Der Rabbi und der Kommissar

Rezensionen zu "Der Rabbi und der Kommissar"

  1. Dieser Regionalkrimi konnte mich nicht richtig überzeugen

    Der Rabbiner Henry Silberbaum macht sich Sorgen um die Weltklasseschwimmerin Galina Gurewitz.Sie ist seit Wochen verschwunden.Ihr Ehemann ein russischer Geschäftsmann scheint sich keine Sorgen zu machen und auch Galina's Mutter unternimmt nicht allzu viel um ihre Tochter zu suchen.So unterstützt er seinen Freund und Kommissar Berking und gemeinsam machen sich die zwei auf Suche.

    Der Schreibstil ist leicht und zügig zu lesen.Die Protagonisten passen gut in das Geschehen hinein und die Spannung steigert sich zwar langsam aber bleibt dann doch auf einer gewissen Höhe stehen.

    Fazit:Die Handlung in diesem Regionalkrimi spielt sich in Frankfurt ab.Insgesamt umfasst die Story 19 Kapitel.Ich bin sehr gut in das Buch hineingekommen obwohl ich das Vorgängerbuch nicht kenne.Mir fiel zudem auf dass es nur zwei kleinere Rückblenden gab.Der Autor hat die Story in der Gegenwart geschrieben und dies war für mich etwas gewöhnungsbedürftig.Auch der Schreibstil war für mich wie abgehackt.Henry Silberbaum ist meiner Meinung nach immer unterwegs,immer in Aktion und ständig auf Achse zudem kennt alle seine "Schäfchen" in seiner jüdischen Gemeinde.Der Kommissar hält sich meiner Ansicht nach im Hintergrund und spielte für mich eine längere Zeit keine Hauptrolle in diesem Krimi.Die Atmosphäre wirkte auf mich kühl obwohl öfters etwas Humor aufblitzt.Ich bekam einen recht guten Eindruck in das Leben der jüdischen Gemeinde Frankfurts.Es geht hierbei um Erpressung und Mord aber trotzdem hat mich dieses Buch nicht ganz so überzeugen können.Im Glossar werden jüdische,hebräische und englische Wörter und Sätze übersetzt.Diese ist der zweite Band einer bisher zweiteiligen Reihe.Er ist in sich abgeschlossen.Ich vergebe für diesen Regionalkrimi drei Sterne.

  1. Das 5. Gebot

    Rabbi Henry Silberbaum erfüllt keines der Klischees, die man gemeinhin von Rabbinern hat. Er ist witzig und unkonventionell, - ich stelle ihn mir auch als gutaussehend vor – er hat einen guten Draht zu seinen Schülern und immer ein offenes Ohr für die Bewohner des jüdischen Seniorenstifts. Das bringt schon mal Konflikte mit dem Gemeindevorstand mit sich. Als die betagte und vor allem begüterte Ruth Axelrath stirbt wird Silberbaum stutzig. Klar, mit 80 und Herzleiden ist der Tod nicht ungewöhnlich, aber Ruth war erst vor Kurzem bei ihm. Klagte über ihren verschwenderischen und untreuen, jüngeren Gatten, sprach über eine Testamentsänderung und eine Stiftung für die Gemeinde. Da kam der Infarkt doch grade sehr gelegen und auch einige andere Kleinigkeiten irritieren den Rabbi.

    Also spricht er mit Kommissar Berking, den er erst kürzlich unter kuriosen Umständen kennengelernt hat und versucht ihn zu überzeugen. Offiziell ist die Untersuchung abgeschlossen, aber nichts hindert Rabbi Silberbaum auf eigene Faust zu ermitteln.

    Michel Bergmann ist der Autor des Romans „Die Teilacher“, der mich begeisterte und so ließ ich mir seinen ersten Kriminalroman nicht entgehen. Das war auch gut so. Der Krimi mit Witz und Esprit und viel Atmosphäre hat mit überzeugt. Man kann mit dem Buch in die heutige Welt einer jüdischen Gemeinde eintauchen, ganz nebenbei sehr viel über Kultur und religiöse Bräuche erfahren und den sprichwörtlichen jüdischen Witz genießen. Dabei wirkt das nie aufgesetzt oder belehrend.

    Um zu ermitteln und den Täter ausfindig zu machen, muss der Rabbi einige unkonventionelle Wege gehen und begibt sich dabei selbst in Gefahr. Der Kriminalfall – wo Geld ist, ist auch ein Motiv – ist spannend. Schließlich wird vor allem aus Gier gegen das 5. Gebot verstoßen.

    Letztendlich kann Rabbi Silberbaum den Fall lösen und es scheint, er hat mit Kommissar Berking einen Verbündeten und Freund gefunden, so kann der nächste Fall – wie sich schon als Cliffhanger andeutet, in Angriff genommen werden.

    Ein Krimi, der aus der Masse hervorsticht und den ich nicht nur Fans von Rabbi Kemelman empfehlen kann.