Das Haus im Wald

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Haus im Wald' von Mark Dawson
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Haus im Wald"

Autor:
Format:Taschenbuch
Seiten:532
EAN:9798464364707

Rezensionen zu "Das Haus im Wald"

  1. Intelligent, facettenreich, packend

    5
    (5 von 5 *)
     - 19. Okt 2021 

    „Trotzdem fühlte sich der Fall unabgeschlossen an, als würde ein großes, bedeutendes Teil des Puzzles fehlen und das Bild ohne dieses Teil nicht vollendet werden. Er musste nur noch herausfinden, was das war.“ (Zitat Seite 81)

    Inhalt
    Die Kriminalbeamtin Detective Chief Inspector Mackenzie „Mack“ Jones bereitet zu Hause das Weihnachtsessen vor. Da wird sie zu einem Mordfall gerufen. Ralph Mallender ist zu seinem Elternhaus, einer sehr abgelegenen, weitläufigen Farm, gefahren. Als niemand öffnet, schaut er durch das Fenster und sieht seinen Vater in einer Blutlache auf dem Boden liegen. Er verständigt sofort die Polizei. Hier hat ein weihnachtliches Familienfest mit vier Toten geendet, denn auch Ralphs Mutter seine Geschwister, die Zwillinge Cassandra und Cameron, sind tot. Es sieht so aus, als habe der aufbrausende, schwierige Cameron zuerst seine Familie und dann sich selbst erschossen. Doch dann ändern einige Indizien die Beweislage, Ralph Mallender wird festgenommen und das Mordes angeklagt. Nun, einige Monate später, beginnt der Prozess gegen ihn und seine Ehefrau Allegra beauftragt den Privatdetektiv Atticus Priest damit, nochmals alle Unterlagen durchsehen, alle Beweise zu sichten und die Zeugenaussagen prüfen. Sie ist davon überzeugt, dass ihr Ehemann die Morde nicht begangen hat. Es ist sein erster Fall als Privatdetektiv, denn zuvor war er Ermittler bei der Kriminalpolizei und Mack seine Vorgesetzte. Zwei Wochen, mehr Zeit Atticus nicht, um etwas zu finden, das seinen Mandanten entlasten könnte, und dem Indizienprozess eine neue Wendung geben.

    Thema und Genre
    In diesem spannenden Kriminalroman nach klassischem Vorbild stehen der Geschworenenprozess mit Anklage und Verteidigung im Mittelpunkt, die vorhergegangenen Ermittlungen der Polizei und die aktuellen Recherchen des Privatdetektivs Atticus Priest. Es geht um die Suche nach Tatmotiven, Zeugen und Lücken in Zeugenaussagen und in der Beweiskette eines Mordfalls.

    Charaktere
    Atticus Priest ist, auch auf Grund seines leichten Asperger-Syndroms, einerseits hochintelligent, ein hervorragender Beobachter mit einer präzisen Logik, in persönlichen Bereichen, Beziehungen und sozialen Kompetenzen jedoch unbeholfen. Eine Ausnahme macht nur die enge Bindung zu seinem Hund Bandit. Seine Recherchen sind strukturiert, intensiv, unter Zeitdruck stehend kann Atticus nicht immer die engen gesetzlichen Richtlinien einhalten. Außerdem richtet sich seine Tätigkeit im Sinne seines Mandanten auch gegen die Ermittlungsergebnisse von DCI Mack Jones, mit der ihn für eine kurze Zeit nicht nur die berufliche Zusammenarbeit verbunden hat. Mackenzie „Mack“ Jones ist ehrgeizig, zielstrebig, engagiert, aber ihre Karriere lässt ihr in diesem intensiven Fall zu wenig Zeit für ihre Familie. Ihr Ehemann kümmert sich um die beiden Kinder und ihre Schuldgefühle deswegen setzen sie emotional unter Druck.

    Handlung und Schreibstil
    Die Geschichte beginnt in der Mordnacht zwischen dem 24. und 25. Dezember und geht sofort zu den aktuellen Ereignissen, die Beauftragung von Atticus Priest durch die Ehefrau des Angeklagten und den Beginn des Prozesses über. Durch die breit angelegten Recherchen des Privatdetektivs, sein Studium der Unterlagen, erfahren wir alle Details über die Ereignisse während der vergangenen Monate, über die Ermittlungen der Kriminalpolizei und die Entwicklung dieses komplexen Mordfalles mit den möglichen Tätern Cameron und Ralph Mallender. Die aktuelle Handlung wechselt zwischen den Prozesstagen und den parallel dazu stattfindenden Ermittlungen des Privatdetektivs, plötzlich ergeben sich neue Möglichkeiten auf beiden Seiten und die Geschichte wird zu einem spannenden Pageturner, bleibt trotzdem immer logisch und nachvollziehbar.

    Fazit
    Ein spannender, brillant aufgebauter Kriminal- und Detektivroman, in dem die Frage nach der Schuld oder Unschuld des auf Grund von drückenden Indizien des Mordes an seiner Familie Angeklagten auch für den beauftragten Privatdetektiv nicht klar ist. Ein intelligentes, packendes, durch die unterschiedlichen Charaktere auch psychologisch interessantes Lesevergnügen.

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