Das Moskau-Komplott

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Moskau-Komplott' von Daniel Silva
4.5
4.5 von 5 (2 Bewertungen)

Alex Lubin wird das Grandhotel Courcevel in den französischen Alpen schnell wieder verlassen. Davon ist sowohl der Rezeptionist der etwas in die Jahre gekommenen Herberge als auch sein Vorgesetzter, der Empfangschef, überzeugt. Denn Lubin ist Russe und als solcher nur durch Zufall in das russenfeindliche Hotel im Wintersportort gekommen. Also setzen die beiden Angestellten alles daran, den Gast mit schikanösester Behandlung wieder los zu werden.

Dass Alex Lubin das Grandhotel tatsächlich schnell verlässt, und noch dazu im Zinksarg, liegt aber weniger am unfreundlichen Hotelpersonal, sondern eher an jenem lautlosen russischen Profikiller im Skianzug, der dem oppositionellen Journalisten gekonnt ein Messer in die Herzgegend rammt. Dann wird trotz aller Überwachung durch den israelischen Geheimdienst auch noch Lubins Chef von der regimekritischen „Moskowskij Gazeta“ vergiftet, der für ein Treffen mit dem Geheimagenten und Kunstrestaurator Gabriel Allon nach Rom gekommen war. Jetzt muss Allon seine Flitterwochen beenden. Denn die Journalisten waren einer terroristischen Verschwörung auf der Spur, die nicht nur Israel, sondern die gesamte westliche Welt in ihren Grundfesten erschüttern könnte. Ohne des Russischen mächtig zu sein, reist Allon ins Herz der Gefahr, nach Moskau – und kommt dabei einem ungeheuerlichen Komplott auf die Spur...

Laut Klappentext wurde der Thriller Das Moskau-Komplott des US-Autors Daniel Silva in den USA als sein bisher bestes Buch gefeiert und kletterte prompt auf den ersten Platz der Bestsellerliste der „New York Times“. Das kann man gut verstehen. Denn Das Moskau-Komplott ist raffiniert komponiert, brillant geschrieben und von der ersten bis zur letzten Seite spannend. Beste Unterhaltungsliteratur, die man in einem Rutsch zuende lesen kann. -- Stefan Kellerer

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:480
Verlag: Pendo
EAN:9783866122482

Rezensionen zu "Das Moskau-Komplott"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Mai 2017 

    Lang ist es her

    Denn diese Rezension stammt bereits aus dem Jahr 2010 und wurde noch bei den Buchgesichtern verfasst.

    Die Leseprobe bei vorablesen.de versprach Spannung pur und wies das Buch als einen Spionagethriller der Neuzeit, als POST COLD WAR aus.

    Der Mord an einem russischen investigativem Journalisten und kurze Zeit später an dessen Chefredakteur läßt einen Geheimdienst auf den Plan treten, den das letzte Mordopfer angerufen hatte. Dieser DIENST ist weltbekannt und in einem sehr kleinen Land beheimatet. Der DIENST sorgte für die Entführung von Adolf Eichmann und liquidierte die Palästinensergruppe, welche München 72 auf dem Kerbholz hatte.

    Gabriel Allon heißt der Agent, der Bilder malen und fälschen kann wie ein Maler vergangener Zeiten, eigentlich hat er (erstes Klischee) nach dem letzten Einsatz so etwas wie Urlaub. Er darf im Auftrag des Vatikans in Umbrien (Italien) malen, wenn er sich nicht im Hauptjob betätigt. Was er natürlich nicht einhält, Mordopfer Zwei stirbt in seinen Armen im Petersdom.

    Nach dem zweiten Mord muss er nach Moskau. Er trifft eine weitere russische Journalistin und erhält die Information, dass die Frau eines bekannten russischen Oligarchen verraten würde, wie der letzte große Waffendeal ihres Mannes ablaufen soll. Raketen gegen Flugzeuge, Al Quaida gegen den Rest der westlichen Welt.

    Iwan, so heißt der Typ, ist ein ehemaliger Angehöriger des KGB. (Klischee Nr. 2).

    In Moskau geht etwas schief und Allon gerät in die Lubjanka, wo er "etwas" gefoltert wird. Ausgerechnet im Zentrum des ehemaligen KGB, nun der russische Inlandsgeheimdienst FSB. (Klischee Nr. 3)

    Natürlich kommt er davon. Der Leser erfährt aber erst am Ende des Buches, wieso das wirklich möglich war.

