Das Institut der letzten Wünsche: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Institut der letzten Wünsche: Roman' von Antonia Michaelis
4
4 von 5 (3 Bewertungen)

In ihrem ebenso poetischen wie tiefgründigen, zu Herzen gehenden wie humorvollen Roman "Das Institut der letzten Wünsche" bezaubert die renommierte Autorin Antonia Michaelis mit ihrem ganz unverwechselbaren Ton. Geschickt verbindet sie eine warmherzige Liebes- und Freundschaftsgeschichte mit ernsten Themen wie der Frage, welche letzten Wünsche Sterbende haben und was am Ende des Lebens zählt, wenn so vieles unwichtig wird.

Antonia Michaelis wunderbare Heldin, die verträumte Mathilda, arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Denn er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine große Liebe Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.

„Antonia Michaelis gehört zu Deutschlands besten Geschichtenerzählern, die mit viel Gefühl das Herz rühren und Romane voller Poesie schreiben.“ www.literaturmarkt.info

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:496
Verlag: Knaur HC
EAN:9783426653654

Rezensionen zu "Das Institut der letzten Wünsche: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 28. Sep 2018 

    Charaktere mit Wiedererkennungswert in jugendgerechter Handlung

    Auf der Buchrückseite steht ein Zitat von der BILD: »Perfekt für alle Fans von Jojo Moyes!«. Da ich »Ein ganzes halbes Jahr« bereits vor ein paar Jahren gelesen habe und es ganz okay fand (damals habe ich 5 Sterne vergeben, aus meiner heutigen Sicht wären es "nur mehr" 4 Sterne), habe ich mich sehr auf das Buch gefreut und auch gewisse Parallelen erwartet. Eine Parallele gibt es tatsächlich: Frau verliebt sich in Mann, der bald stirbt. Aber das war es dann auch schon an Gemeinsamkeiten, finde ich. Die Handlung und die Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein. Birger zum Beispiel ist ein SEHR sympathischer Typ, was man von Will aus »Ein ganzes halbes Jahr« wahrscheinlich nicht unbedingt behaupten würde. Birger wirkt total zerstreut, zerzaust und zerknittert. Er sieht immer so aus, als wäre er gerade aus einem Sturm gekommen und das macht ihn in meinen Augen irgendwie total liebenswert. Mathilda, unsere Protagonistin, ist ebenfalls eine liebevolle, sympathisch beschriebene Person. Sie ist eine Figur, die auch ihre Besonderheiten hat, die sich besonders kleidet und ein bisschen so wirkt, als würde sie ihre Kindheit zurückhaben wollen. Beide zusammengenommen würden schon ein herrliches Paar abgeben und während des Lesens habe ich mir das auch die ganze Zeit gewünscht: dass die zwei zueinander finden ...

    Mathildas und Ingeborgs (Mathildas Vorgesetzte und gute Freundin) Konzept, sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche zu erfüllen, finde ich an und für sich eine schöne Sache. In diesem Buch wird dieser Gedanke aber nicht ausschließlich positiv beleuchtet. Es wird durchaus auch Kritik an der Wunscherfüllerei geübt, vor allem aus Sicht der Mediziner und der Ethik – denn, was vielen Menschen an der Sache negativ aufstößt, ist die Tatsache, dass viele Klienten unmittelbar nach der Erfüllung ihrer letzten Wünsche versterben.

    ~ »Besser, man geht, solange man den Zeitpunkt selbst bestimmen kann.« ~
    (S. 102)

    Ich glaube, das Buch ist als Jugendbuch deklariert und das würde ich persönlich auch genau so unterschreiben, denn sowohl die Handlung als auch die Sprache kommt jugendgerecht daher. Was mich an manchen Stellen allerdings gestört hat, war die Vorhersehbarkeit. Okay, manchmal war ich echt hochgespannt von den Geschehnissen und sodann erstaunt über die Entwicklung, aber oft empfand ich die Handlung auch als zu vorhersehbar und zu zufällig. Ein klein wenig Kitsch ist natürlich auch vorhanden, wovon ich ebenfalls nicht so der Fan bin.
    Ansonsten gab es allerdings ein paar Momente, die nachdenklich gestimmt haben, da sie philosophisch anregend sind.

