Der Bruder: Kriminalroman

Buchseite und Rezensionen zu 'Der Bruder: Kriminalroman' von Christine Brand
4.85
4.9 von 5 (6 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der Bruder: Kriminalroman"

Irena Jundts Vater ist tot. Um das Elternhaus zu räumen, muss die Rechtsmedizinerin der Berner Kripo zurück in das abgelegene Bergdorf ihrer Kindheit. Eine Kindheit, die mit dem Verschwinden ihres Bruders abrupt endete. Damals wurde ein brutaler Kindermörder für Benis Tod verurteilt. Doch bei ihrer Rückkehr erkennt Irena, dass irgendetwas an der Geschichte nicht stimmt, und die Dorfbewohner etwas verbergen. Wenig später wird in Bern ein kleiner Junge vermisst gemeldet – Sandro Bandini, Chef der Abteilung Leib und Leben bei der Berner Polizei, beginnt mit Hochdruck zu ermitteln und auch seine Freundin, Journalistin Milla, versucht mit gewohnt unkonventionellen Mitteln die Spur des Kindes zu verfolgen. Noch ahnt niemand, welche Kreise der Fall ziehen wird – und dass die Vergangenheit noch immer dunkle Schatten in die Gegenwart wirft …

Format:Broschiert
Seiten:544
Verlag:
EAN:9783764507459

Rezensionen zu "Der Bruder: Kriminalroman"

  1. Starker Krimi!

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Mai 2021 

    Im 3. Band um die Journalistin Milla Nova und den Ermittler Sandro Bandini nimmt uns die Schweizer Autorin Christine Brand in eine düstere Geschichte mit, die umso beklemmender wirkt, da sie an authentische Fälle erinnert. Noch vor dem Prolog findet man eine Liste ,,Gegen das Vergessen“, eine Namensliste von Kindern, sowohl Jungs als auch Mädchen, die in den 80er Jahren in der Schweiz spurlos verschwunden sind und deren Verschwinden nie aufgeklärt wurde.
    In diesem Band rückt neben Milla, Sandro und dem blinden Nathanael eine andere Figur in den Fokus: Irena Jundt, die Rechtsmedizinerin der Berner Kripo. Nach dem Tod ihres Vaters kehrt sie äußerst widerwillig in das abgelegene Bergdorf ihrer Kindheit zurück, um das Elternhaus zu räumen. Seit dem Verschwinden ihres Bruders Beni und dem Tod der Mutter hatte Irena wenig Kontakt zu ihrem Vater. Obwohl Benis Leiche nie gefunden wurde, wurde damals ein brutaler Kindermörder verurteilt. Doch bei ihrer Rückkehr findet Irena Hinweise, dass irgendetwas an der Geschichte nicht stimmt. Und den Dorfbewohnern ist ihre Rückkehr offenbar ein großer Dorn im Auge. Irena wird bedroht und sogar angegriffen.
    Währenddessen verschwindet in Bern ein weiterer kleiner Junge. Sandro Bandini ermittelt, auch seine Freundin Milla Nova versucht, den Jungen aufzuspüren, gleichzeitig aber auch, eine gute Story daraus zu machen….
    Diese Geschichte geht einem wirklich unter die Haut, da es um Kinder geht. Am Beispiel Irenas erlebt man auch eindrücklich mit, wie das Leben Betroffener oder Angehöriger von solchen schlimmen Ereignissen für immer geprägt ist.
    Die Figuren erscheinen sympathisch, wie z.B. Sandro, oder manchmal auch nervig, wie z.B. Milla, aber immer authentisch und lebendig. Die Geschichte, so beklemmend sie ist, wird hochspannend erzählt, da immer wieder andere Perspektiven und kleine Nebenhandlungen erzählt werden.
    Ein starker Kriminalroman!

  1. Absolut fesselnd

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 25. Mai 2021 

    Nachdem der Vater der Rechtsmedizinerin Irena Jundt gestorben ist, kehrt sie in ihr früheres Zuhause zurück, um das Elternhaus zu räumen. Die Erinnerungen an ihre Kindheit sind wieder präsent, denn damals verschwand ihr Bruder Beni spurlos. Ein brutaler Kindermörder wurde damals verurteilt und sitzt noch heute im Gefängnis. Doch Irena erkennt, dass irgendetwas an der Geschichte nicht stimmt. Dann wird ein kleiner Junge vermisst gemeldet. Sandro Bandini beginnt zu ermitteln. Und auch seine Freundin, die Journalistin Milla Nova, macht sich auf die Suche nach dem Jungen. 

