Der Wolf am Fenster: Eine Weihnachtsgeschichte

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Wolf am Fenster: Eine Weihnachtsgeschichte' von Elli H. Radinger
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Eine himmlische Rettungsaktion Als Dan die geplante Verlobung mit Lindsay überraschend absagt, bricht für sie eine Welt zusammen. Verletzt und resigniert verlässt sie New York und flieht nach Montana. In einer Hütte mitten in der Wildnis ohne Strom, Telefon und Internet will sie Weihnachten verbringen und nachdenken. Doch dann begegnet sie in der Einöde einem verwundeten Wolf. Bei der dramatischen Rettungsaktion kommen sich Lindsay und der Ranger Brian näher, und Dans Verrat rückt in weite Ferne. Und dann ist da noch ein geheimnisvoller Unbekannter … Eine charmante, magische Weihnachtsgeschichte. Von der LovelyBooks-Community zum "Schönsten Weihnachtsbuch 2014" gewählt!

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:160
EAN:9783352006852

Rezensionen zu "Der Wolf am Fenster: Eine Weihnachtsgeschichte"

  1. Einfühlsam und magisch

    5
    (5 von 5 *)
     - 07. Dez 2019 

    „Beaver Creek Cabin, südlich von Bozeman, nahe West Yellowstone. Nur mit dem Schneemobil erreichbar. Erbaut um 1900. Ofen, Bett, Matratze, Tisch, Stuhl. Kein Strom oder Wasser. Sehr rustikal. (Zitat Seite 59)

    Inhalt
    Bald ist Weihnachten und Lindsay Griffin, eine New Yorker Journalistin, hofft auf einen Antrag ihres Freundes Dan Newman. Doch der junge, erfolgreiche Anwalt hat völlig andere Zukunftspläne. Lindsay benötigt dringend Ruhe und Zeit zum Nachdenken und bucht spontan eine einfache, einsame Blockhütte bei West Yellowstone. Am Morgen ihres ersten Tages in der Wildnis trifft sie auf einen großen, schwarzen Wolf, der ihre Hilfe braucht. Brian Johnson, ein Ranger des Forrest Service, hatte ihr am Vortag die Cabin und die Umgebung erklärt, wo es eine alte Rangerstation mit einem Funkgerät für Notfälle gibt. Genau das braucht sie jetzt.

    Thema und Genre
    In dieser magischen Weihnachtsgeschichte geht es um das Leben in der Natur und vor allem um Wölfe, ihr Verhalten und das teilweise Unverständnis der Menschen. Natürlich ist auch die Liebe ein Thema.

    Charaktere
    Lindsay muss gerade ihre Zukunft neu planen, sie ist enttäuscht, traurig, aber dennoch positiv und nicht verbittert. Rasch hat sie ihre Angst vor Wölfen überwunden und wird sofort aktiv, als sie die Situation erkennt. Der Wolf wiederum hat gute Gründe, die Menschen zu meiden. Sein feiner Geruchssinn unterscheidet sofort zwischen dunkel, das bedeutet böse, und hell. Lindsay riecht für ihn hell.

    Handlung und Schreibstil
    Die Geschichte wird aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln abwechselnd erzählt, einerseits die Geschichte von Lindsay und Brian und andererseits die Geschichte des jungen Wolfes. Weitere Details erfährt der Leser durch Rückblicke in Form von Erinnerungen der einzelnen Protagonisten. Die Handlung selbst dauert nur wenige Tage.

    Fazit
    Eine magische, leise Weihnachtsgeschichte für verträumte Lesestunden.

  1. Weihnachten mit Wolf

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 22. Dez 2015 

    Weihnachten sollte doch eigentlich eine Zeit des Friedens, der Reflexion und der inneren Ruhe sein, aber für viele Menschen ist es tatsächlich eine stressige Zeit, die vom Konsumzwang beherrscht wird und in der Konflikte hochkochen.

    So geht es auch Lindsay - Stress, Stress, Stress, und dann bricht von einem Tag auf dem anderen ihr ganzer Lebenstraum in sich zusammen. Verletzt flüchtet sie in eine einsame Berghütte, wo sie einem Wolf begegnet, dem die Menschen übel mitgespielt habe - der aber dennoch ihre Hilfe dabei sucht, seine Gefährtin zu retten.

    Die Geschichte wird aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt, hauptsächlich aus der Sicht von Lindsay und der des Wolfes. Alleine das fand ich schon sehr interessant, denn unterschiedlicher können zwei Lebewesen schließlich nicht sein!

    Lindsay ist in meinen Augen sehr sympathisch, denn eigentlich widerstrebt ihr der ganze Konsumwahn, das leere Prestigegehabe und die Oberflächlichkeit des Lebens in der Großstadt. Sie ist ein guter, mitfühlender Mensch - so hat sie zum Beispiel eigentlich Angst vor Wölfen, folgt aber dennoch dem Wolf alleine in einen dunklen Wald, weil sie das Gefühl hat, dass er Hilfe braucht!

    Der Wolf hat mich sehr bewegt. Er kennt keine Falschheiten, und wenn er tötet, dann tötet er nicht aus Grausamkeit, sondern weil er und sein Rudel hungern. Die Menschen haben ihm vor einem Jahr alles genommen, was seine Welt ausmachte, und jetzt ist es eine Falle der Menschen, die ihm auch noch seine neue Gefährtin zu nehmen droht... Und dennoch versteht er instinktiv, dass er die Falle ohne menschliche Hilfe nicht öffnen kann. Es kostet ihn unendliche Überwindung und Mut, diese Hilfe zu suchen! Aber er will seine Gefährtin nicht im Stich lassen.

    Ich fand diese Grundidee sehr schön und passend für eine Weihnachtsgeschichte! Allerdings spricht sie auch ernste Themen an, nämlich wie grausam oder gedankenlos der Mensch mit den Tieren umgeht. So erfährt man zum Beispiel, wie in Alaska Wölfe gnadenlos gejagt werden, und das mit furchtbaren Methoden...

    Aber der Ranger Brian verkörpert die Hoffnung, dass es auch anders geht: er hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, in Fallen gefangene Tiere zu befreien und die Fallen immer wieder zu zerstören. Er unterstützt Lindsay bei ihrer Hilfsaktion, und dabei stellen die beiden fest, dass sie viel gemeinsam haben...

    Trotz aller ernster Themen empfand ich das Buch als positiv und hoffnungsvoll, und auch die zart angedeutete Liebesgeschichte fand ich sehr schön.

    Den Schreibstil umspielt oft etwas fast Märchenhaftes, und besonders die Passagen, die aus Sicht des Wolfes geschrieben sind, haben eine Art poetischer Klarheit.

    Eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte, in der eine emotional verletzte Frau einem Wolf in Not begegnet. Die vorsichtige Annäherung zwischen den beiden drückt für mich prägnant und deutlich aus, was Weihnachten im Grunde ausmacht - und erinnert daran, dass der Mensch dem Tier Respekt entgegen bringen sollte.