Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach: Roman' von Julia Mattera
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3 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach: Roman"

Ein Gasthof im Elsass. Ein schrulliger Koch. Eine verheißungsvolle Begegnung Der Gasthof von Elsa und Robert Walch ist eine Institution. Es ist Sommer, und die Touristen schwärmen von überall herbei, um inmitten friedvoller Natur Roberts köstliche Landküche zu genießen. Während seine Schwester Elsa sich um die Gäste kümmert, verbringt Robert seine Zeit am liebsten am Herd und in seinem prächtigen Gemüsegarten. Er erzählt den Möhren Geschichten, singt seinen Hühnern Wiegenlieder und ersinnt unter dem Sternenhimmel Rezepte voller Nostalgie. Bis eines Tages die temperamentvolle Maggie aus England eintrifft. Und ihn zum Tanz auffordert. Zunächst auf dem Parkett. Doch wird Robert es wagen, mit ihr auch das wahre Leben zu erkunden?

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:224
Verlag: Eichborn
EAN:9783847900986

Rezensionen zu "Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach: Roman"

  1. Ein wunderschöner Roman über die Liebe

    Robert Walch und seine Schwester Elsa betreiben eine "auberge"die für ihre Küche sehr bekannt ist.Robert ist mit Leidenschaft Koch und verbringt die meiste Zeit am Herd.Er ist eigenbrödlerisch und ein Einzelgänger der am liebsten mit seinen Hühnern und Gemüse redet.Nachts unter dem Sternenhimmel erfindet er dann Kochrezepte...bis eines Tages Maggie aus England eintrifft.

    Der Schreibstil ist eher ruhig,bildhaft und zügig zu lesen.Die Protagonisten sind sympathisch und ansprechend dargestellt.Der Spannungsbogen verläuft genau richtig.

    Fazit:Dieser Roman mit seinen 18 Kapiteln spielt sich auf einem umgebauten Bauernhof im Elsass ab.Das merkte ich auch am Schreibstil-besonders auf den ersten Seiten.Da kommt das französische Flair besonders gut zur Geltung.Die Autorin lässt die Charaktere und die Geschichte tiefgründig wirken.Bei diesem Roman kann man während des lesens meiner Meinung nach innehalten und den Alltag loslassen.Gefühlvoll,ein wenig mit Wehmut und behutsam so empfand ich diese Geschichte.Zwischendurch ist der Roman eher wie eine Erzählung um über frühere Erlebnisse und Erinnerungen nachzudenken und um dann wieder in die heutige Zeit zurückzukehren.Es wird zwischendurch auch gekocht, gebacken und Gemüse geschnippelt.Es gibt traditionelle elsässische Spezialitäten aber auch algerische sind darunter zu finden.Die Geschichte entwickelt sich zu einem Liebesroman der herzlich und voller positiver und glücklicher Emotionen ist.Es ist ein Roman über Veränderungen und loslassen aber es geht auch um das zwischenmenschliche und um die Liebe.Diese wunderbare Geschichte hat mich persönlich positiv berührt auch von Robert der eine sehr empfindsame Seele unter einem harten Kern hat.Im Anschluss gibt es noch einige leckere Rezepte zum nachkochen.Der Biohof ist eine Oase für sich:Mehrmals beim lesen kam bei mir der Gedanke auf dass ich auch gerne einmal dort wäre zwischen Zucchini,Tomaten,Gurken Auberginen und vergebe deshalb sehr gerne fünf Sterne.

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  1. 2 Sterne sagt alles

    Klappentext:
    „Der Gasthof von Elsa und Robert Walch ist eine Institution. Es ist Sommer, und die Touristen schwärmen von überall herbei, um inmitten friedvoller Natur Roberts köstliche Landküche zu genießen. Während seine Schwester Elsa sich um die Gäste kümmert, verbringt Robert seine Zeit am liebsten am Herd und in seinem prächtigen Gemüsegarten. Er erzählt den Möhren Geschichten, singt seinen Hühnern Wiegenlieder und ersinnt unter dem Sternenhimmel Rezepte voller Nostalgie. Bis eines Tages die temperamentvolle Maggie aus England eintrifft. Und ihn zum Tanz auffordert. Zunächst auf dem Parkett. Doch wird Robert es wagen, mit ihr auch das wahre Leben zu erkunden?“

