Die Achse meiner Welt: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Die Achse meiner Welt: Roman' von Dani Atkins
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3 von 5 (2 Bewertungen)

Rachel ist jung, beliebt, verliebt und wird in wenigen Wochen ihr Traumstudium beginnen. Perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der ihr alles nimmt. Sie verliert den besten Freund, ihre Zuversicht und die Balance. Jahre später wird ihre Welt zum zweiten Mal auf den Kopf gestellt. Denn als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus erwacht, ist ihr Leben plötzlich so, wie sie es sich immer erhofft hat. Die damalige Tragödie hat es anscheinend nie gegeben. Ihr bester Freund lebt und ist an ihrer Seite. Wie kann das sein? Und wie fühlt sich Rachel in ihrem neuen Leben - mit dem Wissen über all das, was zuvor geschah? Lassen Sie sich von einer Liebesgeschichte verwirren, die mit nichts vergleichbar ist. "Die Achse meiner Welt", das Romandebüt der britischen Autorin Dani Atkins, wurde in über 13 Länder verkauft und hat in England für Furore gesorgt.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:320
Verlag: Knaur TB
EAN:9783426515396

Rezensionen zu "Die Achse meiner Welt: Roman"

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 13. Feb 2016 

    Herzwärne

    Das Leben kann losgehen, die Schule ist geschafft, das Studium in Sicht. Ein letztes Mal noch treffen sich Rachel und ihre Freunde in ihrem Heimatort, bevor sie in die Welt hinaus gehen wollen. Doch was als fröhlicher Abend beginnt, mit großen Hoffnungen und Plänen und etwas Wehmut, endet in einer Tragödie. Ein Autofahrer verliert die Kontrolle über seinen Wagen und rast in die Fensterscheibe des Lokals. Bei dem Versuch, Rachel zu retten, stirbt ihr bester Freund Jimmy. Erst fünf Jahre nach diesem Unfall überwindet sich Rachel, in ihre Heimat zurückzukehren. Ihr Leben ist ganz anders verlaufen als erhofft. Und auch ihre Heimkehr bringt nicht die Freude, die sie sich wünschen würde.

    Kleine Momente des Schicksal können dem Leben eine Wende geben, zum Besseren oder zum weniger Guten. Rachels Leben scheint auf einem guten Weg zu sein. Zwar ist sie allein mit ihrem Vater, doch mit ihrer schönen Clique hat sie eine tolle Schulzeit verbracht. Der Unfall entpuppt sich als grausamer Wendepunkt. Denn bedauerlicherweise fällt der Freundeskreis schnell auseinander. Jimmys Tod und Rachels schwere Verletzung, dem können die Freundschaften der jungen Leute nicht standhalten. Um all dem zu entkommen, hält sich Rachel jahrelang von ihrem Zuhause fern.

    Dramatisch beginnt dieses Buch, Rachels Schicksal ist schon tragisch. Ihr Herz ist gebrochen, ihr Leben wie auch ihr Äußeres durch den Unfall so stark verändert, dass sie sich zurückzieht, um es überhaupt ertragen zu können. Doch kann man der Autorin auf ihrem Weg, den sie Rachel vorgezeichnet hat folgen. Zwar rührt die Geschichte, allerdings lässt sie auch Fragen offen. Zum Beispiel fragt man sich, ob die Ereignisse noch eine Folge des Unfalls sind. Über einige Belange der modernen Medizin und Wissenschaft weiß der Leser vielleicht nicht genug, um Aussagen der Mediziner beurteilen zu können. Man wünscht sich den Gang der Geschichte als hoffnungsvoll deuten zu können, doch bestimmte Andeutungen lassen einen an die Möglichkeit einer anderen Lösung denken, so dass man eher um verpasste Chancen trauert. Nun ja, vielleicht hat Rachel ein Happyend am Ende des Regenbogens. Doch vielleicht hat ihr die Autorin auch einfach mehr zu ertragen gegeben als in ein einzelnes Leben passt.

    Ein Buch, das durch positive Besprechungen Aufmerksamkeit erregt hat, über das sich schließlich wohl doch jeder Leser eine eigene Meinung bilden muss.
    2,5 Sterne

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 03. Aug 2014 

    Alice im Wunderland...

