Der Tote aus Zimmer 12

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Tote aus Zimmer 12' von Anthony Horowitz
4.5
4.5 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Tote aus Zimmer 12"

Susan Ryeland, Lektorin außer Dienst, führt mit ihrem Lebensgefährten das zauberhafte kleine Hotel Polydoros auf Kreta. Aber ganz so idyllisch ist es dann doch nicht, denn der Alltag mit den ewig unzuverlässigen Lieferanten, unpünktlichen Angestellten und den nicht immer einfachen Gästen, macht das Inselleben anstrengender, als sie es sich vorgestellt hat. Auch ihre Beziehung leidet unter dem Stress, und Susan vermisst ihr altes Leben in London. Da kommt das Ehepaar Treherne gerade recht. Sie erzählen eine bizarre Geschichte von einem Mord in ihrem Hotel Branlow Hall just am Hochzeitstag ihrer Tochter Cecily. Und als sie schildern, wie Cecily verschwunden ist, kurz nachdem sie Atticus unterwegs gelesen hat, den Roman, den Susan seinerzeit lektoriert hat, wird ihr klar, dass sie dringend nach England muss. Die 10.000 Pfund, die die Trehernes für Susans Hilfe anbieten, sind ein zusätzlicher Anreiz. Aber bei dem Versuch das Rätsel zu lösen und Cecily zu finden, wird Susan in ein Labyrinth aus Lügen und Intrigen verstrickt und gerät selbst in tödliche Gefahr …

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:601
Verlag: Insel Verlag
EAN:9783458642879

Rezensionen zu "Der Tote aus Zimmer 12"

  1. 5
    18. Mai 2022 

    Interessanter Krimi - lesenswert!

    Eigentlich wäre Susan Reynold, die ein kleines Hotel auf Kreta betreibt, um den idyllischen Neuanfang in Griechenland zu beneiden. Doch der stressige Alltag in ihrem neuen „Job“, der einen Schatten auf ihre Beziehung mit Andreas wirft, macht ihr zu schaffen.
    Deswegen zögert sie nicht lange, als sie einen Auftrag vom Ehepaar Treherne erhält, die ein Hotel in Branlow Hall in England besitzen. Sie berichten ihr über einen alten Mordfall in Branlow Hall und den Verbindungen zum Roman, den sie seinerzeit in London lektoriert hat. Cecily Treherne, ihre Tochter, ist nach der Entdeckung der Hinweise auf den wahren Täter von damals, spurlos verschwunden. Susan sollte bei der Suche nach Cecily helfen. Die Auszeit vom Stress auf Kreta und die gute Bezahlung sind für Susan der Anreiz genug. Sie ahnt jedoch nicht, in welcher Gefahr sie sich bald befinden wird.

    Sehr spannend ist die Handlung dieses Krimis. Die angekündigte Suche nach der verschwundenen Cecily und die rätselhaften Verbindungen zu dem Roman, den sie gelesen hat, haben sofort meine Neugier geweckt. Hat der Autor des besagten Romans wirklich mehr über den Mordfall gewusst? Kannte er den wahren Täter? Warum hat er die Informationen für sich behalten? Es kommen immer mehr Fragen und die Spannung wächst.
    Der britisch angehauchte Krimi ist in einem guten, flüssigen Schreibstil verfasst. Sehr interessant sind die Romanfiguren; lebendig dargestellt, erwecken alle den Eindruck, dass sie irgendwas zu verbergen haben. Susan Reynold erzählt ihre Geschichte selbst. Ihre Ermittlungsmethoden ähneln sehr denen von Hercule Poirot oder Sherlock Holmes.
    Der Roman mit wichtigen Hinweisen auf den Täter darf mitgelesen werden, denn er wurde in die aktuelle Handlung eingebaut. Das Miträtseln wurde jedoch dadurch etwas schwieriger; die vielen zusätzlichen Figuren sorgen für ein bisschen Verwirrung.
    Das überraschende fulminante Ende entschädigt für einige Längen in dem umfangreichen Roman, den ich sehr gerne gelesen habe.

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  1. Intelligent gestrickter Kriminalroman

    Susan Ryland führt gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Andreas ein marodes Hotel auf Kreta. Da trifft es sich gut, dass das Ehepaar Treherne, selbst Besitzer eines Luxushotels in England, erscheint, das ihr 10000 Pfund dafür bietet, im Fall ihrer verschwundenen Tochter Cecily zu ermitteln. Der Grund: Cecily hat einen Roman des verstorbenen Autors Alan Conway gelesen, in dem sie einen Hinweis für die Unschuld eines wegen Mordes in ihrem Hotel verurteilten ehemaligen Angestellten sowie den wahren Täter gefunden haben will. Kurz, nachdem sie dieses ihren Eltern mitgeteilt hatte, verschwand sie spurlos. Hier nun kommt Susan ins Spiel, denn früher war sie die Lektorin Conways, die Eltern erhoffen sich, dass sich aus dieser Geschäftsbeziehung Hinweise auf Cecilys Schicksal ergeben. Da Susan das Geld bitter nötig braucht und zudem in einer Beziehungskrise mit Andreas steckt, nimmt sie das Angebot an und reist nach England um dort vor Ort im Hotel der Trehernes sowohl im alten Mordfall als auch im Fall Cecily zu ermitteln. Verdächtige gibt es in beiden Fällen, aber eigentlich kommt keiner für beide Taten infrage. So greift Susan nach dem letzten Strohhalm und liest selbst den Roman noch einmal, dessen Entstehung sie damals betreut hat. Dies führt zu einem besonderen Kniff Horowitz', er schreibt einen Roman im Roman, wobei der Binnenroman einen klassischer Fall a la Agatha Christie darstellt, der mir persönlich fast noch besser gefällt als der äußere Roman, der weiß Gott nicht schlecht ist. Am Ende findet sie dann tatsächlich durch die Lektüre Hinweise in beiden Fällen, wobei die Befürchtung, dass auch Cecily das Opfer eines Mordes geworden ist, bestätigt.