    ~ Leute brauchten Leute, die ihnen zuhörten, vielleicht dringender, als letzte Wünsche erfüllt zu bekommen. ~
    (S. 138)

    Im Großen und Ganzen war ich jedoch sehr angetan von der Geschichte. Durch die doch sehr heiteren und besonderen Buchfiguren und die schöne Idee der Wunscherfüllung hatte ich meinen Spaß beim Lesen. Außerdem liest sich die Geschichte, trotz manch drückendem Inhalt, so schön flüssig und leicht, was echt erfreulich war. Also gerne eine Empfehlung dafür!

  1. bewertet:
    5
    (5 von 5 *)
     - 24. Jul 2015 

    "Wunderbar. Magisch. Einfach perfekt."

    Klappentext
    Die verträumte Mathilda arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine frühere Freundin Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.

    "Es war nicht ganz einfach das Pferd in die S- Bahn zu bekommen"

    Über die Autorin
    Antonia Michaelis, 1979 geboren, begann bereits als Kind zu schreiben. Sie ist eine renommierte Autorin von zahlreichen Büchern und Theaterstücken für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Ihr Roman „Der Märchenerzähler“ wurde für den Deutschen Jugendbuchpreis und den Buxtehuder Bullen 2012 nominiert. Antonia Michaelis lebt mit ihrer Familie in einem Dorf nahe der Insel Usedom.
    http://www.antonia-michaelis.de/

    Meine Meinung

    Story
    Ich habe schon viel Gutes über die Bücher der Autorin Anonia Michaelis gehört und gelesen. Dies war mein erstes Buch von ihr und ich bin mit sehr großen Erwartungen an die Geschichte heran gegangen und muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
    Die Geschichte ist einzigartig und sehr tiefgründig und hat mich als Leserin sofort in ihren Sog hinein gezogen.
    Antonia Michaelis weiß es mit Worten Menschen zu fesseln so das man ein Buch nicht wieder aus der Hand legen möchte.
    Mathilda arbeitet im Institut der letzten Wünsche, dessen Idee ich einfach großartig finde. Sie erfüllen Menschen, die höchstens noch sechs Monate zu leben haben, ihre größten und alle letzten Wünsche. Diese können schon manches Mal sehr skurril und abgedreht sein und bringen Mathilda und ihre Chefin und Freundin Ingeborg oft in Schwierigkeiten. Doch die beiden geben ihr bestes, sei es noch einmal Maria Callas zum Leben zu erwecken oder noch einmal den Schnee zu sehen mitten im Sommer, oder ein letztes mal im Mittelmeer zu baden, obwohl der Patient so eine weite Reise nicht mehr verkraften würde. Aber immer lassen die zwei sich was originelles einfallen und machen so viele Menschen glücklich.
    Doch als der an Lungenkrebs erkrankte Birger in ihrem Büro steht, der nach 15 Jahren seine große Liebe Doreen und ihre gemeinsame Tochter noch einmal sehen möchte, kommt Mathilda ins straucheln, den Hals über Kopf verliebt sie sich in den 15 Jahre älteren Mann, der ihr gegenüber erwähnt hat, das es für ihn keine Heilung mehr gibt. Natürlich schafft es Mathilda Doreen zu finden, auch wenn sie eigentlich Birger für sich haben will. Leider ist Doreen nicht die, für die sie Birger hält und es kommt zu großen Problemen.
    All dieses hat die Autorin wunderbar umgesetzt und in eine tolle, humorvolle und dennoch sehr tiefgründige Geschichte eingearbeitet.

    Schreibstil
    Ich finde das Antonia Michaelis einen sehr poetischen und wunderschönen Schreibstil hat, der sich leicht und flüssig lesen lässt. Sie bringt es fertig, so eine tragische Handlung dennoch mit sehr viel Humor zu erzählen, das es dem Leser nie langweilig wird. Das Buch ist für mich bis jetzt einzigartig. Ihr Schreibstil ist so bunt und strahlt so viel Leben aus, ich finde ihn nahezu perfekt.

    Charaktere
    Ich liebe die Charaktere in diesem Buch. Besonders die etwas durchgeknallte Mathilda hab ich sehr schnell in mein Herz geschlossen. Mathilda hat sich etwas Naives bewahrt, was ich ganz toll finde.
    Die Autorin hat hier sehr authentische und tiefgründige Charaktere aufleben lassen, die dem Leser noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

    Mein Fazit

    Ein wundervolles, nahezu magisches Buch, welches mich sofort gefesselt hat. Die Charaktere muss man einfach mögen. Antonia Michaelis versteht es den Leser zu begeistern. Ich vergebe hier volle fünf von fünf Sternen und eine Leseempfehlung an euch.

