Das zerstörte Leben des Wes Trench: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das zerstörte Leben des Wes Trench: Roman' von Tom Cooper
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4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das zerstörte Leben des Wes Trench: Roman"

Als Hurrikan Katrina mit den Südstaaten der USA fertig ist, hat Wes Trench alles verloren. Er ist kaum erwachsen, und doch erscheint es ihm, als sei sein Leben schon vorbei. Weil er es zu Hause nicht länger aushält, heuert Wes beim Shrimper Lindqvist an. Der alte Fischer ist noch übler dran: Was er fängt, reicht kaum zum Leben, ein Ölteppich bedroht die Küste, und zu allem Unglück ist ihm auch noch die Armprothese gestohlen worden. Besessen von der Idee, in den Sümpfen der Küste einen Schatz zu finden, fährt er immer wieder mit seinem Boot raus. Auch die gefährlich durchgeknallten Toup-Brüder, deren Grasplantagen er zu nahe kommt, können ihn nicht davon abhalten. Wes genießt die Freiheit an Lindqvists Seite und fasst allmählich neuen Mut, bis ihn ein weiterer Schicksalsschlag zu einer Entscheidung zwingt. Ein großer Roman, der packend und mit viel Liebe zu seinen störrischen, gebeutelten Figuren von Verlust erzählt und davon, was es heißt, allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder aufzustehen.

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
EAN:9783550080968

Rezensionen zu "Das zerstörte Leben des Wes Trench: Roman"

  1. Die Schicksale 8 verschiedener Glückssucher in der Barataria Bay

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Mär 2021 

    Jetzt gibt es mal zur Abwechslung einen Abenteuerroman. „Das zerstörte Leben des Wes Trench“. Ist das nicht ein wunderschönes Cover? Ich muss gestehen, dass mich genau dieses Cover zu dem Buch geführt hat. Die Geschichte erschien auch interessant. Dazu kommt noch, dass ich die Landschaften der südöstlichen Bundesstaaten der USA so absolut wunderschön finde, dass mich Bücher, die in diesen Gebieten handeln, schon allein deswegen magisch anziehen. Und dieses so wunderschön gestaltete Buchcover schon allein beim Betrachten Geschichten freisetzt.

    Doch warum geht es in diesem Buch? In dieser Geschichte befinden wir uns in der Barataria Bay im südöstlichen Louisiana, dem ehemaligen Gebiet des Stammes der Chitimacha, die aber in dem Buch überhaupt nicht vorkommen. Handelt dieses Buch doch Jahre später, nach dem Hurrikan Katrina und der Ölpest im Golf von Mexiko. Beide Ereignisse verändern das Leben der Bevölkerung der Barataria Bay, eine vom Rest der USA abgeschlagene Gegend. Dabei werden die Ausmaße beider Unglücke für die Bevölkerung recht anschaulich betrachtet und der Umgang der Ölfirmen mit der eigenen Schuld ebenso beleuchtet. Genauso wie das Wegschauen des Staates. Damit ist dieses Buch eine Gesellschaftskritik. Es geht in diesem Buch um die Versuche verschiedener Menschen, insgesamt 8 verschiedene Männer, ihr Glück zu finden, trotz widriger Bedingungen und Erfahrungen. Wegen dieser Glückssuche erfährt man auch etwas über die Geschichte dieses Landstrichs und im Besonderen erfährt man etwas über die Piraterie in der Barataria Bay und Pierre Lafitte, dem Bruder vom bekannteren Piraten Jean Lafitte. Dabei tröpfelt die Handlung anfänglich etwas, entwickelt aber nach und nach einen gewaltigen Sog und ich bin froh, dieses Buch gelesen zu haben. Nur Nähe zu den Protagonisten entwickelt das Buch fast gar keine, was schade ist, gefallen hat mir das Buch aber trotzdem.

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  1. Zerstörte Lebensträume

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 08. Mär 2016 

    Wes Trench lebt mit seinem Vater von Shrimpsfang in den Sümpfen des Bayou. Die Ölförderung hat das Gebiet schwer geschädigt, die Erträge werden immer weniger und das Überleben immer härter. Nun treibt auch noch ein neuer Ölteppich auf das Delta zu. Seit 5 Jahren fährt Wes mit seinem Vater zum Shrimpsfang, aber er tut es voll Zorn und Hass auf ihn. Der Sturm Katrina hat die Familie zerrissen, die Mutter kam ums Leben und Wes gibt seinem Vater daran die Schuld. Er hat nicht auf sie gehört und alle Warnungen vor dem Sturm buchstäblich in den Wind geschlagen. Diese Schicksalsschläge zwingen Wes, seine College Pläne zu vergessen und als Fischer ein hartes, schlecht bezahltes Leben auf sich zu nehmen.
    Er heuert beim alten Lindquist an, als das Leben mit seinem Vater unerträglich wird. Aber auch Lindquist ist ein verbitterter alter Mann, der nach dem Verlust seines Arms und dem Tod seiner Frau, den Schmerz und die Trauer mit Alkohol und Drogen bekämpft. Lindquist will einen geheimnisvollen Piratenschatz heben, den er im Delta vermutet und Nacht für Nacht fährt er in seinem Boot hinaus um zu graben. Dabei kommt er den Zwillingen Reginald und Victor Toup in die Quere, die ihre versteckten Grasfelder im Delta haben und nachts zur Ernte rausfahren und die Aufdeckung ihres Drogenanbaus fürchten. Auch die Zwillinge gehören zu der Schicht, die man als die Verlierer der Gesellschaft bezeichnen kann. Später kommen noch weitere Personen dazu, die sich begegnen und in die Geschehnisse eingreifen, ohne das die einzelnen Protagonisten eine Verbindung sehen.
    Es ist nicht nur die Verbitterung des Wes Trench, die der Autor Cooper beschreibt, alle seine Figuren müssen mit einem zerstörten Leben und geplatzten Träumen und Plänen leben. Da führte mich der Titel in die Irre.

    Tom Cooper beschreibt das in einer unglaublich farbigen, unmittelbaren Sprache, die mich sofort ganz real in die Geschichte gezogen hat. Die wechselnden Erzählperspektiven erschließen weitere Dimensionen. Die Menschen wurden mir sofort lebendig und standen vor meinen Augen, so bildstark werden sie mit ihren Eigenheiten und Schrullen geschildert. Egal wie viele Schläge und Enttäuschungen das Schicksal für sie bereit hält, sie halten an ihrem Traum und an ihrem Glauben an eine bessere Wendung fest. Es ist der unerschütterliche Glaube, die optimistische Einstellung, die Wes und die anderen von einem besseren Leben träumen lässt.
    Die Sumpflandschaft um New Orleans ist wunderbar, fast schon romantisch verklärt geschildert, die Liebe des Autors zu diesem Land teilt sich dem Leser auf jeder Seite mit. Es hat mir auch sehr gut gefallen, wie Cooper den Mut und den Willem, sich nicht von den Schicksalsschlägen unterkriegen zu lassen, seinen Figuren mitgibt. Diese Kraft, den Widrigkeiten zu trotzen und dabei den Humor nicht zu verlieren, haben mir die Figuren so nahe gebracht.
    Trotzdem bleibt in diesem Buch die melancholische Grundstimmung spürbar, die schon im Schutzumschlag zu sehen ist. Dort wurde ein alter Schwarz-Weiß-Stich gewählt, der die Sümpfe ein wenig trostlos und menschenfeindlich darstellt.
    Mein Fazit: ein großes Buch über den großen Süden der USA.

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