Das Holländerhaus: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Holländerhaus: Roman' von Patchett, Ann
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3 von 5 (1 Bewertungen)

Eine Villa zu besitzen - für Cyril steht das für ein besseres Leben. Doch als er von seinem hart erarbeiteten, ersten kleinen Vermögen das hinreißende Holländerhaus kauft, zerbricht seine Welt: Seine Frau erträgt den Luxus nicht und geht. Ein Schock für die beiden Kinder, und Tochter Maeve muss die Mutterrolle für ihren jüngeren Bruder Dave übernehmen. Die Geschwister werden unzertrennlich und sind eigentlich glücklich - bis Cyril wieder heiratet. Die Neue hat zwei eigene kleine Mädchen, denen sie, ganz böse Stiefmutter, das Erbe sichern will, vor allem aber das Holländerhaus... Aus einer Geschichte, so alt wie das epische Erzählen, wird bei Ann Patchett ein facettenreicher, kluger und ganz und gar moderner Familienroman der Meisterklasse.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
Verlag: Berlin Verlag
EAN:9783827014177

Rezensionen zu "Das Holländerhaus: Roman"

  1. Verlust und Bindung.

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 30. Jun 2020 

    Kurzmeinung: Innige Geschwisterbeziehung. Verlust. Rache. Hübsche Unterhaltung.

    Im Zentrum des Romans von Ann Patchett steht die Bindung der Protagonisten an das Holländerhaus, ein Haus, das erst in jüngerer Zeit in den Besitz der Familie Conroy gekommen ist. Die Autorin beschreibt über einen längeren Zeitraum hinweg, wie der Besitz/Nichtbesitz dieses Hauses ihren Figuren bekommt.

    Ich mag die Schreibweise und die eigenartigen Figuren der Autorin und habe mich gut unterhalten gefühlt, obwohl die Charakterzeichnungen nicht immer ganz gelungen sind. Vor allem Andrea, die zweite Frau vom Papa, ist gnadenlos überzeichnet. Und auch sonst setze ich im Verlauf der Handlung einige Fragezeichen. Die Autorin biegt mit ihren Überkonstruktionen den Roman dahin, wo sie ihn hin haben will. Das disqualifiziert ihn für den ernsthaften Roman.

    Die Autorin arbeitet jedoch schön heraus, was ungesunde Beziehungen und Gedankenlosigkeit anrichten, zum Beispiel das Fehlen eines Testaments zur rechten Zeit, und das generationenüberspannende Ende versöhnt mich mit manchen Schwächen.

    Fazit: Durchaus ein Buch der leichten Muse. Das sich dennoch mit Kalamitäten des Lebens auseinandersetzt. Man wird auf eindeutig höherem Niveau unterhalten als durch ein Lädchenbuch. Also das richtige Buch für Sommer und Balkon. Mit einer Prise Tiefgang.

    Kategorie: Leichte Muse.
    Verlag: Berlin Verlag.