Das zweite Leben des Adolf Eichmann: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das zweite Leben des Adolf Eichmann: Roman' von Ariel Magnus
4.5
4.5 von 5 (12 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das zweite Leben des Adolf Eichmann: Roman"

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:240
Verlag:
EAN:9783462000917

Rezensionen zu "Das zweite Leben des Adolf Eichmann: Roman"

  1. ein Unmensch als Witzfigur

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 23. Sep 2021 

    Adolf Eichmann gilt als einer der schlimmsten Verbrecher unserer Zeit. Als Leiter des Eichmann-Referats, hatte er das perfide System, das zur Ausrottung, Vertreibung und Deportation der Juden in Deutschland und Europa erdacht worden war, maßgeblich zu verantworten und somit auch die Ermordung von über 6 Millionen Menschen.

    Als die Alliierten in Deutschland einmarschierten, setzte sich Eichmann ins Ausland ab. Die letzten 10 Jahre seines Lebens (er wurde 1962 in Israel hingerichtet) bis zu seiner Entdeckung im Jahr 1960, verbrachte er mit seiner Familie unbehelligt in Argentinien. Von dieser Zeit erzählt der Roman "Das zweite Leben des Adolf Eichmann" von Ariel Magnus, ein argentinisch-deutscher Autor mit jüdischen Wurzeln.

    Argentinien in den 50ern war eine beliebte Zufluchtsstätte für deutsche Nazis, denen aufgrund ihrer Machtpositionen in Hitler-Deutschland und ihren Verbrechen an der Menschheit von den Alliierten der Prozess gemacht werden sollte. Argentiniens Machthaber Perón hatte kein Problem damit, den Verbrechern eine neue Heimat zu bieten. Woher sollte er "offiziell" auch wissen, wer die Kriminellen waren, schließlich hatte sich jeder von ihnen eine neue Identität zugelegt. Da sie die argentinische Wirtschaft mit ihrem beruflichen Fachwissen auf den unterschiedlichsten Gebieten bereicherten, wollte die Öffentlichkeit auch nicht so genau hinsehen.

    Die Nazis wurden Bestandteil der argentinischen Gesellschaft, blieben aber unter sich. Gelegentlich traf man sich, um über alte Zeiten zu schwadronieren, sich mit den eigenen Gräueltaten zu brüsten, sich darüber zu empören, von der Welt verkannt worden zu sein und auf ein Viertes Reich zu hoffen, in dem man dort weitermachen konnte, wo man von den Alliierten mit Ende des Zweiten Weltkrieges rüde unterbrochen wurde.

    Einer dieser Verbrecher ist Adolf Eichmann, alias Ricardo Clement, der sich hier mit seiner Frau und seinen vier Söhnen eine neue Existenz aufbaut - allerdings ständig mit der Angst lebt, entdeckt zu werden.

    Dieser Roman wird aus der Sicht von Adolf Eichmann erzählt. Trotzdem es viele biografische Elemente in diesem Roman gibt, die Autor Ariel Magnus aus unzähligen Quellen entnommen und verarbeitet hat, bleibt der Protagonist eine fiktive Figur. Ariel Magnus nimmt sich die schriftstellerische Freiheit, aus dem Unmenschen Eichmann eine Person zu machen, die er selbst als

    "Ein mittelmäßiger Typ, der es weit gebracht hat. Ein ziemlich gerissener Trottel. Ein Rachsüchtiger mit Komplexen. Ein Antisemit, wie er im Buche steht, aber ohne Bedienungsanleitung. Ein Kackhaufen, der es gelernt hat, seinen Geruch zu verschleiern. ..."

    bezeichnet. Mit beißendem Spott dichtet er Eichmann eine Gedankenwelt an, die so überspitzt dargestellt ist, dass man als Leser zwischen Fassungslosigkeit und Komik hin- und hergerissen wird. Trotz aller Komik gelingt dem Autor jedoch, dass niemals die Ernsthaftigkeit des menschenverachtenden Antisemitismus in den Hintergrund gerät. Man lässt nie außer acht, welche Gräueltaten Eichmann zu verantworten hatte. Ganz im Gegenteil! Denn indem der Nazi sich mit seinen Taten brüstet und von diesen als seinen beruflichen Erfolgen erzählt, gefriert dem Leser ein ums andere Mal das Lächeln im Gesicht.

    Magnus macht es dem Leser mit seinem Sprachstil allerdings nicht leicht. Sein Text ist von verschachtelten Nebensätzen durchzogen, die dem Leser einiges abfordern. Ob dieser Sprachstil die Ausdrucksweise Eichmanns widerspiegelt, der sich in diesem Buch gern durchs Leben schwadroniert und von einem Gedanken zum nächsten springt, oder ob Magnus den Leser in die Pflicht nehmen möchte, sich intensiver mit dem Gesagten auseinander zusetzen, weil er gezwungen ist, Passagen mehrfach zu lesen, um Eichmanns Gedankengängen folgen zu können, ist dabei Interpretationssache.

    Während der Lektüre habe ich mich immer wieder gefragt, warum Magnus einen der schlimmsten Verbrecher, die es gibt, als nicht ernstzunehmenden Wicht mit einem merkwürdigen Weltbild darstellt und ihm somit den Schrecken nimmt.

    Durch das letzte Kapitel dieses Romans liefert der Autor die Erklärung zu dieser Frage und somit das Motiv für sein Buch. Schrecken und Angst vor einem Verbrecher setzen Achtung bzw. Beachtung dieser Person voraus. Indem Magnus seinen Eichmann der Lächerlichkeit preis gibt, ist von Achtung nichts zu spüren. Ich werde Eichmann durch dieses Buch von jetzt an immer als jämmerliche Witzfigur im Gedächtnis behalten.

    Für mich ist das eine gute Herangehensweise, was den Umgang mit solchen Menschen betrifft. Im Auge behalten, ihnen aber nicht das Gefühl geben, dass sie ernst zu nehmen und somit wichtig sind. Die Realität beweist zwar leider immer wieder, dass auch Witzfiguren die Welt regieren können - aber nur, wenn man sie lässt.

    Mein Fazit
    Ein Roman "Gegen das Vergessen", der mich durch seine ungewöhnliche und mutige Darstellung eines Unmenschen beeindruckt hat.

