Der Spurenfinder

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Spurenfinder' von  Marc-Uwe Kling
4.6
4.6 von 5 (5 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Spurenfinder"

Format:Audible Hörbuch
Seiten:0
EAN:

Rezensionen zu "Der Spurenfinder"

  1. Spurensuchen kann jeder, aufs Finden kommt es an!

    Gestaltung:
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    Passend für einen Fantasy-Krimi ist das Titelbild gestaltet. Man sieht nur die Schattenrisse und die Baumwurzel mit der Axt. Alles ist in roten und schwarzen Farben gehalten. Man fühlt sich wie ein heimlicher Beobachter und wird neugierig. Dass etwas Schlimmes passiert ist, deuten die Blutstropfen an, die von der Baumwurzel hinunter tropfen. Wie es sich für einen Fantasy-Roman gehört, findet man am Anfang eine Karte des fiktiven Landes, und es befinden sich im Buch verteilt mehrere Schwarz-Weiß-Illustrationen, die die beschriebenen Szenen veranschaulichen. Mit dem roten Lesebändchen ist dieses Hardcover sehr wertig und optisch gelungen.

    Inhalt:
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    Elos von Bergen ist kein SpurenSUCHER, nein: er ist SpurenFINDER, denn: "Spuren SUCHEN kann ja jeder". Er hat bisher jeden Fall gelöst, bis auf einen. Nachdem ihm und seinen beiden zwölf Jahre alten Kindern Ada und Naru aufgrund seines Erfolges nach dem Leben getrachtet wurde, hat er beschlossen, in das verschlafene Dorf Friedhofen zu ziehen. Hier ist der Name Programm: Es passiert absolut nichts und den Kindern ist langweilig. Doch dann geschieht ein Mord und die beiden Geschwister fühlen sich berufen, ihrem Vater beim Lösen des Falles zu helfen. Ab da erleben die drei mehr Abenteuer, als ihnen lieb ist und geraten immer wieder in Gefahr.

    Mein Eindruck:
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    Ich hatte von Marc-Uwe Kling schon viel gehört, tatsächlich aber noch kein Buch von ihm gelesen. Die Mischung Fantasy-Krimi-Komödie sowie die Beschreibung hatten mich magisch angezogen.
    Die Handlung hat mich dann sehr schnell begeistert. Die Protagonisten, vor allem Ada und Naru, sind mir wegen ihrer humorvollen und mutigen Art ans Herz gewachsen. Der Fall ist von Anfang bis Ende spannend und dem Autorentrio gelingt es, einen glaubhaften und geistreichen Mix aus Fantasy- und Kriminalgeschichte zu schaffen. Da die beiden Töchter Luise und Johanna Kling im gleichen Alter von Ada und Naru sind, vermute ich, dass einige ihrer eigenen Eigenschaften bzw. Wunscheigenschaften in das Geschwisterpaar eingeflossen sind. Ada und Naru sind ebenfalls Zwillinge und ihre Versuche, ihrem Vater in Sachen Spuren finden nachzueifern, bringen sie häufig in Situationen, in denen ich mitgefiebert habe, aber oft gab es auch sehr amüsante Szenen, bei denen ich mir das Schmunzeln nicht verkneifen konnte.
    Die Welt des Elos von Bergen wimmelt von Gestaltwandlern, Zwergen, Elfen und vielen anderen Fantasiewesen, und der Autor streut zwischendurch ironische Seitenhiebe auf verschiedene Literaturgenres ein, die mich sehr amüsiert haben. Ich habe mitgefiebert, gelacht und mitgerätselt, bis die unerwartete, aber schlüssige Auflösung kam. Und als ich am Ende nicht mehr damit gerechnet hatte, kam ein ganz überraschender Twist, der sehr auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Ich wäre dann gerne wieder dabei, denn Marc-Uwe Kling und seine Töchter haben hier ein gelungenes Debüt hingelegt!

    Fazit:
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    Spannender Fantasy-Krimi mit Humor von Herrn Kling und seinen Töchtern, der auf eine Fortsetzung hoffen lässt - gelungenes Debüt!

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  1. 4
    13. Jan 2024 

    Zwischen Krimi und Magie...