    Schaffen es Israelis, Franzosen, Briten und Amerikaner die vielen S-18 IGLA, eine moderne Flugabwehrrakete, am Ende zu finden bevor diese eingesetzt werden? Wie lief der Waffendeal? Was will Elena Charkowa wirklich? Können die Geheimdienste den schwerreichen Iwan Charkow so lange hinhalten, dass ihr Plan aufgeht?

    Der Leser schwankt zwischen Unglauben und Spannung. Bei einigen Dingen scheinen Silva die Pferde durchgegangen zu sein. Der MOSSAD ist der Unberechenbare und Tollkühne, MI5 und MI6 die Gentlemen, die CIA die Schlauen und Zurückhaltenden, der DSGS der Franzosen der Phantasievolle und der FSB (KGB) die Verbrecherbande. Also wie immer.

    Das Buch nimmt ab der Hälfte an Rasanz zu. Man weiß dann zwar was geplant wird, insgesamt werden die Teile aber nur Stück für Stück enthüllt. Hat man zwei Drittel geschafft, schüttelt man zwar gelegentlich noch den Kopf, aber das Buch nun aus der Hand zu legen fällt schwer. Die Handlung wird immer schneller, es verbleiben ja nur noch wenige Stunden.

    Auch wenn das Ende vielen Romanen solcher Art gleicht, man will wissen, was auf der letzten Seite steht.

    Darum las ich das Buch heute Nacht noch aus.
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    Was ich bisher noch nie sah: Am Ende des Buches gibt es eine kurze Zusammenfassung, was dem Gabriel Allon vor dem Moskau-Komplott alles geschah. Nun weiß ich, dass ich das letzte Buch eine Reihe gelesen habe.

    Die vorhergehenden Bücher heißen demnach:

    1. Der Auftraggeber
    2. Der Engländer
    3. Die Loge
    4. Der Zeuge
    5. Der Schläfer
    6. Das Terrornetz
    7. Das Moskau-Komplott.

    Sollte mir zufällig eines der Bücher als Taschenbuch in die Hände fallen, dann greife ich bestimmt zu, suchen werde ich danach nicht.

    ABER: ES HAT SICH GELOHNT!

    © KaratekaDD am 09.02.2010

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Mai 2017 

    Äußerste Spannung, beklemmend realistisch

    Gabriel Allon, ehemaliger Geheimagent Israels, wird während seiner Flitterwochen von seinem früheren Arbeitgeber gebeten, ein Gespräch mit einem russischen Journalisten zu führen. Doch unmittelbar vor dem Treffen wird dieser ermordet und Gabriel steckt plötzlich inmitten eines Komplotts mit internationalem Ausmaß. Es geht um Waffenhandel in dessen Zentrum Iwan Charkow steht, ein russischer Oligarch, kaltblütig und brutal, mit besten Verbindungen zur Politik und dem russischen Geheimdienst. Gabriel reist nach Russland und muss bald feststellen, dass er es mit einem Mann zu tun hat, der ihm durchaus ebenbürtig ist und vor nichts zurückschreckt.

    Bemerkenswert finde ich, dass dieser überaus packende Thriller dennoch nicht besonders blutrünstig ist. Natürlich gibt es einige Brutalitäten und Tote, doch der Autor geht vergleichsweise schnell über diese Geschehnisse hinweg. Stattdessen liegt sein Hauptaugenmerk auf der Darstellung wie versucht wird, an Personen und deren Informationen heranzukommen: der Aufbau von falschen Identitäten, die Kontaktaufnahme unter äußerster Lebensgefahr zu Informanten, die Errichtung fiktiver Szenarien in unterschiedlichen Ländern - all das um an das Insiderwissen über Charkows Geschäfte heranzukommen. Immer wieder ertappte ich mich dabei, dass ich den Atem anhielt: Gelingt diese Gratwanderung, die Täuschung? Doch es ist nicht nur aufregend: Gabriels schwarzer Humor führt vielfach zu witzigen Dialogen, just in den 'unmöglichsten' Situationen.

    Zusätzliche Spannung vermittelt das Buch durch den geradezu realistischen Anschein. Der Autor weist im Nachwort zwar explizit darauf hin, dass es sich um ein rein fiktives Werk handelt. Einige Absätze später beschreibt er aber tatsächliche Ereignisse in Russland, die durchaus als Anregung für die Entstehung dieses Thrillers gedient haben könnten.

    Das Moskau-Komplott ist der achte Band mit dem Geheimagenten Gabriel Allon, doch auch ohne Kenntnis der vorhergehenden ist der Lesegenuss garantiert. Zudem Silva im Anhang noch eine Zusammenfassung aller bereits erschienen Bücher liefert.

    Langer Kritik kurzer Sinn :-) : Dieses Buch lohnt sich zu lesen.