Das Tartarus-Projekt

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Tartarus-Projekt' von  Gerd Schilddorfer
4
4 von 5 (3 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Tartarus-Projekt"

Format:Broschiert
Seiten:304
Verlag:
EAN:9783800090013

Rezensionen zu "Das Tartarus-Projekt"

  1. Höllenritt

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 20. Okt 2020 

    Der Industrielle Gregory Winter wird kurz nachdem er sein Unternehmen sehr erfolgreich verkauft hat brutal ermordet. Es geschah nach einer Party, zu der auch der momentan nicht ganz so erfolgreiche Autor Michael Landorff eingeladen war. Dessen neue Agentin Melissa, die manchmal zu dem Schluss kommt, nur ein toter Autor könne für Auflagen sorgen, gibt Landorff den Auftrag, Nachforschungen zu dem Mord anzustellen und dann ein Buch darüber zu schreiben. Landorff, der überrascht war, auf der Gästeliste zu stehen, weiß zunächst nicht, wo er anfangen soll. Wie auch ein Polizist beginnen würde, sucht er die Menschen aus dem näheren Umfeld des Toten auf.

    Bei seinen Untersuchungen trifft Landorff auf die professionelle Pokerspielerin Alexandra Buschmann. Beide waren zu der Party eingeladen, obwohl sie keinen Bezug zu dem Gastgeber hatten. Wurde ihr Zusammentreffen absichtlich herbeigeführt. Jedenfalls ergänzen sich Landorffs journalistische Fähigkeiten mit der exakten Beobachtungsgabe und dem analytischen Denken Buschmanns, die immerhin von ihrem Spiel leben kann. Michael Landorffs Traum von einer großen Veröffentlichung, kann in Erfüllung gehen, wenn er und Alexandra es schaffen, die Suche nach dem Täter lebend zu überstehen. Das stellt sich als schwieriger heraus als geahnt, denn es gibt Beteiligte, die ihre Motive um jeden Preis verdecken wollen.

    Ein Abenteuer mit ordentlich Thrill. Wenn man andere Bücher des Autors kennt, weiß man, das beste Unterhaltung garantiert ist. Es fängt recht harmlos an, da der Protagonist erstmal eingeführt wird. Ein Autor, der um die nächste Veröffentlichung kämpft und es dabei nicht leicht hat. Und eben dieser Autor gerät in eine brisante Ermittlung, bei der der Todesfall nur der Ausgangspunkt zu einer größeren Sache ist. Mit seinen neuen Hauptpersonen Michael Landorff und Alexandra Buschmann hat der Autor ein sympathisches Team zusammengebracht, deren abenteuerliche Ermittlung ausgesprochen packend ist. Noch im Laufe der Lektüre ist man geneigt, so einige der verwendeten Ausdrücke nachzuschlagen, um mit Erstaunen und Erschauern festzustellen, dass etliche Ansätze nicht so sehr weit hergeholt sind. Das Abenteuer nimmt seinen überraschenden Lauf und das rasant erzählte Finale lässt keine Wünsche offen.
    4,5 Sterne

  1. Gelungener Thriller-Reihen-Startschuss mit kleinen Irritationen

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 05. Okt 2020 

    Der erste visuelle Eindruck: das Cover ist auf den ersten Blick eher unauffällig.
    Bei näherem Hinsehen erkennt man eine Drohne, das erweckt: Neugier. Gut gemacht!
    Die Bedeutung des griechischen "Tartaros: personifizierter Teil der Unterwelt (https://de.wikipedia.org/wiki/Tartaros) weißt den Leser auf die mögliche Gefahr, durch elektronische Geräte hin.

    Inhalt:
    Das Thema: Spionage, Verschwörung, elektronische Raffinesse & die teilweise vereitelten Ermittlungen, ist absolut zeitnah und sehr gut getroffen.
    Schon nach einigen Zeilen fällt der auffällige "Österreich-Touch" in & zwischen den Zeilen auf.
    Der Schriftsteller hat in Sprache und Ausdruck viel von seiner Heimat einfließen lassen. Leider ist mir das nach einigen Kapiteln zu viel "Wiener Schmä", im Sprachgebrauch und Szenenaufbau.

    Leider konnte mich die Ausarbeitung dieses, so brisanten Thrillers, nicht überzeugen.
    Es war sehr anstrengend, die teilweise sehr langatmigen Ausführungen des Autors zu lesen. Aufgrund dieses Schreibstils gingen Details & Lesefluss verloren.
    Der eigenwillige Humor im Sprachgebrauch & das "Heimatkrimi-Couleur" ließ den Ernst des Themas verloren gehen.
    Der Ansatz: ein Schriftsteller & eine Profipokerspielerin gemeinsam auf "Mörderjagd" ist ungewöhnlich, hätte aber super klappen können.

