Der andere Ich: Verwirrungen in Barcelona

Buchseite und Rezensionen zu 'Der andere Ich: Verwirrungen in Barcelona' von Jürgen Vogel
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4 von 5 (2 Bewertungen)

David begibt sich auf eine Reise nach Barcelona, wo er zufällig Silvia begegnet, deren Mann Philippe ein Jahr zuvor verstorben war. Philippe und David sind äußerlich Doppelgänger. David ist fasziniert von der Vorstellung des anderen Ichs und dessen früheren Leben. Silvia und ihre Familie hingegen wissen zunächst nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen, begeben sie sich doch fortlaufend durch ein Wechselbad an Emotionen. Dennoch können sie nicht davon ablassen, David immer wieder zu treffen.

Format:Taschenbuch
Seiten:120
Verlag: tredition
EAN:9783732311316

Rezensionen zu "Der andere Ich: Verwirrungen in Barcelona"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 27. Mai 2015 

    mysteriös und geheimnisvoll

    Die Geschichte, um die es in dem Buch geht, ist ein Knaller. Auf den ersten Seiten plätschert sie zunächst vor sich hin … aber dann, zack! auf einmal befindet man sich in einem mysteriösen Rätsel. Doch von Anfang an:

    David Adolphy hat beruflich in Barcelona zu tun. Bei einem Streifzug durch die Stadt, stößt er mit Silvia zusammen, die ihn fassungslos anstarrt. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person einem anderen Menschen wie ein Haar dem anderen gleicht, ohne mit ihm verwandt zu sein und dann noch in dessen Wirkungskreis gerät? Die Wahrscheinlichkeit müsste gleich Null sein (behaupte ich mal). Doch genau dieser Fall ist eingetreten. David Adolphy ist das genaue Abbild von Silvia's verstorbenem Ehemann, Philippe. Er sieht aus wie Philippe, seine Bewegungen, seine Gesten und Mimik entsprechen Philippe. Er könnte tatsächlich Philipppe sein. Silvia ist durch den Tod ihres Mannes traumatisiert, umso mehr verstört sie die Begegnung mit David, seinem Ebenbild.

    David und Silvia verbringen in den nächsten Tagen viel Zeit miteinander. Silvia und ihre beiden Kinder werden David immer vertrauter. Er schlüpft sozusagen in das Leben von Philippe. Doch das Ende von David's Barcelona-Reise naht …..

    " 'Im Sommer des letzten Jahres ist mein Philippe gestorben und nun sitze ich hier einem Mann gegenüber, der mich mit den gleichen Augen ansieht und mich mit demselben Lächeln anlächelt. du hältst mir Hände entgegen, welche die seinen zu sein scheinen. Du sprichst mit mir und ich erkenne keinen Unterschied in der Stimme…. Und wenn du mich zur Begrüßung umarmst, spüre und rieche ich sogar Philippe, obwohl ich natürlich weiß, dass du es bist, David.' "

    Barcelona
    Während seines Aufenthalts durchstreift David die Stadt und besucht viele Sehenswürdigkeiten. Man merkt, dass Jürgen Vogel einen Bezug zu Barcelona hat, da er unter anderem in Spanien aufgewachsen ist. David zeigt dem Leser die Stadt. Man geht mit ihm auf Besichtigungstour und lässt sich von dem Charme der Stadt verzaubern
    .
    "… und einem Schaufensterbummel entlang des Passeig Gracia war es dann auch bereits so weit. Schon bei meinem früheren Aufenthalt in Barcelona hatte ich den Park besucht, schließlich zählt er zu den Hauptattraktionen der Stadt. Erneut genoss ich auch dieses Mal den Ausflug in jene wunderbare Gartenanlage Gaudís."

    Traumsequenzen
    In der Geschichte trifft man auf Traumsequenzen, die David erlebt. Seine Träume werden von Philippe und Joshua, einem Jugendfreund, beherrscht. Ich habe mich gefragt, was diese Träume zu bedeuten haben. Handelt es sich etwa um Hinweise auf das Geheimnis um David/Philippe? Auf jeden Fall verleihen diese Traumsequenzen der Geschichte etwas Surreales und Geheimnisvolles.