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  1. Im Kopf von Afolf Eichmann

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 15. Sep 2021 

    „ Warum musste er immer so ein Pech haben?“ - mit diesem Satz beginnt der Roman des argentinischen Schriftstellers Ariel Magnus.
    Wer sich hier als Pechvogel bezeichnet, ist Adolf Eichmann. Jener Mann, der die Deportationszüge in die Konzentrationslager organisierte und somit maßgeblich verantwortlich war für den Massenmord an den Juden.
    „ Pechvogel“ - ( El desafortunado - der Glücklose, so heißt der Roman im Original ) was für ein unpassender Begriff. Vor allem für einen, der es geschafft hat, sich der Verantwortung für sein Tun zu entziehen. Adolf Eichmann lebte nach dem Krieg einige Jahre unter falschem Namen in Deutschland, bevor er mit Hilfe katholischer Kreise nach Argentinien auswanderte. Dort führte er bis zu seiner Entführung durch den israelischen Geheimdienst ein unbehelligtes Leben als Ricardo Klement.
    Buenos Aires , 1952 : Eichmann erwartet nach Jahren der Trennung seine Frau und seine beiden Söhne. Zur Begrüßung möchte er seiner Frau Blumen mitbringen, doch an diesem Tag sind alle Blumen in der Hauptstadt ausverkauft. Denn Evita Perón ist gestorben und die Argentinier haben sämtliche Blumenläden geplündert.
    Wir sehen gleich mit dem Eingangssatz, wie sich Ariel Magnus seiner Hauptfigur nähert. Er zeigt Eichmann nicht als überlebensgroßes Monster, sondern als Mensch, ganz privat.
    Und so beschreibt er, aus der Perspektive Eichmanns, seine Jahre in Argentinien. Wir erleben „ den arbeitslosen Deportologen“, wie er sich mal selbst bezeichnet, im Gespräch mit seiner Frau und seinen Söhnen ( „ Zuletzt erzählte er ihnen von seiner Kernaufgabe als Verantwortlicher für die Transporte, nämlich wie man die Menge an Menschenmaterial pro Waggon und an Waggons pro Zug zu maximieren vermochte.“ )
    Wir sind bei den Treffen alter Nazis, die hier in Argentinien ein sicheres Exil gefunden haben und von der Regierung Perón mehr als wohlgelitten waren. Dabei bedauert Eichmann, dass es keine gemeinsame Mission mehr für sie gibt. Mit Josef Mengele, dem SS - Lagerarzt von Auschwitz, tauscht er im allerdeutschesten Restaurant in Buenos Aires Erinnerungen aus, wobei Mengele den Rangniederen seine Verachtung spüren lässt. Dem ehemaligen SS- Mann aus den Niederlanden Willem Sassen spricht er bereitwillig seine Erinnerungen auf Band, damit diese als Buch erscheinen können und so seine Funktion und seine Bedeutung geraderücken.
    Ariel Magnus lässt den Leser tief in das Innenleben und in die Gedankenwelt seiner Figur blicken; der Leser ist quasi im Kopf von Adolf Eichmann und bekommt so einen genauen Einblick in dessen menschenverachtende Gesinnung. Das ist oft schwer erträglich. „ Indem die Juden nicht gegangen sind, als noch Zeit dafür war, haben sie uns gezwungen, zu tun, was sie in Wirklichkeit ganz sich selbst zuzuschreiben haben. Es war Selbstmord, sah am Ende aber aus wie Tötung.“ Solche Aussagen sind an Zynismus kaum zu überbieten.
    Ariel Magnus begegnet der Figur Eichmann mit Ironie und entlarvt ihn, als der, der er war. Ein Nazi der ersten Stunde, einer, der weder bereut, was er getan hat, noch einen Gesinnungswandel durchgemacht hat. Er war bis zum Ende von der Überlegenheit der arischen Rasse überzeugt , ebenso von seiner Aufgabe im System des Dritten Reiches.
    Bei dem Prozess in Israel versucht er zwar, seine Rolle runterzuspielen, schließlich drohte die Todesstrafe. Aber er war zuversichtlich und glaubte an ein mildes Urteil. „ Ein verdammtes Mal im Leben muss das Glück doch auf meiner Seite sein.“
    Ariel Magnus hat für dieses Buch intensiv recherchiert. Grundlage waren v.a. Eichmanns im Gefängnis geschriebene Biographie, seine Aussagen im Prozess sowie das Interview mit Willem Sassen. Er schreibt auch nah an Eichmanns Sprache, das macht den Text sperrig und spröde und nicht unbedingt leicht zu lesen, verleiht ihm aber zusätzliche Authentizität.
    Ansonsten ist der Ton immer leicht spöttisch. Der Autor macht Eichmann zu einer lächerlichen Figur, ohne ihn zu verharmlosen oder zu vermenschlichen.
    Was ihn zu diesem Buch bewogen hat, erläutert Ariel Magnus in einem Nachwort. Anstoß gab ihm sein Vater, der einen „ unkontrollierten Hass“ auf Eichmann empfunden habe und die Tatsache, dass Eichmann zeitweise im selben Stadtviertel lebte wie er. Aber auch seine eigene Familiengeschichte ist Grund genug für sein Interesse. Der Autor ist Nachkomme deutscher Juden und in einer berührenden Szene im Buch lässt er seine jüdische Großmutter auftreten.
    „ Das zweite Leben des Adolf Eichmann“ ist keine Lektüre, die Spaß macht. Obwohl man die Geschichte kennt und Adolf Eichmann kein Unbekannter ist, stößt einem die Gedankenwelt dieses Verbrechers zutiefst ab. Das Buch löst Abscheu, Ekel, Wut und Grauen im Leser aus.
    Trotzdem ist es ein notwendiges Buch, ein Buch gegen das Vergessen und als Mahnung an uns alle.

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  1. Uneinsichtig bis zum Schluss

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Sep 2021 

    Klappentext von der Verlagsseite:

    »Vielleicht ist es nicht völlig falsch, wenn sich ein Jude darum kümmert, Eichmann zur Fiktion zu verurteilen.«

    Mit beißendem Spott zeigt uns Ariel Magnus in diesem Roman einen unbelehrbaren Menschen, dessen antisemitischer Irrglauben auch im argentinischen Versteck ungebrochen war und der dort bar jeder Reue und völlig unbehelligt von einer Rückkehr nach Deutschland träumen konnte – bis zu seiner Verhaftung 1960.

    Buenos Aires, 1952: Ricardo Klement alias Adolf Eichmann hat Pech, denn ausgerechnet an dem Tag, an dem seine Frau Vera mit den Söhnen endlich aus Deutschland in Buenos Aires eintreffen werden, sind alle Blumen ausverkauft. Offiziell gibt sich Klement als der Onkel seiner Söhne aus, um unerkannt zu bleiben. Der einstige Cheforganisator der Deportationszüge nach Auschwitz führt im argentinischen Exil ein bescheidenes Leben und trifft bisweilen im Restaurant »Zur Eiche« zahlreiche SS-Angehörige und NSDAP-Funktionäre zum gemütlichen Plausch. Diese werden nicht nur vom deutschen Botschafter gedeckt, sondern auch von der argentinischen Regierung und Juan Perón unterstützt. Nur wenn sich an den Nachbartischen emigrierte jüdische Familien zum Abendessen niederlassen, wird es für die Nazigrößen ungemütlich – was, wenn jemand sie erkennt?

    Nach seiner Verurteilung bestand Eichmann darauf, ein kleines Rad im Getriebe gewesen zu sein. Ariel Magnus führt uns ins Innere dieses unbelehrbaren Nazis und seiner menschenverachtenden Ideologie.

