Der rote Swimmingpool: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der rote Swimmingpool: Roman' von Natalie Buchholz
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der rote Swimmingpool: Roman"

Gebundenes Buch
Adams Mutter ist schön und wird von allen bewundert, sein Vater ist lebenshungrig und erfolgreich. Nichts kann sie trennen, denkt Adam, der kein Kind mehr ist und noch kein Mann. Bis es dann doch passiert: Sein Vater verschwindet ohne ein Wort. Seine Mutter sagt ihm nicht, was los ist. Und Adam tut etwas, das er besser gelassen hätte. Leichtfüßig und mit großer Wärme erzählt Natalie Buchholz in ihrem Debütroman von einer Vorzeigefamilie, die sich selbst zerstört. Sie erzählt, wie eine große Liebe zerbricht und eine neue beginnt. Denn während Adam versteht, dass nichts im Leben perfekt ist, kommt der Sommer und mit ihm das Mädchen, das ihn dazu bringt, sich endlich auf seinen eigenen Weg zu machen.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:288
Verlag: Hanser Berlin
EAN:9783446259096

Rezensionen zu "Der rote Swimmingpool: Roman"

  1. Auseinander gehende Pfade

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 31. Jan 2021 

    "Der rote Swimmingpool" ist ein Buch, welches die Menschen beschreibt. Ihre Lügen und ihre Wahrheiten. Und die Folgen von diesen Lügen und diesen Wahrheiten, in diesem Buch hier sind das das Ende der Kindheit und das Ende einer Ehe. Das Buch wird aus der Sicht von Adam erzählt, dem jugendlichen Sohn von Eva und Wiktor, dessen Welt so nach und nach zerbricht und der den Grund dafür nicht kennt und der daran verzweifelt und darüber explodiert. Die Sprengkraft der fehlenden Kommunikation. Dieses Beschreiben der Geschichte schafft die Autorin zwar sehr leichtfüßig, aber dieses leichte Erzählen einer Coming of age Story bei einem schweren Grundthema empfand ich als zu unpassend und mich nicht berührend. Das Buch plätschert an mir vorbei und die Figuren dringen nicht so richtig zu mir vor. Dabei hätte es doch möglich sein müssen, den Zerfall von Adams Welt plastischer und berührender zu gestalten. Das wäre die Autorin doch allen Adams dieser Welt schuldig gewesen. Aber diese Wahrnehmung/meine Wahrnehmung ist ja auch subjektiv und es gibt ja auch überzeugtere und lobende Stimmen. Nur mich hat die Autorin mit ihrem Buch halt nicht überzeugen können oder vollkommen erreichen können. Dabei erzählt sie die Gründe für das Verhalten der Eltern durchaus und darin liegt vielleicht auch eine gewisse Gesellschaftskritik. Obwohl solche Andeutungen im Buch nicht erfolgen, auch keine eindeutigen Bewertungen der Handlungen der Eltern, nur eine subtile Kritik ist merkbar. Die vollkommene Deutung obliegt schlussendlich dem Leser. In der realen Welt lassen sich zu dieser Thematik sicher viele Pendants finden. Pendants, die nachdenklich machen sollten, nachdenklich über die Verantwortung, die jeder von uns hat. Die Geschichte ist spannend geschrieben, spannend und lehrreich, aber halt auch recht distanziert und kalt. 4 Punkte ist mir dieses Buch und seine Geschichte dennoch wert; Adams Geschichte und Adams Umgehen mit den Lügen und Wahrheiten seiner Eltern und das Buch "Der rote Swimmingpool" von Natalie Buchholz.

  1. Erwachsen werden kann weh tun

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 04. Jun 2018 

    Adams Eltern scheinen ein Traumpaar zu sein. Sie ist Französin, eine etwas zerstreut - liebevolle Mutter, charmant und alle Schul- und Jugendfreunde Adams scheinen für sie zu schwärmen. Der Vater ist als erfolgreicher Unternehmensberater sehr viel unterwegs, aber die Vater-Sohn-Beziehung ist fest und vertrauensvoll.

    Doch dann bricht Adams Welt in Stücke, die Eltern trennen sich, über die Gründe schweigen sich Beide aus und Vater Wictor bricht den Kontakt völlig ab. Er weigert sich mit seinem Sohn zu sprechen, ist weder telefonisch, noch persönlich für ihn zu erreichen. Die Mutter geht zurück nach Paris und Adam ist völlig isoliert und dann verliert auch noch die letzte Bindung zu seinem Elternhaus, denn Wictor zieht sofort mit seiner neuen Beziehung und deren Kindern ein. Das führt zu einer Kurzschlusshandlung von Adam, die ihn vors Jugendgericht bringen wird und so lernen wir Adam kennen: bei der Ableistung seiner aufgebrummten Sozialstunden.

    Das Buch zeigt das Innenleben eines Teenagers, dessen Leben völlig aus den Fugen geraten ist. Er hat Halt und Vertrauen verloren. Aber er reift auch an seinen Erfahrungen. Mir hat Adam als Figur besonders gut gefallen, sensibel und mit Sympathie schildert die Autorin diesen Charakter. Für mich strahlte der ganze Roman sehr viel Optimismus und Empathie für die Schwierigkeit des Erwachsen-werdens aus. Daneben gefiel mir auch der subtile Humor, die immer wieder witzigen Aktionen und Dialoge. Auch bei allen Nebenfiguren trifft der Roman immer den richtigen Ton.

    Für mich war das Ende ein sehr befriedigender, weil optimistischer Abschluss. Es zeigt Adam als einen gereiften, gefestigten jungen Mann. Er ist mit diesem Familiendrama stärker geworden und kann auf seinen Vater zugehen. Mehr noch, er gibt seinem Vater nun den Halt und die Aussicht auf einen Neubeginn, die er zuvor gebraucht hätte und zu der der Vater nicht fähig war.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, ich habe mich wie ein stiller Beobachter in dieser Familie gefühlt, war also immer ganz nah dabei. Das ist ein Buch, dem ich auch viele junge Leser wünsche.