Der Anschlag: Roman

Rezensionen zu "Der Anschlag: Roman"

  1. Interessante Story mit Längen

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 21. Mär 2021 

    Zuletzt las ich einen King im Teenie-Alter. Es wurde also mal wieder Zeit.

    Es handelt sich hier icht um einen Horrorroman, sondern vielmehr eine Geschichte rund um eine Zeitreise, um das Attentat auf John F. Kennedy in 1963 zu verhindern. Das ist kein Spoiler, sondern auch schon aus der Buchbeschreibung erkennbar.

    Abgesehen von der Zeitreise und ganz wenigen weiteren Mini-Elementen gibt es in dem Buch keine weiteren Fantasy-Elemente. Vielmehr bewegen wir uns hier zunächst im Jahr 2011 und dann ziemlich lange in den 1950er und Anfang 1960er Jahren in den USA.

    Der Protagonist, ein Lehrer, kommt eher durch Zufall in die Situation, eine solche Zeitreise zu unternehmen und lässt sich - nachdem er zunächst natürlich sehr skeptisch ist - auf das Abenteuer und die Herausforderung, Kennedy zu retten und damit noch weitere weltgeschichtliche Ereignisse zu verändern, ein.

    Das Gedankenspiel fand ich interessant und King setzt dies auch sehr gekonnt um. Das Buch ist ein dicker Wälzer von über 1000 Seiten, die es durch die Detailschilderungen einerseits möglich machen, sich in die Hauptperson und seine Aufgabe als auch in die jeweilige Zeit einzufühlen.

    Man sollte sich bewusst sein, dass große Teile des Buches sich mit der Vorgeschichte bis zum Showdown in Dallas befassen. Es passiert viel, aber eben durch diesen Zeitfaktor auch wirklich viel abseits vom eigentlichen Kennedy-Attentat. Mich hat dies nicht gestört, denn die Geschichte hat dadurch an Glaubwürdigkeit (wenn man mal vom Fakt einer fiktionalen Zeitreise absieht) gewonnen.

    Ich will nicht mehr zur Handlung und den Wendungen schreiben, denn das würde den Spaß für jede/n neue/n Leser/in nehmen.

    Das einzige, was mich zu einem Punktabzug bringt, sind die Längen, die ich um die 200er und die 600er Seiten mal empfand. Hier wurde es mir zu langatmig und zu ausführlich. Es passierte zu wenig und die Spannung ging jeweils über ca 50 Seiten ziemlich runter.

    Ansonsten empfehle ich das Buch, wenn man sich gedanklich auf solch ein Zeitreisenexperiment einlassen und auch ein wenig ins Grübeln kommen will, welche Konsequenzen schon kleinste Änderungen der Vergangenheit auf die Zukunft haben könnten.

    Das Buch wird mir sicher lange in Erinnerung bleiben.

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