    Autoreninfo von der Verlagsseite:

    Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Studium in Deutschland, schrieb für verschiedene Medien in Lateinamerika, die taz in Berlin und SPIEGEL ONLINE und lebt heute als Autor und literarischer Übersetzer in Buenos Aires. 2007 wurde er für seinen Roman »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem internationalen Literaturpreis Premio La Otra Orilla ausgezeichnet. 2012 folgte das Porträt seiner jüdischen Großmutter »Zwei lange Unterhosen der Marke Hering« und 2018 »Die Schachspieler von Buenos Aires«.

    Erster Satz:

    Warum musste er immer so ein Pech haben?

    Meinung:

    Was hat mich dieser Roman über Adolf Eichmann geschafft. Emotional vor allem und ich musste immer wieder mit dem Kopfschütten, wie es dieser Kriegsverbrecher geschafft hat, so viele Jahre unbehelligt in Argentinien leben zu können, ohne Angst haben zu müssen, dass man ihn findet und vor Gericht stellt. Lange hatte es gedauert, bis der Mossad ihn habhaft werden konnte.

    Der Schreibtischtäter, der die Deportation von hunderttausenden von Juden zu verantworten hatte, lebte als Ricardo Klement in Argentinien. Weshalb er dort unbehelligt leben konnte unter Péron erzählt Ariel Magnus sehr gut. Er ist auch nicht der einzige Kriegsverbrecher dort und es ist immer wieder schauderhaft, wenn sie aufeinander treffen und bedauern, dass ihre Idee nicht von Erfolg gekrönt war und nun Pläne schieben, wie man es besser machen kann, bei einem neuen Versuch. Da gruselt es einen.

    Ariel Magnus gelingt es gekonnt Adolf Eichmann darzustellen, wie er ist. Ein Bürokrat, überheblich, selbstherrlich und ohne jedes Unrechtsbewusstsein. Für die Darstellung nutzte er Interviews, die Eichmann in Argentinien gegeben hat. Es ist eine große Rechercheleistung von Ariel Magnus, der Enkel einer Holocaust-Überlebenden, die er vollbracht.

    Er hat es geschafft einen unheimlich dichten, gruseligen und erklärenden Roman zu schreiben, in denen sicherlich manche Dialoge Fiktion sind, aber noch vielmehr sich an Fakten und Begebenheiten orientiert. Mit seinem ruhigen Schreibstil überzeugt er mich immer wieder, wenn er deutlich macht, wie Eichmann ohne Reue in Argentinien lebt, an seinen Taten von damals festhält und es nicht anders machen würde. Er geizt nicht mit beißenden Spott und manchmal überreizt er etwas. Aber es passt immer noch. Stellenweise war es etwas mühsam zu lesen, da Ariel Magnus auch einige Fremdwörter und auch ab und an verschachtelte Sätze verwendete.

    Ich stelle es mir unheimlich schwer vor, ein Buch über einen Kriegsverbrecher zu schreiben, der als Schreibtischtäter so viele Gräueltaten begangen hat und der selbst in seinem Prozess 1960 in Tel Aviv keine Reue zeigte und sich nur als winziges Glied der Maschinerie sieht.
    Was eindeutig widersprüchlich ist, wenn man die vorherigen Seiten gelesen hat, wie er selbst kleine Verbesserungen in der Kriegsmaschinerie immer noch huldigt und verklärt.

    Das ganze Buch hat mich sehr mitgenommen. Ich bin immer noch fassungslos darüber, wie sie nahezu unbehelligt dort leben konnten. Wie manche Kriegsverbrecher in Saus und Braus dort lebten, teilweise sogar mit ihren Klarnamen, neue Karrieren aufbauten und immer noch den Gedanken von damals nachhingen. Letzteres auch Eichmann, dessen Leben in Argentinien nicht so einfach war. Zumindest das.

    Fazit

    In “Das zweite Leben des Adolf Eichmann” entlarvt Ariel Magnus Adolf Eichmann und zeigt deutlich auf, was für ein widerwärtiger, rachsüchtiger und kaltschnäuziger Mensch Adolf Eichmann war. Ein Roman, der mich nachdenklich zurücklässt.

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  1. Ekelhaft intensiv

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 13. Sep 2021 

    Während und (mittlerweile) nach der Lektüre von „Das zweite Leben des Adolf Eichmann“ von Ariel Magnus (erschienen 2021 im Kiepenheuer & Witsch-Verlag; Übersetzung: Silke Kleemann) rollen sich mir bei vielen (oder besser gesagt: allen!) der im Buch genannten menschenverachtenden Äußerungen und Gedanken Eichmann´s die Zehennägel hoch.

    Ariel Magnus ist ein Fuchs: die geneigte Leserschaft KANN gar nicht anders, als Ricardo Klement alias Adolf Eichmann zu HASSEN, seine Taten, seine Gedanken zu VERABSCHEUEN und diesem Verbrecher das Menschsein abzusprechen. Wie Magnus das schafft? Indem er den Roman über Eichmann´s Zeit in Argentinien aus der Sicht von Eichmann schreibt. Die Leserinnen und Leser finden sich direkt in dessen krankem Hirn wieder und erleben hautnah, wie er in Selbstmitleid zerfließt („Ich habe doch nur Befehle ausgeführt und hatte immer nur Pech in meinem Leben.“ – armes Puttputt *Sarkasmus aus*) und gleichzeitig keinen Nanomillimeter von seinen ekelhaft menschenverachtenden Prinzipien abweicht. Da nützen auch die gelegentlichen Hinweise darauf, dass Eichmann mit inneren Dämonen mit Hilfe von Alkohol kämpft, nicht, diesen „arbeitslosen Deportologen“ in irgendeiner Art und Weise zu mögen bzw. seine Handlungen zu verstehen oder zu tolerieren.

    Im Lauf der Handlung trifft man noch andere Nazi-„Größen“ wie Josef Mengele – Argentinien war ja das Mekka für untergetauchte Menschenfeinde; warum man solchen Verbrechern überhaupt Unterschlupf gewährt hat – keine Ahnung, was sich der damalige Präsident Juan Peron davon versprochen hatte.

    In einem Quasi-Nachwort erzählt Ariel Magnus den Leserinnen und Lesern von seiner Intention hinter diesem Buch; es ist ein Buch für seinen Vater, der Eichmann abgrundtief gehasst hat und der ihm mit auf den Weg gegeben hat, kein einziges gutes Haar an ihm zu lassen. Nun, das ist Ariel Magnus meiner Meinung nach großartig gelungen. Außerdem hat er umfangreiche Recherchen betrieben, die man dem Roman unbedingt anmerkt und durch die diese fiktionale (Teil-)Biografie umso realer wirkt. Ich habe nämlich keinerlei Zweifel daran, dass die geäußerten kranken Gedanken Eichmanns zu 100% echt sind, was den Gänsehaut- und Ekelfaktor bei diesem Buch noch erhöht.

    Durch die von Eichmann „kopierte“ komplizierte Ausdrucksweise ist das Buch nicht leicht zu lesen; trotzdem sollte die geneigte Leserschaft sich nicht scheuen, sich in die kranke Gedankenwelt von Adolf Eichmann einzulesen. Es ist ein Buch gegen das Vergessen, gegen die Wiederholung solch irrsinniger Verbrechen, die die Nazis begangen haben.

