Der Tausch: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Tausch: Thriller' von Julie Clark
3.8
3.8 von 5 (5 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Tausch: Thriller"

New York, Flughafen JFK: Claire soll nach Puerto Rico reisen, um ihren Mann, einen ehrgeizigen Politiker, beim Wahlkampf zu unterstützen. Doch in Wahrheit will sie nichts als fliehen – vor seinen gewalttätigen Übergriffen und der lückenlosen Kontrolle, die er über sie ausübt. Sie kommt mit Eva ins Gespräch, die bei ihrem schwerkranken Mann Sterbehilfe geleistet hat. Zu Hause in Kalifornien erwartet sie die Polizei. Innerhalb weniger Sekunden beschließen sie, die Bordkarten zu tauschen und sich gegenseitig ein neues Leben zu schenken. Erleichtert landet Claire in Kalifornien. In Evas Haus gibt es allerdings keine Hinweise auf einen Ehemann. Dann erfährt sie, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt ist. Und kurz darauf entdeckt sie die vermeintlich abgestürzte Eva in einer Fernsehreportage über das Unglück. Lebendig. Hat sie die Flucht in das Leben einer Anderen am Ende doch nur in eine Falle gelockt?

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:400
EAN:9783453424975

Rezensionen zu "Der Tausch: Thriller"

  1. 3
    11. Jul 2022 

    Hauptsache weg!

    New York, Flughafen JFK: Heute wird Claire endlich ihrer gewalttätigen Ehe entfliehen. Minutiös hat sie alles vorbereitet. Doch ihr Plan fliegt in letzter Minute auf, und wenn Claire in das Flugzeug steigt, wird es ihr Ende sein. In diesem Moment wird sie von Eva angesprochen, die auf einen Flug nach Kalifornien gebucht und ebenfalls auf der Flucht ist. Im Bruchteil einer Sekunde beschließen die beiden, ihre Bordkarten zu tauschen. Doch als Claire in Kalifornien landet, stellt sie fest, dass Eva ihr nicht die Wahrheit gesagt hat. Der Tausch entpuppt sich nach und nach als Albtraum... (Klappentext)

    Auf den ersten etwa 100 Seiten ist der Thriller richtig mitreißend. Es wird ein Einblick geboten in das Ehe-Martyrium von Claire, die sich den Wünschen ihres reichen und ambitionierten Mannes unterzuordnen hat und doch nur alles falsch machen kann. Solange es keine Zeugen gibt, ist Rory nämlich alles andere als der smarte Politiker, als der er in der Öffentlichkeit auftritt. Im Laufe der Jahre steigerten sich die Misshandlungen, und Claire ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Ohne Rückhalt durch ihre bei einem Unfall umgekommene Familie stellt Claire fest, dass ihr Mann sie auch von ihren Freund:innen und ehemaligen Kolleg:innen entfremdet hat. Ihre Idee, sich von Rory zu trennen, zieht die Drohung der Einweisung in eine Psychiatrie nach sich - und Claire weiß, dass ihr Mann dazu die Macht hat.

    Schließlich sieht Claire als einzige Möglichkeit die Flucht. Einfach in ein Flugzeug zu steigen und irgendwo hin zu fliegen kommt nicht in Frage - Rory würde sie überall aufspüren, und die Konsequenzen will sie sich gar nicht erst ausmalen. Sie braucht eine neue Identität, und so fädelt sie über Wochen heimlich ihre Flucht ein. Schließlich ist alles vorbereitet, ein Flug für einen Charityauftritt im Auftrag ihres Mannes steht an - dort im Hotel wartet der Umschlag mit ihren neuen Papieren auf sie, die Zukunft scheint zum Greifen nahe. Doch dann ändert Rory plötzlich den Plan. Er selbst wird fliegen, Claire schickt er stattdessen für eine andere Mission nach Costa Rica.

