Die andere Schwester

Buchseite und Rezensionen zu 'Die andere Schwester' von Peter Mohlin
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4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Die andere Schwester"

John Adderley ermittelt in seinem zweiten Fall im schwedischen Karlstad. Die Geschäftsführerin einer erfolgreichen neuen Dating-App wird ermordet aufgefunden. Schnell gerät die Schwester der Toten ins Visier der Ermittlungen. Beide Frauen hatten seit jeher ein schwieriges Verhältnis, geprägt von Neid und Abhängigkeit. Je tiefer John in die Vergangenheit der Schwestern vordringt, desto deutlicher wird, dass der Mord nur ein Puzzleteil eines Verbrechens viel größeren Ausmaßes ist. Während John der Spur folgt, holt ihn sein altes Leben ein, das er glaubte, in den USA zurückgelassen zu haben. Und zwar mit tödlicher Wucht.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
Verlag: HarperCollins
EAN:9783749903641

Rezensionen zu "Die andere Schwester"

  1. Jäger und Gejagter

    John Adderley musste nach einem missglückten Undercover-Einsatz, der ihn fast das Leben gekostet hätte, untertauchen. Mithilfe einer neuen Identität als Fredrik Adamsson kehrt er in die Stadt seiner frühen Kindheit, nach Karlstadt in Schweden zurück. Schon nach dem letzten Fall (,,Der andere Sohn“, Band 1) wollte John eigentlich Schweden den Rücken kehren. Doch nun hat sein Freund Trevor, der ihm bei dem Undercover-Einsatz gegen die nigerianische Mafia das Leben gerettet hat, wieder Kontakt zu ihm aufgenommen. Er ist offenbar unheilbar krank. Doch John misstraut allem und jedem, da ihn die tödliche Gefahr seines früheren Lebens jederzeit einholen kann.
    Gleichzeitig ermitteln John und seine schwedischen Kollegen in dem Mord an der jungen Geschäftsfrau Stella Bjelke. Sie hatte zusammen mit ihrer Schwester Alice eine sehr erfolgreiche Dating-App kreiert. Während Alice, durch einen Unfall entstellt, das Superhirn fürs Digitale bei der App ist, genoss Stella das Leben in vollen Zügen, offenbar auch mithilfe ihrer eigenen App. Während der Ermittlungen wird einerseits das schwierige Verhältnis der beiden Schwestern deutlich, aber auch, dass beide offenbar so einiges zu verbergen hatten.
    Gleichzeitig wird John von den tödlichen Feinden aus seiner Vergangenheit immer enger eingekreist, sodass er nicht nur Jäger, sondern auch Gejagter wird.
    Die beiden Handlungsfäden sind geschickt miteinander verwoben und wechseln sich in zunehmender Dynamik ab, sodass die Spannung stetig steigt. Je stärker John Adderley bedrängt wird, desto mehr nehmen seine Skrupel ab, sich auch illegaler Methoden zu bedienen, was zwar nicht immer ganz realistisch wirkt, aber in jedem Fall spannend und unterhaltsam ist.

    Für das bessere Verständnis von „Die andere Schwester“ sollte auch der erste Band der Reihe von Peter Mohlin und Peter Nyström gelesen worden sein. Unbedingt empfehlenswert!

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  1. Ein spannender zweiter Fall

    Die Geschäftsführerin einer Dating-App wird brutal ermordet vor einer Kaffeerösterei gefunden Ist hier ein Dating-in-the-Dark völlig aus dem Ruder gelaufen oder steckt ein ganz anderes Motiv hinter dem Mord? Der Ex-FBI-Agent John Adderley befindet sich im Zeugenschutzprogramm und getarnt als Ermittler Fredrik Adamsson übernimmt er den Fall. Doch er kann sich nicht richtig auf die Spuren konzentrieren, denn seine Vergangenheit holt ihn ein.

    Hier handelt es sich um den zweiten Fall der Karlstad-Serie. Vorkenntnisse sind nicht zwingend notwendig, da es sich hier um einen in sich abgeschlossenen Fall handelt. Allerdings knüpft die Geschichte um den Ermittler an den ersten Teil nahtlos an, sodass Neueinsteigern ein paar Informationen rund um die Vergangenheit von John Adderley fehlen könnten.

    Die spannende Story wird mit einem fesselnden Schreibstil aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Charaktere wurden toll dargestellt, besonders Alicias Abhängigkeit von ihrer Schwester Stella schuf eine beklemmende Atmosphäre.

    John's Herangehensweise an seine Fälle hat mich schon im ersten Buch fasziniert, allerdings verlor er in diesem zweiten Fall einige Symphatiepunkte aufgrund seiner Art, das Recht zu seinem Vorteil zu verbiegen.

    Ich hatte stellenweise das Gefühl, dass der Mord an Stella nur Nebensache war, da John's private Probleme hier sehr präsent sind. Zum Ende hin verknüpfen sich zwar die Handlungsstränge, trotzdem hätte ich gern mehr über präzise Ermittlungsarbeit gelesen.

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  1. 3
    31. Mär 2022 

    Hör mich

    Der Amerikaner John Adderley arbeitet immer noch bei der Polizei in Karlstad, Schweden. Er musste vor dem Boss eines Drogenkartells fliehen und ist unter falschem Namen im Heimatland seiner Mutter untergekommen. Seine Kollegen kennen ihn als Fredrik Adamsson. Gerade als John eigentlich untertauchen will, weil er befürchten muss, aufgeflogen zu sein, wird die stadtbekannte Geschäftsführerin einer Dating-App tot aufgefunden. Adderley wird von seinem Chef mit den Ermittlungen betraut. Die Verstorbene hatte nur noch eine Schwester als nähere Verwandte. Diese arbeitet ist auch in der Firma tätig, allerdings braucht sie wegen ihrer psychischen Labilität immer wieder eine Auszeit.

    In seinem zweiten Fall wird der Amerikaner in Schweden wieder mit einen undurchsichtigen Fall betraut. So schnell ergibt sich keine heiße Spur, es scheint nur so, dass Stella sich über ihre eigene App, die einen ganz anderen Ansatz verfolgt, mit jemandem verabredet hatte. Alicia, ihre Schwester, zeichnet sich nicht durch besondere Offenheit aus. Allerdings ist sie durch Ereignisse in Kindheit und Jugend nicht mit Menschen zu vergleichen, die unbeschwert aufwachsen konnten. Und was wollte der Unbekannte melden, der nach der Tat vor der Polizeistation auftauchte und unverrichteter Dinge wieder abzog. Adderley ist schwer beschäftigt und immer in der Furcht, seine Vergangenheit könnte ihn einholen.

    Die Idee des Bullen im Zeugenschutz ist nach wie vor gut, allerdings sind die drohenden Gefahren in diesem zweiten Band etwas wenig subtil dargestellt. Man muss an Brutalität einiges vertragen können, wenn man diesen Thriller liest. Die laufende Ermittlung entwickelt sich eher aus sich selbst, so dass die Ermittlungsarbeit eher knapp behandelt wird. Dafür entwickelt der Fall einige Twists, die wirklich überraschen. Dieser Teil ist gelungen und fesselt. Obwohl dieser zweite Band der John Adderley Reihe insbesondere hinsichtlich der Zeugenschutzstory nicht hundertprozentig überzeugt - vielleicht möchte man angesichts der politischen Lage bestimmte Dinge einfach nicht lesen -, so hat man mit der Entwicklung des laufenden Tötungsdeliktes einen packenden Thriller, mit dem der Leser überrascht werden kann.

    3,5 Sterne

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