    Unbedingte Leseempfehlung und daher glatte 5*!

    ©kingofmusic

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  1. Erschütternd

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Sep 2021 

    Erschütternd

    Ariel Magnus hat mit seinem Buch einen erschütternden Bericht über den Mann verfasst, der maßgeblich an der Vernichtung vieler Juden mitverantwortlich war. Adolf Eichmann, ein Mensch, den man tatsächlich als Monster bezeichnen kann, da er auch nach seinen Schreckenstaten immer noch von seinem Handeln überzeugt war.

    Magnus klagt in seinem Buch nicht an, obwohl er mit seinem familiären Hintergrund in meinen Augen eben dieses Recht sehr wohl gehabt hätte. Dennoch merkt man, dass er Eichmann und nebenbei auch einige andere der damals Ausgereisten, nicht schont.
    Er erzählt ganz neutral wie Eichmann sein neues Leben im Exil gestaltet hat, wie er es geschafft hat Fuß zu fassen. Wir bekommen quasi einen fiktiven , aber glaubhaften, Einblick in dessen Kopf. Moralisch gesehen ist es mir teilweise schwer gefallen zu lesen, wie er mit Frau und den Kindern ein gutes Leben im Exil genießen kann, obwohl er zahllose Familien unglücklich gemacht. Skrupellos und ohne Reue!

    Doch Magnus schafft es, dem erzählten ein gewisses Maß an Spott anzuheften, so dass man das Gefühl bekommt, es sei seine Art mit dem Mann abzurechnen. Er zieht ihn und sein Denken damit förmlich durch den Kakao, und das hat mir sehr gut gefallen. Er lässt Eichmann in meinen Augen oft dumm dastehen, lässt mich den Kopf schütteln über soviel Dreistigkeit. Über allem steht die These Eichmanns, dass er wohl nie Glück habe.
    Eichmann ist ein überzeugter Nazi und sein gesamtes handeln ist dem ausgeliefert. Sein Traum alles neu aufzuziehen, dort anzuknüpfen wo es endete, bleibt ihm immer das Höchste, was es zu erreichen gilt. Doch dies ist glücklicherweise nie passiert. Vielleicht war Eichmann ja wirklich kein Glückspilz. Gut so!

    Magnus hat mit seiner Darstellung bei mir einen wunden Punkt getroffen, denn ich habe mich beim lesen häufig über Eichmann geärgert, war fassungslos über so viel Uneinsichtigkeit. Er hat mir dadurch erneut vor Augen geführt, dass die Schrecken von damals sich in ähnlicher Form durchaus wiederholen können, denn auch heute gibt es Menschen die hinter ihren Überzeugungen stehen, wie schrecklich und wie verschroben sie auch sein mögen.
    Trotz der Tatsache, dass es bereits Bücher über Eichmann gibt, finde ich es gut und wichtig, dass sich Ariel Magnus dem erneut gewidmet hat.

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  1. Erschütternd

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 12. Sep 2021 

    Erschütternd

    Ariel Magnus hat mit seinem Buch einen erschütternden Bericht über den Mann verfasst, der maßgeblich an der Vernichtung vieler Juden mitverantwortlich war. Adolf Eichmann, ein Mensch, den man tatsächlich als Monster bezeichnen kann, da er auch nach seinen Schreckenstaten immer noch von seinem Handeln überzeugt war.

    Magnus klagt in seinem Buch nicht an, obwohl er mit seinem familiären Hintergrund in meinen Augen eben dieses Recht sehr wohl gehabt hätte. Dennoch merkt man, dass er Eichmann und nebenbei auch einige andere der damals Ausgereisten, nicht schont.
    Er erzählt ganz neutral wie Eichmann sein neues Leben im Exil gestaltet hat, wie er es geschafft hat Fuß zu fassen. Wir bekommen quasi einen fiktiven , aber glaubhaften, Einblick in dessen Kopf. Moralisch gesehen ist es mir teilweise schwer gefallen zu lesen, wie er mit Frau und den Kindern ein gutes Leben im Exil genießen kann, obwohl er zahllose Familien unglücklich gemacht. Skrupellos und ohne Reue!

    Doch Magnus schafft es, dem erzählten ein gewisses Maß an Spott anzuheften, so dass man das Gefühl bekommt, es sei seine Art mit dem Mann abzurechnen. Er zieht ihn und sein Denken damit förmlich durch den Kakao, und das hat mir sehr gut gefallen. Er lässt Eichmann in meinen Augen oft dumm dastehen, lässt mich den Kopf schütteln über soviel Dreistigkeit. Über allem steht die These Eichmanns, dass er wohl nie Glück habe.
    Eichmann ist ein überzeugter Nazi und sein gesamtes handeln ist dem ausgeliefert. Sein Traum alles neu aufzuziehen, dort anzuknüpfen wo es endete, bleibt ihm immer das Höchste, was es zu erreichen gilt. Doch dies ist glücklicherweise nie passiert. Vielleicht war Eichmann ja wirklich kein Glückspilz. Gut so!

    Magnus hat mit seiner Darstellung bei mir einen wunden Punkt getroffen, denn ich habe mich beim lesen häufig über Eichmann geärgert, war fassungslos über so viel Uneinsichtigkeit. Er hat mir dadurch erneut vor Augen geführt, dass die Schrecken von damals sich in ähnlicher Form durchaus wiederholen können, denn auch heute gibt es Menschen die hinter ihren Überzeugungen stehen, wie schrecklich und wie verschroben sie auch sein mögen.
    Trotz der Tatsache, dass es bereits Bücher über Eichmann gibt, finde ich es gut und wichtig, dass sich Ariel Magnus dem erneut gewidmet hat.

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  1. Die Gedanken eines Kriegsverbrechers im Exil

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 10. Sep 2021 

    "Klement erinnerte sich noch, dass sein Name auf der ersten Kriegsverbrecherliste, die er in der Feindespresse gefunden hatte, einen bescheidenen siebten Platz eingenommen hatte..." (Buchauszug)
    Buenos Aires 1952:
    Als Ricardo Klement hat sich Alfred Eichmann in seinem Exil Argentinien ein neues Leben aufgebaut. Heute soll seine Familie endlich nach langer Zeit zu ihm kommen. Erst einmal gibt er sich als Onkel aus, damit er sich ja nicht verdächtig macht oder erkannt wird und die Kinder sich nicht verplappern. Leider sind am Ankunftstag seiner Familie alle Blumen auserkauft, den Evita Perón ist verstorben und zu ihren Ehren wurden alle Blumen aufgekauft. Gedanken macht sich Klement außerdem, ob seine Familie mit seinem bescheidenen Leben zurechtkommen wird. Wenigstens erhalten einige SS und NSDAP Funktionäre von Juan Perón Unterstützung und so treffen sie sich gelegentlich zu einem kleinen Plausch. Doch wrd seine Tarnung auf Dauer stand halten?

