Das Glück mit dir: Roman

Buchseite und Rezensionen zu 'Das Glück mit dir: Roman' von Lily Tuck
4
4 von 5 (1 Bewertungen)

Autor:
Format:Gebundene Ausgabe
Seiten:223
Verlag: Insel Verlag
EAN:9783458175568

Rezensionen zu "Das Glück mit dir: Roman"

  1. bewertet:
    4
    (4 von 5 *)
     - 06. Jul 2014 

    Alles andere als kitschig!

    Die Story:
    Nina bereitet gerade das Abendessen vor, als ihr Mann Philip nach Hause kommt und ein Nickerchen macht. Kurz darauf findet sie ihn tot in seinem Bett. Die Nacht verbringt sie allein mit dem Toten und nimmt von ihm Abschied. Dabei lässt sie die gemeinsame Zeit und das Leben, das sie an seiner Seite verbracht hat Revue passieren.

    Die Personen:
    Nina und Philip lernen sich in Paris kennen. Er ist Mathematiker, ein nüchterner Typ.
    Sie wäre gern Malerin, interessiert sich für Kunst und ist eher der gefühlsbetonte Typ.
    Anfangs denkt man: Was für ein nettes Paar! Doch je tiefer man in die Geschichte eintaucht, desto häufiger stellt man sich die Frage: Warum hat sie es so lange mit ihm ausgehalten?
    Er ist sehr dominant und genießt es, dass sie zu ihm aufblickt. Was sie auch macht, er gibt sich ihr gegenüber permanent überlegen. Dinge, die ihr wichtig sind interessieren ihn vielleicht am Anfang ihrer Beziehung. Doch je länger sich die beiden kennen, desto mehr lässt dieses Interesse nach.
    Sie hat ihreTräume – so träumt sie z. B. davon Malerin zu werden oder nach Asien zu reisen. Doch sie hat es schon lange aufgegeben, ihre Träume mit ihm zu teilen.
    Sein Tod ist letztendlich eine Befreiung und die Chance, ihre Träume zu verwirklichen.

    Die Sprache:
    Man stelle sich die Situation vor: Man findet den Ehemann tot im Bett und verbringt die Nacht allein mit dem Toten, um Abschied zu nehmen. Das ist Gefühlschaos pur! Trauer, Angst, Verwirrung …
    Und genau dieses Gefühlschaos spiegelt sich in der Sprache wider. Die Geschichte ist verwirrend erzählt. Nina springt in ihren Erinnerungen ständig von einem Thema zum anderen. Da alles, woran sie sich erinnert in der Gegenwartsform geschrieben ist, ist es auch schwierig, Vergangenheit und Gegenwart auseinander zu halten.
    Nur manchmal trifft man auf die Vergangenheitsform. Hier wird die Geschichte dann nicht mehr aus Nina's Sicht erzählt sondern von einer neutralen Person.

    Meine Bewertung:
    Als ich den Titel und den Klappentext las, hatte ich die Befürchtung, dass das Buch sehr kitschig ist. Daher habe ich das Buch mit gemischten Gefühlen angefangen. Doch mit Kitsch hat dieses Buch nichts zu tun.
    Stattdessen las ich über eine Beziehung, die anfangs harmonisch verläuft. Ich freute mich mit dem Paar, das so eine tolle Zeit miteinander verbracht hat. Doch als ich dann tiefer in die Geschichte eingetaucht bin, war ich nur noch betroffen darüber, in welcher Beziehungsfarce, die beiden den größten Teil ihrer gemeinsamen Zeit verbracht haben.

    Fazit: Ein gutes Buch, das betroffen und nachdenklich macht!