    Dies war bereits der dritte Band um Milla Nova und Sandro Bandini. Obwohl ich die beiden vorherigen Bücher nicht kenne, hatte ich überhaupt keine Probleme, in die Geschichte hineinzufinden. Alles Notwendige bezüglich Milla, Sandro und Irena wurde passend eingebunden.
    Der Schreibstil war super zu lesen. Ich kam ganz schnell in die Story hinein und es entwickelte sich ein richtiger Sog. Die Beschreibungen des Settings und der Personen war sehr bildhaft, so dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte.
    Die Charaktere wurden sehr authentisch und lebendig beschrieben. Milla, Sandro und Irena fand ich sehr sympathisch und die Einblicke ins Private hat ihnen Tiefe verliehen. Sehr spannend und konfliktträchtig waren die Berufe von Sandro und Milla, denn zwischen Polizist und Journalistin kommt es unweigerlich zu Reibereien. Das wirkte sehr echt.
    Der Fall war richtig gut konstruiert und ich war total gespannt, wie alles zusammenhängt und welche Verbindung es gibt. Die Spannung war durchgängig auf einem hohen Level und ich mochte das Buch gar nicht beiseite legen. Dazu trugen auch die kurzen Kapitel bei, die mich zum Weiterlesen anheizten. Bei mir kreisten ganz viele Fragen im Kopf herum. Was ist damals mit Beni geschehen? Gibt es eine Verbindung zu dem aktuell verschwundenen Jungen? Wem kann ich trauen, wer erzählt die Wahrheit? Und wer nicht? Ich war bis zum Ende total gespannt und habe die Hintergründe nicht erahnt. Sie haben mich fassungslos zurückgelassen. 

    Ein großartiger Krimi mit erschreckendem Plot und viel Spannung. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.

  1. Traurige Schicksale

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Mai 2021 

    Der Vater der Gerichtsmedizinerin Irena Jundt ist gestorben. Jahre war sie nicht in ihrem Heimatdorf gewesen. Zu viel ist damals geschehen. Das Verschwinden ihres elfjährigen Bruders Bene hat zum Zerfall der Familie geführt und ließ sie als Fünfzehnjährige für immer mit der Familie brechen. Nun kehrt sie in das Dorf zurück. Nach dem Verschwinden ihres Bruders wurde ein Mann für sein Verschwinden und das vieler anderer Kinder verurteilt. Aber eine Leiche ihres Bruders wurde nie gefunden.

    Nun ist jedoch ein weiteres Kind verschwunden. Kommissar Sandro Bandini setzt alles daran, um dieses Kind so schnell wie möglich zu finden.

    Das Ermittlungsteam von Leib und Leben ermittelt mit Hochdruck an dem Fall des verschwundenen Kindes. Obwohl das Kind am helllichten Tag in einem Dorf verschwunden ist, findet sich niemand der etwas gesehen hat. Es wird noch mysteriöser, als kurze Zeit später zwei Tote in einem nahegelegenen Waldstück gefunden werden.

    Der Verdacht liegt nahe, dass die beiden Fälle miteinander schon aufgrund der Nähe miteinander zu tun haben.

    Christine Brand hat in diesem Krimi alle Register gezogen. In kurzen, spannenden Abschnitten erfahren wir von den Ereignisse damals und heute und können uns beim Lesen so selbst ein Bild machen. Durch den kurzen Wechsel zwischen den Abschnitten schafft sie es, dass sich beim Lesen unaufhörlich eine Spannung aufbaut. Dazu kommen die unvorhersehbaren Ereignisse, die dem Kriminalroman ein zusätzliche Dynamik verleihen. Aber es sind nicht nur die spannenden Ereignisse, die mich das Buch nicht weglegen ließen, sondern es ist auch die Geschichte selbst. Im Abspann erfahren wir, dass es die entführten Kinder in der Schweiz damals wirklich gab und wie ungewiss ihr Schicksal bis heute ist.

    Von mir gibt es für diesen hervorragenden Krimi eine unbedingte Leseempfehlung und verdiente fünf Lesesterne.

  1. Die verschwundenen Kinder

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Mai 2021 

    Während der Kriminalbeamte Sandro Bandini mit dem Fall des vermissten Kindergartenkindes Fabio betraut wird, reist seine Kollegin die Gerichtsmedizinerin Irena Jundt in ihr Heimatdorf.

    Sie muss den Haushalt ihres verstorbenen Vaters auflösen, mit dem sie schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Als ihr kleiner Bruder Beni vor vielen Jahren spurlos verschwand, zerbrach daran die Familie.
    Es war eine Zeit, in der in der Schweiz einige Kinder spurlos verschwanden. Ein Täter wurde zwar gefasst, aber er gestand nur einen Teil der Taten. Die anderen ungeklärten Fälle wurden ihm stillschweigend zugerechnet.