    Elos von Bergen hat das Spurenfinden eigentlich an den Nagel gehängt, seit ein Fall mit einem nachtragenden Nachtmagier ihn und seine Kinder Ada und Naru fast das Leben gekostet hätte. Darum wohnen die drei nun seit einigen Jahren in Friedhofen, dem verschlafensten Dorf des gesamten Königreichs. Dort arbeitet Elos – sehr zum Leidwesen der Kinder, die sich in dem Kaff unsäglich langweilen – an der Niederschrift seiner zwanzigbändigen Memoiren. Doch dann geschieht ausgerechnet in Friedhofen ein rätselhafter Mord, der den Spurenfinder in den verzwicktesten Fall seines Lebens hineinzieht. Und wenn er glaubt, seine Kinder würden derweil zu Hause bleiben und Däumchen drehen, täuscht er sich gewaltig. (Verlagsbeschreibung)

    Friedhofen! Allein schon der Name verrät, um welch ein verschlafenes Nest es sich da handelt - und das ist kein Zufall! Der berühmteste Spurenfinder der Verlorenen Provinzen hat sich dort zur Ruhe gesetzt. Und mit ihm die 12jährigen Zwillinge Ada und Naru, was diese jedoch eher überaus langweilig finden. Doch Elos von Bergen hat seine Gründe, von der Bildfläche zu verschwinden, und nimmt dies zum Anlass, seine Memoiren zu verfassen. Der neugierige Naru liest heimlich die vergangenen Abenteuer seines Vaters und brennt darauf, selbst welche zu erleben. Spuren suchen kann doch schließlich jeder? Na, aber auf das Finden kommt es an, meint sein Vater.

    Ein Jahrmarkt sorgt für Abwechsung im täglichen Einerlei, doch die Dorfbewohner erleben dort nicht nur Spektakuläres und Unterhaltsames, es kommt dort auch zu Reibereien und bösen Worten. Und in der darauf folgenden Nacht der Träume stirbt einer der Dorfbewohner - er wurde offensichtlich ermordet. Elos von Bergen sieht sich genötigt, seinen Ruhestand zu unterbrechen, um herauszufinden, wer den Mord beging und weshalb. Die 12jährigen Zwillinge lassen sich dabei nicht abschütteln; sie finden, sie seien alt genug, um ihren Vater zu unterstützen Und so ziehen sie zu dritt in ein Abenteuer ungewissen Ausgangs...

    Marc-Uwe Kling hat hier erstmals ein Buch gemeinsam mit seinen Kindern verfasst (zufällig ebenfalls 12jährige Zwillinge...). Die Geschichte sprüht vor unterhaltsamen Einfällen und fantastischen Ideen, bleibt allerdings meist sehr an der Oberfläche. Angerissene biografische Hintergründe der zugegeben zahlreichen Figuren in dem Roman bleiben angerissen und werden nicht weiter verfolgt, weil sich die Ereignisse teilweise überstürzen und die Spuren weiter verfolgt werden müssen, bevor sie verwischen. Punkten kann der Roman auf jeden Fall mit den überraschenden Wendungen, die vermeintliche Erkenntnisse im Handumdrehen wieder vernichten und die drei Spurenfinder dafür anderen Spuren nachjagen lassen.

    Da auch zwei 12Jährige beim Schreiben des Buches mitgewirkt haben, liegt die Vermutung nahe, dass es sich hierbei eher um eine Erzählung für ältere Kinder und Jugendliche handelt. Dies hat der Verlag jedoch nicht so deklariert. Da ich immer mal auch Jugendbücher lese, macht mir persönlich das nicht so viel aus, aber m.E. wäre eine genauere Bezeichnung von Vorteil, damit hier niemand mit falschen Erwartungen an die Geschichte herangeht. Die ständigen Frotzeleien unter den Geschwistern und auch das Geplänkel zwischen den Zwillingen und dem Vater - es zieht sich durch den kompletten Roman und amüsiert womöglich eher Gleichaltrige als Erwachsene.

    Insgesamt jedoch kann ich dem Roman einen hohen Unterhaltungswert attestieren, der für mich durch den Vortrag des Autors (ungekürzte Hörbuchausgabe: 7 Stunden und 43 Minuten) meist noch untertrichen wird - in einigen Passagen hätte die Lesung für mein Empfinden allerdings ruhig etwas lebhafter und nuancierter betont ausfallen können.

    Alles in allem ein interessanter Genremix aus Fantasy, Krimi, Jugendbuch und Humor, der am Ende mit einem sehr überraschenden Cliffhanger endet und womöglich auf eine geplante Fortsetzung hindeutet. Ich würde mich freuen!

    © Parden

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  1. 5
    11. Jan 2024 

    Highlight

    Marc-Uwe Kling und seine Töchter erschaffen eine eigene Welt mit sehr vielen witzigen Momenten. Mich hat die Geschichte, auch wenn die ersten knapp 50 Seiten etwas behäbig daherkamen, am Ende voll gefangen.

