Der Tausch: Thriller

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Tausch: Thriller' von Julie Clark
4.35
4.4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Tausch: Thriller"

New York, Flughafen JFK: Claire soll nach Puerto Rico reisen, um ihren Mann, einen ehrgeizigen Politiker, beim Wahlkampf zu unterstützen. Doch in Wahrheit will sie nichts als fliehen – vor seinen gewalttätigen Übergriffen und der lückenlosen Kontrolle, die er über sie ausübt. Sie kommt mit Eva ins Gespräch, die bei ihrem schwerkranken Mann Sterbehilfe geleistet hat. Zu Hause in Kalifornien erwartet sie die Polizei. Innerhalb weniger Sekunden beschließen sie, die Bordkarten zu tauschen und sich gegenseitig ein neues Leben zu schenken. Erleichtert landet Claire in Kalifornien. In Evas Haus gibt es allerdings keine Hinweise auf einen Ehemann. Dann erfährt sie, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt ist. Und kurz darauf entdeckt sie die vermeintlich abgestürzte Eva in einer Fernsehreportage über das Unglück. Lebendig. Hat sie die Flucht in das Leben einer Anderen am Ende doch nur in eine Falle gelockt?

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:400
EAN:9783453424975

Rezensionen zu "Der Tausch: Thriller"

  1. Spannender Pageturner, der auch ohne Blut auskommt

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 09. Mär 2021 

    „Der Tausch“ ist ein Thriller von Julie Clark. Im Zentrum der Geschichte steht die Diplomaten-Gattin Claire, die ihren gewalttätigen Mann verlassen will. Auf dem Weg zu einem Meeting in Puerto Rico trifft Claire auf Eva, die ihrem Mann Sterbehilfe geleistet hat und daher nicht mehr nach Hause kann. Kurzerhand tauschen die beiden Frauen ihre Bordkarten und versuchen so ihre Spuren zu verwischen und ein neues Leben zu beginnen. Als Claire in Evas Heimat Kalifornien ankommt merkt sie schnell, dass nichts was Eva erzählt hat der Wahrheit entspricht. Zudem läuft in den Nachrichten, dass das Flugzeug nach Puerto Rico abgestürzt ist…
    Der Tausch ist ein waschechter Thriller, der ohne blutige Mordermittlungen auskommt. Julie Clark versteht es einen Spannungsbogen aufzubauen und auch über das Buch hinweg zu halten. Das Buch springt zwischen Eva und Claire hin und her, wobei Claires Sicht die Gegenwart und Evas Sicht die Vergangenheit beschreibt. Stück für Stück erfährt man mehr über die Hintergründe der Protagonisten und den Verzahnungen zwischen den beiden Welten. Während des Buches kommt dem Leser die ein oder andere Frage auf, die aber alle zum Ende beantwortet und aufgelöst werden.
    Beide Protagonisten waren mir auf ihre Art sympathisch. Claire hat mir wegen ihres gewalttätigen Mannes sehr leidgetan und ist im Laufe des Buches zu einer starken und selbstbestimmten Frau geworden, die für sich und andere eintritt. Eva war mir zu beginn weniger sympathisch, das hat sich aber schnell gelegt. Wie sie wohl selber sagen würde, hat das Leben sie gefunden und sie hat sich das nicht ausgesucht.
    Super umgesetzt fand ich auch, dass man als Leser oft überrascht wurde. Die ein oder andere Wendung hätte ich so nicht vermutet und hat mich positiv überrascht. Auch wer der geheime Helfer von Claire ist, hätte ich mir niemals selber denken können. Julie Clarke hat mich ganz schön hinters Licht geführt.
    Sprachlich ist das Buch sehr einfach und man merkt, dass manche Stellen eins zu eins aus dem Englischen übersetzt wurden. Es haben sich auch noch ein paar Rechtschreibfehler eingeschlichen, die aber ja bei einer Erstausgabe ruhig mal sein dürfen. Mich haben sie nicht gestört.
    Alles in allem kann ich das Buch weiterempfehlen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und bin geradezu über die Seiten geflogen. Für mich braucht ein Thriller kein Blut, sondern einen spannenden Plot. Das hat Julie Clarke mit „der Tausch“ allemal geliefert.

