Der endlose Sommer: Roman: Ein Requiem

Rezensionen zu "Der endlose Sommer: Roman: Ein Requiem"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 11. Feb 2019 

    was ist endlos ...

    Dieser kleine und dünne Roman hat es in sich. Er besteht aus einer sehr künstlerischen Sprache mit langen Schachtelsätzen, die das Lesen etwas erschweren. Aber es entsteht trotzdem ein Erzählfluss, nicht mit so einem Sog, aber dennoch irgendwie von einem Besitz ergreifend. Der endlose Sommer. Was ist schon endlos ? Alles endet irgendwann. Das wird auch zum Thema. Aber im Vordergrund steht eher das Leben, es ist wichtig zu leben, zu genießen, Leidenschaft zu empfinden, zu lieben, zu rasen. Es ist wichtig das Leben zu sehen in all seinen Facetten und dieses auch genießen zu können. Und es ist wichtig der Kunst einen Platz im Leben zu geben, ihr gestatten das Leben mit Farbe zu versehen. Weil alles endet irgendwie/irgendwo/irgendwann mit dem Tod. Und der hinterlässt überall im Buch seine Spuren. Bei diesen Stellen konnte ich irgendwie auch ein kleines Lächeln der Verfasserin zwischen den Zeilen sehen. Und das alles ist, trotz dieser schon benannten Schachtelsätze, in einer künstlerisch gehaltenen Sprache beschrieben, die einfach gut klingt und auch guttut. Ich habe auch immer einen gewissen Zynismus vernommen, einen Zynismus mit dem die Verfasserin das Leben sieht. Und er hat mir gefallen. Und ich denke das auch ein gewisser autobiographischer Anteil vorhanden ist, die Autorin rechnet etwas ab.

    Nun zur Handlung: eine Familie hat in Dänemark ein Landgut gekauft, den weißen Hof: der eifersüchtige Stiefvater, Mads; die reitende Ehefrau, Benedikte/Ditte; die größere Tochter, Christina/Stina; die zwei kleinen Brüder. Die Familie führt ein offenes Haus und hat immer mal wieder Besuch von Leuten, die zum inneren Kreis gehören: der schöne Junge, der schön gewachsene, athletische Lars; der zarte Junge, der vielleicht ein Mädchen ist, es aber noch nicht weiß; der schlaksige Junge aus Odense. Der Stiefvater verschwindet schließlich aufgrund von Differenzen und zwei Portugiesen, Peixe und der Künstler, kommen in den weißen Hof. Und der endlose Sommer beginnt. Und das Leben tobt. Und es tobt und der endlose Sommer vergeht. Wie alles irgendwann vergeht.