    Der Grundgedanke des Titels und demzufolge des Protagonisten Robert, mit den Lebensmitteln achtsam umzugehen, ist an sich ja wirklich wichtig und löblich. Schön dass das Thema mal ein Plattform bekommt. Dennoch war es das dann aber auch schon mit den positiven Gedanken für diese Geschichte. „Der Koch der zu Möhren und Sternen sprach“ begann recht „nett“, kippte aber leider komplett in die Richtung Klischee ab und wurde zusehenst unverständlicher bzw. riss immer wieder abrupt ein und manches mal ab. Roter Faden? Nicht wirklich gefunden. Der Lesefluss wurde einfach nicht bis zum Schluss gleichmäßig in Gang behalten. Der Sprachstil von Autorin Julia Mattera ist einfach und sehr oft einfach nur nervig, denn sie wiederholt viele, viele Parts immer und immer wieder (schlussendlich stellt man sich nach ihren Beschreibungen Robert als immer hochroten und Herzrhthmus-geschädigten Menschen vor). Hier fehlt einfach komplett die Abwechslung, die Tiefe, der Sinn und Glaubwürdigkeit und die bietet das Leben ja nun in Hülle und Fülle wenn man es richtig verpackt. Es soll eine Liebesgeschichte sein, in der ein Mann aus seinem alten Leben ausbricht und endlich doch noch die Liebe findet, sich öffnet und das Leben genießen kann, soll, muss - so will es jedenfalls die Autorin. Ihr Coaching zum Thema „sinnvoll das Leben füllen“ hätte sie anders verpacken müssen. Die Geschichte ist zäh und nervig an manchen Stellen, man verliert den Faden zu ihr und ich quälte mich dann bis zum Schluss. Für mich ist es nichtmal eine seichte Geschichte, für mich ist es wie ein Hauch Puderzucker, der manches leckere Lebensmittel einfach übertüncht. 2 von 5 Sterne. Eine Leseempfehlung gibt es von mir nicht.