    Fazit: Ein sehr interessantes Thema.
    Eine heimatbegeisterte Leserschaft, mit Hang zu Mundartromanen, könnte diesen Roman sehr wohl schätzen.
    Für die Leser, die rasante, spannende, Thriller mit schneller Abfolge & unvorhersehbaren Wendungen lieben, könnte diese Lektüre enttäuschen.

  1. Brisant und spannend

    5
    (5 von 5 *)
     - 01. Okt 2020 

    „Da war etwas, das im Hintergrund blieb, sich versteckte, wie unter einem Tarnmäntelchen, und sich ins Fäustchen lachte. Und Landorff hatte keine Ahnung, was es war.“ (Zitat Seite 84)

    Inhalt
    Natürlich geht der Journalist und Autor Michael Landorff auf die exklusive Party des erfolgreichen Unternehmers und Milliardärs Gregory Winter, auch wenn er keine Ahnung hat, warum er auf der Einladungsliste steht. Schon des großartigen Buffets wegen, denn obwohl seine Thriller die Leser begeistern, fehlt ihm noch immer ein Verlag. Dies will seine langjährige Bekannte Melissa Warttemberg ändern, die mit ihrer Agentur professionelle Kampagnen für bekannte internationale Großkonzerne durchführt. Als Gregory Winter am Morgen nach der Party grausam ermordet aufgefunden wird, sieht Melissa für Landorff als erfahrenen Journalisten eine einmalige Chance: er muss sofort mit der Suche nach dem Mörder beginnen, den Fall vor der Polizei aufklären und gleichzeitig darüber ein Buch schreiben. Bei der Durchsicht der Gästeliste trifft er auf Alexandra Buschmann, eine professionelle Pokerspielerin, die ebenfalls eingeladen war, ohne Gregory Winter zu kennen. Gemeinsam beginnen sie zu recherchieren, und dies wird binnen kürzester Zeit lebensgefährlich. Umgeben von Geheimdiensten mit unterschiedlichen Interessen und skrupellosen Gegnern, finden sie heraus, worum es eigentlich geht: um ein brisantes Forschungsprojekt mit dem Namen „Tartarus“, das die Welt verändern wird.

    Thema und Genre
    In diesem packenden Wissenschafts- und Politthriller geht es um die Forschungsbereiche KI, Drohnen als Kampfroboter, modernste Steuerungstechnik, Geheimdienste, Politik und internationale Wirtschaftsinteressen.

    Charaktere
    Michael Landorff ist Autor, doch er ist auch ein erfahrener Journalist mit einem entsprechenden Netzwerk. Die ersten Recherchen zeigen, dass wesentlich mehr hinter diesem Mordfall steckt, als zunächst angenommen. Jede Antwort wirft neue Fragen auf, doch er gibt nicht auf, obwohl er rasch erkennt, dass sein Einsatz sein Leben ist, denn bald weiß er zu viel. Alexandra Buschmann, studierte Mathematikerin und Wirtschaftswissenschaftlerin, recherchiert mit ihm, denn plötzlich erkennt sie ihre Verbindung zum Unternehmen des Ermordeten.

    Handlung und Schreibstil
    Ein Journalist und eine Pokerspielerin: die spannende Recherche führt die beiden Hauptfiguren von München aus durch Bayern bis nach Wien, und über Umwege wieder zurück, mit Gegnern aus aller Welt, die ihren Spuren folgen. Die Handlung wird in einer straffen Zeitspanne geschildert, Rückblenden ergänzen mit Details.
    Man erkennt die genaue Recherche und das Fachwissen des Autors, die Geschichte ist realistisch und nachvollziehbar. Seine Geburtsstadt Wien schildert Gerd Schilddorfer, eingebunden in spannende, gefährliche Situationen, mit Charme und Schmäh abseits der Touristenrouten – wer Wien kennt, liest dies mit einem Lächeln, Wien-Neulinge finden hier ganz sicher Ideen für den nächsten Wienbesuch. Die Sprache passt perfekt zum Genre, spannend, mit einer guten Prise Humor. Die wissenschaftlichen Erklärungen sind gekonnt in lockere Dialoge eingebaut, sodass sie verständlich und interessant zu lesen sind.

    Fazit
    Ein packender Thriller mit brisanten Themen und unvorhersehbaren Wendungen. Wem können wir überhaupt noch trauen?, fragen sich nicht nur die beiden sympathischen Hauptfiguren, sondern auch wir Leser*innen, denn es gibt immer wieder Überraschungen. Ein spannender Pageturner, der vergnügte Lesestunden bietet.