Der Tod in Venedig. Novelle.

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Tod in Venedig. Novelle.' von Thomas Mann
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Tod in Venedig. Novelle."

»Man denke sich den folgenden dichterischen Charakter. Ein Mann, edel und leidenschaftlich, aber auf irgendeine Weise gezeichnet und in seinem Gemüt eine dunkle Ausnahme unter den Regelrechten ... vornehm als Ansnahme, aber vornehm als Leidender, einsam, ausgeschlossen vom Glücke, von der Bummelei des Glücks und ganz und gar auf die Leistung gestellt.« Was Thomas Mann 1907 noch auf Shakespeares ›Othello‹ bezog, gestaltete er selbst vier Jahre später zu Gustav Aschenbach in dieser »Novelle gewagten. wenn nicht unmöglichen Gegenstandes«, vom plötzlichen »Einbruch der Leidenschaft« in einen homoerotisch veranlagten Menschen. Der nicht mehr junge Schriftsteller Guslav Aschenbach - mit den Gesichtszügen Gustav Mahlers - entdeckt für sich am Lido des schwülwarmen Venedig die Gestalt des apollinisch schönen Knaben Tadzio und strebt in seinen Gedanken zu ihm, steigert sich in eine unerfüllbare Liebe und verspielt damit, nach einem Wort von Heinrich Mann, »was ihm das wünschenswerteste schien«. Ohne seine eigene Intention zu verbergen, erklärte Thomas Mann später (1920 an Carl Maria Weber) Guslav Aschenbachs Sehnen nach Tadzio: » Es ist das Problem der Schönheit , daß der Geist das Leben, das Leben aber den Geist als ›Schönheitl‹ empfindet«. denn »der Geist, welcher liebt, ist nicht fanatisch... er wirbt, und sein Werben ist erotische Ironie...« Er wollte seine Novelle verstanden wissen als »Übersetzung eines schönsten Liebesgedichtes der Welt ins Kritisch-Prosaische, des Gedichtes, dessen Schlußstrophe beginnt: ›Wer das Tiefste gedacht , liebt das Lebendigste .‹« (Hölderlin, ›Sokrates und Alkibiades‹)

Lesern von "Der Tod in Venedig. Novelle." gefiel auch

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:144
EAN:9783596112661

Rezensionen zu "Der Tod in Venedig. Novelle."

  1. Kurz, aber intensiv

    Als stressgeplagter Booknerd kommt es durchaus vor, dass man zwischen der Lektüre von zwei Rezensionsexemplaren oder Leserunden vor der schier unmöglichen Aufgabe steht, ein Buch als, nun ja, Zwischenlektüre zu wählen. Wie gut, dass manche Bücher dann ein „Eigenleben“ führen und sich förmlich „aufdrängeln“.

    Nun, so ein „Aufdrängelbuch“ hört auf den Titel „Der Tod in Venedig“ und wurde von Thomas Mann geschrieben. Da ich schon länger „einen“ Mann lesen wollte, letztes Jahr die „Buddenbrooks“ zwar gekauft, dann aber doch nicht gelesen habe und es dieses Jahr ab April eine Leserunde zu „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ geben soll, habe ich die Bitte des Büchleins erhört und bin mit Gustav (von) Aschenbach nach Venedig gereist.

    Trotz seiner antiquierten Sprache (wen wundert´s bei Erstveröffentlichung von 1911?), den vielen Bezügen zur griechischen Mythologie und dem teils ausschweifenden Schreibstil von Thomas Mann, hat mir diese Novelle ein paar „vergnügliche“ Stunden bereitet – wenn man bei einer tragikomischen Liebesgeschichte und dem „Identitätsverlust“ sowie dem Tod von Gustav von Aschenbach überhaupt von Vergnügen reden kann.

    Die Lektüre eignet sich prima für Lesekreise und Diskussionsrunden, aber auch auf den „lonely Cowboy“ übt dieses kurze, intensive Lesevergnügen seine Reize aus.

    5* inklusive „Klassikerbonus“ :-)

    ©kingofmusic

    Teilen
 
'