    Sprachstil
    Anfangs hatte ich ein bisschen Mühe, in das Buch reinzukommen. Der Sprachstil ist zu Beginn ein wenig holprig. Man stolpert über Wörter, die merkwürdig gekünstelt wirken, z. B. "derangiert", "wahrlich", "anmuten", "ein Versprechen abringen".
    Aber nach ein paar Seiten wandelt sich der Stil. Er wird lockerer und flüssiger. Auf einmal befindet man sich im "Lesefluss", aus dessen Strömung man nicht so ohne Weiteres herauskommt. Denn man will unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht. Insofern ist der schwierige Sprachstil am Anfang des Buches durchaus zu verschmerzen, da man durch die gesamte Geschichte mehr als entschädigt wird.

    Das Buch ist mit seinen knapp 120 Seiten recht flott zu lesen. Wer auf Geheimnisvolles und Rätselhaftes steht, ist bei diesem Buch auf alle Fälle gut aufgehoben. Mir hat es gefallen.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Mai 2015 

    Doppelgänger...

    David Adolphy fliegt beruflich für einige Wochen nach Barcelona, um dort mit einem alten Freund an einem Projekt zu arbeiten. Neben der Arbeit genießt er jedoch auch das spätsommerliche Barcelona, das er bereits aus früheren Jahren kennt. Als er über den Markt schlendert, reagiert plötzlich eine junge Frau unerwartet heftig auf seinen Anblick: sie wird ohnmächtig.
    Irritiert begleitet David sie daraufhin in ein Café und erfährt dort den Grund für ihren offensichtlichen Schock: er sehe ihrem verstorbenen Mann Philippe täuschend ähnlich. Fotos offenbaren diese Ähnlichkeit, die auch David verblüfft. Scheinbar haben sie jedoch nichts in ihrer Biografie gemein...

    Die Neugierde ist jedenfalls geweckt, und so lernen David und Silvia sich allmählich kennen. Beinahe täglich treffen sie sich - zum Reden, Betrachten von Fotos, zu gemeinsamen Ausflügen, zum Essen. Und auch die Kinder Philippes treffen schließlich auf David, der ihrem verstorbenen Vater wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Misstrauen wird zu Verwirrung wird zu einem angenehmen Miteinander - doch was steckt nun eigentlich dahinter?

    Jürgen Vogel (nein, nicht der bekannte Schauspieler) präsentiert hier eine angenehme Mischung aus einer etwas mysteriösen Geschichte, die nicht nur die Hauptcharaktere in Verwirrung stürzt, und einem angenehmen Gang durch das spätsommerliche Barcelona, was den Leser fast schon in Urlaubsstimmung versetzt. Kurze Kapitel fördern den Lesefluss, und gelegentlich sind auch kleine Traumsequenzen dazwischengeschaltet, in denen ein jüngerer David auf den ebenso jungen Philippe trifft. So wird David auch mit seinem Doppelgänger fast schon vertraut.

    Der Schreibstil ist angenehm, manchmal noch etwas holperig verschachtelt, aber sehr bildhaft. Die Personen lernen sich gegenseitig allmählich besser kennen - und der Leser mit ihnen. Die geschilderten Gefühle und Gedanken der Beteiligten wirken authentisch. Über das Staunen kommt man aber kaum hinaus, denn dann - ist das Buch auch schon wieder zu Ende.
    Zum Glück habe ich durch das Nachlesen einer Leserunde zu dem Buch erfahren, dass es sich hier wohl um den ersten Band eines Dreiteilers handelt. Im Buch fehlt darauf leider jeder Hinweis. So kann ich mit dem doch eher offenen Ende noch besser umgehen und hoffe auf eine erleuchtende Fortsetzung!

    Das Geheimnis des Doppelgängers - es ist noch lange nicht gelüftet!

    © Parden