Der eiserne Gustav: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der eiserne Gustav: Roman' von Hans Fallada
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5 von 5 (1 Bewertungen)

Berlin – Paris



Berlin, 1914–1924: Gustav Hackendahl, genannt der eiserne Gustav, ist Droschkenkutscher und streng gegen sich selbst und andere. In den unruhigen Kriegs- und Nachkriegsjahren bricht seine Familie auseinander, sein Betrieb unterliegt der Automobil-Konkurrenz. Trotzig verwirklicht er einen Traum: Er begibt sich auf eine letzte Reise – mit der Droschke von Berlin nach Paris.

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:749
EAN:9783746628608

Rezensionen zu "Der eiserne Gustav: Roman"

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Dez 2017 

    Nach einer wahren Person

    Den eisernen Gustav gab es wirklich. Nur hieß er Gustav Hartmann. Am 2. April 1928 startete er mit seiner Droschke und dem Wallach Grasmus nach Paris (über 1000 Kilometer). Der Zeitungsreporter Hans Hermann Theobald begleitete ihn. Am 4. Juni 1928 kamen sie dort an.
    Da um diese Zeit die Anzahl der Autos auf den Straßen stetig zunahm, war diese Reise als Aktion gegen den Niedergang des Droschkengewerbes gedacht. Dabei hatte, anders als die Romanfigur, Hartmann nichts gegen Autos. Ganz im Gegenteil: zurzeit seiner Reise nach Paris besaß er selbst ein Taxi.

    Hans Fallada beschreibt in seinem Buch die Geschichte Gustav Hartmanns. Wir lernen ihn als Gustav Hackendahl kennen. Hackendahl ist das gestrenge Oberhaupt seiner Familie. Einst Wachtmeister bei den Pasewalker Kürassieren haben seine Frau und die fünf Kinder zu parieren. Sein Wort ist Gesetz. Er führt einen gut florierenden Droschkenbetrieb, hat mehr als 30 Pferde in den Ställen und beschäftigt Droschkenkutscher.
    Doch plötzlich muss er miterleben, wie seine Familie zusammenfällt. Die Kinder gehen ihre eigenen Wege, und es sind nicht immer die besten. Fast zeitgleich fallen Schüsse in Sarajevo und es wird mobil gemacht. Der Erste Weltkrieg beginnt.
    Die Kinder zieht es aus dem Haus. Otto in den Krieg, Erich macht krumme Geschäfte, Heinz strauchelt, fängt sich aber wieder, und Eva, mal des Vaters Lieblingskind gewesen, verliert sich an einen Zuhälter. Es bleibt halt auf immer haften, wenn ein Mensch ohne Liebe großgezogen wird.
    Aber der eiserne Gustav sieht das nicht so. In seinen Augen hat er immer das Richtige getan. Seinen Kindern aber tat das nicht gut. Ebenso nicht seiner Frau, die ewig Geduckte.

    Ich hätte mir gewünscht, dass die Geschichte weitergegangen wäre. Beim Lesen hatte man schon so eine Ahnung, wie sich die Figuren eventuell zur Zeit des Nationalsozialismus verhalten würden. Diese Entwicklung mitzuerleben, wäre sehr interessant gewesen.

    Auf jeden Fall hat mich Fallada mit diesem Buch wieder sehr berührt.

    Nach dem Klappentext könnte man ja meinen, es geht hauptsächlich um die Parisreise. Dem ist aber nicht so, diese nimmt nur das letzte Kapitel ein.