit alle Texte mit Gottesbezug betrifft. Lange Gedichte und Liedtexte erinnert sie dagegen mühelos.
    Obwohl ich nicht religiös bin, hat mich die Thematik angesprochen. Ich wollte erfahren, welche Auslöser es für Elkes „Gottesdemenz“ gibt, wie sie mit ihrer Situation umgeht, welchen Weg sie einschlagen wird. Zu Beginn hat mir der leichtfüßige Text, der auch immer wieder Humor durchblitzen lässt, gut gefallen.
    Elkes Strategien im Umgang mit ihren Problemen haben mich nicht überzeugt. Allerdings halte ich es durchaus für möglich, dass Menschen sich so desorientiert hängen lassen, greifbare Unterstützung ablehnen, nicht gelernt haben über Probleme zu reden. Mein Schwierigkeit mit dem Roman gründet sich daher gar nicht so sehr auf den Inhalt, obwohl ich mir auch da mehr Tiefe erhofft hätte, sondern auf die literarische Umsetzung. Nach dem ersten Drittel plätscherte die Geschichte vor sich hin und Elkes Leben begann mich zu langweilen. Ich konnte ihre Verzweiflung nicht spüren. Die ungewöhnlichen Begegnungen, die Elke im Verlauf des Romans hat, hinterließen bei mir keine Resonanz. Zunehmend störte mich auch die sehr plakative Symbolik im Text. Wenn z.B. die Kirche durch einen Wasserschaden absinkt, Einsturz gefährdet ist, in Schieflage gerät, so ist mir der Bezug zu Elkes innerem Zustand zu gewollt.
    Leider reicht es daher nur für 2,5 Sterne.

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