Der Insektensammler

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Insektensammler' von Jeffery Deaver
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Im Paquenoke-Sumpf in North Carolina wurde ein junges Mädchen entführt. Der Tat verdächtigt wird der "Insektensammler", der 16-jährige Garrett Hanlon – ein sonderbarer Einzelgänger, der sich wie besessen mit Ungeziefer beschäftigt. Davon ahnen Lincoln Rhyme, der geniale Ermittler aus New York, und seine Assistentin Amelia Sachs jedoch noch nichts, als sie in der Gegend eintreffen. Rhyme, seit einem Dienstunfall fast vollständig gelähmt, soll sich in einer Spezialklinik vor Ort einer riskanten Operation unterziehen. Als der Sheriff von Tanner's Corner von Rhymes Anwesenheit erfährt, bezieht er ihn sofort in den Entführungsfall mit ein. Rhymes analytischer Verstand, seine akribische Spurensuche und seine legendären Erfolge bei der Festsetzung von Gewaltverbrechern sollen helfen, das Schlimmste zu verhindern. Tatsächlich gelingt es Rhyme schon nach kurzer Zeit, den Jungen in den undurchdringlichen Sümpfen aufzustöbern, ihn in die Enge zu treiben und schließlich zu verhaften. Doch über den Aufenthaltsort seiner Geisel schweigt sich Garrett beharrlich aus. Dann geschieht das Unfassbare: Amelia wechselt die Fronten, schlägt sich auf die Seite des Jungen und flieht mit ihm zurück in die Sümpfe. Und Lincoln Rhyme sieht sich auf einmal dem intelligentesten Gegner gegenüber, mit dem er je konfrontiert war ...


Format:Taschenbuch
Seiten:480
Verlag: Blanvalet
EAN:9783442359059

Rezensionen zu "Der Insektensammler"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Dez 2016 

    Wie ein Fisch auf dem Trockenen...

    Wie ein Fisch auf dem Trockenen - so fühlt sich der geniale Ermittler Lincoln Rhyme mehr als einmal, als er in North Carolina von der ortsansässigen Polizei um Mithilfe gebeten wird. Eigentlich ist Rhyme mit seiner Assistentin Amelia Sachs von New York nur in den südlichen Bundesstaat gefahren, um sich dort in einer Spezialklinik einer riskanten Operation an der Wirbelsäule zu unterziehen. Davon erhofft er sich, nach seinem schweren Unfall und der daraus resultierenden Querschnittslähmung u.U. wieder etwas mehr Bewegungsmöglichkeiten zu erhalten, auch wenn er weiß, dass die Erfolgsaussichten einer solchen Operation nicht sonderlich groß sind.

    Die junge Archäologin Beth O'Connell ist entführt und im ausgedehnten Sumpfgebiet des Paquenoke-Flusses verschleppt worden. Die Zeit drängt, und allzu gut sind die Aussichten nicht, das Opfer noch lebendig zu finden. Lincoln Rhyme scheint in den Augen der hiesigen Polizei der einzige zu sein, der es schaffen könnte, dem Täter rechtzeitig auf die Spur zu kommen - und um die Wartezeit bis zur Operation zu überbrücken, sagt Rhyme schließlich auch zu. Der Täter selbst ist bekannt: der 16jährige Garrett Hanlon ist ein Sonderling und streift einsam durch die Gegend, immer auf der Suche nach seinen Lieblingen, den Insekten. Während Lincoln Rhyme mit Hilfe einer nahezu vorsintflutlichen Technik und mit der Unterstützung eines Studenten, der ihm noch nicht einmal in die Augen schauen kann, die vorhandenen Spuren auswertet, macht sich Amelia Sachs gemeinsam mit einigen der ortsansässigen Polizisten auf die Suche nach Garrett, der seine Spuren gut verwischt und der für seine Fallen sehr bekannt ist.

    Als es den Verfolgern gelingt, Garrett zu stellen, scheint der Fall gelöst. Der Junge kommt ins Gefängnis, doch er weigert sich hartnäckig, das Versteck von Beth O'Connell preiszugeben. Als immer deutlicher wird, dass Garrett im Gefängnis von verschiedenen Seiten her etwas zustoßen könnte, trifft Amelia Sachs eine unglaubliche Entscheidung. Sie befreit den Jungen und flieht diesmal gemeinsam mit ihm zurück in die Sümpfe. Es erscheint ihr als einzige Möglichkeit, die Entführte überhaupt noch retten zu können. Doch der Preis für ihre Entscheidung ist hoch...

    Was für ein Thriller! Während mich die erste Hälft beim Lesen zwischenzeitlich nahezu einlullte - die Hitze, der Sumpf, der Schweiß, das Summen der Insekten waren nahezu präsent, der Fall schien klar, die Herausforderung annehmbar - trumpfte die zweite Hälfte mit einem Feuerwerk an Überraschungen und ungeahnten Wendungen auf. Das Gefühl der Bedrohung manifestiert sich mit jeder Seite, die Ereignisse münden mehr als einmal ins Aussichtslose, und selbst am Ende dreht Deaver dem Leser noch eine lange Nase, zerschlägt die gesichterten Erkenntnisse kurz und klein und ordnet alle Elemente mit zwingender Logik neu, so dass sie in einem ganz anderen Licht erscheinen. Fassungslosigkeit, Staunen und Gänsehaut wechselten sich bei mir zum Schluss hin ab - eine überzeugende Leistung!

    'Der Insektensammler' ist bereits der dritte Fall für Lincoln Rhyme und Amelia Sachs - und für mich garantiert nicht der letzte! Mit jedem Band wächst meine Begeisterung, und ich bin schon überaus gespannt, welche Überraschungen Jeffery Deaver im Folgeband bereit hält!

    © Parden

  1. 4
    (4 von 5 *)
     - 24. Apr 2014 

    Jeffery Deaver - Der Insektensammler

    Eigentlich reisen Lincoln und Amelia auf Grund einer Operation nach North Carolina. Dort werden sie jedoch bereits kurz nach ihrer Ankunft vom Sheriff eines nahegelegenen Ortes Tanner´s Conner um Hilfe in einem Entführungsfall gebeten. Sheriff Jim Bell ist der Cousin eines Bekannten der beiden aus New York. Widerstrebend willigt Rhyme ein, den Sheriff zu unterstützen. In einem notdürftig eingerichteten „Labor“ untersucht Rhyme die nur wenigen Beweismittel. Es gelingt ihm allerdings das Team auf die richtige Fährte zu führen. Doch dann trifft Sachs eine für alle unverständliche Entscheidung.

    Fall Nr. 3 für Rhymes und Sachs. Auch dieses Mal schafft es Deaver, eine spannende Geschichte zu erzählen. Mehr durch Zufall geraten die beiden mitten in einen Entführungsfall. Rhymes ist auch in diesem Teil kein netter und sympathischer Zeitgenosse: Überheblich und eigentlich immer schlecht gelaunt, jedoch immer bemüht, das bestmögliche für die Lösung des Falles beizutragen. Aber eben genau dies, zusammen mit dem für meinen Geschmack angenehmen Schreibstil von Jeffery Deaver , sind der Grund dafür, dass mir diese Reihe bisher so gut gefällt.

    (manfredsbuecherregal.blogspot.de)