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  1. Küchenpsychologie

    Ohne Zweifel: Julia Mattera will uns mit ihrem Roman „Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach“ eine Botschaft vermitteln. Und das tut sie unablässig, penetrant, spätestens nach jeder zweiten Seite. So lässt sie eine Romanfigur, Maggie, formulieren: „Ich mache Reportagen über neue, umweltbewusste Lebensweisen, die letztlich nicht nur der Erde, sondern auch uns Menschen zugutekommen.“ Gegenstand ihrer neuesten Reportage ist unser Romanheld Robert. Robert ist ein begnadeter Koch, der sein Gemüse selbst zieht und das so hervorragend wächst und schmeckt, weil er mit ihm spricht. Und nicht nur das: Die Möhren verstehen ihn und reagieren auf ihn: „Guten Abend, meine Schätzlein“, verzeiht mir, dass ich so spät komme.“ Die Möhren erleben in seinem warmen Atem. Sie wirken ungeduldig. (…) Er beugt sich ganz nah zu ihnen und murmelt ein paar aufmerksame Worte in ihre Ohren. Die Möhren durchfährt ein angenehmer Schauer.“ Fragt sich, wie Robert es über sich bringen kann, diese wunderbaren Geschöpfe aus dem Boden zu reißen und sie zu verkochen. Aber das ist kein Problem. Wenn die Möhren so gut behandelt werden, dann ist es für sie der Lebenssinn, in einem Kochtopf zu enden. Und immerhin hat Robert jeder einzelnen Möhre einen Namen gegeben beim Ausreißen. Fragt man sich als Leser: Geht‘s noch?
    Na gut, aber wie sieht es mit den Mitmenschen aus? Da hat Robert ein gewaltiges Problem: Er hatte vor 42 Jahren ein traumatisches Erlebnis, ein Unfall, bei dem seine Eltern starben. Vor allem den Tod seiner Mutter hat er nie verwunden und sich von der Welt und allen Mitmenschen zurückgezogen. Er lebt isoliert in seinem Gemüsegarten und kennt nicht einmal den Elsaß, seine Heimat.
    Gott sei Dank gibt es aber sechs Laientherapeuten, die sich nach diesen 42 Jahren des Problems annehmen und es natürlich, das kann man verraten, ohne zu spoilern, lösen.
    Für mich spannender war die Frage, ob Robert die Handlung überhaupt überlebt oder nicht vielmehr an Herzversagen stirbt. Er scheint nämlich ein ausgesprochenes Problem mit dem Blutdruck zu haben: „Robert wird puterrot“, „Behutsam richtet er sich auf, sein Atem geht schnell, das Herz rast“, „Das empfindsame Herz von Robert krampft sich angesichts dieses Vergleichs zusammen“, „Robert wird rot“, „Sein Herz schlug bis zum Hals“, „Sein Herz gerät erneut in Wallung und macht sich durch lautes Pochen bemerkbar“, „Sein Herz war nicht mehr im Zaum zu halten“, „Roberts Herz gerät so aus dem Takt, dass ihm die Luft wegbleibt“, „Robert steigt das Blut zu Kopfe“, „Roberts Wangen glühen, es fühlt sich an, als würde er von Kopf bis Fuß erröten“, „Roberts Wangen sind jetzt krebsrot“, „Seine Brust schmerzt, so wild schlägt sein Herz“, „Roberts Wangen färben sich hochrot“, „Die warme Glut rötet seine Wangen“, „Roberts Wangen färben sich rot“, „Roberts Herz beginnt schneller zu schlagen“, „Sein Herz rutscht ihm vollends in die Hose“, „Verzaubert von ihren Worten, schmilzt Roberts einsames Herz dahin“, „Robert ist bleich. Er möchte am liebsten schreien, ein solcher Schmerz tobt in seiner Brust“, „Sein Herz schlägt Bum Bum Bum“…
    Wer jetzt noch nicht von der Sprachgewalt der Autorin überzeugt ist, lese folgendes Liebesgeständnis: „Noch nie hat er solch intensive Gefühle verspürt, noch nie ein so zärtliches und aufrichtiges Einverständnis mit einer Person des anderen Geschlechts empfunden.“
    In einem Interview sagte die Fernsehmoderatorin und Literaturkritikerin Christine Westermann, dass sie Literatur nicht mag, die eine Anleitung zum Lebensglück versprechen. Seit der Lektüre von „Der Koch, der zu Möhren und Sternen sprach“ verstehe ich sie.

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  1. Es gibt mehr als Gemüse

    Die Geschwister Robert und Elsa haben zusammen eine Auberge im Elsass. Während sich Elsa um die Gäste kümmert, züchtet Robert Gemüse und zaubert daraus wunderbare Gerichte. Die Aufgabenverteilung ist auch wichtig für Robert, denn er ist am liebsten alleine, redet mit seinem Gemüse und seinen Tieren. Auch an seinen Herd lässt er niemanden heran. Doch in diesem Sommer ändert sich einiges, denn die temperamentvolle Maggie aus England weckt tatsächlich Robert Interesse.
    Diese Geschichte ist warmherzig, unterhaltsam und wundervoll zu lesen.
    Die Charaktere sind sehr individuell dargestellt. Der Eigenbrötler Robert ist nicht sehr gesprächig und wenn, dann grantelt er herum. Dabei ist er eigentlich ein liebevoller und sympathischer Mensch, doch das kann er nicht zeigen. Er mag seine Schwester und liebt deren Kinder, die Zwillinge Davy und Croquette. Die beiden haben mir gut gefallen, denn immer wieder stellen sie etwas an. Als Maggie auftaucht, bringt sie Robert zum Lachen, doch Fatima und ihr Sohn Hassan haben zuvor ihn zuvor schon sehr viel milder werden lassen.
    In der Auberge von Elsa und Robert ist es noch eine heile Welt, jedenfalls solange die Zwillinge nicht durchfegen. Ich würde zu gerne all die Gerichte probieren, die Robert mit sehr viel Ruhe zubereitet.
    Es ist eine schöne und entspannende Geschichte, die mir gut gefallen hat.

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