Der 1. Patient: Justiz-Krimi

Buchseite und Rezensionen zu 'Der 1. Patient: Justiz-Krimi' von Florian Schwiecker
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

Format:Taschenbuch
Seiten:352
Verlag: Knaur TB
EAN:9783426446232

Rezensionen zu "Der 1. Patient: Justiz-Krimi"

  1. Informativ & Spannend, ganz ohne Klischee

    Informativ und spannend, ganz ohne Klischee -

    Der neue Justiz-Krimi von Florian Schwieker & Michael Tsokos.(Alles andere, nur kein üblicher Arzt-Roman)

    Der 1. Patient, der 4. Band der Krimi-Reihe, wurde am 03.06.2024 in Deutschland veröffentlicht.

    Das Autorenteam besteht aus 2 deutschen Nordlichtern. Aufgrund ihrer professionellen Berufserfahrung sind sie für ihre realitätsnahen Justizromanen inzwischen deutschlandweit bekannt und konnten eine große Fangemeinde generieren.

    Zum Inhalt
    Eine deutsche Klinik der Hauptstadt Berlin, eine erfahrene Chef - Chirurgin sowie ein Berliner Strafverteidiger. Diese müssen sich in diesem Fall mit den Neuheiten & deren Pro & Cons, in der medizinischen Praxis, auseinandersetzen.
    Während eines Routineeingriffs verstarb der Patient, für alle Anwesenden überraschend. Ein Toter, trotz eines erfahrenen Op-Teams & erstelltem Behandlungsplans.
    Kurz nach dem Ereignis muss sich die zuständige Chirurgin wegen eines möglichen Behandlungsfehlers, mit tödlichem Ausgang, vor Gericht verantworten.
    Rocco Eberhardt, ihr Verteidiger, schaut hinter die offensichtlichen Geschehnisse und begibt sich dabei auf juristisches Neuland.
    Eine KI hatte den Behandlungsplan erstellt, dem die Ärztin in ihrer Behandlung gefolgt war. Ist hier der/die richtige Verantwortliche angeklagt?

    Mein persönlicher Eindruck
    Ich habe die vorherigen Bücher dieser Reihe gelesen und dies mit Freude. Für mich war es klar, dass ich auch dieses Buch lesen wollte.
    Meine Erwartung an die Storyline war deshalb wirklich hoch.

    Aufbau - Protagonisten - Logik - Spannung

    Beim Aufbau fällt mir die knappe, aber treffsichere Ausdrucksweise sofort ins Auge.
    Hier wurden dem - Neuleser/Neuleserin oder alten Hasen, die Charaktere gut gezeichnet vorgestellt.
    Obwohl ich die Hauptprotagonisten schon kannte, war die erneute Vorstellung für mich weder langatmig noch mühselig lesbar.
    Es gelang, die Personen und ihr Umfeld glaubhaft zu skizzieren und weiterzuentwickeln.
    Die Erzählweise konnte mich wieder einmal überzeugen. Die Geschichte liest sich flüssig und erfordert keine übermäßige Konzentration.
    Der Geschichtskern orientiert sich an unserer momentanen Situation in Deutschland.
    (Mit großer Geschwindigkeit verbreitet sich die KI in die meisten Lebensbereiche. Ihr Können und die mögliche Manipulation in den Händen von unerfahrenen oder böswillig motivierten Menschen rücken die guten Eigenschaften in den Hintergrund der öffentlichen Debatte.)
    Dieses Thema wurde in diesem Roman sehr glaubhaft vorgestellt. Das beschriebene medizinische Umfeld und die sich daraus ergebenen Realitäten bewegen sich nah an der deutschen, medizinischen Gegenwart.
    (Ich darf das aufgrund meiner eigenen beruflichen Erfahrung, zu der Beurteilung beitragen)

    Der Roman profitiert von einem kontinuierlich wachsenden Spannungskurve & glaubhaften Aktionen/Reaktionen der Beteiligten.
    Bis zum Schluss sind die Karten gelegt, das Finale jedoch unvorhersehbar.
    Somit hat der Krimi einen spannenden und sehr unterhaltsamen Verlauf, ohne zu viel offenzulegen oder an Tempo zu verlieren.

    Zusammenfassung & Fazit
    Ein Medizin-Kriminalroman mit Anspruch in Handlung und Verlauf. Spannende Unterhaltung, fernab bekannter Klischees. Durch die beschriebene Handlung wird der Leser zu eigenen Schlussfolgerungen & / oder Bewertungen animiert.
    Die schlussendliche Erklärung & Lösung des Falls, verweist auf die fiktive und kreative Freiheit beider Autoren hin.
    Eine erdachte Geschichte hat eben auch imaginäre Elemente …
    Ich habe diesen Roman gern gelesen und kann ihn der Genre-Fangemeinde als auch Newcomern nur empfehlen.

    Die aufgrund meines Leseeindrucks erfolgte Bewertung erreicht sehr gute 4*Lesesterne.

    Es kam in meiner Bewertung zu einem Punktabzug, da das Cover, obwohl mit Merkmalen der Serie ausgestattet, aber ohne Besonderheiten in Kreation, Buchschnitt & Gesamteindruck ausgestaltet wurde.
    Abschließend stelle ich fest, dass ich mich schon auf den nächsten Roman dieser Reihe freue.

    ISDN: 978-3426446232
    Formate: elektr., Hörbuch und Taschenbuch
    Seitenzahl: 352
    Verlag: Knaur

  1. aktuelle Thematik

    Auch der neue Fall des Gespanns Rocco Eberhardt und Justus Jarmer hat mir wieder gut gefallen.
    Die Bücher haben einen hohen Wiedererkennungswert, da sie anders aufgebaut sind als herkömmliche Justiz – Krimis. Zu Beginn lernt man die Umstände des Todesfalles kennen und danach liegt das Hauptaugenmerk der Handlung wie immer auf dem Gerichtsverfahren. Also auf der Figur von Rocco Eberhardt und seinem treuen Freund und Ermittler Tobi.
    Selten auch, dass die Hauptfiguren so unterschiedlich große Anteile am Handlungsverlauf haben. Während Rocco ständig präsent ist, gibt Jarmer zwar grandiose Hinweise, ist aber eher dezent in der Handlung vertreten.
    Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei in diesem Buch eine junge Reporterin als externe Nebenprotagonistin aufgeführt ist, die Berichterstattungen und Klickzahlen hinterherjagt und als Polarisationsfigur den ganzen Fall ein wenig ad absurdum führt. Denn letztendlich ist die Auflösung doch ganz anders. Zeigt aber ganz famos den Zeitgeist dieser heutigen Zeit.
    KI ist ein hochaktuelles Thema, ebenso wie der Fachkräftemangel, ja der Mangel an Kliniken an sich. Das ist in diesem Buch sehr gut herausgearbeitet, und nimmt den Leser mit auf eine Reise in ein (noch) unbekanntes Justizsegment. Wer ist schuldig, wenn die KI einen Fehler gemacht hat?
    Die Auflösung fand ich nicht so gelungen. Die bekannten Hauptcharaktere sind über die früheren Bücher gut eingeführt und charakterisiert, was man von den jetzigen Nebenprotagonisten allerdings nicht sagen kann. So haben mir da viele Hintergrundinformationen gefehlt. Eventuell hätte man Tobi einen Espresso weniger trinken lassen und dafür eine kleine Zeitschleife in die Vergangenheit eingefügt, sodass das Ende nicht so abrupt und irgendwie sorglos gewirkt hätte.

    Fazit: Wieder ein gelungenes Buch, mit minimalen Abstrichen.