    Claire weiß: ihr Leben ist vorbei. Unter Schock handelt sie wie ein Roboter, fährt wie befohlen zum Flughafen und checkt nach Costa Rica ein. Als sie plötzlich von einer Unbekannten angesprochen wird, die ebenso wie sie gute Gründe hat, aus ihrem bisherigen Leben zu verschwinden, kann Claire es kaum glauben. Spontan tauschen die beiden Frauen ihre Tickets, ihre Papiere, ihr Leben. Ein Weg ins Ungewisse...

    Was für eine tolle Idee! Abwechselnd wird hier aus Sicht von Claire und Eva erzählt, wobei Claires Abschnitte in der Gegenwart angesiedelt sind, Evas dagegen in der Vergangenheit, wodurch der Leser / die Leserin Einblicke erhält in deren Geschichte und den Grund, weshalb sie ihr Leben hinter sich lassen musste. Auch Claire kommt allmählich hinter Evas Geheimnisse und stellt fest, dass nichts von dem stimmt, was diese ihr erzählt hat.

    Trotz der Biografie, die Julie Clark den beiden Hauptcharakteren verleiht, bleiben die Figuren allerdings recht blass und wenig greifbar. Während der gesamten Erzählung kamen sie mir nie wirklich nahe, und v.a. Claire mit ihrer Naivität nervte mich manchmal geradezu. Die Nachbarin von Eva war mir da noch der liebste Charakter in der Handlung. Spannung gab es zeitweise durchaus, v.a. aber schürte der Thriller die Neugierde, in welche Richtung sich das Ganze denn bloß entwickeln würde. Auch wenn es für mich keine wirklichen Längen gab, fehle mir hier leider das Überraschungsmoment.

    Tatsächlich hatte ich am Ende auf etwas anderes gehofft, die Umsetzung von Julie Clark konnte da bei mir leider nicht so recht zünden und wirkte auf mich unspektakulär. Und auch den Epilog hätte ich mir anders gewünscht, aber so what...

    Alles in allem eine gute und phasenweise durchaus spannende Unterhaltung mit einem etwas enttäuschenden Ende. Für ein Debüt ganz passabel, aber irgendwie auch kein Must-Read.

    © Parden

    Teilen
  1. 3
    08. Jul 2022 

    Westcoast

    Endlich will sie ihn verlassen. Claire hat akribisch geplant. Jede Minute ist durchgetaktet. Während der Reise nach Chicago muss ihr Verschwinden geschehen. Rory soll sie nie mehr finden können. Doch kurz vor der Reise ändert ihr Mann das Ziel, nach Costa Rica soll es gehen und all die schönen Pläne sind dahin. Oder bietet sich doch noch eine Chance? Am Flughafen lernt Claire Eva kennen. Die beiden Frauen gleichen sich vom Typ her. Und auch Eva will einen Neuanfang. Würde es auffallen, wenn sie einfach die Plätze tauschen? Eva geht zum Gate nach Costa Rica und Claire macht sich auf den Weg nach Kalifornien.

    Zwei Frauen auf der Flucht. Claire will ihrem Ehemann entkommen, der anscheinend keine Ahnung hat, dass man seine Mitmenschen insbesondere die weiblichen auch gut und liebevoll behandeln kann. Auch Eva hat ein Geheimnis. In Kalifornien angekommen muss Claire schnell feststellen, dass Evas Erzählungen eigentlich in keinem Punkt der Wahrheit entsprechen. Claire bekommt es mit der Angst zu tun, zum einen, weil Evas Umfeld ein anderes ist als geglaubt, zum anderen, weil sie befürchtet, dass Rory auf verschlungenen Wegen herausfinden könnte, wo sie sich aufhält. Obwohl das nach menschlichem Ermessen eigentlich garnicht passieren kann.

