Der Platz an der Sonne: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Platz an der Sonne: Roman' von Christian Torkler
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3 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Platz an der Sonne: Roman"

Gebundenes Buch
Berlin, 1978: Die Hauptstadt der Neuen Preußischen Republik liegt in Trümmern, die Kinder klauen Kohlen und in der Politik geben sich die Halunken die Klinke in die Hand. In dieser Welt entfaltet sich die faszinierende Lebensgeschichte von Josua Brenner - ein wagemutiger Tausendsassa, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Doch als ihn die Ereignisse überrollen, wird der Gedanke an eine Flucht ins reiche Afrika plötzlich real.

Josua Brenner kennt sich aus im Leben der kleinen Leute. Im zerbombten Berlin fährt er Suppe aus, schachert auf dem Schwarzmarkt und holt sich Ratschläge fürs Leben bei Opa Lampbrecht. Eine Zeitlang scheint er die Nase vorn zu haben. Die Umstände sind ihm gewogen, seiner kleinen Familie geht es prächtig und auch die Geschäfte laufen gut. Die Strippenzieher in der Neuen Preußischen Republik versuchen zwar, ihm das Leben schwerzumachen, doch so leicht gibt Josua Brenner nicht auf. Ihn treibt ein unbezwingbarer Wille zum Glück, egal wie oft ihm der Teufel ins Handwerk pfuscht. Erst als es für ihn so richtig knüppeldick kommt, bricht er auf in Richtung Süden. Wie all die anderen vor ihm hat er vor allem ein Ziel: ein besseres Leben in einer besseren Welt. Wunderbar leichtfüßig erzählt Christian Torkler von einem modernen Helden, der sein Schicksal herausfordert und sich niemals geschlagen gibt.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:592
Verlag: Klett-Cotta
EAN:9783608962901

Rezensionen zu "Der Platz an der Sonne: Roman"

  1. 3
    13. Feb 2019 

    Verkehrte Welt

    Dieses Buch von Christian Torkler ist eine Fiktion über eine Welt, die der unseren sehr nahe stehend angelegt wurde. Nur das das Geld anders herum verteilt wurde. Und man aus der europäischen, hier der armen Seite, sieht, was es bedeutet in Ländern zu leben, in denen man keine Chance hat, jemals ein etwas wohl situiertes Leben zu führen. Der Protagonist bricht aus der Verzweiflung darüber auf, zur Suche nach dem Platz an der Sonne, der in dieser Geschichte in Afrika liegt, da wo das Geld ist. Und dann wird eine Flüchtlingsgeschichte gezeichnet, in der dem Leser klar gemacht wird, was eine Flucht bedeuten kann. Man hat mit den positiven und negativen Eigenschaften des Menschen zu tun. Es wird klargemacht, was es bedeutet, fremden Menschen ausgeliefert zu sein, vertrauen zu müssen, weil es gar nicht anders geht. Unbilden der Natur zu ertragen und auch zu sehen, dass es nicht jeder schafft, dem Tod zu begegnen, und darüber nicht verrückt zu werden. Den Flüchtlingen begegnen Menschen, die sich an deren Not noch bereichern, und man ist erschüttert. Und dann kommen sie an den Platz an der Sonne und begegnen der Bürokratie und Menschen, die sich dahinter verstecken.

    Die ganze Zeit beim Lesen drängen sich dem Leser Vergleiche/Parallelen zu Geschehnissen in der heutigen Zeit/in der heutigen Welt auf. Aber dies geschieht teils recht platt, was mir nicht so ganz gefallen hat. Es wird auch nicht erklärt wieso diese Welt so ist, wie sie ist. Warum z.B. Afrika reich ist. Da wären meiner Meinung nach noch viele interessante Möglichkeiten offen gewesen. Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist die Darstellung der Charaktere, der Hauptcharakter ist ein junger Mann aus einer bildungsferneren Schicht, der in einer recht emotionslosen Art seine Geschichte erzählt und dabei für meine Begriffe recht blauäugig daherkommt, alle anderen Charaktere des Buches sind nur bruchstückhaft dargestellt, die weiblichen Charaktere kommen in diesem Buch besonders schlecht weg, man kann schon sagen klischeehaft. Etwas mehr Differenzierung der Hauptcharaktere hätte dem Buch sicher gut getan.

    Die Handlung empfand ich als Parabel auf die heutige Welt. Der Grundgedanke ist wirklich nicht schlecht. Meiner Meinung nach soll uns das Buch daran erinnern was Humanität eigentlich bedeutet, und was daraus gemacht wird. Ein Thema das gerade in heutiger Zeit eine gute Sache und geradezu notwendig ist, wie mir scheint. Weil viele in der westlichen Welt vergessen, das es nur Glück ist, in der richtigen Welt geboren zu werden. Aber leider ist dieses Buch insgesamt nicht ganz so gut gelungen. Das Positive ist, es ist spannend geschrieben und hat einen wirklich spürbaren Sog, und auch einige ganz nette Abschnitte.

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