    Der Protagonist Elos von Bergen hat zwei Kinder, Zwillinge, die in ein verschlafenes Dorf ziehen. Man muss wissen, Elos ist ein sehr bekannter, wenn nicht der bekannteste Spurenfinder - "Spuren suchen kann ja jeder, es kommt aufs finden an" - und er möchte einfach etwas zur Ruhe kommen. In diesem anfänglich ruhigen Dorf geschieht recht schnell ein Mord und diesem geht es auf dem Grund zu gehen.

    Die Geschichte hat einige Wendungen und die fantasievolle Welt wird sehr spannend und einfallsreich beschrieben. Ein kleines Beispiel ist beispielsweise die Stimmonade - ein leckeres Getränk mit verschiedenen Geschmacksrichtungen, die die eigene Stimme dementsprechend auch vorübergehend verändern kann. Insbesondere das Necken der Zwillinge untereinander empfand ich immer wieder als nachvollziehbar und humorvoll zu lesen, insbesondere wenn man Kinder hat, waren diese Unterhaltungen einem sehr bekannt.

    Ich bin mir nicht sicher ob man den Humor des bekannten Autors unbedingt kennen muss, um sich in der (abgeschlossenen) Geschichte wohl zu fühlen ¬– meines Erachtens jedoch nicht. Ich habe das Buch nahezu verschlungen und freue mich auf mögliche weitere Teile.

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  1. Eine spannende Abenteuer-Geschichte für jung und alt

    „Spuren suchen kann ja jeder. Auf das Finden kommt es an.“
    ist die Antwort von Elos von Bergen, wenn er als Spurensucher betitelt wird. Nach einer gefährlichen Begegnung mit einem Nachtmagier hat sich Elos mit seinen Kindern Ada und Naru in das beschauliche Dörfchen Friedhofen zurückgezogen. Eigentlich will er sich zur Ruhe setzen, doch plötzlich geschieht ausgerechnet im langweiligsten Kaff der Verlorenen Provinzen ein mysteriöser Mord.
    Der Spurenfinder ist ein Jugendbuch ab 12 Jahre, aber auch sehr unterhaltsame für Erwachsene. Mit viel Humor hat Marc-Uwe Kling mit seinen beiden Töchtern einen herrlichen Genremix geschaffen.
    Bei der Aufklärung des Mordfalls begegnen uns magische Wesen in einer fantasievollen Welt. Der Schreibstil ist super zu lesen und durch lebhafte Dialoge konnte mich dieses vergnügliche Abenteuer von Anfang bis Ende fesseln.
    Die Zeichnung der Charaktere ist wundervoll gelungen. Im Gegensatz zu dem eher ruhigen Papa Elos sind die quirligen Zwillinge zuckersüß. Ihr Necken und Foppen untereinander brachte mich oft zum Schmunzeln. Auch die witzigen Worterfindungen wie z.B. „Glotzoskop“ oder „Schnüffeltrichter“ haben mir ebenso wie die liebevoll gestalteten Illustrationen, sehr gefallen.
    Es hat mir viel Spaß gemacht, dem Spurenfinder und seine Kinder auf der Reise durch die Verlorenen Provinzen zu begleiten.

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  1. War positiv überrascht

    „Der Spurenfinder“ ist insgesamt eine nette und unterhaltsame Geschichte. Fantasy, Krimi, Humor – von allem ist so ein bisschen dabei. Wobei der Klingsche Humor bei mir leider immer noch nicht zündet. Die als witzig gedachten Stellen habe ich als solche vermutlich auch nicht richtig wahrgenommen. Der Schlagabtausch zwischen Elos und den beiden Geschwistern wiederholt sich als System für meinen Geschmack etwas zu häufig und läuft sich einfach tot mit der Zeit. Es klang für mich auch immer etwas sehr gekünstelt.
    Dafür lässt sich die Geschichte unheimlich gut und leicht lesen. Man findet schnell einen Einstieg in diese eher übersichtliche Fantasywelt, die doch immerhin so ausgearbeitet ist, dass man ihr einen gewissen Charme nicht absprechen kann und man sich Orte, Figuren und Lebewesen gut vorstellen kann. Die wirklich schönen Illustrationen unterstreichen das noch. Gelegentlich habe ich mich an Walter Moers erinnert gefühlt, wenn auch diese Stellen bei Kling nicht so ausgefeilt sind.
    Toll finde ich, dass es nicht nur ein Buch für Erwachsene ist. Ich sehe hier durchaus auch Kinder (vielleicht ab 10 Jahren?) ihren Spaß haben.
    Auch wenn ich in diesem Leben nicht mehr der größte Fan des Autors werde, hat mich der „Spurenleser“ doch positiv überrascht und ich mochte das Buch ganz gerne.

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