    In ihrem Debütroman wählt die Autorin einen spannenden Ansatz. Zwei Frauen, die ihre Geheimnisse haben, tauschen einfach mal die Plätze. Für ihr eigentliches Umfeld sind sie damit verschwunden. Doch reicht das? Eine Spannung der Ungewissheit baut sich schnell auf. Als Leser weiß man lange nicht, welche Richtung die Wege der beiden Frauen nehmen. Und daraus entwickelt man die Neugier am weiteren Verlauf der Story. Doch leider bleibt die Geschichte ohne großen Clou, der Twist, auf den man hofft, kommt nicht und der, der sich entfaltet, ist irgendwie unspektakulär. Dennoch liest sich dieser Thriller spannend und flüssig. Genau richtig für die freien Stunden nach Feierabend.

    Teilen
  1. Spannender Pageturner, der auch ohne Blut auskommt

    „Der Tausch“ ist ein Thriller von Julie Clark. Im Zentrum der Geschichte steht die Diplomaten-Gattin Claire, die ihren gewalttätigen Mann verlassen will. Auf dem Weg zu einem Meeting in Puerto Rico trifft Claire auf Eva, die ihrem Mann Sterbehilfe geleistet hat und daher nicht mehr nach Hause kann. Kurzerhand tauschen die beiden Frauen ihre Bordkarten und versuchen so ihre Spuren zu verwischen und ein neues Leben zu beginnen. Als Claire in Evas Heimat Kalifornien ankommt merkt sie schnell, dass nichts was Eva erzählt hat der Wahrheit entspricht. Zudem läuft in den Nachrichten, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt ist…
    Der Tausch ist ein waschechter Thriller, der ohne blutige Mordermittlungen auskommt. Julie Clark versteht es einen Spannungsbogen aufzubauen und auch über das Buch hinweg zu halten. Das Buch springt zwischen Eva und Claire hin und her, wobei Claires Sicht die Gegenwart und Evas Sicht die Vergangenheit beschreibt. Stück für Stück erfährt man mehr über die Hintergründe der Protagonisten und den Verzahnungen zwischen den beiden Welten. Während des Buches kommt dem Leser die ein oder andere Frage auf, die aber alle zum Ende beantwortet und aufgelöst werden.
    Beide Protagonisten waren mir auf ihre Art sympathisch. Claire hat mir wegen ihres gewalttätigen Mannes sehr leidgetan und ist im Laufe des Buches zu einer starken und selbstbestimmten Frau geworden, die für sich und andere eintritt. Eva war mir zu beginn weniger sympathisch, das hat sich aber schnell gelegt. Wie sie wohl selber sagen würde, hat das Leben sie gefunden und sie hat sich das nicht ausgesucht.
    Super umgesetzt fand ich auch, dass man als Leser oft überrascht wurde. Die ein oder andere Wendung hätte ich so nicht vermutet und hat mich positiv überrascht. Auch wer der geheime Helfer von Claire ist, hätte ich mir niemals selber denken können. Julie Clarke hat mich ganz schön hinters Licht geführt.
    Sprachlich ist das Buch sehr einfach und man merkt, dass manche Stellen eins zu eins aus dem Englischen übersetzt wurden. Es haben sich auch noch ein paar Rechtschreibfehler eingeschlichen, die aber ja bei einer Erstausgabe ruhig mal sein dürfen. Mich haben sie nicht gestört.
    Alles in allem kann ich das Buch weiterempfehlen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und bin geradezu über die Seiten geflogen. Für mich braucht ein Thriller kein Blut, sondern einen spannenden Plot. Das hat Julie Clarke mit „der Tausch“ allemal geliefert.

    Teilen
  1. 5
    04. Mär 2021 

    Äußerst spannend

    Am New Yorker Flughafen begegnen sich zwei Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen auf der Flucht sind. Sie tauschen ihre Flugtickets (und damit die Reiseziele), Ausgangspunkt einer äußerst spannenden Geschichte.

