Das Juliusspital

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Juliusspital' von Nadja Beinert
4
4 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Juliusspital"

Format:Kindle Ausgabe
Seiten:595
Verlag:
EAN:

Rezensionen zu "Das Juliusspital"

  1. Ein toller Auftakt

    bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 26. Jul 2020 

    Würzburg, 19. Jahrhundert. Der große Traum von Viviana Winkelmann ist es, Ärztin zu werden. Doch zu der damaligen Zeit war es Frauen nicht gestattet, zu studieren. Als sie unverheiratet schwanger wird, wird sie aus ihrem reichen Elternhaus hinausgeworfen. Sie nimmt eine Stelle als Gehilfin bei der Apotheke des Würzburger Juliusspitals an, um für sich und ihre Tochter Ella Sorgen zu können. Sie belauscht Vorträge und eignet sich dadurch viel Wissen an.

    Auf diesen historischen Roman um eine starke junge Frau, die nach der Verwirklichung ihrer Träume strebte, habe ich mich sehr gefreut.
    Der Schreibstil war fesselnd und einnehmend, so dass ich ganz schnell in das Geschehen hinein fand und das Buch nicht mehr weglegen wollte. Die Beschreibungen wirkten sehr lebendig und authentisch und ich war schnell in der damaligen Zeit gefangen. 
    Viviana hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Sie war stark und mutig und ließ sich nicht von ihren Zielen abbringen. Ich habe sie dafür bewundert, wie sehr sie für sich als Frau und für ihre Träume gekämpft hat. Ich konnte mich hervorragend in ihre Gedanken- und Gefühlswelt hineinversetzen und mit ihr mitfiebern.
    Die Geschichte hat mich sofort gefangen genommen. Die Beschreibungen der damaligen Zeit, des Spitals, der Medizin und der allgemeinen Umstände waren faszinierend. Die sehr gute Recherche war stets zu spüren. Dadurch bekam ich neben einem tollen Roman auch noch jede Menge Wissen. Mit Viviana konnte ich prima mitfiebern und habe immerzu gehofft, dass sie alles erreicht, was sie sich wünscht. Das war super spannend und die Seiten flogen nur so dahin.

    Ein fantastischer Auftakt der Reihe um das Juliusspital, der mich prima unterhalten hat. Ich freue mich auf den nächsten Band. Ich vergebe 5 von 5 Sternen. 

  1. Zuviel des Guten

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 12. Jul 2020 

    Viviana kommt aus einer angesehen Familie in Würzburg. Ihr Vater leitet das Bankiershaus Winkelmann, ihr Bruder wird dieses in Zukunft weiterführen. Viviana wird mit ihren 16 Jahren auf ein Leben vorbereitet, in dem sich alles um den Haushalt, den Ehemann und die Familie dreht. Doch sie lernt einen Steinmetzgesellen kennen und verliebt sich. Prompt wird sie schwanger und enttäuscht so die Familie. Anstatt das Kind nach der Geburt aufzugeben, schleicht sie sich davon und schlägt sich fortan alleine durch. Sie bekommt eine Stelle als Wärtnerin in der Apotheke des Julius-Spitals und lernt so die Möglichkeiten der Medizin immer besser kennen. Das weckt den Wunsch in ihr, selbst Ärztin zu werden. Dafür und für die Bildung der Frauen kämpft sie nun.

    Das Buch an sich ist hoch ambitioniert. Es geht um die Medizin, die Forschung, um das Bankierswesen und um die gesellschaftlichen Verhältnisse in Würzburg um 1850. Ich muss aber sagen, dass mir die gelieferten Informationen zu all den Themen zwischendrin einfach zu viel wurden. Seitenweise Erklärungen zur medizinischen Forschung oder Diagnostizierung von Krankheit oder Erklärungen zu unterschiedlichen Kreditarten und anderen Geschäften eines Bankhauses ließen zwar auf eine gute Recherchearbeit der Autorinnen schließen, waren mir aber dann einfach zu viel des Guten. Bei den Seitenlinien der Erzählung, in denen immer wieder unterschiedliche Professoren begleitet werden, hatte ich teilweise Mühe zu erkennen, bei wem ich gerade war, da die Herren hier nur mit Vornamen genannt wurden, im Rest der Geschichte aber nur mit Nachnamen.

    Die Geschichte an sich fand ich sehr interessant und auch Vivianas Werdegang war durchaus glaubwürdig. Allerdings nervte es mich zunehmend, wenn es wieder in ihren Füßen kribbelte, was wohl dem Leser anzeigen soll, dass jetzt etwas wichtiges passiert.

    Vivianas Familie fand ich furchtbar engstirnig und borniert. Da war wenig bis nichts von Liebe zu den eigenen Kindern zu spüren und auch Vivianas Bruder wirkte einfach nur selbstsüchtig und eigennützig auf mich.

    Alles in allem war es eigentlich ein Buch mit einer interessanten Handlung, die mir aber zu sehr in der Informationsfülle verloren ging. Manchmal wäre hier weniger mehr gewesen.

    Den zweiten Band der Reihe, der im August erscheint, werde ich vermutlich nicht mehr lesen, dafür hat mich dieses Buch einfach nicht überzeugen können