Der Mann, der nicht verlieren kann: Warum man Trump erst dann versteht, wenn man mit ihm golfen geht

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Mann, der nicht verlieren kann: Warum man Trump erst dann versteht, wenn man mit ihm golfen geht' von Rick Reilly
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4 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Mann, der nicht verlieren kann: Warum man Trump erst dann versteht, wenn man mit ihm golfen geht"

Autor:
Format:Broschiert
Seiten:288
Verlag:
EAN:9783455009590

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Rezensionen zu "Der Mann, der nicht verlieren kann: Warum man Trump erst dann versteht, wenn man mit ihm golfen geht"

  1. Commander of Cheat

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 25. Sep 2020 

    Wie man Golf spielt, entblößt, wer man ist.
    So oder ähnlich versucht der amerikanische Sportjournalist und Golfenthusiast Rick Reilly an einem Porträt des wohl umstrittensten Golfspielers unserer Zeit: Donald Trump, Commander in Cheat.
    Wenn Trump nur Golf spielen würde, dann wäre eine Partie vielleicht nur ein Ärgernis für seine Mitspieler. Doch da war doch noch was? Stimmt. Donald Trump ist doch gerade der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
    „Irgendwer muss doch einmal aussprechen, dass Trumps Art und Weise, Golf zu spielen, genau seiner Handhabung der Präsidentschaft zu entsprechen scheint, will sagen: Er handelt so, als würden die Regeln bloß für die anderen gelten.“
    Trump trickst, betrügt, schönt seine Ergebnisse, kann nicht verlieren. Nicht am Platz und nicht in der Politik. Ob Golfergebnisse oder politisch relevante Fakten, alles „gefühlte Werte“, dehnbar, verhandelbar.
    „Kaufen, lügen, jammern“, ist neben „gewinnen um jeden Preis“ die Devise in Trumps Leben. Dabei geht es im Golf – so sagt Rick Reilly – nicht ums gewinnen, sondern um die Ehre.
    „Wenn du über alles lügst, was das Spiel ausmacht, würdest du dann nicht auch über deine Steuererklärung lügen? Über deine Beziehungen zu Russen? Über dein widerwärtiges Benehmen gegenüber Frauen?“
    Rick Reilly versteht es die Leserin zu unterhalten, auch wenn diese keine Ahnung vom Golfspiel hat. Der Journalist hat nicht nur selbst unzählige Stunden mit Trump am Golfplatz verbracht – für beide war es wohl Arbeitszeit, nur kostet Trumps Golfspiel den amerikanischen Steuerzahl wohl Millionen an Dollars – er hat auch penibel recherchiert, sammelt Anekdoten und mit den Menschen rund um den Golfsport gesprochen. Das Buch ist nicht unbedingt eine durch und durch seriöse politische Analyse, gibt aber schon ein sehr bezeichnendes Bild eines Mannes am Schalthebel der Macht.
    „Trump ist zweifellos ein großer Dealmaker, aber er ist ein noch viel größerer Dealbreaker. Ganz gleich, was er der Presse erzählt oder unterschrieben oder per Handschlag vereinbart hat: Wenn es ums Zahlen geht, wird er plötzlich wendig wie eine Wetterfahne.“
    Golf beherrscht offensichtlich das Denken des amtierenden POTUS. So lässt sich erklären, „was hinter dem Einreiseverbot für Araber steckte (Golf!), warum Trump und Merkel sich nicht verstehen (Golf!) und warum Trump acht Ziegen besitzt (Golf!).“
    Es wäre ja fast lustig, wenn es nicht so traurig wäre.