    Auch Milla Nova ist in Sachen Fabio unterwegs. Ihr Sender will einen TV-Bericht von diesem Fall, der so sehr an die früheren Vermisstenfälle erinnert. Da ist der Konflikt zwischen ihr und ihrem Freund Sandro natürlich vorprogrammiert.
    Vielleicht ist es das Wissen um die realen, zum Teil noch immer ungeklärten Vermisstenfälle, die den Krimi ausgesprochen fesselnd machen. Aber das ist ja auch eine Spezialität der Autorin, die lange als Gerichtsreporterin gearbeitet hat. Die Suche nach dem vermissten Jungen hat mich einfach in Bann gezogen, der Plot ist wirklich sehr spannend aufgebaut.

    Als Fan der Autorin habe ich mich auch gefreut, das Nathaniel und sein Blindenführhund wieder mit von der Partie sind. Diesen kleinen Nebenstrang mag ich sehr und er verschafft mir auch immer wieder Atempausen, wenn die Spannung an meinen Nerven zerrt. Sehr geschickt werden zwei Handlungsstränge miteinander verknüpft, die Suche von Dr. Jundt nach der Vergangenheit, als sie Haus des Vaters einige Dinge zum Verschwinden ihres Bruders findet und der aktuelle Fall, den Sandro bearbeitet.

    Die Autorin hat mich wieder begeistert.

  1. Auf der Suche nach Fabio und Irenas Vergangenheit

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Mai 2021 

    "Er hat in seiner Karriere vieles gesehen. Er weiß, dass der Mensch zu allem fähig ist, zu viel mehr, als sich ein normaler Verstand vorstellen kann." (Buchauszug)
    Viele Jahre ist es her, das Rechtsmedizinerin Irena Jundt ihren 11-jährigen Bruder Beni verloren hat. Nun ist ihr Vater gestorben und reißt die alten Wunden wieder auf, die Irena längst vergessen wollte. Zur Hausauflösung kehrt sie ins Berner Unterland und muss erkennen, das an der alten Geschichte etwas nicht stimmen kann. Plötzlich kann sie sich nicht mehr vorstellen, dass der Mörder, der damals verurteilt wurde, wirklich Beni getötet hat. Doch wer dann, Irena muss das unbedingt herausfinden und merkt, dass die Dorfbewohner etwas verbergen. Währenddessen sucht das Team von Sandro Bandini nach den kleinen Fabio Della Fortuna. Jede Minute zählt, um den Jungen lebend wiederzufinden, das weiß auch Journalistin Milla Nova und macht sich ebenso auf die Spur.

    Meine Meinung:
    Wieder ein düsteres, einfaches Cover, das gut zur Milla Nova Reihe passt. Dies ist der dritte Kriminalfall, bei dem nicht nur das Team um Leib und Leben, sondern außerdem Journalistin Milla Nova ermittelt. Und natürlich erfahren wir zudem, wie es dem blinden Nathaniel mit seiner Hündin Alisha weiter ergeht. Er gehört einfach schon irgendwie dazu, seit er in Band eins seinen großen Auftritt hatte. Dass dieser Fall teils auf wahren Begebenheiten basiert, hat mich wirklich am meisten schockiert. Den die Autorin nimmt uns mit in einen Kriminalfall, der vor vierzig Jahren die ganze Schweiz erschüttert hat. Diese Kinder, die damals allesamt vermisst wurden, hat die Autorin hier zu Beginn des Buches aufgeführt. Einige davon wurden später tot aufgefunden, doch von den meisten fehlt bis heute jede Spur. Dass sie dies selbst noch immer nicht vergessen kann, verstehe ich gut. Darum hat Christine Brand hier das Geschehen für sich selbst verarbeitet, was mit diesen Kindern passiert sein könnte. Dass sich diesmal wieder Sandro und Milla beruflich in die Quere kommen, war fast naheliegend. Dass Milla wieder viel zu viel ausplaudert, was die Öffentlichkeit nicht wissen soll, passt Sandro mal wieder gar nicht. Kein Wunder also, das es erneut zu einem schweren Krach zwischen den beiden kommt. Genauso halten mich Nathaniel und Silas wieder in Atem. Den durch Nathaniel Alleingänge mit Blindenhund Alisha wird es mitunter gefährlich. Kein Wunder also, dass er dabei gerne ins Fettnäpfchen tritt und dann Millas Hilfe braucht. Jedoch diesmal ist es andersherum, den Milla braucht erstmals seine Hilfe. Auffällig gut sind diesmal die Szenenwechsel eingebaut. Sodass ich durch Spannung, humorvolle Szenen und die kurzen Kapitel kaum mehr das Buch weglegen kann. Selbst wenn die Thematik nicht gerade einfach zu verdauen ist. Den gerade die Ungewissheit, was genau passiert ist, belastet mich als Leser schon. Besonders wenn man dann am Buchende erfährt, es diese Vermisstenfälle wirklich gegeben hat. Was mag wohl wirklich mit diesen Kindern passiert sein? Das scheint Autorin und Reporterin Christine Brand ebenfalls noch immer zu belasten. Ebenso wie Ungewissheit der vielen Familien, die genauso mit ins Buch einfließt. Dass es diesmal ausgesprochen viele Tote gibt, erstaunt mich dagegen weniger. Vielmehr bin ich fasziniert, wie sie diese alle in ihre Geschichte mit einbaut. Trotzdem ich recht früh eine Ahnung habe, erwarten mich noch einige unerwartete, spannende und brisante Szenen, mit denen ich nicht rechnen konnte. Zudem erscheint der Fall wesentlich anspruchsvoller, wie ich es am Anfang erwarten hatte. Nicht nur das die Autorin wieder einmal ihre Protagonisten in Gefahr bringt, erzählt sie außerdem einiges aus dem Privatleben ihrer Hauptcharaktere. So heiratet zum Beispiel Nathaniel zum Schein, um Carole und Silas zu helfen. Humorvoll wird es erst, als er sich ausgerechnet in eine extravagante Frau verliebt, mit der er selbst nicht gerechnet hat. Mehr möchte ich jedoch nicht verraten. Alles, was sonst noch passiert, darf man gerne selbst nachlesen. Ich jedenfalls freue mich auf einen weiteren Kriminalfall und gebe 5 von 5 Sterne.

