Das Tartarus-Projekt

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Tartarus-Projekt' von  Gerd Schilddorfer
4
4 von 5 (4 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Tartarus-Projekt"

Sind Sie sicher, dass die Fliege an der Wand tatsächlich ein lebender Organismus ist? Oder eine Mini-Drohne, die Ihnen auf Schritt und Tritt folgen kann, die Sie beobachtet und einen Strom von intimen Bildern und persönlichen Informationen in eine Cloud schickt? Daten, die Sie erpressbar machen, berechenbar, ausgeliefert all jenen, die darauf Zugriff haben. Doch es kann noch schlimmer kommen ... Eine feuchtfröhliche Party im Nobelvorort Grünwald bei München endet in einem Horrorszenario der Gastgeber, ein erfolgreicher Unternehmer, wird an die Heizung gekettet, verstümmelt, ermordet und angezündet. Michael Landorff, Journalist und Autor, der zu seiner eigenen Überraschung auf der illustren Einladungsliste stand, beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Dabei trifft er auf Alexandra Buschmann, eine professionelle Pokerspielerin, die ebenfalls eingeladen war, obwohl sie den Hausherrn nicht einmal kannte. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, die Hintergründe des grausamen Todes zu erforschen und geraten dabei immer tiefer in ein Netz aus Geheimdiensten, Wirtschaftsinteressen und politischem Kalkül. Schon bald laufen sie um ihr Leben. Denn es geht um eine weltweite Bedrohung von ungeahntem Ausmaß das Tartarus-Projekt

Format:Broschiert
Seiten:304
Verlag:
EAN:9783800090013

Rezensionen zu "Das Tartarus-Projekt"

  1. Spannend, aber etwas zu kurz geraten...

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 30. Okt 2020 

    Sind Sie sicher, dass die Fliege an der Wand tatsächlich ein lebender Organismus ist? Oder eine Mini-Drohne, die Ihnen auf Schritt und Tritt folgen kann, die Sie beobachtet und einen Strom von intimen Bildern und persönlichen Informationen in eine Cloud schickt? Daten, die Sie erpressbar machen, berechenbar, ausgeliefert all jenen, die darauf Zugriff haben. Doch es kann noch schlimmer kommen ...

    Eine feuchtfröhliche Party im Nobelvorort Grünwald bei München endet in einem Horrorszenario – der Gastgeber, ein erfolgreicher Unternehmer, wird an die Heizung gekettet, verstümmelt, ermordet und angezündet. Michael Landorff, Journalist und Autor, der zu seiner eigenen Überraschung auf der illustren Einladungsliste stand, beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Dabei trifft er auf Alexandra Buschmann, eine professionelle Pokerspielerin, die ebenfalls eingeladen war, obwohl sie den Hausherrn nicht einmal kannte. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, die Hintergründe des grausamen Todes zu erforschen – und geraten dabei immer tiefer in ein Netz aus Geheimdiensten, Wirtschaftsinteressen und politischem Kalkül. Schon bald laufen sie um ihr Leben. Denn es geht um eine weltweite Bedrohung von ungeahntem Ausmaß – das Tartarus-Projekt...

    Noch vor der Lektüre habe ich nicht schlecht gestaunt. Ein Roman von Gerd Schilddorfer - und dann gerade einmal etwas über 304 Seiten? Da bin ich anderes gewöhnt: die Thriller um den Abenteurer und Piloten John Finch haben 600 Seiten und mehr, und interessante und verzweigte Geschichten erzählen kann der Autor.

    Aber dieses neueste Werk von Gerd Schilddorfer hat eben nichts mit John Finch zu tun - dies ist ein Stand-Alone, zumindest voraussichtlich. Ich war sehr gespannt, ob ein Fabulierer wie dieser Autor sich wirklich gelungen auf eine solch geringe Seitenzahl reduzieren kann. Gerd Schilddorfer selbst bezeichnet diesen Thriller quasi als 'Kurzgeschichte'...

    Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Journalist und Autor Michael Landorff, der zu Beginn der Erzählung ein wenig deprimiert und resigniert wirkt, weil er derzeit beruflich wenig erfolgreich ist und mit den Verlagen hadert. Zu seiner Überraschung wurde er zu der Party eines schwerreichen Unternehmers eingeladen, den er nicht einmal kennt. Aber das Catering ist hervorragend, die Spirituosen hochkarätig, was will man mehr?

    Mit dem Ende der Party hätte allerdings niemand gerechnet: der Gastgeber wird brutal ermordet, die Hintergründe erscheinen mehr als mysteriös. Landorff stößt auf einen weiteren Partygast, den der Unternehmer ebenfalls unbekanntermaßen eingeladen hatte: Alexandra Buschmann, eine professionelle Pokerspielerin. Beide versuchen herauszufinden, was der Grund für ihre Einladung gewesen sein könnte. Ahnte der Gastgeber, dass er ermordet werden würde?

    Landorffs Spürsinn und Buschmanns analytischer Blick fördern nach und nach einige unglaubliche Erkenntnisse ans Licht. Dabei erscheinen manche Hintergründe wie aus einem Science-Fiction-Roman - sind es aber nicht. Wenn man die gängigen Suchmaschinen bemüht, bekommt man Erstaunliches zu lesen - und kann Angst bekommen. Was heute schon Realität ist oder kurz davor scheint es zu werden - unfassbar.

    Gerd Schilddorfer ist bekannt dafür, meist weniger bekannte historische Gegebenheiten in spannende Abenteuerromane zu verweben. Diesmal hält er sich an aktuelle Entwicklungen bzw. technische Möglichkeiten, die drohen, den Menschen eines Tages überflüssig zu machen. Das hat mir beim Lesen an der ein oder anderen Stelle reichlich Unbehagen eingeflößt. Aber was hätte man hier schönreden können?

    Ein wenig hat dies für mich das Lesevergnügen getrübt, das ich ansonsten hatte. Denn nach einem behäbigen Einstieg - eine langweilige Party der Münchner Schickeria und Highsnobiety halt - nimmt der Thriller bald schon an Fahrt auf. Über mangelnde Action braucht man sich hier jedenfalls nicht zu beklagen, Geheimdienste treten hier en masse auf, und gefährliche Situationen gibt es an jeder Ecke.

    Die kleinen Schwächen des Thrillers - die Ermittlungen reduzieren sich für mein Empfinden zu sehr auf bloße Gespräche mit den Geheimdiensten, die erstaunlich auskunftsfreudig sind, und das Verhalten einzelner Charaktere erschließt sich nicht schlüssig, weil die Hintergrundinformationen fehlen - schiebe ich tatsächlich auf die für diese Geschichte schlussendlich doch geringe Seitenzahl des Buches. Dadurch bedingt blieben letztlich auch einige Fragen offen, die ich gern beantwortet gehabt hätte.

    Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Alles in allem bietet der Thriller spannende Lesestunden mit einem interessanten, wenn auch beängstigenden Hintergrund. Spannung, Action, Humor - eine unterhaltsame Mischung, die mir gut gefallen hat. Danke dafür!

    © Parden

  1. Höllenritt

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 20. Okt 2020 

    Der Industrielle Gregory Winter wird kurz nachdem er sein Unternehmen sehr erfolgreich verkauft hat brutal ermordet. Es geschah nach einer Party, zu der auch der momentan nicht ganz so erfolgreiche Autor Michael Landorff eingeladen war. Dessen neue Agentin Melissa, die manchmal zu dem Schluss kommt, nur ein toter Autor könne für Auflagen sorgen, gibt Landorff den Auftrag, Nachforschungen zu dem Mord anzustellen und dann ein Buch darüber zu schreiben. Landorff, der überrascht war, auf der Gästeliste zu stehen, weiß zunächst nicht, wo er anfangen soll. Wie auch ein Polizist beginnen würde, sucht er die Menschen aus dem näheren Umfeld des Toten auf.