  1. bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 25. Apr 2015 

    Zu viel Träumerei in der Welt der Sterbenden

    Inhalt:
    Mathilda arbeitet im Institut der letzten Wünsche. Wie der Name schon sagt erfüllt dieses Institut die letzten Wünsche von Sterbenden. Viele wünschen sich nur noch einmal Weihnachten feiern oder eine Ballonfahrt, doch Eva und Birger ihre Wünsche sind spezieller. Eva möchte noch einmal die Callas singen hören und Birger, ja er möchte seine Liebe von vor 15 Jahren wiedersehen und sein damals ungeborenes Kind. Mathilda merkt recht schnell das mit diesem Wunsch etwas nicht stimmt und recherchiert nur halbherzig, auch weil sie die zweite Regel des Institut gebrochen hat: Sich nie in einen Kunden zu verlieben.

    Meine Meinung:
    Antonia Michaelis kenne ich durch ihre Jugendbücher und gerade Der Märchenerzähler ist mir noch sehr gut in Erinnerung. Hier geht es um einen Erwachsenenroman.

    Die Geschichte beginnt mit einem Pferd in der U-Bahn, eine witzige Sache, wenn man sich das bildlich vorstellt. Es gibt viele kuriose Sachen in dieser Geschichte, aber diese Szene war doch eine der komischsten. Ansonsten ist das Thema sehr Ernst, auch wenn Antonia Michaelis es mit viel Poesie etwas verklärt wie ich finde. Überhaupt ist die Poesi in diesem Buch wohl das was mich am Meisten stört. Neben der viele kleinen Unwahrheiten und Szenen die so vermutlich nie geschehen könnten. Es geht darum Sterbenden den letzten Wunsch zu erfüllen und dafür geht das Instutut eben außergewöhnliche Wege.

    Der Schreibstil ist aber locker und leicht zu lesen. Für mich war Antonia manchmal etwas zu ausufernd und was mich störte waren die sehr langen Kapitel. Ich bin jemand der das Buch erst zur Seite legt wenn ein Kapitel beendet ist, hier dauerte das etwas und so griff ich aber auch seltener zum Buch. Schließlich wollte ich mir die Zeit nehmen.
    Diese Geschichte hat diese Zeit verdient. man kann in gewisser Weise eintauchen und doch blieb ich an der Oberfläche. Woran das lag vermag ich noch nicht Mal genau zu sagen. Es ist wohl von allem etwas.
    Ein Institut was ihre Kunden anlügt um ihren letzten Wunsch zu erfüllen zum Beispiel und da geht es nicht darum das Watte als Schneeflocken vor dem Fenster niedergelassen werden, sondern eher um die Lügen das Tote wieder auferstehen nur um Konzerte zu geben. Ich mag eben keine Unwahrheiten auch wenn Notlügen und auch kleinere Täuschungsmanöver in einem Buch okay sind, aber hier wurde mir einfach zu viel gelogen.

    Die Figuren waren mir auch etwas suspekt.
    Mathilda, alleine mit Hund die Kopfschmerztabletten wie Smarties isst. Sie bemüht sich und doch bin ich bei ihr etwas zwiegespalten und konnte mich so nicht richtig auf sie einlassen. Es umgibt sie von Beginn an etwas was ich störte. Am Ende wusste ich was es war.
    Birger, der Kunde der Freundin und Kind wiedersehen möchte. Jemand der immer da ist wenn Not am Mann ist als ob er immer in der Nähe vom Institut oder Mathilda wäre. Eine Art Stalker, so kam es mir manchmal vor.
    Die beiden "Alten" Jakob und Eva. Sie sind Nebenfiguren die für mich zu Hauptfiguren wurden, gerade in Bezug auf Jakob, der auf einmal genauso wie Eva immer Präsent war.

    Am Ende gehe ich eher enttäuscht als zufrieden aus diesem buch heraus. Es war einfach nichts für mich. Es war zu blumig, zu viel heile Welt in einer Geschichte voller Sterbenden, zu viel Augenwischerei. Doch lies es sich leicht lesen und ich denke es hat eben einfach nicht meinen Geschmack getroffen. Das Institut der letzten Wünsche ist eine tolle Einrichtung und wer verträumte Bücher mag ist hier ganz bestimmt richtig