Der Heiratsplan (Die Lancroft Abbey Reihe 1)

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Heiratsplan (Die Lancroft Abbey Reihe 1)' von Sophia Farago
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

England, 1811. Frederica, die älteste Tochter des verstorbenen Viscounts of Panswick, träumt von einer glanzvollen Saison in London. Doch ihr Vater hat der Familie einen Berg Schulden hinterlassen. Um wenigstens das Anwesen Lancroft Abbey zu retten, beschließt ihre Mutter, alles auf eine Karte zu setzen. Anstelle von Frederica soll zuerst die zweitälteste und schönste Tochter Penelope in London debütieren - ausgestattet mit dem letzten Bargeld der Familie. Als sich Penelopes Anstandsdame das Bein bricht, übernimmt Frederica, als verwitwete Cousine verkleidet, ihren Part. Die ersten Versuche, Kontakt zur vornehmen Gesellschaft aufzunehmen, scheitern kläglich. Kann Frederica ihre Aufgabe doch noch erfüllen, einen reichen Junggesellen für ihre Schwester finden und damit die Familie und Lancroft Abbey retten?

Format:Kindle Edition
Seiten:227
Verlag: Edel:eBooks
EAN:

Rezensionen zu "Der Heiratsplan (Die Lancroft Abbey Reihe 1)"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Jul 2016 

    Manchmal ist es gut, wenn Pläne schief gehen

    Als Louise Barnett, die Viscountess of Panswick, von ihrem Vermögensverwalter erfährt, dass die Familie nach dem Tode ihres Mannes, fast bankrott ist, gibt es nur einen Plan für sie, um alle aus der finanziellen Misere zu retten. Ihre zweitälteste Tochter Penelope muss in die Londoner Gesellschaft eingeführt werden und möglichst schnell einen reichen und adligen Mann finden, der auch bereit ist, das Gut der Familie und die Familie selbst zu retten. Eigentlich wäre Frederica mit dem Debüt an der Reihe, aber Penelope, obwohl ein Jahr jünger, ist in den Augen der Mutter die Hübschere von beiden. Nur so kann der Plan gelingen. Begleitet werden soll sie von Agatha Alverston, der jungen Witwe von Lady Panswick. Das diese sich am Abend vor der Abreise das Bein bricht, ist für damalige Verhältnisse dramatisch. Junge, unverheiratete Frauen können und dürfen sich nicht allein in die Gesellschaft wagen. Also springt Frederica ein und gibt sich als die Witwe aus.

    Und dann geht diese turbulente Geschichte richtig los. Was den beiden jungen Frauen in London so passiert und warum, so fast alles schief geht, das sollte schon jeder selbst lesen.

    Mir hat dieses Buch beim Lesen viel Freude gemacht. Diese Täuschungen, Irrungen und Wirrungen, die es damals gab. Die Versuche, den guten Ruf zu retten, der mitunter nur durch üble Nachrede bereits ruiniert werden konnte, alles das kann hier wunderbar nachgelesen werden.

    Das Buch ist mit einer Leichtigkeit geschrieben und lässt sich genauso gut lesen. Mir hat es Spaß in der Geschichte voran zu kommen, ich habe mir Frederica und Penelope mitgelitten und mich köstlich amüsiert. Und letztlich bin ich froh, dass ich im hier und jetzt lebe und mir das Prozedere in der damaligen Zeit zum Glück nicht antun muss.
    Von mir für dieses wirklich amüsante Buch klare 5 Sterne und eine Weiterempfehlung an alle!

  1. bewertet:
    2
    (2 von 5 *)
     - 02. Dez 2015 

    Blasse Kopie

    Die Überschrift "Für Fans von Downton Abbey" hat mich auf eine falsche Fährte gelockt. Mit dieser Geschichte hat der Roman nichts zu tun, wenn man von der Regelung der Erbfolge bei englischen Gütern absieht. Downton Abbey beschreibt sehr genau einen Zeitenwechsel, als im beginnenden 20. Jahrhundert die alte englische Standesteilung zu bröckeln beginnt. Es gibt zarte Ansätze von Emanzipation und Modernität.

    Dieses Buch liest sich eher wie eine Kopie der beliebten Romane von Georgette Heyer. Die wurden in den 30iger/40iger Jahren geschrieben und waren damals ausgesprochen erfolgreich. In Deutschland hatten sie ihre Beliebtheitswelle in den 60iger und 70iger Jahren. Manchmal habe ich fast den Eindruck, dass ganze Handlungsstränge den alten Vorbildern fast wortgleich ähneln. Es geht um Dandys und Stutzer und Jungfrauen vom Land, die die passenden Heiratskandidaten suchen. Die müssen natürlich gut aussehen und reich sein, die Damen dürfen etwas naiv sein, solange der Teint nur einwandfrei ist. Die Familie darf verarmt sein, meist durch einen verschwenderischen Vater oder Großvater, aber der Adel muss stimmen. Es gibt eine Anzahl von Irrungen und Wirrungen, aber natürlich löst sich das zum Schluss auf's Beste im Happy End mit Heirat auf. Die Autorin wählt als Epoche das englische Regency, das Land wird vom verschwenderischen Prinzregenten regiert, da sein Vater, König George an einer Nervenkrankheit leidet. In dieser Zeit wäre es unmöglich gewesen, dass eine junge unverheiratete Frau ihren Onkel duzt oder dass eine ältere Schwester unter falschen Namen als Anstandsdame fungiert, da hatte Heyer besser recherchiert.

    Ich frage mich wirklich, für welchen Leserkreis das gedacht ist? Junge Romantikerinnen? Ältere Damen? Heftchenleserinnen? Wer weiß, ich konnte damit leider nichts anfangen und dabei hätte ich mich gern auf der Schiene von "Downton Abbey" unterhalten lassen