Die Ermordung des Commendatore Band 1

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Ermordung des Commendatore Band 1' von Haruki Murakami
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Allein reist der namenlose Erzähler und Maler ziellos durch Japan. Schließlich zieht er sich in ein abgelegenes Haus, das einem berühmten Künstler gehört, zurück. Eines Tages erhält er ein äußerst lukratives Angebot. Er soll das Porträt eines reichen Mannes anfertigen. Nach einigem Zögern nimmt er an, und Wataru Menshiki sitzt ihm fortan Modell. Doch der Ich-Erzähler findet nicht zu seiner alten Fertigkeit zurück. Das, was Menshiki ausmacht, kann er nicht erfassen. Wer ist dieser Mann, dessen Bildnis er keine Tiefe verleihen kann?

Durch einen Zufall entdeckt der junge Maler auf dem Dachboden ein meisterhaftes Gemälde. Es trägt den Titel 'Die Ermordung des Commendatore'. Er ist wie besessen von dem Bild, mit dessen Auffinden zunehmend merkwürdige Dinge um ihn herum geschehen, so als würde sich eine andere Welt öffnen. Mit wem könnte er darüber reden? Da ist keiner außer Menshiki, den er kennt. Soll er sich ihm wirklich anvertrauen? Als er es tut, erkennt der Ich-Erzähler, dass Menshiki einen ungeahnten Einfluss auf sein Leben hat.

Die erste Auflage erhält einen blauen Farbschnitt!

Die deutsche Gesamtauflage aller Murakami-Bücher beträgt über 6 Millionen Exemplare

"Einer der genialsten Erzähler der Welt!" DENIS SCHECK

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
EAN:9783832198916

Rezensionen zu "Die Ermordung des Commendatore Band 1"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 12. Feb 2019 

    Eine Idee erscheint

    Ein namenloser Maler fährt ziellos durchs Land, als er von seiner Frau verlassen wurde. Er mietet von einem Freund ein Häuschen im Nirgendwo, um wieder zu sich kommen. Eigenartige Dinge gehen dort vor, nächtliches Glockengeläute, ein seltsames Bild, das ihn in seinen Bann zieht. Bis er eines Tages ein sehr gutes Angebot erhält, seinen entfernten Nachbarn zu porträtieren, obwohl der Maler gar keine Aufträge mehr annehmen wollte. Zwischen dem Maler und dem charismatischen und geheimnisvollen Menshiki entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft, eine seltsame Symbiose nahezu.

    Murakami überzeugt in Teil I wieder mit seiner unbändigen Erzählkunst und –freude. Seine ganz spezifische Art und Weise zu fabulieren zieht den geübten Murakami Leser sofort wieder in seinen Bann. Eigentlich ist Murakami zu lesen wie der Besuch eines alten Liebhabers. Auch wenn man sich schon länger nicht begegnet ist, sitzt jede Berührung, weiß man was bekommt und vermisst hat.

    Viele Motive sind bekannt, der Verlust eines geliebten Menschen, hier die Schwester des Malers, als er noch ein Kind war, der einsame Mann, auf der Suche nach seiner Bestimmung, die belanglosen Affären mit verheirateten Frauen, um keine enge Beziehung einzugehen, die Liebe zur Musik und Whiskey und natürlich auch die übersinnlichen Elemente, die jedoch so en passant passieren, dass sie einem ganz normal vorkommen im Murakamiunversum. Reale und fantastische Element werden geschickt verwoben, Altes mit Neuem verbunden, bildende Kunst mit Musik, mystische Geistergeschichten mit ganz banalem Schrecken der jüngeren Vergangenheit.

    Wie schreibt man über ein Buch, das mitten im Text, überspitzt gesagt, endet, weil es einen zweiten Teil gibt? Inhaltlich ist der Bruch nicht erforderlich. Doch das hervorragende Marketing zahlt sich aus. Teil II wartet schon.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Feb 2019 

    Beeindruckend

    Die "Ermordung des Commendatore - Eine Idee erscheint" ist wieder ein absolut spannendes, mich in den Bann ziehendes Buch, wieder mit diesem Dunklen, dieser Mystik, die mir bei Murakami so gefällt. Die erste Auflage mit dem blauen Farbschnitt erscheint angenehm edel, optisch sehr gelungen.

    Der Held des Buches erlebt die plötzliche Trennung von seiner Frau. Er flieht erstmal vor dieser neuen Realität, reist in Japan herum. Bis er sich über einen Freund ein neues Domizil sucht und in diesem beginnt, ein neues Leben anzufangen, seine bisherigen Wichtigkeiten im Leben neu zu überdenken.
    In diesem abgelegenen Haus, das früher dem Vater des Freundes gehörte, der ebenso ein Maler war, jetzt aber dement in einer Pflegeeinrichtung wohnt, findet er schließlich ein Gemälde. Und ein mysteriöser Nachbar tritt plötzlich in sein Leben, möchte von ihm porträtiert werden. Diese beiden Ereignisse verändern den Protagonisten vollkommen.

    Dieses Buch ist spannend/fesselnd geschrieben. Ich konnte es nicht (oder sehr schwer) aus der Hand legen. Am Beginn erzählt Murakami die Geschichte des Malers. Es gelingt ihm wieder mühelos, das man diese Person mag. Dann findet der Protagonist das Gemälde und Herr Menshiki taucht auf. Und damit beginnt das Dunkle in seinem Schreibstil. Das Geheimnisvolle/Mystische baut sich langsam auf und erzeugt eine(n) Sog/Spannung, dem(r) ich mich nicht mehr entziehen konnte und wollte. Der Stil von Murakami faszinierte mich wieder und nahm mich in seinen Bann. Die Gedanken des Protagonisten in seiner Situation, dieser philosophische Grundton des Murakami, ließen mich zum Teil sehr nachdenklich werden. Dies ist wieder so ein Buch, das mich etwas traurig zurück läßt, weil man unbedingt/sofort wissen will, wie es mit den Charakteren weitergeht.

    Deshalb werde ich jetzt gespannt auf die Fortsetzung dieses genialen Machwerks warten. Ich kann dieses Buch nur dringend empfehlen. Lest es und genießt es!