Der Turm der blauen Pferde

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Turm der blauen Pferde' von Bernhard Jaumann
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Turm der blauen Pferde"

Auf der Jagd nach Mördern, Fälschern und verschollenen Meisterwerken begibt sich die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz auf Spurensuche.
Zwei Jungs entdecken in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs in einem verlassenen Tunnel einen Zug, randvoll mit Kunstschätzen. Vor allem das Gemälde mit den geheimnisvollen blauen Pferden fasziniert sie - doch dann kommt es zur Katastrophe. Und Franz Marcs Der Turm der blauen Pferde verschwindet für immer. Oder ...? Sprung in die Gegenwart: Die Münchner Kunstdetektei von Schleewitz erhält einen neuen Auftrag. Marcs legendäres Gemälde, von den Nazis zur "entarteten Kunst" erklärt und anschließend in Görings Privatbesitz gewandert, soll wieder aufgetaucht sein. Ein steinreicher, kunstsammelnder Industrieller behauptet, das Bild auf verschlungenen Wegen von einem Unbekannten gekauft zu haben. Handelt es sich wirklich um das Original? Es wäre eine Weltsensation.Das Team der Detektei beginnt zu ermitteln. Rupert von Schleewitz, Klara Ivanovic und Max Müller führen nicht nur äußerst unterschiedliche Privatleben - von Töchtern in Teenagerkrisen über unvorsichtige Affären mit Verdächtigen bis zu einem Vater, der als alternder Aktionskünstler in der bayerischen Provinz für mächtig Ärger sorgt -, sie haben auch sehr individuelle Ermittlungsmethoden. Schnell geraten die drei Detektive in ein Gewirr aus Fälschungen, mysteriösen Todesfällen und einem hollywoodreifen Kunstdiebstahl. Und plötzlich scheint es ein halbes Dutzend Exemplare des Turms der blauen Pferde zu geben. Welches ist das echte Gemälde? Oder ist das Original vielleicht gar nicht dabei? Die Grenzen zwischen Authentizität und perfektem Imitat verschwimmen ...

Format:Broschiert
Seiten:336
EAN:9783869711416

Rezensionen zu "Der Turm der blauen Pferde"

  1. Bild gesucht

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 23. Feb 2019 

    Rupert von Schleewitz bewegt sich in erlesenen Kreisen, da kann man ein von, auch wenn es nur ein Namensbestandteil ist, ganz gut gebrauchen. Mit den Mitarbeitern seiner Detektei hat er es sich zur Aufgabe gemacht, nach verschwundenen Kunstwerken zu suchen und deren Weg in der Welt darzustellen. Der neue Auftrag ist besonders brisant. Einem Gönner ist „Der Turm der blauen Pferde“, gemalt von Franz Marc und verschwunden nach dem zweiten Weltkrieg, angeboten worden. Rupert, Klara und Max sollen nun herausfinden, wo das Bild nach seinem Verschwinden versteckt war, durch welche Hände es gegangen ist und alles Weitere, wodurch die Echtheit bestätigt werden könnte.

    Schon während der Lektüre wird man neugierig, inwieweit der Ansatz zu diesem Buch der Phantasie des Autors entsprungen ist. Durch eine einfache Recherche kann man in Erfahrung bringen, dass das bekannte Bild des berühmten und leider viel zu früh im ersten Weltkrieg dahingerafften Malers tatsächlich nicht auffindbar ist. Daraus lässt sich wie der Autor zeigt eine spannende Geschichte ersinnen. Die Detektive selbst angefixt von der Möglichkeit, das echte Bild vor sich zu haben, machen sich alsbald auf die Suche nach der Wahrheit. Diese gebärdet sich allerdings widerspenstiger als erwartet. So einfach lässt sich nicht klären, wieso das Bild dem reichen Industriellen angeboten wurde.

    Hat man ein gewisses Interesse an der Kunstwelt des frühen letzten Jahrhunderts, wird man diesem Plot sicherlich so einiges abgewinnen können. Was könnte es Fesselnderes geben als die Herkunft eines wieder aufgetauchten Schatzes zu klären. Zwar geraten manche Handlungen der Detektive etwas hölzern und nicht immer wird die Motivation für einige Aktionen klar, aber insgesamt wurde eine tolle Idee mit intelligenten Twists bereichert. Als Start einer neuen Reihe ist dieser Roman sehr gelungen. Er entführt in die Welt der Kunst, in der es sicher noch etliche Geheimnisse zu entdecken gibt. Und wenn man durch die Lektüre seinen Horizont erweitert, vielleicht das Werk eines Künstlers für sich entdeckt, so hat das eigene Leben eine kleine neue Facette erhalten.