Der silberne Elefant: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der silberne Elefant: Roman' von Jemma Wayne
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der silberne Elefant: Roman"

Die junge Emilienne ist dem Bürgerkrieg in Ruanda entkommen und hat in London ein neues Leben begonnen. Die grausamen Erinnerungen an ihre Heimat versucht sie zu verdrängen. Vera hat in jungen Jahren einen Fehltritt begangen und möchte ein guter und moralischer Mensch sein – wenn nur ihre quälenden Schuldgefühle nicht wären und die Unmöglichkeit, ihrem Verlobten davon zu erzählen. Und die 56-jährige Lynn ist schwer erkrankt und rechnet schonungslos mit den verpassten Chancen ihres Lebens ab. Alle drei Frauen werden von dunklen Geheimnissen und seelischen Verletzungen geplagt, doch auf sich allein gestellt, gelingt es ihnen nicht, die Dämonen ihrer Vergangenheit zu verscheuchen. Erst als sich ihre Wege eines kalten Winters kreuzen, bewegt sich etwas in ihnen – und langsam, ganz langsam, beginnen sie, einander zu stützen und für die Zukunft zu stärken.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:432
Verlag:
EAN:9783961611058

Rezensionen zu "Der silberne Elefant: Roman"

  1. Emily + Lynn + Vera

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 20. Sep 2021 

    Eine Geschichte von drei Frauen, in der es um feministische Themen geht, aber ebenso um die Liebe und die Schuld, um den Glauben und um erlittene Traumata, insgesamt ganz interessant, aber auch etwas unstimmig gemacht.

    Da gibt es einmal Emily, eine junge Frau, die aus Ruanda stammt, eine Tutsi, die dem Völkermord entkommen ist, voller Traumata und Grauen, versucht sich ein normaleres Leben in London aufzubauen und kommt nicht damit klar ein Opfer zu sein. Dann gibt es Lynn, eine junge Frau, auf die eine Heirat wartet, die auf dem besten Wege ist sich ein wunderbares Leben aufzubauen, doch alte Fehler holen sie ein und über ihren Glauben zu Gott versucht sie da herauszufinden. Und als letzte der drei Frauen folgt Vera, eine ältere und kranke Frau, deren Leben zu Ende geht und die auf ihre Zeit zurückschaut und Resümee zieht und ebenso kein Opfer sein will. Alle drei vereint eine gewisse Stärke und alle drei beeinflussen sich.

    Insgesamt ist dieses Buch gut und spannend zu lesen, aber irgendetwas stört mich an diesem Buch. Ich weiß nicht recht wie ich es formulieren soll. Ich weiß auch nicht was es eigentlich ist. Irgendetwas fühlt sich für mich unrund an. Ist es die Geschichte oder deren Gestaltung? Mäandernde Geschichten finde ich eigentlich richtig gut, aber hier passt dies glaube ich nicht. Wenn diese Geschichte chronologisch aufgebaut worden wäre und mit Emilys Leben in Ruanda begonnen hätte und dies auch ausführlicher erzählt worden wäre und erst später Lynn und Vera dazugekommen wären und deren Leben dann mit Rückblicken versehen gewesen wäre, hätte die Geschichte in meinen Augen ein stimmigeres Bild bekommen. Dennoch empfinde ich diesen meinen Eindruck nicht als Makel, denn 4 Sterne ist mir die Geschichte dennoch wert.

  1. Verzeihen

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 19. Mär 2021 

    Vera ist eine Sünderin und ihr Verlobter Luke hat es erkannt, der Glaube kann ihr helfen. Lukes Mutter ist schwer erkrankt und sie sinniert über ihr Leben, zwei Söhne, ein guter Mann, doch war sie wirklich glücklich? Schweren Herzens nimmt sie die Hilfe von ihrer Pflegerin an. Diese stammt aus Ruanda und musste den Genozid dort miterleben. Dennoch steht Emily der Älteren zur Seite. Sie ist es, die Johns Geheimnis auf den ersten Blick entdeckt. Vera ist unsicher, ob sie ihr Geheimnis teilen soll. Oder ist es etwa die gerechte Strafe, es für sich zu behalten.

    Mit ihrem Debüt Roman nimmt sich die Autorin starker Themen an, wobei das Beeindruckendste wohl die Behandlung des Genozids in Ruanda ist. Die junge Emily hat als einzige ihrer Familie überlebt und ist durch eine glückliche Fügung in London gelandet. Doch schwer traumatisiert fällt ihr das Leben in England nicht leicht. Ihre Erinnerungen lassen sich nicht greifen und lassen sie doch nicht los. Möglicherweise könnte die Tätigkeit für Lynn ihre Rettung sein, denn obwohl diese sonst nicht sehr feinfühlig erscheint, ihrer Pflegerin wendet sie sich zu. Vera dagegen hadert mit ihrem Handeln und sie sucht Trost und eine Art Absolution in einem Glauben, den sie eigentlich nicht hat.

    Sehr langsam entwickelt sich die Handlung zwischen den verschiedenen Personen. Sie alle haben mit Problemen und unbewältigten Gefühlen zu kämpfen. Wobei nicht alle Beweggründe klar werden und die handelnden Personen wohlmöglich nicht in jedem Leser Sympathie erwecken. Sehr berührend ist jedoch Emilys Geschichte. Mit ihrem Erlebnissen bekommt man einen Eindruck von den schrecklichen Geschehnissen in ihrem Heimatland. Ist man ruhig und sicher in Europa aufgewachsen, wird man wahrscheinlich nicht alles nachempfinden können, doch dass dieser Teil der Geschichte unvergessen bleibt, gibt dem Roman einen Sinn und man möchte der Autorin danken, dass sie sich dieses nicht ganz einfachen Themas angenommen hat.

    3,5 Sterne