Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Buchseite und Rezensionen zu 'Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten' von Becky Chambers
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Willkommen an Bord der Wayfarer!

Becky Chambers hat mit ›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ eine zutiefst optimistische Space Opera geschrieben, die uns den Glauben an die Science Fiction (im Besonderen) und an die Menschheit (im Allgemeinen) zurückgibt.

Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös.
Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört.
Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.

›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ wurde für zahlreiche Preise nominiert, u.a. für den Kitschies Award, den Baileys Women’s Prize for Fiction und den Arthur C. Clarke Award.

Format:Taschenbuch
Seiten:544
Verlag: FISCHER Tor
EAN:9783596035687

Rezensionen zu "Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Jan 2019 

    Was für ein fantastisches Abenteuer!

    Rosemary Harper begibt sich auf das Abenteuer ihres Lebens. Weil sie alle Brücken zu ihrem früheren Leben auf dem Mars abbrechen muss, heuert sie als Verwaltungsassistentin auf der Wayfarer an. Captain Ashby Santoso und seine Crew sind Tunneler, ihre Aufgabe ist es Wurmlöcher im All zu bohren. Das Schiff hat schon bessere Tage gesehen, die Besatzung ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen, verschiedene Spezies, unterschiedliche aber durchwegs liebenswerte Charaktere.
    Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten ist ein großartig buntes Weltraummärchen. Jedes Kapitel für sich ist eine kleine abgeschlossene Episode. Der Mensch ist nicht mehr die Krone der Schöpfung, es gibt körperlose künstliche Intelligenzen, Echsenwesen, Paargestalten, undurchschaubare Panzerwesen und ganz viel mehr. Das bunte Zusammenleben ist nicht immer konfliktfrei, trotzdem ist das Buch kein actiongeladener Sci Fi Thriller, sondern Panoptikum und Parabel. Der Aufruf zur Toleranz wirkte aber auf mich nicht wie mit dem erhobenen Zeigefinger. „Bei den Sternen!“, es ist einfach ein unterhaltsamer Spacetrip!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Mär 2017 

    Offen, bunt und positiv!

    Ich habe seit langem nicht mehr mit soviel Freude gelesen. Soviel vorab. Aber erst einmal etwas zum Setting:

    Ash und seine Crew, bestehend aus 6 Exemplaren 4 verschiedener Spezies plus einer personalisierten KI, sind Tunneler - das bedeutet, sie erschaffen Tunnel (stabile Wurmlöcher) im Weltraum, damit die Mitglieder der GU (galaktischen Union) schneller von A nach B reisen können.
    Sie bekommen nach vielen kleinen Aufträgen endlich den einen, vielversprechenden und lukrativen Auftrag, eine Passage zu einem Planeten zu schaffen, dessen streitbare Mitbewohner soeben in die GU aufgenommen worden sind.
    Was sie dafür benötigen, wie sie die lange Reise durchhalten und ob am Ende alles gut wird? Dazu muss man schon lesen.

    Das allerdings ist eine wahre Freude, denn Becky Chambers erschafft ein Universum, das sie mit einer Unzahl plausibler Lebensformen inklusive deren Geschichte, Physiognomie und Lebensgewohnheiten ausstattet.

    Allerdings habe ich mich auch etwas an die Serie "Firefly" erinnert gefühlt, gerade die Technikerin Kizzy erinnerte in ihrer Mischung aus Chaos und Fröhlichkeit stark an Kayly Frey und es hätte mich nicht gewundert, wenn sie auch das Wort "Shiny" benutzt hätte.
    Aber zum Glück war es nicht mehr als ein Anflug und so konnte ich mich in eine komplett neue Welt begeben, die bunt und vielfältig und vom Grundgefühl her ungemein positiv ist. Danke Dr. Koch, der einen Großteil zu dieser warmherzigen Atmossphäre beigetragen hat!
    Oder auch Sissek und ihre Sexualität, die uns Menschen eine ganz neue Sichtweise beschert.
    Bei aller Harmonie kommen Spannung und Trauer aber nicht zu kurz, beide Elemente sind so geschickt in die Story eingebunden, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen mag.

    Bevor ich aber wirklich spoilere, komme ich zu meinem Schluß: Lesen! Nochmals Lesen! Habt eine schöne Zeit mit dem Buch und kehrt danach ein Stück weltoffener wieder zurück ins Hier und Jetzt.