Department 19

Rezensionen zu "Department 19"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 25. Dez 2017 

    Bliss

    Jamie Carpenter ist erst 14 als sein Vater vor seinen Augen ermordet wird. Seit diesem Tag sind Jamie und seine Mutter Geächtete, denn der Vater soll ein Verräter gewesen sein. Zwei Jahre und etliche Umzüge später wird Jamies Mutter entführt und nun will Jamie der Sache auf den Grund gehen und nichts mehr als seine Mutter wieder zurückholen. Nachdem ein Hüne Jamie aus einer bedrohlichen Lage gerettet hat, landet Jamie bei einer der geheimsten Organisationen Englands, dem Department 19. Und hier erfährt er, dass Etliches, was er bisher für einen Mythos gehalten hat, mehr mit der Wirklichkeit zu tun hat als es einem jeden lieb sein kann.

    Vampire, Werwölfe, Zombies - alles, wovor man Angst haben kann, soll wahr sein? Jamie will es erst nicht glauben, doch die Tatsachen sprechen für sich. Um seine Mutter aus den Fängen eines Vampirs zu befreien, nimmt Jamie vieles in Kauf. Mit dem Vertrauten seines Vaters zieht Jamie in den Kampf. Frankenstein heißt dieser Vertraute, ja, genau der Frankenstein. Stokers und Shelleys Geschichten sind keine Roman, sondern ausgeschmückte Berichte wahrer Begebenheiten. Daran muss sich Jamie gewöhnen. Doch viele in der Organisation halten Jamies Vater immer noch für den Verräter, wem also kann Jamie überhaupt vertrauen.

    Um es gleich vorweg zu nehmen, für ein Jugendbuch enthält dieses Buch ganz schön viel Gemetzel. In eine packende Handlung gekleidet, aber eben doch Gemetzel. Dessen sollte man sich bewußt sein, bevor man mit der Lektüre beginnt. Bei Department 19 handelt es sich um eine soweit erkennbar fünfteilige Reihe, von denen bisher drei auf Deutsch erschienen sind. Es wird eine größere Geschichte erzählt als nur die Story des Auftakts. Doch bereits dieser Beginn fesselt und erfreut mit seinen Anspielungen auf die Literatur des Genres und Anleihen bei Personen und Handlungssträngen. Ein wenig, was wäre, wenn sie sich alle getroffen hätten, wenn die Geschichten weitergegangen wären. Wie es so häufig ist, wenn etwas besser werden soll, muss es erstmal schlechter werden. Und so beschreibt dieser erste Band ein Versagen, das Aussichten eröffnet, die einen schaudern lassen. Man kann kaum anders als weiterzulesen, um zu erfahren, ob es besser wird.

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Jul 2016 

    Vampirthriller mit viel Blut und Tod und Spannung

    Jamie muss mit ansehen, wie sein Vater von mysteriösen uniformierten Männern erschossen wird. Gleichzeitig hat er das Gefühl, dass an diesem Abend noch eine ganz andere Bedrohung als die Uniformierten existierte, eine Bedrohung in den Schatten. Ein paar Jahre später kommt er dieser Bedrohung auf die Spur, als er feststellen muss, dass Vampire existieren und dass es eine hochgerüstete Spezialeinheit gibt, die gegen die vampirische Bedrohung mit aller Härte ankämpft. Sehr schnell zwingen ihn die Umstände dazu, Teil dieser Einheit zu werden.

    Das Buch ist mir durch Zufall in die Hände geraten, sonst hätte ich es vermutlich gar nicht gekauft. Es ist eine spannende Gesichte, die schon zurecht die Bezeichnung „Thriller“ trägt. Die Rückblenden ins 19. Jhdt. und in die Zeit Anfang des 20. Jhdt. – in der gebundenen Ausgabe gedruckt auf vergilbt wirkendem Papier – empfand ich als stimmungsvolle Unterbrechungen der eigentlichen Geschichte, die Parallelen zu den Ereignissen in der Gegenwart erahnen ließen.

    Ich war sehr positiv überrascht, wie gut, im Vergleich zu anderen Büchern dieses Genres, die Protagonisten ausgearbeitet sind und wie nachvollziehbar ihre Gefühlswelt und ihr Handeln ist. Beeindruckt hat mich zudem, dass Jamie, trotz seiner schlimmen Erfahrung mit den Vampiren und trotz der Tatsache, dass Vampire in dieser Geschichte gefährlich und unberechenbar sind und ihre gewalttätige Ader in erschreckend abstoßender Weise ausleben, er immer wieder bei seinen Begegnungen mit Vampiren zu differenzieren versucht und nicht alle über einen Kamm schert, auch wenn ihm genau das von der Spezialeinheit eingetrimmt wurde.
    Für mich erschreckend waren hier die recht detailliert beschriebenen Grausamkeiten, die sich vampirbedingt durch das ganze Buch ziehen. Weshalb das Buch in meinen Augen eines ist, das man frühestens ab 16 Jahren lesen sollte.
    Die Handlung an sich ist in diesem Roman abgeschlossen, doch deuten sich weitere, noch schlimmere Probleme für Jamie und seine Freunde an, die in den nächsten Teilen aufgegriffen werden.
    Mein Fazit: Ein spannender Vampirroman, der sich auf die Wurzeln des Genres zurückbesinnt und diese in ein modernes Szenario verpflanzt. Da das Ganze recht militärisch und ballerwaffenbetont ist, werde ich die anderen Teile, eher nicht lesen, obwohl ich die für mich gut nachvollziehbaren Protagonisten in mein Herz schließen konnte.