    Bei seinen Untersuchungen trifft Landorff auf die professionelle Pokerspielerin Alexandra Buschmann. Beide waren zu der Party eingeladen, obwohl sie keinen Bezug zu dem Gastgeber hatten. Wurde ihr Zusammentreffen absichtlich herbeigeführt. Jedenfalls ergänzen sich Landorffs journalistische Fähigkeiten mit der exakten Beobachtungsgabe und dem analytischen Denken Buschmanns, die immerhin von ihrem Spiel leben kann. Michael Landorffs Traum von einer großen Veröffentlichung, kann in Erfüllung gehen, wenn er und Alexandra es schaffen, die Suche nach dem Täter lebend zu überstehen. Das stellt sich als schwieriger heraus als geahnt, denn es gibt Beteiligte, die ihre Motive um jeden Preis verdecken wollen.

    Ein Abenteuer mit ordentlich Thrill. Wenn man andere Bücher des Autors kennt, weiß man, das beste Unterhaltung garantiert ist. Es fängt recht harmlos an, da der Protagonist erstmal eingeführt wird. Ein Autor, der um die nächste Veröffentlichung kämpft und es dabei nicht leicht hat. Und eben dieser Autor gerät in eine brisante Ermittlung, bei der der Todesfall nur der Ausgangspunkt zu einer größeren Sache ist. Mit seinen neuen Hauptpersonen Michael Landorff und Alexandra Buschmann hat der Autor ein sympathisches Team zusammengebracht, deren abenteuerliche Ermittlung ausgesprochen packend ist. Noch im Laufe der Lektüre ist man geneigt, so einige der verwendeten Ausdrücke nachzuschlagen, um mit Erstaunen und Erschauern festzustellen, dass etliche Ansätze nicht so sehr weit hergeholt sind. Das Abenteuer nimmt seinen überraschenden Lauf und das rasant erzählte Finale lässt keine Wünsche offen.
    4,5 Sterne

  1. Gelungener Thriller-Reihen-Startschuss mit kleinen Irritationen

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 05. Okt 2020 

    Der erste visuelle Eindruck: das Cover ist auf den ersten Blick eher unauffällig.
    Bei näherem Hinsehen erkennt man eine Drohne, das erweckt: Neugier. Gut gemacht!
    Die Bedeutung des griechischen "Tartaros: personifizierter Teil der Unterwelt (https://de.wikipedia.org/wiki/Tartaros) weißt den Leser auf die mögliche Gefahr, durch elektronische Geräte hin.

    Inhalt:
    Das Thema: Spionage, Verschwörung, elektronische Raffinesse & die teilweise vereitelten Ermittlungen, ist absolut zeitnah und sehr gut getroffen.
    Schon nach einigen Zeilen fällt der auffällige "Österreich-Touch" in & zwischen den Zeilen auf.
    Der Schriftsteller hat in Sprache und Ausdruck viel von seiner Heimat einfließen lassen. Leider ist mir das nach einigen Kapiteln zu viel "Wiener Schmä", im Sprachgebrauch und Szenenaufbau.

    Leider konnte mich die Ausarbeitung dieses, so brisanten Thrillers, nicht überzeugen.
    Es war sehr anstrengend, die teilweise sehr langatmigen Ausführungen des Autors zu lesen. Aufgrund dieses Schreibstils gingen Details & Lesefluss verloren.
    Der eigenwillige Humor im Sprachgebrauch & das "Heimatkrimi-Couleur" ließ den Ernst des Themas verloren gehen.
    Der Ansatz: ein Schriftsteller & eine Profipokerspielerin gemeinsam auf "Mörderjagd" ist ungewöhnlich, hätte aber super klappen können.

    Fazit: Ein sehr interessantes Thema.
    Eine heimatbegeisterte Leserschaft, mit Hang zu Mundartromanen, könnte diesen Roman sehr wohl schätzen.
    Für die Leser, die rasante, spannende, Thriller mit schneller Abfolge & unvorhersehbaren Wendungen lieben, könnte diese Lektüre enttäuschen.