  1. Eingedenk der Kinder

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 30. Apr 2021 

    Vor Jahrzehnten verschwanden in der Schweiz mehrere Kinder. Ein Täter wurde gefasst und verurteilt, obwohl er behauptete für einen Teil der Taten nicht verantwortlich zu sein. Und nun in der Gegenwart ist wieder ein Kind verschwunden. Der sechsjährige Fabio Della Fortunata ist auf dem Weg zum Kindergarten verschwunden. Sandro Bandini, Leiter der Dienststelle, fährt persönlich zu den Eltern, um die ersten Informationen einzuholen. Natürlich erfährt auch seine Freundin Milla Nova von der Tat, von ihrem Chef bekommt sie den Auftrag, einen Bericht zu dem Fall zu machen. Bei Sandro kommt das nicht so gut an, ihrer beider Berufe bergen doch einiges an Konfliktpotential.

    Bei diesem Roman handelt es sich um den dritten Auftritt von Milla und Sandro. Auch Millas Kumpel Nathaniel und seine Blindenhündin Alisha sind wieder mit von der Partie. Das Verschwinden des kleinen Fabio erinnert Sandro an die Fälle der vor Langem verschwundenen Kinder. Kann es Parallelen geben? Der Täter wurde doch verurteilt. Zur selben Zeit reist die Rechtsmedizinerin Irena Jundt zurück in ihren Heimatort. Ihr Vater ist verstorben. Kontakt hat sie keinen mehr, zu viel ist in der Vergangenheit passiert. Das Verschwinden ihres damals 11jährigen Bruders Beni hat die Familie zerstört.

    Spannung, Humor und so manche fiese Cliffhanger am Ende einiger Kapitel. Das macht diesen fesselnden Kriminalroman aus, in dem vielleicht etwas viel gestorben wird. Wunderbar ist ein Wiederlesen mit Milla Nova, Sandro Bandini und ihren Freunden und Kollegen. Die Balance zwischen Privatem und Beruflichen wird gut gehalten. In Millas und Sandros nicht ganz einfacher Beziehung knistert es. Und auch bei Nathaniel gibt es neue Entwicklungen, die sich sehr schön an den letzten Fall anschließen. Hauptsächlich geht es um die verschwundenen Kinder, ein Motiv, das wohl einen realen Hintergrund hat. Und dieses Thema ist ausgesprochen packend aufbereitet. Manchmal denkt man, mit ihrer Kombinationsgabe wäre Milla besser bei der Polizei aufgehoben, besonders wenn sie dieser mal wieder einen Hauch voraus ist. Ein Kriminalroman mit einer fast perfekten Mischung der Zutaten. Wenn man seine Nase einmal hineingesteckt hat, um mitzuschnüffeln, mag man kaum noch aufhören.

    4,5 Sterne