Das Holländerhaus: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Holländerhaus: Roman' von Patchett, Ann
3.5
3.5 von 5 (2 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Holländerhaus: Roman"

Eine Villa zu besitzen - für Cyril steht das für ein besseres Leben. Doch als er von seinem hart erarbeiteten, ersten kleinen Vermögen das hinreißende Holländerhaus kauft, zerbricht seine Welt: Seine Frau erträgt den Luxus nicht und geht. Ein Schock für die beiden Kinder, und Tochter Maeve muss die Mutterrolle für ihren jüngeren Bruder Dave übernehmen. Die Geschwister werden unzertrennlich und sind eigentlich glücklich - bis Cyril wieder heiratet. Die Neue hat zwei eigene kleine Mädchen, denen sie, ganz böse Stiefmutter, das Erbe sichern will, vor allem aber das Holländerhaus... Aus einer Geschichte, so alt wie das epische Erzählen, wird bei Ann Patchett ein facettenreicher, kluger und ganz und gar moderner Familienroman der Meisterklasse.

Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:400
Verlag: Berlin Verlag
EAN:9783827014177

Rezensionen zu "Das Holländerhaus: Roman"

  1. Die Kinder des Hauses

    bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 13. Mär 2021 

    Danny Conroy kann sich kaum an seine Mutter erinnern. Sie hat es im Dutch House einfach nicht ausgehalten und die Familie verlassen. Wenige Jahre nach dem zweiten Weltkrieg war das schon ungewöhnlich. Maeve, Dannys Schwester, ist immer für ihren Bruder da. Doch immer bleibt das ungelöste Rätsel um ihre Mutter. Als der Vater allerdings einige Jahre später eine andere Frau mit nach Hause bringt, ändert sich einiges. Andrea scheint begeistert von dem Haus. Doch zwischen ihrer Stiefmutter und den Geschwistern läuft es von Beginn an nicht so richtig und nach der Hochzeit ziehen auch noch zwei neue Schwestern ein.

    Das Dutch House scheint auch ein niederländisches Haus zu sein, denn es hat viele große Glasfenster und Nachbarn und Passanten können in das Haus hineinschauen. Wenn man in die Niederlande fährt kann man tatsächlich Häuser - nicht so herrschaftlich wie das Dutch House - finden, bei denen große Fenster zum Schauen einladen. Vielleicht muss man es gewöhnt sein oder es toll finden, um sich wohl zu fühlen. Natürlich fragt man sich, wieso eine Mutter ihre Kinder verlässt, weil sie sich nicht wohlfühlt. Man fragt sich aber auch, wieso der Vater nicht in der Lage ist, mit seiner Frau gemeinsam ein Haus zu suchen, dass beiden gefällt. Es waren wohl andere Zeiten nach dem Krieg. Die Kinder sind es, die klarkommen müssen.

    Auch wenn gerade die Wünsche und Ziele das Vaters im Ungewissen bleiben, so besticht dieses Buch mit einer vortrefflichen Sicht in die Welt zweier Kinder, die sich gegen unliebsame Veränderungen kaum wehren können. Es ist eines der seltenen Bücher, die einen über weite Strecken wahrlich einsaugen. Man liest und knirscht mit den Zähnen, weil man kaum glaubt, was passiert. Welche Wirkung hat die Kindheit auf das Leben, werden wir doch wie unsere Eltern oder können wir etwas ändern. Selbstverständlich kann ein Roman diese Fragen nicht klären, aber er kann den Leser emotional beteiligen und über weite Strecken so fesseln, dass das Buch an einem Tag verschlungen ist.

    4,5 Sterne

  1. Verlust und Bindung.

    bewertet:
    3
    (3 von 5 *)
     - 30. Jun 2020 

    Kurzmeinung: Innige Geschwisterbeziehung. Verlust. Rache. Hübsche Unterhaltung.

    Im Zentrum des Romans von Ann Patchett steht die Bindung der Protagonisten an das Holländerhaus, ein Haus, das erst in jüngerer Zeit in den Besitz der Familie Conroy gekommen ist. Die Autorin beschreibt über einen längeren Zeitraum hinweg, wie der Besitz/Nichtbesitz dieses Hauses ihren Figuren bekommt.

    Ich mag die Schreibweise und die eigenartigen Figuren der Autorin und habe mich gut unterhalten gefühlt, obwohl die Charakterzeichnungen nicht immer ganz gelungen sind. Vor allem Andrea, die zweite Frau vom Papa, ist gnadenlos überzeichnet. Und auch sonst setze ich im Verlauf der Handlung einige Fragezeichen. Die Autorin biegt mit ihren Überkonstruktionen den Roman dahin, wo sie ihn hin haben will. Das disqualifiziert ihn für den ernsthaften Roman.

    Die Autorin arbeitet jedoch schön heraus, was ungesunde Beziehungen und Gedankenlosigkeit anrichten, zum Beispiel das Fehlen eines Testaments zur rechten Zeit, und das generationenüberspannende Ende versöhnt mich mit manchen Schwächen.

    Fazit: Durchaus ein Buch der leichten Muse. Das sich dennoch mit Kalamitäten des Lebens auseinandersetzt. Man wird auf eindeutig höherem Niveau unterhalten als durch ein Lädchenbuch. Also das richtige Buch für Sommer und Balkon. Mit einer Prise Tiefgang.

    Kategorie: Leichte Muse.
    Verlag: Berlin Verlag.