Das Haus am Deich – Unruhige Wasser

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Haus am Deich – Unruhige Wasser' von Regine Kölpin
5
5 von 5 (1 Bewertungen)

Inhaltsangabe zu "Das Haus am Deich – Unruhige Wasser"

Format:Taschenbuch
Seiten:432
EAN:9783492317344

Rezensionen zu "Das Haus am Deich – Unruhige Wasser"

  1. 5 Sterne für Teil 2

    Klappentext:

    „1951: Das Wirtschaftswunder bringt für Frida, die mittlerweile mit einem Unternehmer verheiratet ist, zwar Wohlstand – doch Glück sieht anders aus. Nicht nur kriselt es in ihrer Ehe von Anfang an, sie ist auch ein goldener Käfig für Frida, die sich nach Unabhängigkeit sehnt. Ihre Freundin Erna muss ebenfalls schmerzhaft erfahren, dass die Zeit Frauen kaum Freiheiten erlaubt. Glück erleben die Freundinnen nur mit ihren Kindern, vor allem den Töchtern Meike und Sanne, und im Haus am Deich mit seinem üppigen Garten, ihrem selbst geschaffenen kleinen Paradies, in dem Wunder möglich scheinen.“

    Es geht weiter in der aktuellen 3-teiligen Saga von Regine Kölpin mit Band zwei und wie der Titel bereits erahnen lässt, sind die Fahrwasser ziemlich unruhig!

    Der Leser merkt recht schnell, der schöne Schein wird bei Frida und ihrem „vermeintlichen“ Glück immer trüber. Die Zeiten sind hart und auch das zehrte an den Seelenleben der Frauen, Männer, Kinder… Mit dem Wohlstand ist zwischen Frida und Horst eine Abhängigkeit entstanden, die Frida im tiefsten Inneren nie wollte. Aber was soll sie machen? Und Focko schwirrt ihr immer noch im Kopf herum - zu viel für ihre Begriffe. Aber was soll man gegen Gefühle tun? Diese zarte Bande wird von Kölpin sehr gekonnt eingewoben und verspricht viel! Der Spannungsbogen nimmt in viele Richtungen Fahrt auf und lässt so einiges vermuten. Und Fridas Freundin Erna trägt ebenfalls einen heftigen emotionalen Rucksack mit sich herum. Durch Erna „fahren“ wir Leser immer wieder raus aus Butjadingen, um den Jadebusen umzu in Richtung Varel. Das dortige Kinderheim ist die neue Heimat ihrer Tochter Sanne oder eine Pflegefamilie nach de anderen. Als Leser zerreißt es einem wirklich das Herz, wenn man die Situationen, die Gegebenheiten und Gepflogenheiten zu diesem Thema sacken lässt. Meine Güte, was waren das für Zeiten! Kölpin hat hier wieder ein feine sGespür dafür bewiesen! Das Kinderheim gibt es zumindest heute noch als Gebäude (äußerst imposant!) und jedes Mal wenn ich dort jetzt vorbei fahre, denke ich an diese Geschichte und die damaligen Zeiten.

    Die beiden Freundinnen halten dennoch fest aneinander und geben sich den Halt den man gerade braucht. Die Zeiten riechen zum Ende hin des Buches nach Aufschwung und Umschwung! Die Zeit des Wirschaftswunders zeichnet sich dezent ab. Aber ob dies auch so kommen mag? Die Zeiten und auch der Wind an der rauen Küste in der Wesermarsch werden Neues mit sich bringen, aber erstmal muss man das bewerkstelligen was aktuell da ist.

    Kölpins Schreibstil ist gleichbleibend stark und emotional wie im Vorgänger. Die bildhaften Beschreibungen, die Ortsbeschreibungen (ein sehr verständlicher Lokalkolorit) sind für mich als Ortsansässige grandios! Es ist wie eine Zeitreise! Aber auch Natur und Landschaft bekommen hier ihren Part. Aber wie bereits erwähnt, nicht nur das. Kölpin zerlegt die damalige Zeit sehr genau und für uns Leser ergibt dies ein stabiles Zeitenbild. Sie baut Spannungen, Irrungen und Wirrungen, Drama und Liebe sehr gekonnt und nicht schwülstig oder kitschig ein. Das Cover mag eher in die Richtung „kitischiger Heimatroman“ gehen, ist es aber keineswegs! Hier darf der Leser eine wunderbare Geschichte weiter verfolgen, die es in sich hat! Auf die Fortsetzung bin ich schon so gespannt! 5 von 5 Sterne!

    Teilen