  1. Äußerst spannend

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 04. Mär 2021 

    Am New Yorker Flughafen begegnen sich zwei Frauen, die aus unterschiedlichen Gründen auf der Flucht sind. Sie tauschen ihre Flugtickets (und damit die Reiseziele), Ausgangspunkt einer äußerst spannenden Geschichte.

    Die eine, Claire, Claire Cook, Ehefrau eines in der Öffentlichkeit stehenden Mäzenaten, der politische Ambitionen hegt, möchte nach Jahren ihre gewalttätigen Ehemann Rory verlassen. Sie hat ihre Flucht minutiös geplant, doch in letzter Sekunde macht ihr ihr Gatte einen Strich durch die Rechnung, indem er selbst nach Detroit fliegt (wo eigentlich Claire einen Termin hatte, den sie zur Flucht nutzen wollte) und sie stattdessen nach Puerto Rico schickt, wohin er ursprünlich wollte. Ein Aussteigen aus dem Fluchtplan ist für Claire nicht mehr möglich, da Rory im Detroiter Hotel ein Pächchen mit Claires Fluchtgeld ausgehändigt wird. In ihrer Verzweiflung wird Claire von einer Frau namens Eva angesprochen, die vorgibt, aus nachvollziehbarer Sterbehilfe auf der Flucht vor den Behörden zu sein. Kurzentschlossen tauschen die beiden ihre Tickets und Claire flüchtet nach Berkeley, Evas Wohnort.

    Dort angekommen, erfährt sie, dass das Flugzeug, mit dem Eva nach Puerto Rico geflogen ist, abgestürzt ist. Vorerst kann sie also Evas Identität und auch deren Wohnung nutzen, um sicher vor ihrem Mann zu sein. Doch nach und nach erkennt sie, dass Eva nicht mit offenen Karten gespielt hat, sie war tatsächlich auf der Flucht, doch aus ganz anderen als dem genannten Grund. Es gibt sogar Gründe, daran zu zweifeln, dass Eva beim Absturz ums Leben gekommen ist. Claire bringt sich allerdings als Eva durch unbedachtes Handeln in Lebensgefahr, denn ihr Ehemann findet ihre Spur anch Kalifornien und hat durch den vermeintlichen Absturztod seiner Frau die Möglichkeit das pefekte Verbrechen zu begehen, denn offiziell gilt sie ja nach dem Flugzeugunglück als tot.

    Julie Clark erählt in ständig wechselnder Perspektive die Geschichte zweier Frauen, die auf den ersten Blick grundverschieden sind, die aber doch mehr verbindet, als sie ahnen. Beide sind in gewisser Weise Opfer von Männern, die sie für ihre Zwecke missbrauchen. Eva wird dadurch zwar auch zur Täterin, aber der Leser erfährt, dass sie ihren Austieg aus der Welt der Drogendealer vorbereitet hat und in dem Tickettausch die Chance auf ein Leben in Freiheit und Sicherheit sieht. Dabei schafft es die Autorin, dass der Leser mitfiebert und beiden Protagonistinnen wünscht, dass ihr Leben unbeschwerter als zuvor verläuft, was aber nur bei einer der beiden der Fall ist.

  1. Starker Plot, eher schwach umgesetzt

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 06. Feb 2021 

    Das Buch begegnete mir nahezu überall und der Plot las sich vielversprechend: zwei Frauen, die ihre Ticket und damit ihr Leben tauschen. Beide befinden sich in Extremsituationen aus denen sie flüchten wollen.

    Erzählt wird aus den beiden Perspektiven, wobei bei einer er Protagonistinnen dann schnell nur noch in Rückblicken - beginnend ab einigen Monaten zuvor - geschrieben wird. Zu Beginn war das nicht sehr übersichtlich. Dies legt sich jedoch, sobald man mehr in der Story beider Frauen drin ist.

    Alles scheint auf einen Höhepunkt zum Ende zuzulaufen. Da es zwischendurch wenige Überraschungen und Wendungen gab, rechnete ich mit einem großen Knall zum Ende - einer unerwarteten Wendung oder einem besonderen Ereignis. Letztlich blieb dies aus, so dass die Erwartung dann doch enttäuscht wurde.

    Insofern bleibt dieser Thriller für mich bei durchschnittlichen 3 Punkten. Die Story hätte nach meinem Empfinden deutlich mehr Potential gehabt.