    Die eine, Claire, Claire Cook, Ehefrau eines in der Öffentlichkeit stehenden Mäzenaten, der politische Ambitionen hegt, möchte nach Jahren ihre gewalttätigen Ehemann Rory verlassen. Sie hat ihre Flucht minutiös geplant, doch in letzter Sekunde macht ihr ihr Gatte einen Strich durch die Rechnung, indem er selbst nach Detroit fliegt (wo eigentlich Claire einen Termin hatte, den sie zur Flucht nutzen wollte) und sie stattdessen nach Puerto Rico schickt, wohin er ursprünlich wollte. Ein Aussteigen aus dem Fluchtplan ist für Claire nicht mehr möglich, da Rory im Detroiter Hotel ein Pächchen mit Claires Fluchtgeld ausgehändigt wird. In ihrer Verzweiflung wird Claire von einer Frau namens Eva angesprochen, die vorgibt, aus nachvollziehbarer Sterbehilfe auf der Flucht vor den Behörden zu sein. Kurzentschlossen tauschen die beiden ihre Tickets und Claire flüchtet nach Berkeley, Evas Wohnort.

    Dort angekommen, erfährt sie, dass das Flugzeug, mit dem Eva nach Puerto Rico geflogen ist, abgestürzt ist. Vorerst kann sie also Evas Identität und auch deren Wohnung nutzen, um sicher vor ihrem Mann zu sein. Doch nach und nach erkennt sie, dass Eva nicht mit offenen Karten gespielt hat, sie war tatsächlich auf der Flucht, doch aus ganz anderen als dem genannten Grund. Es gibt sogar Gründe, daran zu zweifeln, dass Eva beim Absturz ums Leben gekommen ist. Claire bringt sich allerdings als Eva durch unbedachtes Handeln in Lebensgefahr, denn ihr Ehemann findet ihre Spur anch Kalifornien und hat durch den vermeintlichen Absturztod seiner Frau die Möglichkeit das pefekte Verbrechen zu begehen, denn offiziell gilt sie ja nach dem Flugzeugunglück als tot.

    Julie Clark erählt in ständig wechselnder Perspektive die Geschichte zweier Frauen, die auf den ersten Blick grundverschieden sind, die aber doch mehr verbindet, als sie ahnen. Beide sind in gewisser Weise Opfer von Männern, die sie für ihre Zwecke missbrauchen. Eva wird dadurch zwar auch zur Täterin, aber der Leser erfährt, dass sie ihren Austieg aus der Welt der Drogendealer vorbereitet hat und in dem Tickettausch die Chance auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit sieht. Dabei schafft es die Autorin, dass der Leser mitfiebert und beiden Protagonistinnen wünscht, dass ihr Leben unbeschwerter als zuvor verläuft, was aber nur bei einer der beiden der Fall ist.

    Teilen
  1. 3
    06. Feb 2021 

    Starker Plot, eher schwach umgesetzt

    Das Buch begegnete mir nahezu überall und der Plot las sich vielversprechend: zwei Frauen, die ihre Ticket und damit ihr Leben tauschen. Beide befinden sich in Extremsituationen aus denen sie flüchten wollen.

    Erzählt wird aus den beiden Perspektiven, wobei bei einer er Protagonistinnen dann schnell nur noch in Rückblicken - beginnend ab einigen Monaten zuvor - geschrieben wird. Zu Beginn war das nicht sehr übersichtlich. Dies legt sich jedoch, sobald man mehr in der Story beider Frauen drin ist.

    Alles scheint auf einen Höhepunkt zum Ende zuzulaufen. Da es zwischendurch wenige Überraschungen und Wendungen gab, rechnete ich mit einem großen Knall zum Ende - einer unerwarteten Wendung oder einem besonderen Ereignis. Letztlich blieb dies aus, so dass die Erwartung dann doch enttäuscht wurde.

    Insofern bleibt dieser Thriller für mich bei durchschnittlichen 3 Punkten. Die Story hätte nach meinem Empfinden deutlich mehr Potential gehabt.

    Teilen
 
'