    Meine Meinung:
    Ariel Magnus hat in seinem Buch anhand von Schriften Adolf Eichmanns Verhören, Büchern und Manuskripten dieses Buch verfasst. Bei der Leseprobe erhoffte ich, dass es auf ein einfach zu lesendes, teils satirisches Buch hinausläuft. Jedoch je länger ich in die Geschichte eintauche, desto rabiater und erschütternder empfand ich vor allem das Gedankengut dieses Kriegsverbrechers. Er fühlt sich mitunter als total Unschuldiger, der nur seine Befehle befolgt hat und im Grunde den Juden nichts Schlimmes antun wollte. Anderseits kommt er jedoch immer wieder zu der Erkenntnis, dass es besser gewesen wäre, wenn keiner von ihnen damals überlebt hätte. Diese menschenverachtenden Gedanken machen mich zusehends immer wütender, dass ich sogar öfters darüber nachdenke, dieses Buch abzubrechen. Mitunter allerdings verspottet der Autor Eichmann, indem er sich über Klement lustig macht. Sei es, in dem er eine Sexszene mit seiner Frau Vera einbaut, die er hier etwas satirisch darstellt. Ich allerdings konnte mit dieser Art von Parodie wenig anfangen, wahrscheinlich weil ich zu schockiert war von Eichmanns Gedankengut. Zwar stützt sich der Autor auf einige Quellen in seinem Buch, doch die Gespräche sind meist fiktiv dargestellt. Fraglos kann ich mir gut vorstellen, dass es so in etwa abgelaufen sein könnte. Erschütternd empfand ich dagegen eine Zusammenkunft Adolf Eichmanns mit dem SS-Lagerarzt Josef Mengele, die hier ihre Erinnerungen austauschen. Dabei erinnert er sich an eine Jüdin, die ihre blinde Mutter begleiten wollte und er ihr einen Tritt in die andere Richtung ins Leben gab. Wörtlich sagt er, hier:"Kapieren Sie, was ich Ihnen da gerade sage? Ich habe diese dumme Kuh gerettet." Diese dumme Kuh, wie er sie hier nennt, war die Großmutter des Autors. Deren tatsächliche Begebenheit er hier mit eingefügt hat. Ob man diese bekannten Kriegsverbrecher hier wirklich literarisch zu Wort kommen lassen muss, wage ich selbst zu bezweifeln. Den gerade seine menschenverachtenden Aussagen und Ansichten, die ich hier als Leser ungefiltert vorgeführt bekomme, haben mich sehr betroffen und wütend gemacht. Vielleicht mag es den einen oder anderen ebenfalls aufwühlen, wie mich. Allerdings sehe ich auch eine große Gefahr darin, dass sie dieses Buch verehren werden, wenn es Anhängern dieser Kriegsverbrecher in die Hände gerät. Leider konnte mich der Schreibstil des Autors ebenfalls nicht überzeugen. Zu viele Fremdwörter und oftmals recht kompliziert formuliert ist dieses Buch nicht gerade einfach zu lesen. Deshalb kann ich diesem Buch leider nur 3 1/2 von 5 Sterne geben.

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  1. Aus der Perspektive eines Kriegsverbrechers

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 07. Sep 2021 

    Adolf Eichmann war in der Zeit des Nationalsozialismus als Sturmbandführer ein Funktionär der Waffen-SS. In seiner Mitverantwortung standen die Vertreibung, Deportation und Ausrottung von Millionen Juden. Seine Dienststelle im Reichssicherheitshauptamt hatte das Kürzel IV B 4, das uns als Überschrift der einzelnen Buchkapitel immer wieder begegnet. Eichmann soll ein Schreibtischtäter par excellence gewesen sein. Am Ende des Krieges kam Eichmann in Gefangenschaft, der er sich aber mithilfe falscher Identitäten entziehen konnte, um letztlich in Argentinien unterzuschlüpfen, wo er bis 1960 nahezu unbehelligt lebte.

    Der vorliegende Roman setzt im Jahr 1952, am Todestag Evita Perons, ein, als Eichmann seine Familie aus Deutschland erwartet. Erzählt wird konsequent aus der Sicht des Delinquenten selbst, der sich unter dem Namen Riccardo Klement ein neues, ein zweites Leben, geschaffen hat. Viele ehemalige Nazi-Größen haben Zuflucht in Argentinien gefunden. Das Who-is-Who trifft sich regelmäßig bei offiziellen Anlässen zum Häppchen Essen. Man kennt sich, bildet eine deutsche Gemeinschaft, tauscht Erinnerungen aus. Diese Atmosphäre ist für den Leser durchaus befremdlich. Man hat fast den Eindruck, es handele sich um Staatsgäste Perons, nicht um hochkriminelle Kriegsverbrecher.

    Der Roman lässt uns tief in den Kopf und das Denken Eichmanns eintauchen. Gegenwärtige Ereignisse wechseln sich ab mit Erinnerungen/Episoden/ Erzählungen aus Eichmanns bewegter Vergangenheit. Man erfährt vieles über seinen ehemaligen Tätigkeitsbereich, über die kranke, menschenverachtende Denkweise und Ideologie der Nazis. Eichmanns Kommentare dazu wirken für den heutigen Leser spöttisch und überzogen, der Protagonist scheint aber nach wie vor davon überzeugt zu sein, es hat bei ihm keinerlei Umdenken seit Kriegsende stattgefunden. Er redet über ethnische Säuberungen und Deportationen ohne Schuldbewusstsein, ist stolz auf seinen auf seinen Ruf als Chef-Deportologe des Dritten Reiches, sieht sich als reiner Befehlsempfänger.

    „Zuletzt erzählte er ihnen von seiner Kernaufgabe als Verantwortlicher für die Transporte, nämlich wie man die Menge an Menschenmaterial pro Waggon und an Waggons pro Zug zu maximieren vermochte.“ (S. 29)

    „Wenn Klement bei seiner vorherigen Arbeit etwas gelernt hatte, dann, dass es nie empfehlenswert war, die Leute vorab wissen zu lassen, was sie am Ende des Weges erwartete. (S. 40)

    „Indem die Juden nicht gegangen sind, als noch Zeit dafür war, haben sie uns gezwungen, zu tun, was sie in Wirklichkeit ganz sich selbst zuzuschreiben haben. Es war Selbstmord, sah am Ende aber aus wie Tötung.“ (S. 81)

    „Und doch hatte Gregor (Mengele) mit Juden und Zigeunern experimentiert, als wären es Ratten, und das waren sie in Rassenbegriffen ja auch, sodass er gar nicht weit weg gewesen war von einer Tätigkeit als Tierarzt.“ (S. 122)

    Eichmann wirkt wie ein sich selbst überschätzender Hochstapler, ein Realitätsverweigerer, ein unglaublicher Zyniker. Zunehmend langweilt er sich in der neuen Heimat, zu unwichtig ist er geworden. Er möchte ein Buch schreiben, um wieder ins Licht der Öffentlichkeit treten zu können, oder wenigstens der Nachwelt seine Memoiren hinterlassen. Zu diesem Zweck lässt er von Willem Sassen Tonbandaufnahmen machen. Mit der Zeit wird er immer unvorsichtiger, baut sich sogar ein Haus, gibt Interviews und nennt sogar seinen wahren Namen. Letztlich wird Eichmann am 11. Mai 1960 vor seinem Haus vom israelischen Geheimdienst verschleppt. Die Gerechtigkeit nimmt endlich ihren Lauf.