    Der geniale Einfall des Romans im Roman macht das Buch doppelt lesenwert, wobei ich nicht wusste, dass mit "Die Morde von Pye Hall" bereits ein Vorgängerroman existiert, der einen Teil des Personeninventar vorwegnimmt. Ich werde diesen Roman mit Sicherheit auch noch lesen, aber wer die Chance dazu hat, möge vielleicht doch besser die richtige Reihenfolge einhalten.

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  1. 4
    09. Mai 2022 

    Des Rätsels Lösung

    Seit einiger Zeit lebt Susan Ryeland mit ihrem Partner Andreas auf Kreta. Gemeinsam führen sie ein kleines Hotel. Doch so langsam wird es Susan, die eigentlich als Lektorin tätig war, etwas zu viel, sich immer um alles kümmern und zu wenig gemeinsame Zeit. Insgeheim überlegt sie, wie sie aus dieser Situation herauskommen kann. Da kommt ihr das englische Paar sehr gelegen, das sie bittet aufzuklären, was das Buch „Atticus unterwegs“ mit einem acht Jahre alten Mord zu tun haben könnte. Da Susan den Roman lektoriert hat, besteht die Hoffnung, dass sie vielleicht die versteckten Hinweise entschlüsseln kann.

    Nachdem Susan Ryeland mit den „Morden von Pye Hall“ zu tun hatte, war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass sie nochmals die Bühne betritt. Doch hier ist sie wieder. Obwohl sie nicht mehr im Verlagswesen tätig ist, hat sie eine gewisse Sehnsucht nach der Welt der Bücher. Und wieder gilt es, ein Buch des bekanntlich verstorbenen Autors Alan Conway zu entschlüsseln. Wie hat er sein Buch mit dem tatsächlichen Mord in Verbindung gebracht? Welche Hinweise hat er versteckt? Die Tochter der Trehernes scheint es gewusst zu haben, doch diese ist seit einigen Tagen verschwunden. Auch hier hoffen die besorgten Eltern auf Susans Unterstützung.

    Zwei Bücher in einem, das ergibt 600 Seiten oder 740 Minuten, ist spannend und von der Lösung her auch schlüssig aufgebaut. Insofern ähnelt dieser Band dem ersten der Reihe. Und doch ist er anders, denn Susan Ryeland muss sich unter Fremden zurechtfinden, die nicht immer sehr mitteilsam sind. Besonders nimmt man ihr die Erleichterung darüber ab, dass sie eine Ausrede hat, endlich mal wieder nach England zu reisen. Auch der Roman im Buch entwickelt eine Menge Charme, schließlich entführt er die Leser in eine vergangene Zeit, in der es auch mysteriöse Kriminalfälle zu lösen gab. Da scheint es Susan in der Gegenwart ungleich schwerer zu haben. Und doch verfolgt man gefesselt, wie sie schließlich den entscheidenden Hinweis entschlüsselt. Beim Lesen beziehungsweise Hören des Buches im Buch ertappt man sich, wie man selbst versucht, die Spur dieses Schlüssels zu erhaschen, doch da ist der Autor zu geschickt vorgegangen und man erlebt eine Überraschung.
    Beim Hörbuch sollte man sich auf die Sprecherin Katja Danowski etwas einlassen, während der Sprecher Volker Hanisch seine Sache ansprechend und souverän meistert.

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  1. Spannung auf Kreta

    Susan Ryeland führt gemeinsam mit ihrem Verlobten ein Hotel auf der griechischen Insel Kreta. Es läuft aber leider nicht so gut mit dem Hotel - es bröckelt an allen Ecken und Enden.
    Da kommt ihr die Geschichte mit dem Mordfall genau recht - sie will an der Aufklärung mitarbeiten. Unglaubliche Dinge werden aufgedeckt - also das Buch hat inhaltlich wirklich einiges zu bieten.

    Die Ausgangslage des Buches ist gut - ein Krimi der unter anderem auch auf einer griechischen Insel spielt - das gefällt mir. Auch inhaltlich die Verknüpfung mit dem lektorierten Buch ist eine grandiose Idee und einmal nicht ein 0-8-15 Krimi wie sie zahlreich vorkommen.

    Der Autor ist aber auch bekannt dafür, dass er einen sehr verwirrenden und komplexen Schreibstil hat. Man muss somit wirklich zu 100% beim Lesen dabei sein und mitdenken - es ist kein Buch für Zwischendurch. Auch dann wird es immer wieder Fragezeichen geben und man versteht im ersten Moment den Zusammenhang nicht so ganz, was ich als unschön während dem Lesen empfinde. Aber spätestens am Schluss wird alles restlos aufgeklärt und man hat ein klares Bild.

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