Der erste Sohn: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der erste Sohn: Roman' von Philipp Meyer
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der erste Sohn: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:608
EAN:9783813504798

Rezensionen zu "Der erste Sohn: Roman"

  1. Philipp Meyer - Der erste Sohn

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 17. Sep 2014 

    In seinem Roman "Der erste Sohn" erzählt Philipp Meyer von dem Aufstieg der texanischen Familie McCullough und beschreibt damit ca 200 Jahre amerikanische Geschichte.
    Eli McCullough, der hochbetagte erste Sohn, erzählt von seinem bewegten Leben. Seine Eltern gehörten mit zu den Erstsiedlern des Staates Texas, welcher 1836 die Unabhängigkeit von Mexiko erklärte. 1849 wurde seine Familie von Comanchen überfallen und ermordet, er selbst entführt und in den Indianerstamm integriert, wo er ein paar Jahre lebte.
    Zu Wort kommen auch in Form einer Tagebuchaufzeichnung sein Sohn Peter, der das Leben ab 1915 beschreibt und Elis Urenkelin Jeanne Anne McCullough, die nun 86 Jahre alt ist und über ihr Leben und ihr Bestehen als Frau in der Männerwelt nachdenkt
    Das Ganze liest sich äußerst fesselnd, wenn auch oft schonungslos und glücklicherweise ganz ohne verzerrende Indianer- oder Cowboyromantik. Beide Seiten kämpfen um's Überleben; es wird vergewaltigt und gemordet.

    "Die Weißen sind verrückt. Sie alle wollen reich sein, genau wie wir, aber sie gestehen sich selbst nicht ein, dass man nur reich wird, indem man andere bestiehlt. Sie glauben, wenn man die Menschen nicht sieht, die man bestiehlt, oder wenn man sie nicht kennt oder wenn sie nicht wie man selbst aussehen, dann ist es eigentlich kein Stehlen. "
    S.114/Zitat Toshaway

    Als Eli die Indianer verlassen muss, muss er sich erst wieder an die "weiße" Gesellschaft gewöhnen. Er gründet er eine Familie und häuft Geld und Macht an.Nicht Können oder Fleiß, sondern Skrupellosigkeit und Machtgier sind die Ursache für den Aufstieg der Familie.
    Peter hingegen hat eine andere Sichtweise wie sein Vater, er scheint unter dem Rassismus zu leiden, ist aber zu schwach, um dagegen aufbegehren und hält letztendlich doch zu den Starken. Stattdessen führt er Tagebuch, wo er seine Gedanken festhält. Er berichtet von dem Massaker an der Familie Garcia, wo es nur eine Überlebende gibt - die Jahre später vor seiner Tür steht...
    Philipp Meyer muss gut recherchiert haben; das Buch ist packend und informativ. Besonders gefallen hat mir Elis Erzählstrang, wie er über sein Leben bei den Comanchen berichtet.
    Für mich war es ein pageturner.