    „Das zweite Leben des Adolf Eichmann“ ist kein einfaches Buch. Das liegt nicht nur an der offensichtlichen Verherrlichung der Nazi-Ideologie, die dem heutigen Rezipienten allzu pervers und widerwärtig erscheint. Magnus hat sich offenbar auch bemüht, Eichmanns Sprache, seinen Hang zu langen, verschachtelten Sätzen und Gedankengängen nachzuahmen. Dadurch ist nicht nur der Inhalt sperrig, sondern auch der Stil. Letzteres verleiht dem Buch natürlich eine ungeheure Authentizität. Der Autor hat sich wahrlich bemüht, sämtliche vorhandenen Quellen in seine Recherche für diesen Roman einzubeziehen. Auch erfahren wir am Ende, dass Magnus von seiner eigenen Familiengeschichte zu diesem Buch inspiriert wurde.

    Insofern ist der vorliegende Roman nichts für das schnelle Lesen zwischendurch. Es braucht Kraft, sich in die Perspektive dieses schrägen Charakters einzufinden, die so gar nicht der unsrigen entspricht. Viele Ereignisse sind uns bekannt, die offensichtliche Schönrederei stachelt an, macht zuweilen wütend. Gegen Ende will man einfach nicht mehr im Kopf Eichmanns durch Buenos Aires schlendern, die Selbstgerechtigkeit dieses Mannes ist ohne Worte, sie nervt regelrecht. Man sehnt die finale Gefangennahme herbei.

    Vielleicht wollte der Autor genau das damit bezwecken: Emotionen, Wut, Widerspruch und Ärger hervorrufen. Das ist ihm gut gelungen. Ariel Magnus hat ein weiteres Buch gegen das Vergessen geschrieben, ein Buch für nachfolgende Generationen. Ein Buch, das auf seine Weise originell und höchst lesenswert ist. Wahrscheinlich gehört das Unbequeme zum Programm.

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  1. Ein gräßlich gutes Buch

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 06. Sep 2021 

    Ach du je, schon wieder was zum III. Reich und den Nazis – das kennt man doch schon Alles! So oder ähnlich mögen nicht Wenige denken, wenn sie diesen Buchtitel und den Klappentext lesen. Doch egal, wer wann wieviel schon zu diesem Thema gelesen, gesehen und/oder gehört hat – diese Lektüre lohnt sich in jedem Fall!

    Adolf Eichmann leitete im III. Reich die zentrale Stelle, die für die Organisation der Verfolgung, Vertreibung und Deportation von Juden verantwortlich war und somit für die Ermordung von ca. sechs Millionen Menschen. Nachdem er nach Kriegsende fünf Jahre untergetaucht war, gelang ihm die Flucht nach Argentinien, wo er bis zu seiner Entführung nach Israel im Jahr 1960 unbehelligt mit seiner Familie leben konnte.

    Über diese Zeit hat Ariel Magnus eine fiktive Teilbiographie geschrieben, wobei er sich nah an die wenig bekannten tatsächlichen Begebenheiten sowie an den Sprech- bzw. Schreibstil Eichmanns gehalten hat, wie man an dessen schriftlichen Ergüssen wie beispielsweise Götzen feststellen kann. Um es gleich vorweg zu nehmen: Es liest sich nicht einfach. Eichmann neigte zu ausufernden, schwadronierenden Sätzen gespickt mit Fremdworten, vermutlich um seine scheinbare Überlegenheit darzustellen.

    Magnus übernimmt dies in die Sprech- und Denkweise seiner fiktiven Figur Eichmann, die sich in Argentinien den Namen Ricardo Klement gab und stellt somit dar, was er tatsächlich war: ein armseliges Würstchen ohne Rückgrat, der vermutlich auch bei den Stalinisten oder Pol Pot Karriere gemacht hätte. Ohne ihn allzu sehr ins Lächerliche zu ziehen (sieht man mal von der Möhre ab ;-)), entblößt sich dieser fiktive Eichmann allein durch seine Gedankenwelt, die von der der realen Person möglicherweise gar nicht allzu sehr abweicht. Dennoch gibt es nicht allzuviel zum Lächeln: Sobald er eines seiner irrwitzigen Hirngespinste entwirft, um sich selbst etwas vorzumachen (beispielsweise hätten die Juden es ihm zu verdanken, dass sie einen eigenen Staat bekommen hätten), werden wie eine Selbstverständlichkeit die unvorstellbaren Grausamkeiten und Barbareien des III. Reiches erwähnt – ein eventuelles Lächeln bleibt einem im Halse stecken.

    Ein wichtiges Buch, ein Buch gegen das Vergessen – auf eine andere Art.

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  1. Wohler wäre mir ohne das Buch

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 06. Sep 2021 

    „Das zweite Leben des Adolf Eichmann“ ist ein Roman des argentinischen Schriftstellers Ariel Magnus, in dem er über einen der meist gesuchten Naziverbrecher in seiner Zeit berichtet und zwar verfolgt er seinen Lebensabschnitt, als er sich in Magnus‘ Heimat Argentinien verborgen hielt und den Namen Klement führte. Magnus führt in diesem Roman den Leser nicht nur mit Klement/Eichmann durch ein Argentinien, das unter Perron flüchtenden Nazis eine gute Heimat bot, sondern er gibt uns auch einen tiefen Einblick in die (fiktive) Gedankenwelt dieses Deporteurs der Juden. Die Grenze zwischen Fiktion und Realität ist dabei nie ganz aufzulösen. Die Gedanken, wie Magnus sie schildert, haben eine Basis in der umfangreichen Sekundärliteratur über diesen Menschen, die auch in den Quellen ausführlich angegeben werden, haben aber ihren Ursprung sicher auch in der Gedankenwelt des Autors, der mit der Vorgabe seines Vaters in dieses Buchprojekt gegangen ist, doch auch bestimmt nicht ein gutes Haar an diesem Menschen zu lassen. Das ist ihm aus meiner Sicht zwar gelungen, ich musste mich aber über die gesamte Lektüre hinweg fragen, ob das Buch wirklich bei allen Lesern dieses Ziel erreichen konnte. In einer Zeit, in der rechtes und antisemitisches Gedankengut immer mehr in der Mitte der Gesellschaft anzukommen scheint, liegt die große Gefahr in diesem Buch, das komplett falsche Publikum zu bedienen.
    Konnte Magnus das ausschließen? Als Argentinier lag ihm bestimmt die argentinische Sichtweise viel näher und für ihn waren die argentinischen Hintergründe – die Deutschenfreundlichkeit im Land und die große Durchdringung deutscher Elemente in der argentinischen Gesellschaft dieser Zeit – sicher wichtiger als uns deutschen Lesern das bei der Lektüre war. Und weniger präsent waren ihm mögliche unerwünschte Rezeptionsgruppen in Deutschland.
    Ich komme zu dem Schluss: So furchtbar und bösartig er Eichmann auch schildert, er setzt ihm mit diesem Roman eben auch ein fiktionales Denkmal und ich frage mich, ob das wirklich eine gute Idee war. Deshalb stehe ich dem Buch, das ohne Frage gut recherchiert und gut geschrieben ist, nach der Lektüre sehr skeptisch gegenüber, konnte den beißenden Spott manchmal wirklich genießen und mich daran erfreuen, denke aber trotzdem: Mir wäre wohler ohne dieses Buch! Deshalb kann ich auch nur 3 Sterne geben.