  1. Brisant und spannend

    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Okt 2020 

    „Da war etwas, das im Hintergrund blieb, sich versteckte, wie unter einem Tarnmäntelchen, und sich ins Fäustchen lachte. Und Landorff hatte keine Ahnung, was es war.“ (Zitat Seite 84)

    Inhalt
    Natürlich geht der Journalist und Autor Michael Landorff auf die exklusive Party des erfolgreichen Unternehmers und Milliardärs Gregory Winter, auch wenn er keine Ahnung hat, warum er auf der Einladungsliste steht. Schon des großartigen Buffets wegen, denn obwohl seine Thriller die Leser begeistern, fehlt ihm noch immer ein Verlag. Dies will seine langjährige Bekannte Melissa Warttemberg ändern, die mit ihrer Agentur professionelle Kampagnen für bekannte internationale Großkonzerne durchführt. Als Gregory Winter am Morgen nach der Party grausam ermordet aufgefunden wird, sieht Melissa für Landorff als erfahrenen Journalisten eine einmalige Chance: er muss sofort mit der Suche nach dem Mörder beginnen, den Fall vor der Polizei aufklären und gleichzeitig darüber ein Buch schreiben. Bei der Durchsicht der Gästeliste trifft er auf Alexandra Buschmann, eine professionelle Pokerspielerin, die ebenfalls eingeladen war, ohne Gregory Winter zu kennen. Gemeinsam beginnen sie zu recherchieren, und dies wird binnen kürzester Zeit lebensgefährlich. Umgeben von Geheimdiensten mit unterschiedlichen Interessen und skrupellosen Gegnern, finden sie heraus, worum es eigentlich geht: um ein brisantes Forschungsprojekt mit dem Namen „Tartarus“, das die Welt verändern wird.

    Thema und Genre
    In diesem packenden Wissenschafts- und Politthriller geht es um die Forschungsbereiche KI, Drohnen als Kampfroboter, modernste Steuerungstechnik, Geheimdienste, Politik und internationale Wirtschaftsinteressen.

    Charaktere
    Michael Landorff ist Autor, doch er ist auch ein erfahrener Journalist mit einem entsprechenden Netzwerk. Die ersten Recherchen zeigen, dass wesentlich mehr hinter diesem Mordfall steckt, als zunächst angenommen. Jede Antwort wirft neue Fragen auf, doch er gibt nicht auf, obwohl er rasch erkennt, dass sein Einsatz sein Leben ist, denn bald weiß er zu viel. Alexandra Buschmann, studierte Mathematikerin und Wirtschaftswissenschaftlerin, recherchiert mit ihm, denn plötzlich erkennt sie ihre Verbindung zum Unternehmen des Ermordeten.

    Handlung und Schreibstil
    Ein Journalist und eine Pokerspielerin: die spannende Recherche führt die beiden Hauptfiguren von München aus durch Bayern bis nach Wien, und über Umwege wieder zurück, mit Gegnern aus aller Welt, die ihren Spuren folgen. Die Handlung wird in einer straffen Zeitspanne geschildert, Rückblenden ergänzen mit Details.
    Man erkennt die genaue Recherche und das Fachwissen des Autors, die Geschichte ist realistisch und nachvollziehbar. Seine Geburtsstadt Wien schildert Gerd Schilddorfer, eingebunden in spannende, gefährliche Situationen, mit Charme und Schmäh abseits der Touristenrouten – wer Wien kennt, liest dies mit einem Lächeln, Wien-Neulinge finden hier ganz sicher Ideen für den nächsten Wienbesuch. Die Sprache passt perfekt zum Genre, spannend, mit einer guten Prise Humor. Die wissenschaftlichen Erklärungen sind gekonnt in lockere Dialoge eingebaut, sodass sie verständlich und interessant zu lesen sind.

    Fazit
    Ein packender Thriller mit brisanten Themen und unvorhersehbaren Wendungen. Wem können wir überhaupt noch trauen?, fragen sich nicht nur die beiden sympathischen Hauptfiguren, sondern auch wir Leser*innen, denn es gibt immer wieder Überraschungen. Ein spannender Pageturner, der vergnügte Lesestunden bietet.