    Rachels Leben ist perfekt: Sie hat einen gutaussehenden Freund, einen großen Freundeskreis und wird in wenigen Wochen ihr Studium beginnen. Doch dann geschieht dieser schreckliche Unfall, der ihr alles nimmt, was sie liebt. Rachel zieht sich voller beklemmender Schuldgefühle zurück - denn sie hat nur überlebt, weil ihr bester Freund Jimmy ihr das Leben rettete und dafür mit seinem eigenen bezahlte.
    Die Hochzeit ihrer engsten Freundin Sarah lässt Rachel nach fünf Jahren zum ersten Mal an den Ort der Tragödie zurückkehren. Aber die Erinnerungen sind zu viel für Rachel, und sie bricht zusammen. Als sie im Krankenhaus erwacht, traut sie ihren Augen nicht. Ihr Leben ist plötzlich genau so, wie sie es sich immer erhofft hat: Sie hat einen Traumjob und ist verlobt. Und neben ihrem Bett steht Jimmy - kerngesund und mit seinem schönsten Lächeln...

    "Ich fragte mich, ob Alice sich auch so ratlos gefühlt hatte, nachdem sie durch den Kaninchenbau ins Wunderland gefallen war." (S. 105)

    Diesen Satz kann man nur unterstreichen, denn wie anders soll Rachel sich fühlen? Fünf Jahre nach dem katastrophalen Unfall, bei dem ihr bester Freund ums Leben kam, weil er ihr Leben gerettet hat, kehrt Rachel in die Stadt zurück, in der sie aufgewachsen war. Rachel geht es nicht gut, denn die Schuldgefühle - ihr Leben gegen das von Jimmy - lassen sie am Leben verzweifeln. Gezeichnet von einer auffälligen Narbe im Gesicht lässt sie niemanden mehr an sich heran, ihr Vater kämpft einen aussichtslos scheinenden Kampf gegen den Krebs - und die Erinnerungen an die verhängnisvolle Nacht des Unfalls sind zu viel für sie.
    Doch als sie zu sich kommt, ist plötzlich alles anders. Ihr verstorbener Freund steht neben dem Krankenhausbett, ihr Vater ist kerngesund, und sie ist in einer Beziehung, die sie doch vor fünf Jahren nach dem Unfall gelöst hat. Was ist hier also los?!

    "Hey, du bekommst jetzt keinen Science-Fiction-Koller, oder?" (S.285)

    Die Verwirrung Rachels ist dieselbe, die der Leser empfindet, wenn er in die Geschichte eintaucht. Welcher Wahrnehmung kann man hier trauen? Sich zu kneifen hilft Rachel nicht, sie steckt offensichtlich in keinem Traum fest. Aber was ist es dann?
    Sie kann sich genau an die Geschehnisse der letzten fünf Jahre erinnern, weiß wo sie gewohnt hat, wo gearbeitet. Doch niemand aus dem Leben vor ihrer Ohnmacht erinnert sich noch an sie. Dabei kennt sie Details, die sich nicht einfach rational erklären lassen. Dafür wird sie nun mit einer Wirklichkeit konfrontiert, an die sie selbst keinerlei Erinnerungen hat, nur die anderen. Gibt es überhaupt eine Erklärung? Ein Zurück? Und will sie das wirklich?

    Dani Atkins schreibt hier in erster Linie eine Liebesgeschichte:

    "Wir vergessen nie die eine erste große Liebe."

    Doch das große Rätsel um die Vergangenheit verhindert größtenteils, dass die Geschichte ins Kitschige abgleitet. Dabei wird man mit jeder Seite neugieriger, wie sich das ganze wohl auflösen mag. Was ist mit dem alten Leben geschehen?
    Rachel sucht verzweifelt nach Antworten. Einer der Lösungsvorschläge hat mich persönlich geärgert, weil das vollkommener Quatsch war - hier hat sich die Autorin offensichtlich zu wenig mit den Hintergründen befasst, oder aber sie hat bei Rachel sowie dem Leser ein so laienhaftes Verständnis des Begriffes vorausgesetzt, dass das den meisten nicht auffallen würde. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich blöder fände. Aber das war nur ein kleiner unstimmiger Baustein, dem im Gefüge der gesamten Geschichte kein zu großer Wert beigemessen werden sollte...

    Die Geschichte las sich überaus flüssig, Rachel und einige andere Charaktere wuchsen mir schnell ans Herz - und die Geschichte lebte von der Spannung nach der Auflösung. Diese hat mich letztlich zwar nicht ganz überzeugen können, aber insgesamt hat mir das Buch doch ein angenehmes Lesevergnügen bereitet...

    © Parden