Der Ruf des Henkers

Rezensionen zu "Der Ruf des Henkers"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Apr 2016 

    Ein grandioses Jugendbuch

    England, Mitte des 19. Jahrhunderts Unfreiwillig gerät Richard Winters in die Hände des berüchtigsten Henkers von ganz England. An der Seite von William Calcraft führt er fortan das finstere Leben eines Henkerslehrlings, auf Schritt und Tritt begleitet von Tod, Galgen und Raben. Rasch merkt er, dass sein strenger Meister ein Geheimnis verbirgt, das seine Welt für immer aus den Angeln heben wird. Richard muss beweisen, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist. Doch als er in London ausgerechnet seine große Liebe wiedertrifft, steht urplötzlich noch viel mehr auf dem Spiel …
    (Quelle: Amazon)

    Bei diesem Buch sprach mich sofort das Cover an. Der Klappentext tat dann sein übriges und obwohl ich schon lange nicht mehr zur Zielgruppe gehöre, musste ich es unbedingt lesen. Ich erwartete mir nicht zu viel und bekam eine absolut fesselnde Story.

    Ich tauchte mit Calcraft und seinem Lehrling Richard in die verpönte Welt des Henkers ein. Überall gebraucht und ebenso gehasst, ziehen die Beiden durch England. Mit der Zeit offenbart ihm Calcraft ein großes Geheimnis, denn ihre Aufgabe besteht aus mehr, als nur Menschen zu töten.

    Nach einigen Jahren verschlägt es die Beiden nach London. Sie ziehen in eine Pension in Whitecheapel, die von Calcrafts gutem Freund Ben betrieben wird. Alleine die Beschreibungen dieses Ortes, die düstere Atmosphäre, die schmutzigen Straßen und der "Bodensatz" der Gesellschaft, der sich hier herumtreibt, waren es wert das Buch zu lesen. Einfach großartig, welche Bilder der Autor in meinem Kopf entstehen lassen konnte.

    Dazu gab es noch eine spannende Geschichte, die mich das Buch nicht aus der Hand legen ließen. Gut, Richard ist wahnsinnig naiv und es gibt Dinge, die mir von Anfang an klar waren, ihn aber total überraschten. Aber das tat der Geschichte keinen Abbruch. Als ich das Buch beendet hatte, hätte ich am Liebsten gleich nochmal von vorne begangen.

    Auch die Beschreibungen des Gefängnisses Newgate fand ich sehr authentisch und die Menschenmassen die sich das Spektakel einer Hinrichtung nicht entgehen lassen wollten, ließen mir den Mund offen stehen. Was waren das doch für abgebrühte Leute...Durch das harte Leben das sie führten, war der Tod für sie eine willkommene Abwechslung. Eine Art Volksfest das man kostenlos angeboten bekam. Zum Glück wurden bald danach die öffentlichen Hinrichtungen abgeschafft.

    Ich bin so begeistert von dieser Geschichte, dass ich 5 von 5 Punkten und den Favoritenstatus vergeben muss. Dazu gibt es eine absolute Lesempfehlung für alle im Alter von 13 - 100 Jahren. Ich werde das Buch auf jeden Fall noch einmal lesen. Irgendwann....

    Vielen Dank an Amazon Vine, die mir dieses Buch zur Verfügung stellten.

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Mär 2016 

    Begeistert vom Cover bis zur Geschichte

    Inhalt:
    Richard Winters liebt Liz und diese soll gehängt werden. Auf Grund dessen ist der Henker William Calcraft in der Stadt. Doch Richard kann ihn von ihrer Unschuld überzeugen und sie kommt frei. Richard muss dafür mit Calcraft als Lehrling mitgehen. Tod und auch Sehnsucht nach Liz beherrschen Richards Alltag und die Fragen ob er sie nochmal wiedersehen wird und welches Geheimnis Calcraft vor ihm verbirgt. Nichtsahnend wie gefährlich dieses Geheimnis ist...

    Meine Meinung:
    Der Ruf des Henkers wurde und vom Verlag auf der Messe in Frankfurt vorgestellt. Schon da wurde ich sehr neugierig auf das Buch. Das Cover und die düstere Geschichte, das als Jugendbuch erscheint nahmen sich schon für mich ein. Ich war sehr gespannt was Björn Springorum sich hat einfallen lassen.

    Beim Einstieg fiel direkt der leicht zu lesende Schreibstil auf, der Jugendgerecht, aber nicht kindlich ist. Dieser begleitet mich durchs Buch und ließen die Seiten nur so verfliegen.

    Der Plot ist einfach und doch sehr spannend. Allerdings habe ich recht schnell durchschaut auf was es am Ende raus laufen wird, aber ich denke das liegt auch an der Menge die ich schon gelesen habe. Irgendwann bekommt man ein Gefühl dafür. Langweilig wurde es dennoch nicht. Die Spannung war recht schnell da und steigerte sich bis zum Schluss.
    Was mich etwas störte war dass das Geheimnis von Calcraft auch dem Leser so lange verborgen blieb und auch am Ende nicht so ganz aufgeklärt wurde. Hier hätte ich mir mehr aus der Vergangenheit von Calcraft gewünscht um besser zu verstehen.

    Die Geschichte ist aus Sicht von Richard und von Calcraft geschrieben. Gespickt mit Tagebucheinträgen von Rose. So erfährt mehr über sie, als wenn es nur aus einer Sicht geschrieben wäre. Gerade Calcraft, der aus Sicht von Richard doch etwas undurchschaubar wirkt, wird dem Leser so etwas näher gebracht. Er wirkt kalt und unnahbar, doch in seinen Parts zeigen seine Gedanken und auch sein Handeln das er doch Gefühle zeigen kann und er nur seiner Mission folgt.
    Richard ist jedoch schon ein offenes Buch. Er ist erstaunlich vernünftig für sein Alter und schert nur selten aus dem Gewohnten aus. Außer denn es um seine Liebe zu Liz geht hat er die rosarote Brille auf und vergisst alles andere.
    Zum Leidwesen von Rose, die ihre Tagebucheinträge als Außenstehende verfasst, sozusagen ein Erzähler zu der Geschichte mit besonderem Anliegen.

    Am Ende gibt es ein Nachwort in dem man erfährt das diesem Buch eine wahre Geschichte als Vorlage gedient hat. Dieses England im 19. Jahrhundert gab es wirklich und auch William Calcraft gab es. Der Autor hat sich eine Geschichte rund um diese Person ausgedacht. Eine interessante Geschichte bei der ich mir gerade im Nachwort dann auch die Fakten gewünscht hätte um im Nachhinein zu wissen, was wirklich erfunden war. Dazu gibt es im Buch nur ein paar Sätze´und bei Google überwiegend englische Links, die Kids in dem Alter ja nur schwer übersetzen können.

    Am Ende bin ich dennoch vollkommen zufrieden und vor allem begeistert von diesem Buch und kann es gut empfehlen für das Alter ab 13 Jahren, auch wenn es gerade bei den Hinrichtungen schon nicht so schöne Szenen gibt, jedoch war das in der Mitte des 19. Jahrhundert Realität.