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  1. Innenansichten eines Massenmörders

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 03. Sep 2021 

    Wie der Titel des Romans schon andeutet, führt uns der Autor ins Argentinien der 50er Jahre zu Ricardo Klement. Klement ist ein Name von vielen, die sich Eichmann auf seiner Flucht aus Deutschland gegeben hat und Klement ist es auch, der jetzt sein Pech beklagt, dass er ausgerechnet am Tag der Ankunft seiner Frau und seiner Kinder keine Blumen kaufen kann, weil die "Schlampe" Evita Peron gestorben ist und die Argentinier ihr zu Ehren die Händler bis auf das letzte Exemplar geplündert haben.

    Diese Szene führt dann auch gleich ungefiltert in Klements Ansichten über die Ungerechtigkeiten, die ihm seit seinem Dienstabtritt aus seinem Eichmannreferat (das gilt es als Kapitelzählung zu entdecken) widerfahren sind, die Arbeit, die er nicht vollenden konnte, das Gute, dass er damit den Juden ermöglicht hatte, nämlich endlich ihr Gelobtes Land ihr eigen nennen zu dürfen und überhaupt, er hatte eigentlich nur seine Pflicht erfüllt und Befehlen gehorcht.
    In seinem Exil, unter dem Schutz Perons, abgesichert durch ein deutsches Netzwerk von Kriegsflüchtigen, die mit ihren Beziehungen für Unterkunft und Auskommen sorgen, versteigt sich Klements immer weiter in seine Gedankenwelt, entwickelt Pläne für die gloreiche Rückkehr nach Deutschland und die Anerkennung seiner sorgfältigen und effizienten Kriegsarbeit. Verblendet wie er ist, erkennt er auch nicht die Gefahr, als sein ältester Sohn ihn eines Tages fragt, woran man eine Jüdin denn erkennen könne. Vielmehr spielt er weiter mit dem Feuer und sucht die Freundschaft mit Helmut Gregor, alias Josef Mengele.
    Die Observation Klements durch den israelischen Geheimdienst hat längst begonnen, doch erst nach seiner Festnahme und in Isolation besinnt er sich auf seinen echten Namen und neben möglichen Rechtfertigungen hat er sogar ein paar Gedanken für seine jüdischen Leidensgenossen übrig.

    Dieses Buch konzentriert sich allein auf die verquere Gedankenwelt Eichmanns im Exil. Fassungslos und angeekelt folgt man seinem inneren Monolog (belegt durch existierende Tonbandaufzeichnungen) und seiner sturen Weltanschauung, der jegliche Reue und Einsicht fehlt. Die verschachtelten Sätze reduzieren nicht nur das Lesetempo, so dass niemand vorzeitig aus dem Wahnsinn entlassen wird, sondern kommt dem Ton Eichmanns im wahren Leben auch sinnhaft nah.

    Was anfangs wie eine boshaft stichelnde Überspitzung eines verstockten Nazis im Exil daherkommt entpuppt sich im Nachhinein als Aufarbeitung der ganz persönlichen Vergangenheit Ariel Magnus, eine Bringschuld an seinen Vater und eine Hommage an seine Großmutter. Erst das vorletzte Kapitel "After Office" stellt diesen Zusammenhang her und gibt all dem vorangegangenen Entsetzen eine bittere Note, die weh tut, einen Messerstich der so tief sitzt, dass es eins dieser Bücher bleibt, die man so schnell nicht vergisst. Der fiktionierte Eichmann bekommt das volle Ausmaß an Realismus zurück, den man niemals wegdiskutieren kann, egal wie verquer die Gedanken sein mögen.

    Ein nicht gaz einfaches Buch, aber gut und sehr wichtig!

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  1. Literarisches Werk und eine Mahnung

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 02. Sep 2021 

    Wer komfortables Lesen bevorzugt, sollte einen weiten Bogen um dieses Buch machen, denn dieses Buch handelt von einem Mann, der maßgeblich bei der Organisation der Shoa mitgewirkt hatte. Es handelt von einem Mann, der nach seiner feigen Flucht nach Argentinien alle Schuldgefühle von sich weist, einem Mann, der vieles in seinem Leben dem Pech zuschreibt. Egal, ob bei der Ankunft seiner Frau in Argentinien die Blumen ausverkauft sind, oder dass sein Arbeitgeber in Ungnade gefallen ist und er nur deswegen überhaupt flüchten musste. Alles nur Pech. Es handelt von Adolf Eichmann, dem Mann, der für den Tod unzähliger Juden verantwortlich war und diese Morde damit rechtfertigte, dass er nur dem Wunsch der Natur entsprach, deren Teil er war. Ein „Deportologe“ im Ruhestand.

    Sommer 1952, kurz nach dem Tod von Evita in Argentinien, versucht ein Mann verzweifelt Blumen für seine Gattin aufzutreiben, die er die letzten sieben Jahre nicht mehr gesehen hatte. Doch wieder einmal hatte er Pech, die Blumen waren ob der Trauer die im Land herrschte, ausverkauft. Mit dieser Szene startet dieser Roman. Ariel Magnus, selbst Jude, hat die Perspektive gewechselt und erzählt in dieser Geschichte über die Fluchtjahre von Adolf Eichmann. Man folgt den Spuren von Adolf Eichmann in Argentinien. Man erfährt von seinen Jobs, von seinen Ideen Geschäfte zu machen, aber man erfährt auch einiges über seine Gattin und seine Söhne. Man erfährt, dass sich in Argentinien die Nazi-Verbrecher die Klinke in die Hand gegeben haben, darunter auch der leider bekannte Nazi-Arzt Mengele, der ebenfalls mit derartig widerlichen Zitaten auffällt, dass man dazu neigt die Seiten aus dem Buch zu reißen, so aufgewühlt ist man nach manchem Dialog. Obwohl vieles Fiktion im Kopf des Autors ist, lässt er mit gründlich recherchierten Fakten die Geschichte extrem greifbar wirken.

    Als Leser kommt man sehr nahe an die Gedankenwelt eines Nazi-Kriegsverbrechers heran. Ständig wird man mit menschenverachtenden Gedanken oder Zitaten, die einem den Magen umdrehen lassen, konfrontiert. Ariel Magnus nähert sich Adolf Eichmann auf einem ironischen Weg, teilweise zieht er die Person gar ins Lächerliche, ohne aber die Taten des Mannes bzw. von den Nazis im Allgemeinen zu verharmlosen. Ganz im Gegenteil, die Wucht des Geschehenen trifft den Leser hart. Auf der anderen Seite wird sogar Adolf Eichmann zum Teil menschlich dargestellt, wobei man sich als Leser davon distanziert bzw. dafür schämt diese Person tatsächlich als Mensch wahrzunehmen.

