Das Meer von Mississippi: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Meer von Mississippi: Roman' von Beth Ann Fennelly
5
5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Meer von Mississippi: Roman"

1927, im Süden der USA. Es regnet seit Tagen, und der mächtige Mississippi droht über die Ufer zu treten, als die Prohibitionsagenten Ingersoll und Johnson die kleine Ortschaft Hobnob erreichen. Sie sind auf der Suche nach zwei verschwundenen Kollegen, die einem örtlichen Schwarzbrenner auf der Spur waren. Am Schauplatz eines Verbrechens finden sie ein schreiendes Baby, das Ingersoll nicht zurücklassen will. Bei Dixie Clay Holliver, einer jungen Frau aus dem Ort, findet er ein Zuhause für das Kind. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Ingersoll weiß nicht, dass Dixie Clay die beste Schwarzbrennerin des Landes ist und etwas mit den vermissten Ermittlern zu tun haben könnte.

Diskussionen zu "Das Meer von Mississippi: Roman"

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:384
Verlag: Heyne Verlag
EAN:9783453272859

Rezensionen zu "Das Meer von Mississippi: Roman"

  1. Tolle Leistung

    5
    (5 von 5 *)
     - 05. Sep 2021 

    Es war die Große Flut, die den Mississippi in ein riesiges Meer verwandelte. Doch die meisten Menschen können sich an die Katastrophe von 1927 kaum noch erinnern. 70.000 km² wurde überschwemmt. Die Dämme brachen und viele Menschen verloren ihr Leben und oder ihr Land.
    Zur gleichen Zeit war der Alkohol verboten. Die Prohibition lies illegale Schnapsbrennereien aus dem Boden wachsen. Wenn die Schnapsbrenner sich nicht selber zu Tode soffen, dann wurden sie von den Beamten, die sie nicht bestochen hatten, gefangen genommen und ihre Destillen vernichtet.
    Doch es gab auch einige, die waren gut. Sie blieben still und leise und brannten den besten Whiskey weit und breit. Zu diesen Leisen gehörte auch Dixie Clay, die junge Frau von Jesse, der wie sein Dandy überall bekannt war. Jesse gehörte auch zu den Leisen. Er kannte jeden und brachte den guten Whiskey unter die Leute. Der Mississippi floss nicht weit von ihrem gut im Wald verstecken Dogtrot-Haus und ihrer Destille vorbei.
    Der Mississippi stieg immer weiter und bedrohte auch die Existenz Dixie Clay und Jesse. Nicht nur der Fluss bedroht das kinderlose Paar. Zwei Prohibitionsagenten haben die Brennerei ausfindig gemacht. Jesse lässt die Beiden aber verschwinden. Tage später taucht ein Mann bei Dixie Clay auf und bittet die junge Frau darum, sich um ein Baby zu kümmern, dass keine Eltern mehr hat. Erst argwöhnisch, übernimmt die junge Frau dieses Aufgabe und innerhalb weniger Tage würde sie das Baby nie wieder hergeben. Hätte sie bloß gewusst, dass der Mann, der ihr das Baby gab, ebenfalls ein Agent der Prohibition war. Wäre dann alles anders gekommen?
    Die Stadt Hobnob
    Dieser Roman versucht sich an die Fakten zu halten, doch die Stadt Hobnob und ihre Bewohner, sind rein der Fantasie der Schriftsteller entsprungen. Das der Mississippi damals zu einem Meer wurde und riesige Flächen überflutete, ist Fakt. Auch, dass die (echte Stadt Greenville damals Einiges abbekam ist wahr.
    Doch haben sie einen Roman geschrieben, der den Leser fesselt und ihn erst wieder loslässt, wenn die letzte Seite umgeblättert ist. Dixie Clay ist eine hübsche junge Frau, die in eine Rolle geschoben wird, die sie sich niemals so vorgestellt hätte. Erst scheint einem auch Jesse, ihr Ehemann sympathisch. Genauso wie er die Bevölkerung der nahegelegenen Stadt in seinen Bann zieht, bezaubert er den Leser. Die Bedrohung des Mississippi ist so fein beschrieben, als stände man selber auf dem Deich und hofft, dass der selbige keinesfalls bricht.
    Die Autoren haben eine wunderbare Art, den Leser auf ihre Reise zum Mississippi, der zu einem riesigen Meer mutieren wird, mitzunehmen. Ihr wortgewandter Roman hat mich absolut begeistert. Sie haben eine besondere Geschichte gesponnen. Ich hoffe sehr, dass das nicht ihr letztes Buch gewesen ist!
    https://youtu.be/MGs2iLoDUYE Ein Song von Randy Newman erinnert an die Flut von damals.

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  1. Bildgewaltig und packend

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 27. Mai 2021 

    Es regnet seit Monaten im Süden der USA und der Mississippi droht über die Ufer zu treten.
    „…und dann hörten sie wieder nur den Regen, dessen Rauschen für sie in den letzten Monaten gleichbedeutend mit Stille geworden war.“
    Die Prohibitionsagenten Ingersoll und Ham wurden von Handelsminister Herbert Hoover, der sich anschickt der nächste Präsident zu werden, in den kleinen Ort Hobnob gesandt, um nach zwei verschollenen Kollegen zu suchen. Auf dem Weg dorthin finden sie bei einem Laden einige Tote und ein schreiendes Baby. Ingersoll will das Kind nicht zurücklassen und übergibt es dann einer jungen Frau namens Dixie Clay Holliver. Die beiden finden sich sympathisch. Sie ahnen aber nicht, welcher Profession der jeweils andere nachgeht.
    Beth Ann Fennelly und Tom Franklin erzählen eine Geschichte um die Große Flut von 1927, welche als die schlimmste Naturkatastrophe der Geschichte der USA gilt. Der Erzählstil ist bildhaft, atmosphärisch dicht und sehr packend.
    „Der Regen, der auf Hobnob niedergegangen war wie Peitschenhiebe, hatte nachgelassen und bestand jetzt nur noch aus dicken Tropfen, die aus dem ölig glänzenden Laub der Bäume fielen.“
    Die Dämme drohen zu brechen und die Menschen versuchen mit aller Kraft, das zu verhindern.
    Dixie Clay lernte den Pelzhändler Jesse Holliver kennen, als sie dreizehn war, heiratet ihn mit sechszehn und folgt ihm nach Hobnob. Jesse ist ein Filou und kennt Gott und die Welt. Dixie Clay sieht lange nicht – oder sie will es nicht sehen -, was für Geschäfte Jesse betreibt. Dann übernimmt sie die Schwarzbrennerei und Jesse kümmert sich um den Verkauf. Sie sieht ihren Mann selten und als ihr Ingersoll das Baby übergibt, ist sie gleich verleibt in den Kleinen. Ingersoll und Ham waren gemeinsam im Krieg und nun sind sie als Prohibitionsagenten tätig. Die beiden ergänzen sich gut, denn Ingersoll ist eher wortkarg und Ham erzählt gerne Geschichten.
    Obwohl alle mit dem Schlimmsten rechnen, kann niemand ahnen, auf welche Katastrophe die Menschen zusteuern. Ich habe beim Lesen den unablässigen Regen gehört und mich geängstigt, als die Flut nach dem Dammbruch alles mitgerissen hat, was ihr im Weg war. Der Mississippi wurde zum Meer.
    Es ist ein unheimlich packender Roman, der mir sehr gut gefallen hat.

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