    Für die Veröffentlichung dieses Buches waren laut Ariel Magnus zwei Dinge verantwortlich. Zum Einen der Hass seines Vaters auf Adolf Eichmann und zweitens die dem Anschein nach eher unbedeutete Frage, welchen Rotwein Adolf Eichmann wohl vor seiner Hinrichtung getrunken hat. Diese zwei Dinge haben Ariel Magnus dazu gebracht, sorgfältig zu recherchieren und die Realität mit Fiktion zu vermischen. Der Zugang, den Magnus für dieses Buch gewählt hat, ist allerdings nicht der blanke Hass auf Adolf Eichmann, sondern seine ironische Beschreibung. Er beschreibt ihn mehr oder weniger als einen mittelmäßigen Typ, der es weit gebracht hat, oder aber auch, als einen ziemlich gerissenen Trottel. Ohne den ironischen Tonfall wäre ob der Grausamkeit die Geschichte gar nicht lesbar.Sowohl der Autor, als auch die Übersetzerin Silke Kleemann, haben für diesen Roman den richtigen Ton getroffen. Die Erzählweise lässt einen tief hinter die Fassade eines Mörders blicken, teilweise so tief, dass man angeekelt wegschauen muss.

    Man kann solche Bücher einerseits als literarisches Werk sehen und lesen aber viel wichtiger ist es vielleicht solche Werke als Mahnung zu verstehen, dass sich diese Ereignisse nie wieder wiederholen mögen.

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  1. Der vermeintliche Pechvogel

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 31. Aug 2021 

    Schon wieder hat Adolf Eichmann Pech. Ausgerechnet an dem Tag, an dem der als Ricardo Klement untergetauchte Nazi seine Frau Vera nach mehreren Jahren in Argentinien in Empfang nehmen möchte, sind keine Blumen zu bekommen. Die Deutsche ist ihrem Mann zusammen mit den Söhnen ins ausländische Versteck gefolgt. Doch wie lebt der ehemalige „Architekt des Holocaust“ nach seiner Flucht im Exil, der Mann ohne Reue, der für den Tod von Millionen Juden mitverantwortlich ist?

    „Das zweite Leben des Adolf Eichmann“ ist ein Roman von Ariel Magnus.

    Meine Meinung:
    Der Roman besteht aus fünf Kapiteln. Erzählt wird mit mehreren Zeitsprüngen in chronologischer Reihenfolge aus der Sicht von Ricardo Klement alias Eichmann, allerdings sind zwischendurch immer wieder Rückblicke und Erinnerungen eingefügt. Die Handlung spielt ausschließlich in Argentinien und umfasst den Zeitraum 1952 bis 1960. Dieser Aufbau ist gut durchdacht.

    Der Schreibstil ist für mich ein Manko des Romans. Sperrige, verschachtelte Satzkonstruktionen sind gepaart mit einem Beamtendeutsch. Die Dialoge sind eher kurz gehalten. Umso ausführlicher werden die gedanklichen Irrwege Eichmanns ausgeführt. Dadurch wird die Denkweise des Völkermörders zwar gut deutlich. Ein sprachliches Highlight stellt der Roman so aber nicht dar.

    Inhaltlich wirft der Roman ein interessantes und wichtiges Licht auf das Leben und Denken nationalsozialistischer Massenmörder, insbesondere, aber nicht nur in Bezug auf Eichmann. Somit leistet das Buch einen Beitrag gegen das Vergessen der NS-Verbrechen und gegen Diskriminierung. Dennoch hat mich die Umsetzung nicht ganz überzeugt.

    Gereizt hat mich an dem Buch, mehr über den berüchtigten Nazi zu erfahren. Tatsächlich kommt man beim Lesen der abstoßenden Innenwelt Eichmanns sehr nahe. Viel Raum nehmen seine menschenverachtenden und erschütternden Gedanken, Erinnerungen und Aussagen ein, die auch in der mehrfachen Wiederholung nichts von ihrem Grauen verlieren. Obwohl einiges schon vorher bekannt war, macht das den Roman zu einer schwer verdaulichen Lektüre. Schwer zu ertragen ist auch, wie unbehelligt die geflohenen Nazis im Exil leben und weiterhin ihre Kontakte pflegen konnten, ohne eine Auslieferung fürchten zu müssen.

    Auf rund 210 Seiten ist jedoch verhältnismäßig wenig Handlung vorhanden. Einige Passagen sind recht kurzweilig gehalten, andere dagegen ziemlich zäh.

    Der Erzähler gibt Eichmann immer wieder der Lächerlichkeit preis. Nicht nur seine Überzeugungen und Taten sind Gegenstands des Spotts. Auch sein Aussehen, angebliche sexuelle Vorlieben und ähnliche Dinge werden mit unverhohlenem Hohn thematisiert. In diesem Punkt ist der Autor etwas über das Ziel hinausgeschossen. Dies liegt wohl im abgrundtiefen Hass begründet, den die Familie Magnus gegenüber Eichmann empfindet. Im Nachwort „After Office“ erklärt der Autor die Beweggründe für das Buch. Demnach hat ihn sein Vater dazu inspiriert, über Adolf Eichmann zu recherchieren. Das Motiv, nämlich den bekannten Nazi „zur Fiktion zu verurteilen“, habe ich allerdings auch nach den Erläuterungen nicht ganz nachvollziehen können. Zu lesen ist auch, wie Magnus’ Großmutter im KZ auf Josef Mengele getroffen ist. Was im Roman auf wahren Begebenheiten beruht und was dichterische Freiheit ist, darüber lässt uns der Autor im Unklaren. Insgesamt gibt es für mich nach der Lektüre der persönlichen Worte von Ariel Magnus mehr offene Fragen als vorher.

    Im zweiten Nachwort „Nach Jerusalem“ ist in knapper Form zu erfahren, wie es für Eichmann, seine Familie und die Nazikameraden weiterging. Interessant ist auch das ausführliche Quellenverzeichnis.

    Das etwas künstlerisch anmutende Cover mit der reduzierten Farbgebung, in dem zwei Fotos Eichmanns miteinander kombiniert werden, gefällt mir sehr. Der deutsche Titel ist meiner Ansicht nach ein wenig irreführend, der spanische Originaltitel („El desafortunado“) die bessere Wahl.

    Mein Fazit:
    Mit „Das zweite Leben des Adolf Eichmann“ reiht sich Ariel Magnus in die Reihe derjenigen ein, die das wichtige Gedenken an die Opfer der NS-Verbrechen bewahren. Das Buch legt das abstoßende Gedankengut eines hochrangigen Nazis offen und klärt über das skandalöse Versteckspiel der Kriegsverbrecher im Ausland auf. Die Umsetzung des Romans konnte mich aber nicht in Gänze überzeugen.

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